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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Menschen ohne Seele


barbara seiler
15.08.2010, 13:39
Hallo zusammen

ich bin auf einen langen Artikel gestossen, der aufzeigt, was passiert, wenn Menschen so gut wie keinen Kontakt zur Seele haben: medizinisch "Psychopathie" genannt:

http://quantumfuture.net/gn/zeichen/psychopathie/psychopath1.html

Es handelt sich um Menschen, die kein Gewissen haben, keine sozialen Emotionen kennen, keine Empathie empfinden, und die ihr ganzes Leben ohne Probleme darauf ausrichten, für sich selbst Vorteile zu gewinnen.

Unter Kriminellen findet sich dieses Muster recht häufig - aber auch an der Spitze der Gesellschaft, denn Psychopathen sind sehr gut darin, Emotionen zu imitieren und Vertrauen zu erwecken.

grüsse, barbara

Shade
15.08.2010, 16:35
Hallo,

Hm, persönlich bezweifle ich die Theorie, weil ich der Meinung bin, dass kein Mensch 'böse' zur Welt kommt.

Was danach die Umwelt mit uns anstellt, ist natürlich eine andere Sache. Da kann schon mehr schieflaufen, als uns vielleicht bewusst ist.

Aber wie gesagt: just my own humble opinion ;-)


Liebe Grüsse

Shade

barbara seiler
16.08.2010, 19:16
Hi Shade

ich glaube schon dass es sehr grosse Unterschiede darin gibt, wie wir geboren werden - auch mit welchen Potenzialen.

Allerdings habe ich den Titel wohl etwas irreführend gewählt, denn kein Mensch kann ohne Seele sein - lediglich ohne bewussten Zugang zur Seele. Ich stelle mir auch vor, dass solche Menschen Todesangst empfinden, sollten sie mit ihrer Seele konfrontiert werden...

grüsse, barbara

Shade
16.08.2010, 20:42
Hallo Barbara

Nun, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kind nicht in Kontakt zu seiner Seele steht.
Da werde ich kurz biblisch "werdet wie die Kinder"

Insofern bin ich immer noch der Meinung, dass es die Umwelt und die Erziehung ist, die uns diesen Zugang 'abgewohnt".

Liebe Grüsse


Shade

Roadrunnerfn
17.08.2010, 00:41
ich habe ja mit dem Begriff "Seele" sowieso so meine Probleme:
Was IST Seele?

Ist sie das, was ich denke, so ist mE alles Lebende beseelt.

Ich habe dagegen viel mehr das Gefühl, dass, wovon Ihr redet, Ethik und Moral, und somit Gewissen sind.
Wertebewusstsein im weitesten Sinne.
Einhaltung der Werteregeln und Bewahrung der Werte.

Und hier GIBT es Menschen, die dazu von Geburt an keinen Zugriff haben. Kinder, die nebst 3 Geschwistern aufwachsen, in "geregelten Verhältnissen", und dennoch als einziges von vieren sich als völlig unerziehbar zeigen.

Ich kenne selbst solche Fälle. Ich glaube fast, das solche Probleme oftmals pathologisch sind.


Und noch:
Wollt Ihr sagen, Tiere hätten keine Seele?
Und sind es nicht die Tiere, die uns in ihrer Art immer und immer wieder abschrecken?
Kanibalismus....das Töten fremder Nachkommen...das Töten als Spiel....
...Vorteilsnahme eben. Sie ist dem einfachen Geist eigen.
Und sie kann nicht FALSCH sein! Denn sie IST!

Ich frage mich oft, ob der spirituelle Weg immer und automatisch ein ethisch-moralischer Weg ist. Mit unseren selbstkreierten Regeln.
Sprich: ich bezweifle, dass wir mit unseren ethisch-moralischen Regeln auf dem richtigen Pfad sind.
Sie trennen. In Gut und Böse. In nützlich und schädlich. In schwarz und weiss.

Der spirituelle Weg lehrt diese Regeln, und versucht gleichzeitig, Dualität. Polarität und Kausalität auszuschalten. Das widerspricht sich.

Andererseits erlebe ich selbst, dass der oft bemühte Begriff der Demut ein spiritueller Weg in sich zu sein scheint. Mir kommt es vor, als schliesse dies viele moralische Regeln ein. Dennoch spüre ich immer eine Kluft zwischen unserer Moral und einer "natürlichen Wahrheit".

Es ist fraglich, ob wir den Weg zur Seele, was ja vielleicht Spiritualität bedeutet, an den moralischen Werten unserer Gesellschaft festmachen können.
Die Weltgeschichte kennt viele Tyrannen, die ihrerselbst sehr gläubig waren. Ich wage nicht zu bezweifeln, dass diese Menschen in der Lage sind, tiefe spirituelle Erfahrungen zu haben. Haben sie also keinen Zugang zur Seele????

Und die grossen religiösen Avatare schliessen diese Menschen in ihre Welt ein.
Wir schliessen sie aus.
Ich habe noch nie etwas so trennendes gelesen wie die Theorie, "schlechte" Menschen hätten keinen Zugang zur Seele.
Vielleicht müssen wir uns von dem reinen Engelswesen verabschieden, in welchem wir unsere Seelen so gerne sehen......

Wiedermal kann ich es am Ende nicht in Worte fassen, aber ich habe das Gefühl, wir denken da grundsätzlich was falsch.


Grüssle

Frank



.....und wahrhaftig.
Wenn man versucht, nicht zu trennen; wenn man versucht, nicht zu werten;
wenn man versucht, nicht zu ver- und nicht zu -urteilen;
dann verscheindet auch die Augenwischerei unserer eigenen Güte und Überheblichkeit, und lässt so etwas wie einen Blick auf die Seele zu:
vielleicht kann sie auch schwarz sein!
Aber das ist nicht relevant, denn sie ist und bleibt der Kern eines Lebens.
Und das hat uns schon Albert Schweitzer beigebracht: Ehrfurcht vor dem LEBEN. ALLEM Leben.

Und mehr noch: jede schwarze Seele, die wir treffen, ist UNSERE schwarze Seele. So wie wir sind: nur so können wir sein. Wären wir anders, wären nicht wir. Auch schwarzen Seelen geht das so......

barbara seiler
17.08.2010, 09:21
Hallo Frank

"Bewusstsein für Werte" scheint mir passend. Notabene ein Bewusstsein für die Werte von Hawkins 500+ - Freude, Liebe, die Erkenntnis, dass wir alle aus einer Quelle kommen und uns nah sind.

Ansonsten hat ja kein Mensch keine Werte, sondern lediglich die Werte der unteren Ebene: Anpassen an Konventionen, einwach weil "man das so tut" oder auch einfach das Streben nach dem eigenen Vorteil.

Wollt Ihr sagen, Tiere hätten keine Seele?

ich nicht. Aber sie sind schon anders gestrickt als wir Menschen. Sie haben zB weniger mentale Kräfte, können nicht Konzepte wie "gut und böse" verstehen. Sie sind einfach wie sie sind und handeln ihrem Sein entsprechend.

Ich frage mich oft, ob der spirituelle Weg immer und automatisch ein ethisch-moralischer Weg ist.

ein ethischer Weg wohl, nicht immer ein konventioneller. Nicht immer einer, der den Beifall der Umgebung findet.

Die Weltgeschichte kennt viele Tyrannen, die ihrerselbst sehr gläubig waren. Ich wage nicht zu bezweifeln, dass diese Menschen in der Lage sind, tiefe spirituelle Erfahrungen zu haben. Haben sie also keinen Zugang zur Seele????

An wen denkst du da...?

Religiöse Deckmäntelchen müssen ja noch längst nicht Spiriatualität bedeuten. Leute, die auf der Ebene von Scham, Schuld und Ähnlichem arbeiten, sind ja sehr oft gut darin, die schönsten Werte als Rechtfertigung für ihr Tun zu nennen. Aber wie Paulus sagt: wenn keine Liebe dabei ist, sind die schönsten Worte und die grössten Wunder nur hohl und leer.

grüsse, barbara

MANTUR
17.08.2010, 17:03
das thema seele ist gross gefächert,
zum beispiel auch seelenstämme genannt. so wohl sind menschen ein seelenstamm als auch tiere ein seelenstamm von vielen seelenstämme sind.
grob formuliert haben seelenstämme verschiedenste aufgaben, auch wiederum eine aufgabenaufteilung innerhalb des seelenstammes es gibt, gut für uns zu verstehen die formulierung: "wie in einer universität viele fachrichtungen es gibt". so folgt jeder seelenstamm seiner aufgabe, so gesehen haben tiere ihre eigene art wie sie ihrer aufgabe nachgehen.

in diesem sinne...

herzensgrüsse
mario

Antares
25.08.2010, 23:30
Hi Ihr alle,

ich glaube ich kenne so einen menschen, der in dem link im eingangstext
beschrieben wird.

Ich stelle mir auch vor, dass solche Menschen Todesangst empfinden, sollten sie mit ihrer Seele konfrontiert werden...


und diese überlegung fühlt sich sehr stimmig an. es erklärt mir vieles...
und Mario


wie in einer universität viele fachrichtungen es gibt


ich glaub ich habs Vordiplom geschafft ;-)

liebe Grüße
Antares

barbara seiler
26.08.2010, 10:08
hm

mich hat der Link angesprochen, weil ich auch so jemanden erkannt hatte. Allerdings, nach näherem Überlegen stellte ich fest, dieser Jemand reagiert nur in Druck- und Stresssituationen so abweisend. Nicht wenn er sich wohl fühlt. Es ist also nicht jemand, der immer die Emotionen nicht wahrnimmt, sondern nur als Notfallmassnahme so reagiert...

grüsse, barbara

bea
07.10.2010, 01:33
Das ist ja ein spannendes Thema... Ich bin mit einem Psychopathen aufgewachsen - meinem Vater. Genau das, was in dem Artikel beschrieben ist, war der Grund dafür, dass ich so lange brauchte (35 Jahre), bis ich ihn erkannte. Wer selbst ein Gewissen hat, kann nicht glauben, dass ein anderer es nicht hat. Und dann sucht er nach Erklärungen... und sucht... und sucht. Bis er die Wahrheit nicht mehr ignorieren kann. Und wenn es sich dann noch um den eigenen Vater handelt, bei dem ja Liebe im Spiel ist, wird es noch schwieriger, zum Kern vorzustoßen.
Gerade dieses Thema war in den letzten Tagen nochmal aktiv bei mir. Von daher kam dieser Artikel gerade recht...
Lieben Dank :)
Petra

barbara seiler
07.10.2010, 09:07
Hallo Petra, herzlich willkommen! :blumen:

oh krass - wenn der eigene Vater so fremd ist... ich hoffe, du hast deinen Frieden mit ihm finden können!

grüsse, barbara

bea
07.10.2010, 12:29
Hallo Barbara,

Danke für den Willkommensgruß. Ja, das war krass. Und ich habe lange nicht verstanden, warum ich soooo lange brauchte, um ihn zu erkennen. Dieser Artikel hat mir bei diesem Verständnis geholfen und noch einmal Licht darauf geworfen.
Ja, ich habe meinen Frieden mit ihm - ich habe akzeptiert, dass ich eben SO einen Vater hatte und keinen, den ich mir vielleicht gewünscht hätte. Schließlich hat mich das ja auch auf den Weg zu mir selbst gebracht - insofern war alles richtig. Für ihn ist das nicht so angenehm. Wir haben keinen Kontakt mehr, schon seit 10 Jahren. Es geht einfach nicht. Irgendwann habe ich das erkannt und meine Konsequenzen gezogen. Die angenehmen Jahre sind für ihn nun vorbei und spannenderweise baut er seitdem körperlich extrem ab. Ich verfolge das aus der Entfernung. Er hat verschiedenste Bypässe, Prostatakrebs und sitzt seit kurzem im Rollstuhl. Das ist heavy....

Lieben Gruß
Petra

barbara seiler
08.10.2010, 22:30
oh ja, das ist heavy...

klingt auch irgendwie danach, als ob das Ego die ganze Arbeit dabei geleistet hat, den Körper zusammenzuhalten und am Laufen zu halten.

hineinzufühlen in diese Leere - da bleibt nur viel Bedauern.

grüsse, barbara

barbara seiler
07.03.2011, 13:23
Hier noch eine andere Variante von "Menschen ohne Seele" - der Philosoph Metzinger behauptet, dass Menschen "natürlich, selbstverständlich" keine Seele hätten.

http://www.zeit.de/2007/34/M-Seele-Interview?page=all

dann sagt er zum Beispiel:

Metzinger: »Die Philosophen« gibt es nicht. Viele würden mir zustimmen, dass Personalität etwas ist, das in Gesellschaften durch wechselseitige Anerkennungsbeziehungen zwischen rationalen Individuen konstituiert wird. Personen gibt es nicht einfach so, genauso wenig wie »den Geist«.

Individuen müssen doch nicht rational sein. Schon Kleinkinder, definitiv ohne Ratio, erkennen Papa und Mama - halt nicht an ihren Argumentationen, sondern eher an körperlichen Merkmalen wie ihrem Geruch, dem Klang der Stimme, typischen Bewegungsmustern. Auch eine Katze erkennt ihren Menschen, als Person, auch als Energie...

Da die Personen udn den Geist wegerklären zu wollen, erscheint mir ein intellektuelles, aber ziemlich leeres Wortgeklingel zu sein. Viel Lärm um nichts.

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
07.03.2011, 15:47
Das ist ja das interessante, Barbara!
Es ist der Weg, den ich grade gehe.
Man versucht auf rationaler Seite -wirklich zum Teil mit Gewalt- etwas zu zerpflücken und anders zu definieren.
Man verliert sich dabei in Details und neigt dann dazu (wie im Beispiel schön zu erkennen), seine Meinung in fremdwörterische Floskeln zu packen, die dann keiner mehr auf Anhieb versteht.

Im Innern sträubt sich die Ratio gegen die Erkenntnis: ich habe da etwas zerpflückt und nach meinem Gutdünken wieder gefügt...und jetzt muss ich erkennen, das gibt es schon!

Nämlich genau in der Form, die ich begonnen habe, zu zerpflücken.

Nur meine rationelle Lösung hört sich komplex und unverständlich an:
"Zwei kulturell vorgeprägte Individuen mit hormonell hochgradig angereichertem Organismus nähern sich räumlich, um in einer Geste der Umarmung nach einem Ritus des Balzverhaltens die Lippen einander anzunähern und dieselben fest aufeinanderzudrücken"

Ich kann aber auch sagen: "Sie küssten sich leidenschaftlich".

Interessanterweise kommt zum Ausdruck, was Inhalt ist:
die erste Variante ist völlig Geist- und Emotionsfrei.
Bei einem Vorgang, der quasi pure Emotion per se ist.

Wie dämlich, oder?


Aber das werden wenige, die zerpflückend tätig sind, überhaupt bemerken.
Und wenn sie es bemerken, werden sie es nicht zulassen wollen.


..Erkennen, dass alles einfach ist.
Das ist ne tolle Sache!


Ohne Seele übrigens glaube ich diese Menschen nicht.
Eine unruhige Seele haben sie. Vielleicht sind sie irgendwie getrieben, eben WEIL sie ihre Seele verleugnen.
Vielleicht sind sie in sich uneins, weil sie längst erkannt haben, dass es egal ist, ob man eine dreiseitige Abhandlung schreibt oder ob man es einfach "Seele" nennt.



Grüssle

Frank