barbara seiler
25.07.2008, 15:23
... für die Diskussion zum gleichnamigen Artikel, der hier zu finden ist:
http://www.spiriforum.net/artikel/a22-lernen-planen.html
Wie immer bin ich glücklich über Feedback, Kommentare und Kritik jeder Art!
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
25.07.2008, 15:43
Hi Barbara,
ich find ihn gut, Deinen "Lernplan".
Es ist seit Jahren ein Thema, Schülern nicht nur tumben Stoff beizubringen, sondern auch, wie sie ihn am besten lernen.
Leider geschieht das viel zu selten.
Ich bin auch der Meinung (vor allem, wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere), daß dieses eindrückliche Lernen bereits von den Lehrern DAUERND vermittelt werden muss (und kann!!!)
Warum gibt es Lehrer, die den selben Stoff locker rüberbringen, währen die gleiche Klasse im selben Fach bei einem Lehrerwechsel um 1,5 Noten im Schnitt fällt.
Lehrstoff muss eindringlich aufbereitet werden, egal ob vom Lehrer oder von einem selbst aus.
Und--wie Du richtig bemerkt hast: wenn die Basics nicht sitzen, brauchen wir uns um die Details nicht zu kümmern.
Differentialrechnung wird nicht funktionieren, wenn man die Grundrechenarten nicht beherrscht.
Was AUCH dazu kommt (leider) sind die Anforderungen der Lehrer:
Wenn Lehrer auf sture Vorgehensweisen pochen und richtige Lösungswege mit richtigen Ergebnissen nur "besfriedigend" sind, weil nicht Lösungswegkonform, so ist das bedenklich.
Ebenso bedenklich wie die tumbe Abfragerei von Daten, wenn es wichtiger wärr, die Vorgänge dazu zu kennen (typisches Fach: Erdkunde...wie wichtig ist es, daß wir wissen, wo in China der Kuenlun ist, während wir noch nicht wissen, wo die Alpen liegen und wie sie entstanden sind.)
Grüssle
Frank
barbara seiler
25.07.2008, 17:29
Hallo Frank!
Warum gibt es Lehrer, die den selben Stoff locker rüberbringen, währen die gleiche Klasse im selben Fach bei einem Lehrerwechsel um 1,5 Noten im Schnitt fällt.
Eine Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist! Ich hatte auch Lehrer, die den Stoff auf eine Weise erklärten, dass mir sofort klar war, was gemeint war - und andere, die es lediglich schafften, mich in heillose Verwirrung zu stürzen. Es gab solche, die mich begeisterten, und andere, wo das interessanteste Thema zum Gähnen war.
Ich habe auch festgestellt, dass es manchmal Dinge gibt, die für mich ganz offensichtlich klar und logisch so-und-so sind - doch die SchülerInnen haben gerade da irgend einen Knopf. Und bis ich dann da eine Möglichkeit finde, es zu erklären... *hmmmm* - ist nicht immer einfach. Weil "das ist ja ganz klar!" reicht dann nicht weit. Und auszuformulieren, warum das so klar und eindeutig ist, ist oft ziemlich schwer. :grins:
Und--wie Du richtig bemerkt hast: wenn die Basics nicht sitzen, brauchen wir uns um die Details nicht zu kümmern.
Differentialrechnung wird nicht funktionieren, wenn man die Grundrechenarten nicht beherrscht.
Stimmt, gerade in der Mathematik ist es wichtig, Schritt für Schritt zu verstehen, sonst ist man früher oder später verloren. Oder schafft es gerade noch, eine Formel anzuwenden, kann dasselbe aber bei Textaufgaben nicht umsetzen.
In Sprachfächern ist es etwas anders, wenn man die Grammatik nicht kann, so muss das noch nicht bedeuten, dass man nicht sprechen kann - da läuft vieles über das Gehör und das Sprachgefühl. Meine Französisch-Noten damals sind auf alle Fälle deutlich gestiegen, sobald wir anfingen, Aufsätze zu schreiben - meist mit der Bemerkung "Inhalt sehr gut, Grammatik *ups*, Gesamtnote mittel bis gut." Ich finde es auch ganz erstaunlich, wie SchülerInnen sich manchmal Strategien erarbeiten, um in Sprachfächern Aufgaben richtig zu lösen, obwohl sie so gut wie gar nichts von dem verstehen, was da geschrieben steht.
Wenn Lehrer auf sture Vorgehensweisen pochen und richtige Lösungswege mit richtigen Ergebnissen nur "besfriedigend" sind, weil nicht Lösungswegkonform, so ist das bedenklich.
Wenn das geschieht, habe ich oft den bösen Verdacht, dass die Lehrer selbst nicht genau verstehen, was sie da andern beibringen. *g*. Andererseits hab ich auch so meine Hänger - zum Beispiel gibts für Dreisatzrechnungen so ein Schema, wo man die Dinge im Kreuz aufschreibt, und dann eins durchs andere dividiert und dann malrechnet. Dieses Schema hab ich meiner Lebtag nicht begriffen, ich muss das immer mit Algebra lösen - und war dann zufrieden, wenn meine Schüler mit ihrem Schema dasselbe Resultat erhielten wie ich. Aber ich bin eindeutig für die Vielfalt der Lösungswege. Was für mich gut funktioniert, muss ja längst nicht für andere funktionieren.
grüsse, barbara
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