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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Diskussionskultur


Roadrunnerfn
09.11.2010, 19:05
Ich verlege mal die Meinungsverschiedenheit mit JET hierher.
Wir haben uns eh längst von Barack Obamas Antrittsrede entfernt.....


Lieber JET,

ich mag etwas zu der von Dir vertetenen Meinungsvielfalt und meiner damit verbundenen Problematik sagen.

Meinungsvielfalt ist nicht nur wünschenswert, sie ist wichtig.
Sie ist essentiell.

ABER (klar, dass da ein Aber kommen muss.....):
Meinungsvielfalt muss, um "sinnvolle" Auswirkungen bekommen zu können, ZUSAMMENFINDEN.
Das heisst, wenn jeder sein eigenes Bild der Dinge hat und nicht davon abrückt, dann führt das dazu, dass eben jeder sein eigenes Ding macht.

Unser Ziel als menschliche Gesellschaft ist es aber, dass wir Meinungen zusammenbringen, sie ausdiskutieren, die einzelnen Standpunkte erörtern. Das Drittrangige aussortieren, das Vorrangige voranstellen.

Sinn dieses Vorgehens ist es, aus vielen subjektiven Meinungen eine Essenz zu ziehen, die am WAHR-scheinlichsten ist.

Meinungsvielfalt bedeutet dabei, rein statistisch betrachtet, daß wir einige Extreme haben, und wir im Kern eine immer grösser werdende Übereinstimmung der Ansichten finden werden.
Dort, wo die Summe der Übereinstimmungen am höchsten ist, vermuten wir also die WAHR-scheinlichste Übereinstimmung mit Wahrheit.



Um diesen Vorgang (der völlig natürlich und alltäglich ist) durchführen zu können, brauchts aber Teamfähigkeit.
Durch das Zusammentragen von Informationen soll ja versucht werden, eine gemeinsame Schiene zu finden.
Wenn sich hierbei jemand querstellt, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten:

1.) der Quer-ulant hat recht und die Faktenlage ist tatsächlich anders, als es alle anderen bisher gesehen haben.

2.) der Querulant ist ein Querulant und wühlt im Schlamm.....nicht um dort was zu finden, sondern nur, um das Wasser zu trüben.


Natürlich, da gebe ich Dir recht, gibt es viele Fälle, in welchen auch der Fall 1 zutrifft. Es ist einer der Gründe, warum ich zB absolut gegen die Todesstrafe bin: wir sind selbst fehlbar und sollten uns nicht erdreisten, im Hochmut sich dessen nicht bewusst zu sein, anderen das Leben zu nehmen.

Dennoch müssen wir aus gesellschaftlicher Sicht auch für Mörder und Räuber, für Schläger und Betrüger ein Vorgehen finden......und am Ende über Menschen richten. Manchmal eben mit falschem Ergebnis.


ABER: und auch hier wieder das grosse ABER:
stell Dir vor, wir würden alle Möglichkeiten einer Straftat durchforsten, bevor wir ein Urteil fällen.
Man würde nicht in einem Fall zu Ende kommen, weil die Möglichkeiten in jedem Fall unendlich viele sind.

Darum MÜSSEN wir die auffälligen, die mutmaßlichen und eindeutigen Informationen heranziehen, um einen Pfad in dieser Wüste der Möglichkeiten beschreiten zu können.

Wenn also eine Überwachungskamera einer Bank zeigt, wie ein Räuber einen Kunden niederschiesst, dann ist es gewiss für die Gesellschaft besser und sicherer, den mutmaßlichen Täter einzukasteln als zu fragen, ob der Überwachungsfilm gefälscht war.
Wir haben als Gesellschaft ein viel grösseres Interesse daran, uns gegen solche Menschen zu schützen, als einer sehr unwahrscheinlichen Verschwörung auf den Grund zu gehen, die einen Unschuldigen mit einem gefälschten Video in den Knast zu bringen hofft.


Du siehst:
mein Vorgehen hat GRÜNDE.

Ich lehne die 9/11 Verschwörungstheorien ab, weil ich von diesen bisher nur völlig an den Haaren herbeigezogene "Fakten" gehört, gelesen oder gesehen habe. Alle Verschwörungstehorien haben NICHTS mit einer naturwissenschaftlich faktisch belegbaren Basis zu tun.

mein Verhalten hat aber deshalb nichts mit Intoleranz zu tun.
Im gegenteil, ich würde gerne überzeugende Argumente hören oder lesen.
Aber: wo sind diese??????

Wie oft habe ich Dich aufgefordert, JET, endlich mal Stellung zu beziehen.
Ergebnis: nichts. Null komma nichts.

Jetzt bist Du auf eine andere Taktik umgeschwenkt:
Du jammerst über unzureichende Toleranz.

Eine Stellungnahme zu meiner Ausführung, dass die unzureichende Tolernaz bei Dir liegt:
Fehlanzeige.

Aussagen zur Diskussionskultur:
Fehlanzeige

Fakten zu 9/11:
Fehlanzeige


Weisst Du eigentlich, wie unendlich spirituell tolerant ich bin, indem ich überhaupt noch auf Dich eingehe????

Du bist ein schwarzes Loch: egal was man sagt...es wird verschluckt. Wie in einem Tal ohne Echo. Wie ein Telefon mit durchschnittener Leitung.



DAS, JET, ist keine Diskussionskultur.
Und wenn Du versuchen möchtest, Deine Meinungsvielfaltsbeiträge als Diskussion zu verkaufen:
Fehlanzeige!

Es ist nicht mehr als steinerne Aussagen, die wie gemeisselt für die nächsten Tausend Jahre stehen bleiben müssen.
Aber nicht weil sie wahr sind, sondern weils der Meinungsvielfalt dient.

Das ist einfach falsch.



Am Ende werden wir zu der Erkenntnis kommen, dass doch alles nicht real ist.



Und ich werde erkennen, dass es zu meinen Aufgaben gehört, beim nächsten Mal wieder viele, viele Stunden zu investieren, um mit Dir zu posten, um wieder und wieder im Nichts anzukommen.



Nun denn: ich nehme die Aufgabe an.
Warum?

In der Hoffnung, dass andere, die evtl (ich glaubs ja nicht) diese Mega-Beiträge lesen, etwas über MICH erfahren.

Vielleicht ist es diese Egoistische Sicht, die diesem Tun Sinn verleiht.


Grüssle


Frank

Joan Eric Tanat
28.11.2010, 02:41
Ok, Frank, ich denke, ich verstehe ungefähr, was Du meinst. Du sprichst hier interessante Themen an, die wir gern mal bei anderer Gelegenheit besprechen können, wenn Du magst. Ich meine Prognostik, Wahrscheinlichkeitsbeurteilung, Wahrheit bzw. Objektivität, Normen, Schuld, Opfer-Täter-Beziehungen usw..

Vorerst sind wir uns einig, dass wir bezüglich 9/11 im Grunde genommen nichts absolut sicher wissen, was keine ungewöhnliche Situation ist. Wir wissen auch über Situationen und Ereignisse in unserer Nähe nichts absolut sicher.

Wir können Informationsmaterial für eine Diskussion verwenden, von dessen Glaubwürdigkeit und Ungefälschtheit wir zunächst ausgehen und sehen, was sich bei Betrachtung dieses Informationsmaterials ergibt.

Unterschiedliche Einschätzungen bzw. Beurteilungen sind natürlich und evtl. zu respektieren. Vielleicht kann man Wege finden, um Situation und Ereignis ähnlich bzw. übereinstimmend zu beurteilen. Das Experiment unter identischen Bedingungen (oder eine Zeitreise?) wäre natürlich die ideale Variante. Würden wir die Türme nachbauen und Passagierflugzeuge hineinschießen, gäbe es schon bedeutend weniger Schwierigkeiten. Nur haben wir mit der Problematik zu kämpfen, dass wir ein Experiment nicht ohne weiteres durchführen können, das mit dem damaligen Ereignis identisch ist.

Es gilt also: "immer schön locker bleiben". Wir wissen wenig und sind in unseren Möglichkeiten eingeschränkt. Daher ist ein Versuch, der Wahrheit näher zu kommen, mutig. Ob er sinnlos ist und es besser wäre, ihn gar nicht erst zu unternehmen, um keine Zeit zu verschwenden und die Zeit für wichtigere Vorhaben nutzen zu können, ist natürlich auch immer die Frage. Ich habe mich dazu entschieden, den Versuch zu wagen.

So, und nun schalte ich zurück zum Ursprungsdiskussionsfaden, um die Sache nicht ausufern zu lassen.

barbara seiler
07.05.2011, 12:16
wie gut, dass wir hier nicht so viele sind... wie würde das bloss enden...:grins:

http://www.zum-letzten-geleit.de/archives/00000272.html

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
07.05.2011, 13:46
LOL
Eine völlig normale Entwicklung.
Ich muss auch ehrlich sagen: ich finde tausend eigene Fehler aus der Vergangenheit in diesem Schmuckstück wieder, und ich finde aktuelle Fehler darin.
So sind wir halt.
Menschen.

Das Problem ist aber immer wieder dasselbe:
solche Meinungsverschiedenheiten gibt es auch am Stammtisch oder im Verein.
Aber dort kann man sie disktutieren und hat viele Werkzeuge dafür zur Hand:
Die Stimme (laut-leise, betont, ruhig etc), die Mimik, das Gebaren.
Und das Talent, diese Werkzeuge der herrschenden Stimmung im Raum anzupassen.
Ein Forum ist nur getipptes Buchstabengewäsch.

Alles, was wir hier vertiefen wollen oder erläutern oder auch entschuldigen: es benötigt gewaltige Quantität, um die fehlende Qualität auszugleichen.

Im "real life" reicht dafür evtl das Hochziehen einer Augenbraue.


Grüssle

Frank