Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wenn ich reich wär wie Dagobert Duck...
barbara seiler
07.09.2008, 20:02
... ein Thread zum etwas Rumspinnen!
dann würde ich mir ein Haus kaufen oder bauen, das autark wäre, darin meine Schule und meine Behandlungsräume einrichten.
Ich hätte einen Garten, der bunt und wild wär und viele Kräuter hätte. Und vermutlich auch einen Gärtner. Oder gleich einen Biobauernhof, um mit seltenen Sorten zu experimentieren, um Tiere zu haben und Blumen und so eine Art Wunderland zu schaffen.
Ich würd bestimmt mal shoppen gehen. Und das grosszügig. sehr grosszügig. für mich allein: Kleider, Computer, Möbel, Wellness, schöne Dinge, Dinge die sich gut anfühlen, wertvolle Dinge. Kunstreiche Dinge.
ich würde interessante Projekte fördern - Projekte, die die Welt und die Menschen voranbringen. Und meine Nase in alles stecken und alles genauso haben, wie ich es will. wer zahlt, befiehlt! :D
Ich würde immer wieder mal eine Hunderternote im Tram liegen lassen, für wer auch immer sie findet.
ich würde eine Bibliothek aufbauen, eine spirituelle Bibliothek. Mit all meinen Lieblingsbüchern, und ich hätte Spass daran, immer neue davon zu entdecken, vor allem die Klassiker...
und was würdet ihr tun?
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
07.09.2008, 21:45
Hallo Barbara,
wie treffend, dass Du den alten Knauser als Beispiel genommen hast. Er ist ein Paradebeispiel dafür, was Geld mit uns macht.
Ja, anfangs werden wir vielleicht noch grosszügig sein und die Scheine in der Tram liegenlassen. Bis wir sehen, WER es findet.
Wir werden mit unseren Vorstellungen von idealen Entspannungstempeln die Erfahrung machen, dass, wenn sie teuer sind, nur reiche Schnösel kommen, und wenn sie billig sind die Pauschaltouristen einfallen und sich darüber beklagen, dass sie bei ihrem Gratisbesuch nicht auch noch ein Geschenk bekommen haben.
Wir werden feststellen, dass wir nie genug haben....träumen wir heute von finanzieller Sicherheit und Luxus, so werden wir aus einer solchen Position heraus MEHR Sicherheit und MEHR Luxus wünschen.
Wenn wir den BIO-Bauernhof betreiben, werden sich die Nachbarbauern beklagen, dass wir mit so viel Geld EU-Subventionen kassieren, und wenn wir sie nicht kassieren würden, würden sie sich beklagen, dass man ihnen was gestrichen hat: denn bei uns gehts ja auch ohne.
Ich denke, mit viel Geld steht man im Mittelpunkt, egal wie man es anfängt. Und das bringt Nebeneffekte mit sich, die ich nicht vermisse.
Würde ich noch den Antrieb haben, eine Firma zu führen, wenn ich eh genug Geld hätte?
Ist es nicht dieser Einsatz, den auch meine Kunden so schätzen?
Was geht uns also verloren, wenn wir so viel haben?
Grüssle
Frank
Celestine
08.09.2008, 09:15
Dass der Mensch Dinge kennt, die er sich wünscht, das ist seine Motivation, an Geld zu kommen.
Dass der Mensch Projekte kennt, die er gerne fördern möchte, ist schon weniger Motivation, als viel mir ein freundlicher Gedanke.
Dass der Mensch einfach so Geld, verschenken möchte, aus dem Wunsch nach eigenem Überfluss heraus...
Lassen wir das lieber.
Mir würde es gefallen, wenn alle alles teilen würden, wenn wir keine Wettbewerbs- und Erfolgs-orientierte Gesellschaft mehr wären, sondern die höchste Motivation darin liegen würde die Einsicht, dass wir alle EINS sind, auch und besonders auf dieser Ebene zu fördern.
Reich-sein wäre dann wahres frei-von-Mangel-sein. Es ist sowieso genug für alle da. Es ist genug dafür da, dass Barbara ihr Traumhaus mit Garten bekommt - wenn sie der Gesellschaft dafür ihr Engagement in Form dessen, was sie dort unterbringen möchte, zurückgibt.
"Schöne Dinge die sich gut anfühlen" werden ebenfalls verfügbar sein, weil es genau darum geht: nicht Dinge um des Wertes und des Haben-Wollens zu besitzen, sondern um sie zu genießen, ihren Wert mit Liebe zu füllen, statt sie als Liebesersatz zu benutzen.
ABER, ja, auch ich erwarte den großen Lotteriegewinn :)
Und die Liste der Dinge, auf die er verwendet werden soll ist lang:
Zu allererst steht da die Ablösung aller laufenden Verbindlichkeiten, die notwendigerweise eingegangen werden mußten (für´s Haus, für den Job, für´s Auto), wobei mir das mietfreie Wohnen inzwischen am wichtigsten ist (wahrscheinlich würde ich auch meine Eltern gleich ebenfalls damit versorgen - nur nicht in unmittelbarer Nachbarschaft!).
Alle noch nicht erledigten Arbeiten im Haus und vor allem die komplette Gartengestaltung in Auftrag geben, damit es fertig wird, und nicht auf Zeit und Lust von uns warten muss...
Dann würde ich mich wohl komplett beruflich umorientieren. Eine neue Ausbildung machen, und ebenfalls in die Selbstständigkeit gehen.
Reisen würde ich, zusammen mit meinem Mann und meinen Kindern.
"Dinge" sind da kaum, die mir jetzt fehlen, die ich mir dann "gönnen" würde. Mir fällt auf Anhieb wirklich gar nichts ein...! Aber natürlich wäre da dann bestimmt was...
Na, so lang ist die Liste ja doch nicht.
Kann viel Geld das Mangeldenken ausschalten? Ist es nicht eher ein Pflaster, dass über die Angst geklebt wird, statt sie auszuheilen?
Da, wo es Geld braucht, damit ich dem, was ich in diese Welt bringen möchte, Ausdruck verleihen kann, wäre ich hyperglücklich, wenn ich es mal eben so im Briefkasten vorfinden würde. Darüber hinaus sind wir doch - eigentlich - alle irgendwie "versorgt", oder? ...
Gerade die Zeit, in der ich jeden Cent dreimal umdrehen mußte, mir überhaupt keinen persönlichen Luxus gönnen konnte, und manchmal nicht wußte, wovon ich nun Essen einkaufen gehen sollte... war trotzdem eine der besten und glücklichsten Zeiten in meiner bisherigen Lebensspanne. Ich hatte einen Schritt in eine ungewisse Zukunft getan, ein ganz neues Leben angefangen, und ich hatte unendliches Vertrauen darin, dass sich alles zum Guten wenden würde - und das tat es. Mit dem total wenigen, war ich sehr frei! Dieses Lebensgefühl zu bewahren, ist die Heilung vom Mangeldenken.
Herzliche Grüße,
Astrid
barbara seiler
08.09.2008, 09:26
Hallo Frank
ich seh schon, da gibts ein paar wunde Punkte...:grins:
- der Knauser Dagobert: stimmt, er ist ein Knauser. und ich mag solche Menschen eigentlich nicht. "bei den Reichen lernt man sparen", sagt meine Mutter immer mal wieder. Und recht hat sie, die nicht sparen können, bleiben auch nicht lange reich. - wärs denn anders zu sagen: reich wie Krösus - wie Bill Gates - wie Gigi Oeri? Ich kenne glücklicherweise auch wohlhabende Menschen (reich wär wohl zu viel gesagt), die freundlich und nicht knauserig sind.
Ja, anfangs werden wir vielleicht noch grosszügig sein und die Scheine in der Tram liegenlassen. Bis wir sehen, WER es findet.
ich mag allen mal etwas Bares gönnen, egal wers ist...
Wir werden mit unseren Vorstellungen von idealen Entspannungstempeln die Erfahrung machen, dass, wenn sie teuer sind, nur reiche Schnösel kommen, und wenn sie billig sind die Pauschaltouristen einfallen und sich darüber beklagen, dass sie bei ihrem Gratisbesuch nicht auch noch ein Geschenk bekommen haben.
hm... das muss es doch auch noch was in der Mitte geben, nicht? Obwohl, mit den einfachen Leute kann ich es besser als mit den Schnöseln. Ich habe die Erfahrung gemacht - glaube es zumindest - dass die einfachen Leute oft genauer wissen, was sie wollen.
Wir werden feststellen, dass wir nie genug haben....träumen wir heute von finanzieller Sicherheit und Luxus, so werden wir aus einer solchen Position heraus MEHR Sicherheit und MEHR Luxus wünschen.
Was den Luxus betrifft, da gibts ja irgendwo eine Grenze. Eine Villa auf dem Land zu haben ist toll, eine Stadtwohnung zusätzlich auch noch, und dann vielleicht noch was am Meer... doch alles, was darüber ist, bringt nicht mehr Lebensqualität. Fünfzehn Häuser zu besitzen für den Privatgebrauch ist nicht dreimal soviel Luxus wie fünf Häuser zu besitzen.
Ich denke, mit viel Geld steht man im Mittelpunkt, egal wie man es anfängt. Und das bringt Nebeneffekte mit sich, die ich nicht vermisse.
Stimmt, die Nebeneffekte... die möcht ich doch gern auch mal kennen lernen. Schliesslich kann ich am besten sagen, was ich vermisse oder nicht, wenn ich die entsprechende Erfahrung auch einmal machen durfte.
Ich merke auch, so bis ein, zwei Millionen wüsste ich durchaus noch was anzufangen, aber was täte ich mit einer Milliarde...?
Würde ich noch den Antrieb haben, eine Firma zu führen, wenn ich eh genug Geld hätte?
Ist es nicht dieser Einsatz, den auch meine Kunden so schätzen?
das hab ich mir auch schon überlegt - würde ich mich überhaupt noch bewegen, wenn ich es nicht aus finanziellen Gründen müsste? - ich vermute, eher nicht. Oder nicht so, wie ich es jetzt tue. Andererseits bin ich aber auch daran, mit Tätigkeiten zu kreieren, die ich wirklich gut kann und wirklich gern mache, und die auch mir selbst gut tun...
grüsse, barbara
barbara seiler
08.09.2008, 09:35
und hallo Astrid!
Mir würde es gefallen, wenn alle alles teilen würden, wenn wir keine Wettbewerbs- und Erfolgs-orientierte Gesellschaft mehr wären, sondern die höchste Motivation darin liegen würde die Einsicht, dass wir alle EINS sind, auch und besonders auf dieser Ebene zu fördern.
gegen Erfolgsorientiertheit habe ich gar nichts - einfach nicht mit der Definition von "Erfolg = viel Geld verdienen". Erfolg ist auch, ein berührendes Kunstwerk zu schaffen, ein schmackhaftes Essen zu kochen, einen traurigen Menschen zum Lächeln bringen, eine Herausforderung gut bestehen und sich daran freuen... oder auch nur: wenn man Busschauffeur ist, so sanft bremsen, dass sich die Passagiere in Abrahams Schoss wähnen, als Verkäuferin die Produkte des Ladens lieben und diese Liebe weitergeben...
Wettbewerbsorientiertheit gefällt mir auch immer weniger. Mitmachen ist imme wichtiger als gewinnen.
"Schöne Dinge die sich gut anfühlen" werden ebenfalls verfügbar sein, weil es genau darum geht: nicht Dinge um des Wertes und des Haben-Wollens zu besitzen, sondern um sie zu genießen, ihren Wert mit Liebe zu füllen, statt sie als Liebesersatz zu benutzen.
nein, es geht nicht um das Haben-Wollen. Und nicht darum, eine luxuriöse Gerümpelkammer zu schaffen. Es geht um Qualität, es geht um Wertschätzung, für mich selbst, aber auch für den Handwerker, der so etwas Schönes herstellt. Es geht um die Freude am Berühren, Tasten, Schmecken, Fühlen...
Ich hatte einen Schritt in eine ungewisse Zukunft getan, ein ganz neues Leben angefangen, und ich hatte unendliches Vertrauen darin, dass sich alles zum Guten wenden würde - und das tat es. Mit dem total wenigen, war ich sehr frei! Dieses Lebensgefühl zu bewahren, ist die Heilung vom Mangeldenken.
:)
grüsse, barbara
R.Daneel
08.09.2008, 21:08
Würde ich noch den Antrieb haben, eine Firma zu führen, wenn ich eh genug Geld hätte?
Ist es nicht dieser Einsatz, den auch meine Kunden so schätzen?
Deine Kunden, ja. Und Du selbst?
das hab ich mir auch schon überlegt - würde ich mich überhaupt noch bewegen, wenn ich es nicht aus finanziellen Gründen müsste? - ich vermute, eher nicht. Oder nicht so, wie ich es jetzt tue. Andererseits bin ich aber auch daran, mit Tätigkeiten zu kreieren, die ich wirklich gut kann und wirklich gern mache, und die auch mir selbst gut tun...
Eben.
Vermutlich hätte ich nach relativ kurzer Zeit aufgehört, neue Arbeit zu suchen, wenn ich es aus finanziellen Gründen nicht nötig gehabt hätte. Man stellt irgendwann fest, dass der Tag auch so herum geht.
Aber andererseits wäre es ein ganz anderes Arbeiten, wenn man(ich) es wirklich freiwillig tun würde, denn dann wäre die einzige Motivation, die Menschheit voranzubringen (sozusagen). Solange hinter der Arbeit der Zwang steht, Geld zum Leben verdienen zu müssen, verdirbt (mir zumindest) dieser Zwang wenigstens teilweise den Spaß. Ohne das - Vielleicht würde ich sogar mehr arbeiten als jetzt.
Für Unternehmer mag es geraten erscheinen, ihre Arbeiter (auch finanziell) an der kurzen Leine zu halten, denn wer Angst (um die Finanzierung seiner Existenz) hat, muckt nicht auf. Aber ob das für die Produktivität wirklich das Beste ist? Sobald etwas Besseres in Reichweite kommt, springen die Leute ab. Ob man nicht besser fahren würde mit Leuten, die Spaß an ihrer Arbeit haben und sie aus diesem Grund machen, nicht weil sie das Geld brauchen? Oder zumindest, die sich gegenwärtig keine Sorgen um die Finanzierung ihrer Existenz zu machen brauchen - siehe das Nudelfabrikantenbeispiel?
Naja, bislang ist das alles eine schöne Fantasie. Immerhin, ich hab die Frage mal beim Mittagessen an das Entwicklerteam, für das ich mal gearbeitet habe gestellt: Angenommen, ihr würdet eine Million oder zwei in einer Lotterie gewinnen und wärt so abgesichert, dass ihr nicht mehr zu arbeiten brauchtet - würdet ihr aufhören zu arbeiten? - Kurze Pause, dann die einhellige Antwort: Nein. Schließlich ist ein Beruf nicht nur zum Geldverdienen, sondern auch eine Berufung - im Idealfall, sollte es zumindest sein.
Ansonsten, keine Ahnung was ich machen würde, wenn ich reich wäre. Erstmal meine Altersversorgung absichern, dann die der meiner Verwandten, und wenn dann noch genug da ist, würde ich es Open-Source-Projekte investieren: Programmierer bezahlen, damit sie nicht für Geld arbeiten müssen, sondern alles was sie tun, frei verfügbar machen können. Zumindest in dem Bereich ist ein solch "anarchistischer" Gedanke nicht unbekannt, wenn man mit etwas Geld dafür sorgen könnte, dass die Entwicklung in die meiner Meinung nach richtige Richtung etwas vorangetrieben wird, käme vielleicht etwas in Gang, was sich auf die menschlichen Gesellschaften als Ganzes auswirkt: Letztendlich die Abschaffung von Geld, zumindest einiger Aspekte davon. Vielleicht ist der Gedanke zu hoffnungsvoll & kommunistisch, aber es wäre doch toll, wenn es eine Grundversorgung gäbe und man nicht mehr arbeiten müsste um seine Existenz zu schützen.
Fantasy halt. Vielleicht auch Science Fiction.
In der Serie "Enterprise - die nächste Generation" hat Captain Picard jedenfalls mal erwähnt, dass es in ihrer Gesellschaft kein Geld mehr geben würde...
(Ganz am Rande erwähnt: Manchmal habe ich wirklich Lust, mich als Müllsammler zu betätigen. Aber ich kann mir nicht erlauben, den Gedanken ernsthaft zu verfolgen: Es bringt zuwenig ein, würde meiner finanziellen Situation womöglich schwer schaden (besonders im Hinblick auf die Zukunft, die eh unsicher ist) und (schlimmer) es würde meine Vita versauen. Kurz gesagt: Angst hält mich davon ab.)
Liebe Grüße
R.
barbara seiler
09.09.2008, 08:29
Guten Morgen!
Für Unternehmer mag es geraten erscheinen, ihre Arbeiter (auch finanziell) an der kurzen Leine zu halten, denn wer Angst (um die Finanzierung seiner Existenz) hat, muckt nicht auf. Aber ob das für die Produktivität wirklich das Beste ist?
Nein, das ist bestimmt nicht das Beste. Bei manchen, einfachen Arbeiten, wo es viele Menschen gibt, die die Arbeit machen können, spielt es wohl nicht so eine Rolle. Regale einräumen im Supermarkt, das können viele, da wird jemand ein, zwei Tage angelernt, und gut ist. Call Center Telefonisten dasselbe, die können ja meist gar nichts und mehr wird von ihnen nicht erwartet. Obwohl, bei manchen hab ich das Gefühl, dass sie Kurse machen "wie ärgere ich Kunden am besten?" *g*. Bei anspruchsvolleren Arbeiten lohnt es sich, die Leute langfristig zu binden. Gerade bei jenen Arbeiten, wo es darum geht, dass jede Menge konkreter Details, spezieller Kundenwünsche, heikler Arbeitstechniken gekannt oder beherrscht werden müssen, wo eine Person also mehrere Monate angelernt werden muss, bevor sie ihr Metier wirklich beherrscht. Wenn da ständig Leute abspringen, sobald sie erst mal wirklich produktiv werden, das lohnt sich nicht.
Manchmal habe ich wirklich Lust, mich als Müllsammler zu betätigen. Aber ich kann mir nicht erlauben, den Gedanken ernsthaft zu verfolgen: Es bringt zuwenig ein, würde meiner finanziellen Situation womöglich schwer schaden (besonders im Hinblick auf die Zukunft, die eh unsicher ist) und (schlimmer) es würde meine Vita versauen.
komme in die Schweiz, da hast du einen ganz anständigen Lohn und gute Sozialleistungen als Müllsammler. ;) Wenn du nach einem Jahr genug hast, kannst du im Lebenslauf immer noch "Sabbatical" oder "Weltreise" oder sowas schreiben. *g*
grüsse, barbara
barbara seiler
29.09.2008, 12:51
*nachdenken über Reichtum*
ich bin ein recht anspruchsloser Mensch. Ich brauche nicht viel Materielles, um zufrieden zu sein. und jetzt beginne ich, deswegen noch ein schlechtes Gewissen zu haben!
meine Angst geht wohl dahin, dass ich geizig sein könnte, sowohl andern wie auch mir selbst gegenüber. Dass es Dinge gibt, von denen ich von Anfang an sage: die sind nicht für mich, die sind unerreichbar. Oder aber liegt es wirklich daran, dass ich sie gerade jetzt nicht BRAUCHE? Das ist doch ein grosser Unterschied. Aber was trifft jetzt für mich zu?
Ich stelle fest, dass ich, wenn ich an Besitz denke, es manchmal als Belastung empfinde. Denn aller Besitz, und sei er noch so teuer oder kostbar - wenn er nicht genutzt wird, ist er nicht mehr als Gerümpel. Ich stelle fest, dass ich nicht mehr viel Gerümpel besitze. Schon noch so ein bisschen, aber wirklich nicht mehr viel. Und ich räume das auch immer wieder aus, was ich nicht mehr benötige.
Ich stelle fest, dass das Geld "länger" geworden ist. Dass ich, über mein ganzes Leben gesehen, sagen würde: heute habe ich den höchsten Stand an Lebensqualität, den ich je hatte - und das mit einem deutlich kleineren Einkommen also noch vor ein paar Jahren. Doch früher war das Geld irgendwie immer gleich wieder weg... heute nicht mehr. Und ich frage mich, wie das kommt, wo doch die Preise tendenziell eher gestiegen sind in den letzten Jahren?
Leben fühlt sich im Moment nach konzentrierter Essenz an, auf kleinstem Raum und sehr intensiv. Allerdings ist da auch ein Bedürfnis nach Ausdehnung, nach Weite, nach Raum... und dazu scheint meine aktuelle Bedürfnislosigkeit irgendwie nicht zu passen.
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
29.09.2008, 13:35
Hi Barbara,
das Gefühl kenne ich. Ich meine, dass es daran liegt, dass man im Erkennen einer gewissen Bedürfnisslosigkeit im Grunde sofort von vielem Abstand nimmt, was sonst ne Menge Geld kostet.
Und weil man recht gedankenlos einkauft, merkt man das auch nicht so, wenn mans nicht mehr macht.
Im Grunde ist das ein sehr heilvolles Gefühl, denn es ist genau das, was den Messis und Kaufsüchtigen fehlt. Sie meinen, haben zu müssen..um jeden Preis.
Da ich selbst sehr viel Krempel habe, von dem ich mich nicht trennen mag, wünschte ich, ich wäre in der Lage, mich entsprechend zu disziplinieren.
Aber man hat so viele Interessen, man kauft sich was und das liegt dann ewig rum:
Specksteinfeilen, Bücher, Sonderausrüstung für die Gartenbahn, Kletterausrüstung, Riffelblech für den Landrover und tausenderlei Kleinkruscht, mit dem man NIE wieder was anfängt!
Es ist also aus meiner Sicht ganz natürlich, dass, wenn man sich auf weniges konzentriert, automatisch weniger Geld das Haus verlässt.
Ich beneide Dich da ein bissel um Deine "Aufgeräumtheit".
Grüssle
Frank
barbara seiler
29.09.2008, 13:57
Hallo Frank!
das Gefühl kenne ich. Ich meine, dass es daran liegt, dass man im Erkennen einer gewissen Bedürfnisslosigkeit im Grunde sofort von vielem Abstand nimmt, was sonst ne Menge Geld kostet.
Und weil man recht gedankenlos einkauft, merkt man das auch nicht so, wenn mans nicht mehr macht.
Ja, das stimmt - da wird vieles gleich als "unerreichbar" definiert, mit dem begleitenden Gefühl: für andere ist das ja ganz OK, für mich ist das nichts... doch da dreht es sich durchaus um Dinge, die ich gerne hätte, ohne dass Gedankenlosigkeit dabei ist. Ich hätte gern eine Bergkristall-Plattform - und so etwas kostet, wenn es denn eine schöne sein soll, im vierstelligen Bereich. Ich hätte gerne eine Bibelausgabe mit Wort-zu-Wort-Übersetzung, hebräisch und griechischem Text und Deutsch daneben, damit ich wirklich wörtlich nachlesen kann, was da steht - kostet dreistellig. Ich hätte gern eine Praxis, in der ich unterrichten kann und Lightbody Qi anbieten kann - kostet, sagen wir mal, mindestens 300 Euronen pro Monat, wenns denn was einigermassen Anständiges sein soll... Ich hätt gern ein eigenes Haus, wenn wir schon dabei sind. Und ein Atelier, in dem ich auch grossformatig malen kann, wo es nichts macht, wenn mal ein bisschen Farbe herumspritzt.
Doch irgendwie kommt da immer der Impuls "nein, das ist jetzt nicht angemessen, das ist nichts für dich." Ich beschränke mich da selbst im Moment....
Im Grunde ist das ein sehr heilvolles Gefühl, denn es ist genau das, was den Messis und Kaufsüchtigen fehlt. Sie meinen, haben zu müssen..um jeden Preis.
naja, es gibt die Extreme ja auf beiden Seiten. Neben den Messies gibts die "Cleanies", wo kein Stäubchen rumfliegen darf. Neben den Kaufsüchtigen gibts die Geizigen, die jeden Cent fünfmal umdrehen, auch wenn sie genug Geld hätten, um grosszügig zu sein - die sich Lebensqualität versagen und sich selbst einschränken, wo es nicht nötig wäre, mal rein vom finanziellen Kontext her.
ideal ist wohl die goldene Mitte: grosszügig sein, aber nicht verschwenderisch; aufgeräumt sein, aber nicht leblos-kahl in der Art, wie man es in Architektur-Zeitschriften sieht. Sparsam sein, aber nicht geizig.
Es ist also aus meiner Sicht ganz natürlich, dass, wenn man sich auf weniges konzentriert, automatisch weniger Geld das Haus verlässt.
Es ist ja nicht so, dass ich wenig Interessen habe. Ich mein, ich hätt auch gern wieder ein Klavier und Klavierstunden (Klavier oder Flügel neu: fünfstelliger Bereich, Klavierstunden: dreistellig pro Monat). Ich würde gern wieder einmal Steinhauen. Oder Töpfern und brennen. oder Schmieden. Ich seh schon, so während des Schreibens kommen Träume hervor... :o ... denen ich im Moment keinen Platz zu geben wage.
Andererseits habe ich es mir wirklich angewöhnt, mich zu fragen: brauche ich das wirklich? werde ich es benutzen?, bevor ich etwas kaufe. Gerade bei Büchern bin ich da relativ streng mit mir selbst, auch weil ich manchmal den Verdacht habe, dass die sich von ganz allein vermehren, wenn ich einen Moment nicht hingucke. *g*
Ich beneide Dich da ein bissel um Deine "Aufgeräumtheit".
;) offenbar hattest du bisher noch keinen wirklich guten Grund für Aufgeräumtheit... ist ja auch OK. Ich wünsch dir garantiert nicht, einen Grund dafür zu bekommen... Bei mir wars oft schlicht und einfach Platzmangel, der mich dazu bewog, wieder mal ein paar Dinge rauszuschmeissen. Ich mag es nicht allzu vollgestopft.
liebe grüsse
barbara
Roadrunnerfn
29.09.2008, 16:59
naaa, ich wünschte mir ab und an einen Grund für die Aufgeräumtheit zu finden.
Natürlich ist es schön, diverse unterschiedliche Dinge zu tun, aber man stösst einfach an Grenzen:
1.) ich bin keine 20 mehr, und ich MERKE das...nicht lachen, das IST so!
2.) ich mags immer öfter langsam, was die Vielzahl an Hobbys nicht leichter macht.
3.) die Firma nimmt viel Raum in der Tagesordnung ein, und das ist gut und richtig so. Das war auch schon anders, und das hat der Fa. geschadet.
4.) ich gebe nach und nach das eine oder andere auf, um drittes wenigstens noch einigermassen gründlich machen zu können. Beispiel:
Meine eigene Bahngesellschaft (Masstab 1:20 im Garten) ging zu lasten der grossen HO-Sammlung an Modellbahnfahrzeugen und der Arbeit im Verein, wo wir eine grosse Dampflok aufarbeiten.
Man kann nicht alles, und nicht alles auf einmal.
Dennoch ist es immer noch zuviel.
Aber: das ist jammern auf höchstem Niveau. Wenn ich keine anderen Probleme mehr kriege, dann kann ich damit leben....
Grüssle
Frank
barbara seiler
29.09.2008, 22:40
naaa, ich wünschte mir ab und an einen Grund für die Aufgeräumtheit zu finden.
bist du sicher? Mir fallen nämlich nur so Dinge ein: die Wohnung ist zu klein... das Geld reicht nicht, also muss Material verkauft werden... Die Frau verlässt dich und nimmt die Hälfte mit...
nee nee, davon wünsch ich dir gar nichts. Im Gegenteil, nur das Beste!:)
1.) ich bin keine 20 mehr, und ich MERKE das...nicht lachen, das IST so!
hoffentlich bist du nicht mehr jung und dumm wie damals! das wär ja ganz übel!
Schliesslich werden die meisten Menschen je älter, desto schöner... nein, kein Witz. es fällt mir immer wieder auf, wenn ich alte Fotos von irgendwem angucke: älter ist in den allermeisten Fällen auch schöner, mit mehr Ausstrahlung, weiser...
wo wir eine grosse Dampflok aufarbeiten.
eine echte Dampflok? cool!:)
könnt ihr denn je auch mit ihr fahren gehen?
Aber: das ist jammern auf höchstem Niveau. Wenn ich keine anderen Probleme mehr kriege, dann kann ich damit leben....
ein weises Wort gelassen ausgesprochen...;)
grüsse zur Nacht
barbara
Roadrunnerfn
29.09.2008, 23:05
wir hoffen ganz stark, dass die Lok gegen Ende 2009 betriebsfähig ist.
Bilderz und Info gibts unter www.zhl.de
Grüssle
Frank
R.Daneel
30.09.2008, 00:35
Hallo Barbara,
Ich mein, ich hätt auch gern wieder ein Klavier und Klavierstunden (Klavier oder Flügel neu: fünfstelliger Bereich, Klavierstunden: dreistellig pro Monat).
Ich kenne jemanden, der ein Klavier loswerden will. Natürlich ein altes und vermutlich müsste es gestimmt werden, und ich weiß auch nicht was es ist. Steht irgendwo in Zella-Mehlis, ist also ziemlich weit weg... :o
Hallo Frank,
eine Zahnradbahn?? :eek: Das ist ja der Oberhammer! Die sollte ich mir auch mal ansehen! :grins: Bloß wann?
Komisch, ich bringe in letzter Zeit noch nicht mal genug Zeit zusammen, um die kleinen Computerbasteleien zu Ende zu bringen, da liegen Teile seit Wochen und Monaten herum. Die zunehmende Langsamkeit scheint mir das Schlimmste am Altwerden zu sein.
Schliesslich werden die meisten Menschen je älter, desto schöner... nein, kein Witz. es fällt mir immer wieder auf, wenn ich alte Fotos von irgendwem angucke: älter ist in den allermeisten Fällen auch schöner, mit mehr Ausstrahlung, weiser...
Also wenn ich mir Bilder von früher anschaue - so mit 18-20 hab ich ganz klar besser ausgesehen als jetzt, Ausstrahlung hin oder her.
Liebe Grüße
R.
Roadrunnerfn
30.09.2008, 10:54
Ach, Daneel, komm.....
....wenn man weiser wird, kann man gar nicht sooo schlecht aussehen. Und wenn man jung-naiv ist, kann man gar nicht so gut aussehen..:D
Unsere Lokbaustelle würd ich Dir gerne mal zeigen...einfach nur anmelden!
Grüsse
Frank
barbara seiler
30.09.2008, 20:02
die ist echt genial, die Dampflok!:daumen: auf der würd ich auch gern mal fahren:o
@Klavier - ich glaub, ein gebrauchtes könnt ich mir auch organisieren. Nur, wohin stellen? Und was tun, dass die Nachbarn nicht völlig durchdrehen? Ich glaub, zuerst muss das Haus heran, dann das Klavier:D
Das mit dem Langsamer-Werden kann ich an mir allerdings nicht feststellen, das liegt vielleicht daran, dass ich schon immer eher gemächlich war. Ich habe in der letzten Zeit eher an Tempo zugelegt in vielen Dingen, scheint mir.
Doch gerade heute hab ich aufs Konto geguckt, und festgestellt: da ist mehr Geld reingekommen, als ich erwartet habe - und jetzt fühl ich mich so richtig müd und faul und die guten Vorsätze sind alle wieder weg, was solls, ich hab ja das Geld für noch nen Monat zu leben... kein Grund zum Stressen. gar keiner...und ich hab mir sogar ein paar von diesen tollen Morningstar-Räucherstäbchen geholt und find das äusserst luxuriös:grins:
grüsse, barbara
R.Daneel
30.09.2008, 21:50
Hallo Barbara,
Ja... ein etwas abseits gelegenes Haus am Waldrand, das wäre was :o - es heißt, Pflanzen mögen lieber klassische Musik, Tiere eher Rockmusik :grins:
Und meine Räucherstäbchen kann ich nicht finden :( Keine Ahnung wo die sich verstecken.
Grüßleins
R.
barbara seiler
01.10.2008, 07:52
apropos Klavier...
gestern sah ich am Fernsehn eine Sendung, da ging es um Musik. Und da wurde ein Mann vorgestellt, der wurde von einem Blitz getroffen. Und darauf hin hörte er beständig Klaviermusik in seinem Kopf, nur hatte er kein Klavier. ein paar Tage später hatte er eine Bekannte, die hatte ein Klavier zuviel und wollte es unbedingt bei ihm zuhause deponieren... was er dankbar aufnahm und zu komponieren und zu spielen begann, und das wirklich gut.
erstaunliche Geschichte - und kein Witz!
grüsse, barbara
barbara seiler
26.09.2009, 20:30
meine Schwester hat einen alten Traum angesprochen: eine Bäckerei besitzen! - und sie würde dabei auch mitmachen. Das wär doch urgenial...
grüsse, barbara
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