Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Autorität - Hierarchien
barbara seiler
05.08.2010, 12:53
... beschäftigen mich grad sehr.
Besonders in jenen Lebensbereichen, in denen es darum geht, dass ich eine Führungsrolle übernehmen soll/darf/kann/will...
einerseits reizt es mich sehr, andererseits habe ich grosse Hemmungen, wenn es darum geht, Entscheidungen nicht nur für mich allein zu treffen, sondern für mehrere - dazu zu stehen - es durchzuziehen.
kein einfaches Thema!
wie habt ihr es so damit?
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
05.08.2010, 13:51
es ist einfach immer wieder erstaunlich...warum gerade jetzt diese Frage?
Ich hab mich heut morgen schon wieder über einen Mitarbeiter aufgeregt,
dann kam in BR eine Doku über einen buddhistischen spirituellen Wanderer, und es war alles wie auf mich zugschnitten....
...und jetzt diese Frage.....
(Gedächtnisprotokoll)
"sei ehrlich und aufrecht, stark und strebsam nach Wissen. Füge niemandem ein Leid zu. Habe Mitleid mit allen Lebewesen. Sei nachsichtig und geduldsam.
Vollende stets, was Du beginnst.
Meditiere, wann immer Du Gelegenheit dazu hast, mache Deinen Alltag, mache jeden Handgriff, all Dein Tun und Denken und Handeln zur Meditation.
Wir leben, als müssten wir nicht sterben. Wir verdrängen den Gedanken an den Tod und füllen unser Leben mit Nebensächlichkeiten und einer Vielzahl an Zielen. Diese Ziele und deren Verfolgung verstellen uns den Blick auf Wahrheit.
In der Meditation und im bewussten Handeln hebt sich dieser Schleier.
Tue alles, was Du tust, bewusst."
In solchen Worten ist die Weltformel versteckt. Sie gelten überall, für alles.
Auch für Führungskräfte.
"Ich weiss, es ist sehr viel verlangt....."
recht hat er. Es IST viel verlangt. Aber nur dann, wenn man es nicht gewohnt ist, aufrecht und ehrlich zu sein.
Speziell als Führungspersönlichkeit dürfte es besonders schwer sein, mit KRAFT zu handeln, und nicht mit MACHT.
Ich arbeite dran.
Und ich erlebe fast jeden Tag, dass nur dieser Weg wirklich offen steht.
Grüssle
Frank
barbara seiler
05.08.2010, 19:08
Hallo Frank!
nun, ich hoffe, dein Mitarbeiter raube dir nicht den letzten Nerv, das wär nicht schön!
... und warum die Frage...
nun, weil sie bei mir gerade aktuell ist. Vielleicht ist es der Geist der Zeit, den wir alle mitbekommen.
... meine Seite: ehrlich, geduldig, das bin ich. Das sind Fähigkeiten, die ich schon immer hatte, kein Verdienst, einfach ein Geschenk. Und ich tue alles so bewusst wie möglich, was ich auch in den letzten Jahren stark geübt habe und weiter übe.
nun stelle ich fest, dass es Menschen gibt, die gern mit meinem Willen mitgehen - wo ich es nicht unbedingt im Kontext immer passend finde, von der hierarchischen Struktur, zum Beispiel.
Was mir am meisten Bedenken macht, ist, dass mir diese Idee extrem Spass macht... dabei ist mein Kopf doch voll mit Idealen von Gleichheit und Freiheit. Aber irgendwo weiter unten scheine ich den Charakter einer Diktatorin zu haben. Durchaus mit einem guten Mass Sadismus gewürzt...
soweit mein Thema. :grins:
weiss grad nicht so genau was ich damit anstellen soll und wo/wie ich es leben soll, das wird ja sehr schnell reichlich grenzwertig...
grüsse, barbara
barbara seiler
11.08.2010, 19:05
Speziell als Führungspersönlichkeit dürfte es besonders schwer sein, mit KRAFT zu handeln, und nicht mit MACHT.
ja - es gibt auch das Andere - Führungsleute, die ihre führende Rolle nicht ausfüllen.
Ich habe gerade eben "the Corrections" von Jonathan Franzen gelesen, ein Roman, der eine Familie portraitiert und dabei auch immer wieder die Machtverhältnisse und deren Veränderungen: der dominante Vater, der alt und krank und schwach wird - und wie die Familie damit umgeht.
Mir scheint, das Bedürfnis nach bestimmten Beziehungen und bestimmten Arten von Machtausübung aber auch Macht-Erleidung kann eine Sucht werden, die ihre ganz besonderen Kicks hat
grüsse, barbara
Hey Barbara,
ich gehöre zu den Führungskräften, die Entscheidungen allein problemorientiert treffen. Diese Lösung ergibt sich aus dem jeweiligen für und wider (diese kann dann durchaus gemeinsam mit dem / den betreffenden Mitarbeitern zusammen ermittelt werden). Daraus ergibt sich meine Entscheidung. Und so muss das dann umgesetzt werden. Ob meine Mitarbeiter das dann immer großartig finden, ist nicht so wichtig. Es hat ja auch nicht jeder den Überblick über alle Zusammenhänge...
Es kommt äusserst selten und immer seltener vor, dass ich mich über Mitarbeiter aufrege. Ich habe aber auch das Glück, viele Mitarbeiter zu haben, die mit positiver Einstellung bei der Arbeit sind und wirklich versuchen, ihre Arbeit richtig zu machen.
Das Fehler passieren, ist doch normal und ich habe keinen dabei, der die Fehler absichtlich oder aus Nachlässigkeit begeht.
Es hilft wirklich, Verständnis zu zeigen. Und Teamgeist. Deine Leute werden es Dir danken...
barbara seiler
12.08.2010, 19:51
Ich habe aber auch das Glück, viele Mitarbeiter zu haben, die mit positiver Einstellung bei der Arbeit sind und wirklich versuchen, ihre Arbeit richtig zu machen.
Hi Theo
ich glaube, mit Glück hat das nur bedingt etwas zu tun. Natürlich ist es ein Glück, wenn neu eingestellte Leute, oder das Team in der neuen Firma, gute Leute sind.
Langfristig ist es aber immer so, dass ein guter Chef gute Leute hat, und ein schlechter Chef schlechte Leute - alles andere passt nicht auf Dauer.
Das Fehler passieren, ist doch normal und ich habe keinen dabei, der die Fehler absichtlich oder aus Nachlässigkeit begeht.
ja, wie heisst es so schön: nur wer nicht arbeitet, macht keine Fehler.
grüsse, barbara
vBulletin® v3.7.1, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.