Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wirtschaftspolitik verständlich erklärt
barbara seiler
14.08.2008, 19:05
Christdemokrat
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Sie behalten eine und schenken Ihrem armen Nachbarn die andere. Danach
bereuen Sie es.
Sozialist
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Die Regierung nimmt Ihnen eine ab und gibt diese Ihrem Nachbarn. Sie werden
gezwungen, eine Genossenschaft zu gründen, um Ihrem Nachbarn bei der
Tierhaltung zu helfen.
Sozialdemokrat
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Sie fühlen sich schuldig, weil Sie erfolgreich arbeiten. Sie wählen Leute in
die Regierung, die Ihre Kühe besteuern. Das zwingt Sie, eine Kuh zu
verkaufen, um die Steuern bezahlen zu können. Die Leute, die Sie gewählt
haben, nehmen dieses Geld, kaufen eine Kuh und geben diese Ihrem Nachbarn.
Sie fühlen sich rechtschaffen. Udo Lindenberg singt für Sie.
Freidemokrat
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Na und?
Kommunist
Sie besitzen zwei Kühe. Ihr Nachbar besitzt keine.
Die Regierung beschlagnahmt beide Kühe und verkauft Ihnen die Milch. Sie
stehen stundenlang für die Milch an. Sie ist sauer.
Kapitalist
Sie besitzen zwei Kühe. Sie verkaufen eine und kaufen einen Bullen, um eine
Herde zu züchten.
EU-Bürokratie
Sie besitzen zwei Kühe.
Die EU nimmt ihnen beide ab, tötet eine, melkt die andere, bezahlt Ihnen
eine Entschädigung aus dem Verkaufserlös der Milch und schüttet diese dann
in die Nordsee.
Amerikanisches Unternehmen
Sie besitzen zwe i Kühe.
Sie verkaufen eine und leasen sie zurück. Sie gründen eine
Aktiengesellschaft. Sie zwingen die beiden Kühe, das Vierfache an Milch zu
geben. Sie wundern sich, als eine tot umfällt. Sie geben eine
Presseerklärung heraus, in der Sie erklären, Sie hätten Ihre Kosten um 50%
gesenkt. Ihre Aktien steigen.
Französisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Sie streiken, weil sie drei Kühe haben wollen.
Sie gehen Mittagessen. Das Leben ist schön.
Japanisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik erreichen sie, dass
die Tiere auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe reduziert werden und
das Zwanzigfache an Milch geben. Jetzt kreieren sie einen cleveren
Kuh-Cartoon, nennen ihn Kuhkimon und vermarkten ihn weltweit.
Deutsches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe. Mittels modernster Gentechnik werden die Tiere
Re-Designed, so dass sie alle blond sind, eine Menge Bier saufen, Milch von
höchster Qualität geben und 160 km/h laufen können. Leider fordern die Kühe
13 Wochen Urlaub im Jahr.
Britisches Unternehmen.
Sie besitzen zwei Kühe. Beide sind wahnsinnig.
Italienisches Unternehmen
Sie besitzen zwei Kühe, aber sie wissen nicht, wo sie sind. Während sie sie
suchen, sehen sie eine schöne Frau. Sie machen Mittagspause. Das Leben ist
schön
Polnisches Unternehmen
Ihre Kühe wurden letzte Woche gestohlen.
(per email erhalten)
grüsse, barbara
barbara seiler
06.09.2008, 17:28
manchmal bleibt nur ein Kopfschütteln - entsetzt:
132 Euro reichen zum leben (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28663/1.html)
doch manchmal gehts auch erfreulich anders:
der Chef experimentiert und lernt (http://www.welt.de/wirtschaft/article1324738/Wenn_der_Chef_wie_die_Arbeiterin_leben_muss.html)
:)
grüsse, barbara
R.Daneel
07.09.2008, 15:28
Hallo allerseits,
zu:
der Chef experimentiert und lernt (http://www.welt.de/wirtschaft/article1324738/Wenn_der_Chef_wie_die_Arbeiterin_leben_muss.html)
:)
Er sagt, dass Mitarbeiter eben nur gut und zuverlässig arbeiten könnten, wenn sie keine solchen finanziellen Sorgen hätten.
Das ist verdammt richtig! (Schätze mal, das wissen mindestens 2 von uns aus eigener Erfahrung.)
Zum ersteren (stand hier gestern in den Schlagzeilen, ich hab mir keine Zeitung gekauft und wusste nicht worum's geht), die wissen nicht wovon sie reden/schreiben. Sollen diese beiden "Wissenschafter", die hoffentlich alleinstehende Männer sind, mal versuchen, einen Monat lang von den 132€ plus dem Wohngeld, das man vom Arbeitsamt bekommt, zu leben. 2€ für Kommunikation? Was soll man denn damit für eine Kommunikation kaufen können? Selbst zusammen mit dem einen Euro für "Freizeit, Unterhaltung, Kultur" reicht das nicht mal für die GEZ-Gebühren - also kein Fernsehen und kein Radio - geschweige denn für die einmal wöchentlich gekaufte Tageszeitung, von Telefon und Internet/Email gar nicht zu reden. Da hätte man keine Chance mehr, aus der Arbeitslosigkeit herauszukommen - überhaupt keine, nicht die allergeringste, denn man ist nicht mehr erreichbar (nur noch per Post/Briefkasten, aber von dem Geld kann man keine schriftlichen Bewerbungen schreiben - allein dafür habe ich zu bestimmten Zeiten mehr als 100€ in einem Monat ausgegeben), man kann noch nicht einmal was über Stellenangebote erfahren. Und mit dem Fahrtkostensatz kann man auch das nächstgelegene Arbeitsamt nicht mehr erreichen, um sich da zu informieren.
Ein Skandal. Das hat jetzt mein Vertrauen in die Wissenschaften nachhaltig untergraben.
Grüßleins
R.
barbara seiler
07.09.2008, 15:56
Hallo R.!
ich kann auch nicht verstehen, wie man auf so eine Schnapsidee kommen kann. Mit so wenig Geld auszukommen, das ist vielleicht mal kurzfristig in Notsituationen möglich - aber bestimmt nichts über längere Zeit.
Und wenns um Arbeitssuche geht, da sollte man auch noch einigermassen anständig aussehen - das heisst, Friseur und Kleidung bezahlen - und das kostet nun mal. ganz zu schweigen davon, wenn mal ein Notfall eintritt - ein Verwandter wird krank oder stirbt, man muss kurz mal weg - was dann? - aber richtig, man erfährt ja nichts davon, man hat ja kein Telefon und kein Internet. :grins:
Ich glaube, unter solchen Umständen würde ich irgendwann mein schlechtes Gewissen verlieren und zu klauen beginnen, oder Drogenhandel, oder irgendwas - hauptsache, um etwas Kohle zu haben. und dann ists irgendwann auch egal, ob es illegal ist. Eine halbwegs vernünftige Ernährung ist damit auch nicht möglich, Gemüse und Früchte kosten nun mal ziemlich viel. Was bleibt da noch übrig, Spaghetti, aber ohne Butter dazu? *örks*
Ich weiss ja, was es heisst, sparsam zu leben, doch von 132 Euronen? Keine Chance. Auch wenn wir es, um die höheren Lebenshaltungskosten der Schweiz zu berücksichtigen, auf 200 Euronen aufrunden, ich wüsste nicht, wie das gehen könnte. Nicht über längere Zeit.
Ich hab mir letzthin - nach wieder mal einer Phase von knapper Kasse - endlich wieder mal den Ziegenfrischkäse vom hiesigen Milchladen leisten können, plus ein Baguette von der besten Bäckerei hier - Total 4 Euronen Kosten - und hab gemerkt, wie sehr mir gute Nahrung gefehlt hat...
grüsse, barbara
R.Daneel
07.09.2008, 16:41
Hallo Barbara,
Und wenns um Arbeitssuche geht, da sollte man auch noch einigermassen anständig aussehen - das heisst, Friseur und Kleidung bezahlen - und das kostet nun mal.
Stimmt. Da müsste man jahrelang für einen Anzug sparen und schon allein für den Friseur geht hier ganz ungefähr ein Sechstel bis ein Viertel der 132€ drauf. Das wäre das entgültige, unwiderrufliche Aus.
Jetzt bin ich mal böse: Diese beiden "Wissenschaftler" sollten wegen dieser skandalösen Studie ihre Reputation und ihren Job verlieren und 1 Jahr lang keine neue Anstellung finden - nach einem Jahr schlägt Harz4 zu. Und dann möchte ich mal sehen, ob sie zu der Studie noch stehen. (mal ganz davon abgesehen, dass sie angeblich "Zahlen von 2006" verwendet haben, die, selbst das Ganze von der Sache her nicht schon skandalös genug wäre, wegen der exponentiellen Inflation längst nicht mehr gültig sind.
Ich glaube, unter solchen Umständen würde ich irgendwann mein schlechtes Gewissen verlieren...
Ganz genau, ich auch! Das greift so sehr die physischen Existenzgrenzen an, dass ich dann auch keinen Grund mehr sehen würde, auf eine Gesellschaft, die mich eigentlich in verzweifelten Lagen vor existenziellen Bedrohungen schützen sollte, Rücksicht zu nehmen.
*Guru raushängen lass*
Eine Gesellschaft/Kultur ist danach zu beurteilen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht!
R.Daneel, 07.09.2008
Kann auch sein, dass das vor mir schon mal jemand Anderes gesagt/geschrieben hat. Recht hat er/sie in dem Fall! Jedenfalls ist das meine Meinung. Wegen diesem Satz halte ich z.B. die deutsche (die ich am besten kenne) und einige andere der europäischen Kulturen/Gesellschaften für immer noch der amerikanischen Kultur/Gesellschaft überlegen - auch wenn die Amerikaner (mit ihrer fraglos vorhandenen militärischen Überlegenheit) das nicht wahrhaben oder akzeptieren wollen.
Aber das könnte sich nun ändern.
Ein solches gesellschaftliches Fallenlassen ist doch ein Rückfall in Steinzeit oder noch früher, wo jeder auf sich allein gestellt war und sich selbst durchschlagen musste.
Höchstwahrscheinlich würde ich als erstes das Arbeitsamt ausrauben :D
Liebe Grüße
R.
Celestine
07.09.2008, 17:28
Mich hat der Beitrag auch entsetzt.
Ich stelle dem mal gegenüber was der Staat pro Nase und Monat als Kindergeld raustut: Das sind 154 Euro!
Und für meinen nun fast 20 jährigen Sohn, der auf dem Weg ins Studium ist, zahlt sein leiblicher Vater monatlich 300 Euronen Unterhalt.
Von mir hat er leider keinerlei Unterstützung zu erwarten, da ich zu wenig eigenes Einkommen habe, um als "unterhaltspflichtig" zu gelten. Dafür wird er aber mit Sicherheit Bafög bekommen.
Das heißt, mein frisch vom Gymnasium entlassenes Schätzchen startet mit 454 Euro fix und ca. 350 Euro erwartetem Bafög pro Monat in seine erste eigene (Studenten-)Bude (für die er möglicherweise auch noch Wohngeld bekommt!). Fänd ich ganz schön klasse, wenn ich er wäre!
Aber zurück zum Kindergeld. Es kann doch echt nicht angehen, dass Eltern für das Auf-die-Welt-bringen von Kindern, bis zum Ende deren Ausbildung MEHR Geld pro Monat erhalten sollen, als ein Hartz4-Empfänger?!
Wer hat eigentlich wann und warum das Kindergeld erfunden? Ich erinnere mich, dass meine Eltern "nur" 50 DM/Monat für mich bekommen haben... gibt´s das eigentlich in anderen Ländern der Welt auch?
Liebe Grüße,
Astrid
barbara seiler
07.09.2008, 17:54
*ironie on* da gibts für Hartz IV-Empänger nur eins: Kinder machen, Kinder machen, Kinder machen! am besten gleich Mehrlinge *ironie off*
In der Schweiz ist das Kindergeld so um die 170 - 200 Fr. pro Monat, je nach Kanton... plus Steuerreduktionen. Und sonstige Hilfen. Das Problem ist nur, dass es sich für viele nicht lohnt, mehr zu verdienen, weil dann diverse Zulagen wegfallen, mit dem Effekt, dass netto weniger übrig bleibt als vorher. Was heisst, dass man deutlch mehr verdienen müsste, um gleich viel zu haben... unsinnig.
Ich hoffe, dass bald mal vernünftigere und weniger komplizierte Systeme eingeführt werden, zB das Grundeinkommen für alle, fertig. Das würde dann auch das Betteln auf Ämtern überflüssig machen. Und den Arbeitsmarkt positiv verändern.
grüsse, barbara
R.Daneel
07.09.2008, 18:50
Ich hoffe, dass bald mal vernünftigere und weniger komplizierte Systeme eingeführt werden, zB das Grundeinkommen für alle, fertig. Das würde dann auch das Betteln auf Ämtern überflüssig machen. Und den Arbeitsmarkt positiv verändern.
Ja, das würde es! Mir hat mal jemand gesagt, dass es in Österreich ein wesentlich höheres Arbeitslosengeld als in Deutschland gibt - mit dem Ergebnis, dass es da keine Mindestlohn-Debatte gibt (soweit klar), aber auch, dass die Zeiten der Arbeitslosigkeit erstaunlich kurz sind. Wie mag sich das wohl erklären? Vielleicht dadurch, dass ein Arbeitsloser keine existenziellen Probleme (deswegen nicht sozial abrutscht und anfängt zu saufen) hat und genug Geld, sich um einen neuen Job zu kümmern, was auch Friseur, Kleidung usw einschließt.
Übrigens ist jetzt schon der Sozialhilfesatz höher als der entsprechende Hartz4-Satz - und wer theoretisch arbeiten kann, bekommt zwangsweise Hartz4 und kann keine Sozialhilfe beantragen.
Und dann diese skandalöse Frechheit. Da rückt der Zeitpunkt einer Revolution mit zunehmender Geschwindigkeit näher, würde ich sagen.
Liebe Grüße
R.
barbara seiler
07.09.2008, 19:23
Ich hoffe mal, es komme nicht zu einer Revolution... doch wenn irgendwann zu viele Leute zu sehr hungern und frieren müssen, dann wird es dazu kommen.
Ich bin allerdings optimistisch und glaube doch, dass dieser Wissenschaftler einen Anfall von Wahnsinn hatte und sich hoffentlich unterdessen eines besseren besonnen hat. Wie viele andere Leute auch.
Unsere Gesellschaft verändert sich, schon klar. Auch wirtschaftlich, Produktionsbetriebe verschwinden je länger je mehr, ausser jene, die sehr spezialisierte und qualitativ hochstehende Produkte herstellen, die haben eine Zukunft und die können auch hohe Preise verlangen, weil sie die einzigen sind, die etwas können. Eigentlich ist das ja ein gutes Zeichen, das heisst ja, dass nur noch sehr wenig Arbeit nötig ist, um alle Menschen zu ernähren - jetzt gehts vor allem darum, diesen Wohlstand auch fair zu verteilen. Es kann nicht sein, dass wenige fast alles haben, und fast alle fast nichts. Wahr ist auch, dass Berufe sich verändern, und viele werden gar nicht mehr nachgefragt. Warum können diese Leute nicht einfach in Ruhe gelassen werden, mit einem bescheidenen, aber ausreichenden Geld von Seiten der Gesellschaft?
und auch noch: was macht mensch eigentlich den ganzen Tag, ohne Geld, ohne Fernseher, ohne Radio, ohne Lektüre...?
grüsse, barbara
R.Daneel
07.09.2008, 20:02
und auch noch: was macht mensch eigentlich den ganzen Tag, ohne Geld, ohne Fernseher, ohne Radio, ohne Lektüre...?
Gute Frage! Da kann ich mir nichts Legales vorstellen. Auswandern kann man dann ja auch nicht mehr. Das Naheliegendste wäre wohl, sich in die nächste Kneipe zu begeben, mit der Frage "haste mal 51 Cent?" rumzugehen und das zusammengekommene Geld zu versaufen, um die existenziellen Probleme kurzzeitig zu vergessen - vielleicht auch, um das ereignislose Nicht-Leben zu verkürzen.
Leben-verkürzend wären solche Hartz4-Sätze allemal: Wer krank wird, kann sich keine Medikamente und keinen Arztbesuch leisten... Wer kriminell wird, muss sich womöglich mit anderen Kriminellen messen und gegen die Polizei antreten - die aber immerhin ob der gestiegenen Kriminalitätsrate gute Gründe vorlegen kann, die Überwachung aller Bürger weiter zu verschärfen... So fördert sich das System selbst. :grins:
Ich kriege plötzlich Lust, mich zu besaufen :(
Liebe Grüße
R.
barbara seiler
07.09.2008, 20:23
ja, und nicht mal mehr das Besaufen funktioniert stilvoll mit einem guten Single Malt. Sondern, äh, mit WC-Ente? Brennsprit? :-/
Vielleicht wärs dann wirklich das Beste, frech kriminell zu werden, in der wohl nicht ganz falschen Annahme: im Gefängnis hats immerhin eine Heizung und einen Fernseher, das wär ja schon fast wieder ein Schritt nach vorn und gemütliche Lebensumstände. Also wenns mit der Kriminalität klappt, gut, wenn es nicht klappt, auch gut - schlimmer kanns ja gar nicht mehr werden.
prost!
barbara
Roadrunnerfn
07.09.2008, 22:01
Keine Sorge,
meine Deutschen revoltieren nicht mehr. Ausser bei Lohnkürzungen.
Sie nehmen alles hin....und sei es noch so dämlich. Steigende Krankenkassenbeiträge, steigende Spritkosten, ÖKO-Steuern.....ALLES.
Aber sag mal, dass man 0,2 Prozent vom Lohn kürzt, dann rauscht der Wald!
Nein, es gibt keinen Zweifel, es ist definitiv ein PROBLEM, wie wir Sozialpolitik gestalten und umsetzen sollen.
Wir haben hier einfach die Situation, dass wir ausdauernde Nehmerqualitäten in der Bevölkerung entwickelt haben.
Und das gilt nicht nur für Sozialhilfeempfänger, sondern auch für diejenigen, die den goldenen Rahm abschöpfen und so dafür sorgen, dass für Schwache weniger übrigbleibt.
Wenn ich lese, dass in Österreich die Arbeitslosenleistungen höher aber die Arbeitslosenzeiten kürzer sind.....MAG sein. Meine Erfahrung ist, dass es sich bei solchen Beispielen oft nur um einen Teil der Wahrheit handelt (wenn zB die Arbeitslosenzahlen niedrig sind, funktioniert so was prima!).
KLAR ist, dass es kaum eine schlechtere Institution gibt als die "Agentur für Arbeit".
Die verteilen nur noch Gelder. Vermittlungen sind eher Glücksfälle, und ich kenne viele Menschen, die nach einer Firmenpleite nur durch Eigeninitiative wieder einen Job gefunden haben.
Wer also zu wenig gebildet ist oder auch zu faul, und sich auf eine Vermittlung vom Arbeitsamt verlässt, der kann getrost grössere Kartoffelprojekte im eigenen Garten anstrengen....zum einen wird er die Kartoffeln noch brauchen, zum anderen wird er noch viiieeel Zeit haben.
Grüssle
Frank
R.Daneel
07.09.2008, 23:18
Hallo Frank,
jaja, die sprichwörtliche Obrigkeitshörigkeit der Deutschen... Wobei man aber zugeben muss, dass sich gegen Lohnkürzungen leichter protestieren lässt als gegen gestiegene Krankenkassenbeiträge, zumal bei letzteren einer die Schuld auf den anderen schieben kann. Was wohl auch so geplant war...
Was die sogenannte Agentur für Arbeit angeht - immerhin hab ich 2mal durch die einen Job gefunden - deutlich öfter allerdings mit anderen Mitteln.
Grüßleins
R.
barbara seiler
08.09.2008, 09:46
Hallo Frank
meine Deutschen revoltieren nicht mehr.
Deine Deutschen? Wie viele gehören denn dir persönlich? Bist du nicht mehr Unternehmer, sondern Sklavenhändler...?:D
Wir haben hier einfach die Situation, dass wir ausdauernde Nehmerqualitäten in der Bevölkerung entwickelt haben.
ja, das ist in D bestimmt ausgeprägter als in der Schweiz. Frankreich hat dieses Phänomen allerdings auch, wenn auch eher in Bezug auf die vielen Extra-Privilegien für verschiedene Gruppen (Beamte, Eisenbähnler, Pensionierte, Mütter mit Kindern, etc...), und keine der Gruppen will diese Extras aufgeben und anstelle dessen es für alle gleich zu machen.
In der Schweiz wars aber seit eh und je so, dass man die Arztrechnungen erstmals selbst bezahlt und danach, ab mindestens 150 Fr., etwas zurückfordern kann. Und dass alles mit den Zähnen selbst finanziert werden muss. Und dass man leicht und schnell entlassen werden kann. Selbstverantwortung war da schon immer hoch im Kurs, obwohl es auch hier eine Menge Leute gibt, die es sich im Sozialsystem gemütlich gemacht haben - mit mehr Geld, als ich üblicherweise zur Verfügung hab.
Meine Erfahrung ist, dass es sich bei solchen Beispielen oft nur um einen Teil der Wahrheit handelt (wenn zB die Arbeitslosenzahlen niedrig sind, funktioniert so was prima!).
ja, und dann gibts meist noch ein paar statistische Kniffs. Wenn Langzeitarbeitslose auf einmal ausgesteuert sind und Sozialhilfe beziehen, so erscheinen sie auch nicht mehr...
und ich kenne viele Menschen, die nach einer Firmenpleite nur durch Eigeninitiative wieder einen Job gefunden haben.
ich kenne niemanden, der durch das Arbeitsamt je eine Arbeit gefunden hätte... nur Leute, die selbst Arbeit suchten.
Andereseits sehe ich als Angestellte einer Zeitarbeitsfirma auch die andere Seite: wenn Leute gesucht werden, stellt das Arbeitsamt gerne eine Liste mit entsprechenden Berufsleuten zur Verfügung, da gibts immer einige darunter, die definitiv sehr lustlos erscheinen, die nicht zu Vorstellungsterminen erscheinen, die einfach nicht arbeiten wollen. Und es gibt, recht selten, jene Leute, die wirklich wollen.
Wobei man aber zugeben muss, dass sich gegen Lohnkürzungen leichter protestieren lässt als gegen gestiegene Krankenkassenbeiträge, zumal bei letzteren einer die Schuld auf den anderen schieben kann. Was wohl auch so geplant war..
Deutschland - und auch sonst vielen Ländern - fehlts meiner Meinung nach definitiv an direkter Demokratie und an Mitteln, dass das Volk per Abstimmung Entscheidungen treffen kann.
grüsse, barbara
barbara seiler
21.10.2008, 10:26
Wirtschaftspolitik, bzw ihr Versagen, ist ja aktuell ein riesengrosses Thema... hier gibts noch einen schönen Artikel aus der Zeit dazu:
http://www.zeit.de/2008/43/Krise-und-Nebenfolgen?page=all
und es wird in letzter Zeit auch vermehrt eine weltweite Politik angesprochen:
Ein Anstoß immerhin kam von einem, von dem man es kaum erwartet hätte. Bei der Tagung der Weltbank rief deren Chef Robert Zoellick eine »Krise des Multilateralismus« aus und forderte dazu auf, Klimawandel, Welternährung, Finanzdebakel und die neuen geopolitischen Machtverhältnisse zusammenzudenken. Seine Lösungsvorschläge umfassten eine steering group, die mit China, Indien, Südafrika, Saudi-Arabien, Russland, Brasilien und den G-7-Staaten als Frühwarnsystem und Beratungsgremium der UN. Des weiteren schlägt Zoellick einen UN-Fonds zur Stabilisierung fragiler Staaten vor, um Kriege zu verhindern. Er will auch die ökologische Reform der Energie-Märkte vorantreiben.
... was ich eine gute Sache finde, und lediglich wünsche, dass so weit wie möglich basisdemokratische Prinzipien angewandt werden, sodasss die einzelnen Gemeinden und Regionen ihre eigenen Lösungen erarbeiten und umsetzen können.
grüsse, barbara
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