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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spiritualität und Sex


barbara seiler
24.06.2008, 13:38
Hallo zusammen!

Dieses Thema beschäftigt mich schon seit längerer Zeit, und jetzt gerade wieder sehr. Gerade darum, weil ich Worte dafür suche, und es ist schwer, sie zu finden...

Was immer ich zu lesen kriege, ist entweder Porno - grob, unsensibel, langweilig, nicht inspirierend - oder sonst, auf der andern Seite, all die Dinger zu Tantra und auch sonst aus der spirituellen Ecke, und da gibts immer viel schöne Wörter, exotische Begriffe, und - so scheint mir - implizit den Anspruch, dass man doch mindestens erleuchtet werden sollte, sobald man mit jemandem ins Bett geht, sonst ist das alles nichts wert.

Immer - so scheint mir - wird da entweder über Tiere oder Engel gesprochen. Aber nicht über Menschen, die sowohl Tierisches wie Engelhaftes in sich haben. Doch in einer Begegnung zwischen Menschen, da ist immer sowohl das Tier wie der Engel anwesend, beide mit ihren Bedürfnissen, ihren Freuden, ihren Lüsten, aber auch ihren Verletzungen, Ängsten, Zweifeln und Komplexen. Es begegnen sich immer zwei oder mehrere Menschen, und das mit allem, was sie sind und haben, auf allen Ebenen.

Warum muss das mit dem Sex immer eine so grosse und emotional aufwühlende Sache sein? Die ganzen Heimlichkeiten zwischen Paaren, alles, was da verschwiegen wird, verschämte Fantasien... das müsste doch alles nicht sein. Warum ist es nicht ebenso normal, ein erfülltes Sexualleben zu haben, wie es normal ist, regelmässig gut zu essen? Oder einen erfüllenden Beruf zu haben? Oder ein Hobby? Sex muss nicht immer ein Zugang zum siebten Himmel sein, aber er kann eine sehr angenehme, schöne Art sein, sich mit einem geliebten Menschen auf diese besondere Art zu verbinden, die gegenseitige Liebe und Achtung zu bestätigen und zu verstärken, ein Ort zum Spielen, und auch ein Ort zum Lachen, wenn wieder mal ein Experiment schief lief. Was ja vorkommen kann und auch soll.

Ich wünsche mir wirklich, der Zugang zu sexuellen Themen wäre... normaler. Selbstverständlicher. Lockerer.

Was meint ihr dazu?

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
24.06.2008, 20:53
Also...ich hab sehr gelacht...*grins

Solange wir dieses anerzogene, gespaltene Verhältniss zur Sexualität haben, wird das wohl so bleiben.
Da sich keine Normalität breitmachen darf, blühen eben am Rande dieser Steppe die Extreme.
Da ich persönlich die Extreme nicht mag, wäre es mir lieber, wenn ein gesundes Verhältniss zur Sexualität gängiger wäre.
Ich glaube nämlich, daß viele sich in Extreme flüchten, weil sie dazwischen keinen fruchtbaren Boden finden IRGENDETWAS zu tun.
Also geht man halt ins SM-Studio oder ins Kloster.


Grüsse

Frank

R.Daneel
25.06.2008, 19:05
Hi Barbara,

Vorab: ich hab dies gestern schon gelesen, aber außer "BEGEISTERTER Zustimmung", die ich dann nicht adäquat ausdrücken konnte, ist mir nichst Schreibenswertes eingefallen. Und jetzt muss ich eh gerade warten...
Außerdem....


Dieses Thema beschäftigt mich schon seit längerer Zeit, und jetzt gerade wieder sehr. Gerade darum, weil ich Worte dafür suche, und es ist schwer, sie zu finden...
Oh ja - die richtigen Worte schein es quasi nicht zu geben - Frank hat schon recht - unsere Kultur ist so darauf getrimmt, einen Unterschied zwischen Liebe und Sex zu machen, dass es kaum möglich zu sein scheint, das "Zusammengehörende" dieser beiden Aspekte menschlicher Begegnung zu vermitteln. (<- Versteht das noch einer? Geht schon los...)
Und dafür mache ich die Religionen, ganz besonders das Christentum verantwortlich. Es ist typisch, den Gläubigen irgend eine Schuld einzureden, und über die sexuellen Bedürfnisse funktioniert es am besten.

Was immer ich zu lesen kriege, ist entweder Porno - grob, unsensibel, langweilig, nicht inspirierend - oder sonst, auf der andern Seite, all die Dinger zu Tantra und auch sonst aus der spirituellen Ecke, und da gibts immer viel schöne Wörter, exotische Begriffe, und - so scheint mir - implizit den Anspruch, dass man doch mindestens erleuchtet werden sollte, sobald man mit jemandem ins Bett geht, sonst ist das alles nichts wert.
Brauchst Du eine Buchempfehlung? :D Man auch da noch geteilter Meinung sein... Ich kenne da ein rororo-Buch, das ich glaube ich zu meiner Schulzeit gekauft habe, und von dem ich gerade erfahren habe, dass es 2007 von der Liste der jugendgefährdenden Medien gestrichen worden ist :D Die Phase hab ich wohl verpasst. Man mag es pornografisch nennen, aber ich fand es... inspirierend...? :)

... Es begegnen sich immer zwei oder mehrere Menschen, und das mit allem, was sie sind und haben, auf allen Ebenen.Es scheint nicht nur kulturell verpönt zu sein, unsere Kultur scheint diese "weite Entfernung" zwischen Engeln und Tieren, die sich eigentlich beide in konfliktarmer Weise in Menschen vereinigen sollten, so verinnerlicht zu haben, dass es, wie gesagt, praktisch nicht mehr möglich zu sein scheint, etwas Derartiges auszudrücken. Und ich sehe zur Zeit nicht, dass es da eine Entwicklung gibt, die in die richtige Richtung geht: Freiheit führt anscheinend zur Zeit in Richtung größerer, schlimmerer Extreme.

Warum ist es nicht ebenso normal, ein erfülltes Sexualleben zu haben, wie es normal ist, regelmässig gut zu essen? ...
Meinst Du jetzt, ohne Liebe, einfach nur so?

Ich wünsche mir wirklich, der Zugang zu sexuellen Themen wäre... normaler. Selbstverständlicher. Lockerer.

Was meint ihr dazu?
Ja. Würde ich mir auch wünschen. Wenigstens drüber reden zu können, wie man über ein gutes Essen oder einen Konzertbesuch reden kann, ohne Scham und Verschämtheiten, ohne Peinlichkeit. (Und ich finde es gar nicht zum Lachen.)

Liebe Grüße
R.

Roadrunnerfn
25.06.2008, 20:08
Hallo Ihr beiden,

Daneel, gelacht habe ich nur über die klaren Worte Barbaras. Ein erfreutes Lachen.
Dass die Situation eigentlich nicht zum Lachen ist, das weiss ich.

Neben der religiösen Ursache, die uns gelauben machen will, daß wir schlecht sind, sollten wir beim Sex Spass haben, gibt es noch eine andere:
Die Prüderie des Bürgertums im 19. Jahrhundert.
Steiffer Kragen beim Mann, 17 Unterröcke und Kopfhaube bei der Frau. Man schottet sich ab, durch Kühle, Steifigkeit und arrogant-stolzes Gehabe.

Durch dieses Gehabe verbreiten sich die Begriffe von "Unverschämtheit" oder "Peinlichkeit".
Dabei könnte man klare Worte dafür finden:
Unverschämt ist, wer sich nicht schämt, etwas zu tun. Das KANN, muss aber nichts Schlechtes sein. So lasse ich es mir gerne unverschämt gut gehen.
Peinlich hingegen ist schon eine Beleidigung, denn das Wort sagt, daß derdiedas Subjekt des Anstosses so störend wirkt, dass es weh tut.

So wurde ein Eindruck erweckt (und ich bin mir sicher: es war zum grossen Teil nur Theater), daß diese christliche Prüderie mit einem "Vermehrungssex" zufrieden ist.

Dass religiös verbundene Lehren auch ins andere Extrem fallen können, zeigt das indische Kamasutra.
Ob es der sexuellen Vollkommenheit zuträglich ist, ob man das Füsschen so lupft oder den Kopf rechts oder links dreht...nun...das WAGE ich zu bezweifeln.
Hinter dieser Lehre stehen eh noch andere Bedeutungen bzgl der Hierarchien in Gesellschaft und Familie.

Eng verwoben und mit eines der kritischsten Themen hierzu empfinde ich den Begriff der "persönlichen, sexuellen Entfaltung"

Das ist zwar im Sinne dieses Threads z.B. erst mal ganz positiv, doch wo sind die Grenzen?
Nun, um Grenzen definieren zu dürfen, müssen wir zuerst festlegen, daß die Aussagen dazu von einer "Normalebene" ausgehen, auf welcher die Akteure bewusst handeln. Man verrennt sich sonst in Betrachtungen, was geschieht, wenn Menschen im stillen Kämmerchen jede Grenze überschreiten, aber draussen "normal" sind. Bis zu dem Tag, an dem sie ihr Kämmerchen Verlassen und ihre Grenzenlosigkeit in die Welt tragen.

Wie gesagt: lasst uns von bewusstem Handeln ausgehen.

Hier denke ich, sollte Sexuelle Entfaltung bedeuten, daß zwei Partner (oder auch mehr) willentlich handeln und Spass haben.
Dann ist alles erlaubt.

Es ist also wieder mal eine abzuwägende Situation.
Denn genauso wie ausgelebte Phantasien nach aussen (an Dritte) getragen schädlich sein können, genauso können unausgelebte Phantasien zu Zwangsverhalten und Triebtaten führen.

Ich mach ein paar Beispiele:
Exhibitionisten belästigen ihren (erschrockenen und fast immer unwilligen) Sexualpartner. nicht o.k.
Sadisten quälen ihren Sexualpartner...nicht o.k.
es SEI DENN, dieser/diese wäre masochistsich veranlagt.
Masochisten dürfen sich Quälen lassen, solange der nichtsadistische Sexualpartner keine Gewissenbisse dabei hat (geht das..???).

Ich sag immer, lasst doch den Leuten Ihren Spass, solange sie niemandem weh tun (der´s nicht will).
Latex, High Heels, Leder, Ketten, Männer in Frauenkleidern und Frauen in Uniformen.....es gibt ALLES.

Dass bei dieser "sexuellen Entfaltung" jedoch meist wenn nicht immer die ausschliessliche körperliche Befriedigung (die eine egoistische Befriedigung im reinsten Sinne ist) im Vordergrund steht finde ich schade.

Sexuell entfalten möchte ich mich mit meiner Frau, weil ich sie liebe, und weil sonst für mich keine Entfaltung denkbar ist.
Was ich dabei mache und wie ichs mache tut nix zur Sache.
Ehrlich muss es sein.


Grüssle

Frank

barbara seiler
26.06.2008, 09:25
Hallo R.!

Und dafür mache ich die Religionen, ganz besonders das Christentum verantwortlich. Es ist typisch, den Gläubigen irgend eine Schuld einzureden, und über die sexuellen Bedürfnisse funktioniert es am besten.Naja, ich finde, die extremeren Formen des Islam kriegen das auch ganz gut hin... auf alle Fälle ist mir keine christlich geprägte Kultur bekannt, die das vollkommene Verstecken von Frauen (mit Schleier und allen möglichen Verboten) in der Konsequenz durchführte, wie das der Islam zB im Iran tut. Sogar christliche Nonnen durften immer zumindest ihr Gesicht zeigen...

Man kann natürlich fragen, warum es über die sexuellen Bedürfnisse am besten funktioniert. Vielleicht, weil (guter) Sex einen einfachen und recht unkomplizierten Zugang zu Erlebnissen gibt, die man ohne weiteres mystisch nennen kann? Weil er darauf hinweist, dass Priester nicht absolut notwendig sind? Weil Sex, und Kinderkriegen, was Anarchisches hat? Weil Sex die Menschen zufrieden und glücklich macht, so dass sie kein Bedürfnis haben, irgendwas gesagt zu bekommen, kein Bedürfnis, Krieg zu führen?

Brauchst Du eine Buchempfehlung? :Dja gerne:D

Ich mag Henry Miller (Sexus Nexus Plexus), Philippe Djian (naja, einige Bücher von ihm), Charles Bukowski... aber wirklich gute Bücher sind, finde ich, sehr selten. Genauso wie es schwierig ist, über Sex gut zu schreiben. Meine diesbezüglichen Versuche waren bisher nicht sehr erfolgreich. Irgendwie fehlte da immer was.

Und ich sehe zur Zeit nicht, dass es da eine Entwicklung gibt, die in die richtige Richtung geht: Freiheit führt anscheinend zur Zeit in Richtung größerer, schlimmerer Extreme.ja... vielleicht ist es auch nur, dass nach ein paar Jahrhunderten von sehr stark reglementierter Sexualität es wirklich schwer ist, neue Formen zu finden, die lebenswert sind. Dass da immer noch eine Art Experimentierphase stattfindet, weil es an guten Vorbildern fehlt, und weil alle möglichen Glaubenssätze à la "eine verheiratete Frau tut dies und das nicht, ein Mann muss immer können" etc so tief verankert sind. Sogar bei Menschen, die nicht besonders religiös und nicht besonders konservativ sind.


Zitat:
Zitat von barbara seiler http://www.spiriforum.net/forum/images/buttons/viewpost.gif (http://www.spiriforum.net/forum/showthread.php?p=183#post183)
Warum ist es nicht ebenso normal, ein erfülltes Sexualleben zu haben, wie es normal ist, regelmässig gut zu essen? ...

Meinst Du jetzt, ohne Liebe, einfach nur so?Schon mit Liebe... schliesslich esse ich auch keine Dinge, die lieblos zubereitet wurden. Bzw ich vermeide es, wenn ich kann. Aber ich lasse mich nicht nur von einer einzigen Person auf der ganzen Welt bekochen.

Aber auch der Begriff "Liebe" könnte etwas entspannter werden, da muss nicht immer diese ganze Geschichte von "bis dass der Tod uns scheidet", Liebesschwüren, absolute Treue und so weiter drin hängen. Es reicht doch, wenn ich jemanden einfach mag und wenn ich mich zu jemandem hingezogen fühle. Und was immer zwei Erwachsene Lust haben, miteinander zu tun, warum sollten sie es nicht tun? Das tut ja niemandem weh.

grüsse, barbara

barbara seiler
26.06.2008, 09:59
Hallo Frank

Die Prüderie des Bürgertums im 19. Jahrhundert.

Die hat wiederum viel mit dem Protestantismus zu tun. Der Katholizismus hat ja da oft beide Augen zugedrückt... und im Mittelalter gabs Institutionen wie die Badehäuser, wo man sich zum gemeinsamen Baden traf. Gemischtgeschlechtlich und nackt, selbstverständlich. Und da wurde nicht immer nur gebadet.

Ich finde es interessant, dass auch heute noch wirtschaftlich erfolgreiche Menschen ihren Körper so gut wie verschwinden lassen... man siehe Angela Merkel, die wurde Bundeskanzlerin (und erst seit sie es ist, zeigt sie hin und wieder etwas Décolleté), Ségolène Royal hats aber nicht geschafft. Das dürfte bestimmt nicht nur an den Kleidern liegen, klar... ich finds trotzdem bezeichnend.

Auch bei Männern: Bauarbeiter dürfen sich viel eher erlauben, ihren Körper zu schmücken und zu präsentieren (und sie tun das auch - lange Haare, Tattoos, nackte Oberkörper...), als CEO's das dürfen, die in ihrer Standarduniform "Anzug" erscheinen müssen, ganz egal, wie heiss ihnen wird bei ihrer Arbeit. Und wo nur Hände und Gesicht an Haut frei bleiben. Nur schon das Weglassen der Socken würde wohl ziemlich kritisch kommentiert werden bei einem Wirtschaftsführer. CEOs schwitzen eben nicht.:D

So wurde ein Eindruck erweckt (und ich bin mir sicher: es war zum grossen Teil nur Theater), daß diese christliche Prüderie mit einem "Vermehrungssex" zufrieden ist.

... und auch den hätten sie wohl am liebsten abgeschafft. Ich nehme an, diese prüden Führer der vergangenen zweihundert Jahre wären total glücklich gewesen über die heute zur Verfügung stehenden Methoden, wo Kinder im Labor produziert werden, klinisch rein und steril, ohne dass da irgend etwas Schmutziges, Sinnliches, Riechendes passieren muss.

Man verrennt sich sonst in Betrachtungen, was geschieht, wenn Menschen im stillen Kämmerchen jede Grenze überschreiten, aber draussen "normal" sind.

leider alles mögliche... und oft gegen den Willen von zumindest einigen Beteiligten. Vergewaltigung und Missbrauch, Pornosucht etc. würden wohl weniger oft vorkommen, wenn da nicht ständig irgendwas unterdrückt werden müsste.

Masochisten dürfen sich Quälen lassen, solange der nichtsadistische Sexualpartner keine Gewissenbisse dabei hat (geht das..???).

ja, das geht. Solange es einvernehmlich ist, und da gibts ja auch jede Menge Sicherheitsregeln zu beachten. Es gibt das Recht, jederzeit Stop zu sagen. Es gibt Vereinbarungen und Grenzen. Gerade weil ein gewisses Risiko dabei ist, muss das so gehandhabt werden. Wenn nicht, können die Konsequenzen peinlich (äh - so der Mensch, der mit der Colaflasche im Hintern im Spital auftaucht, damit man sie ihm bitte wieder rausnimmt) bis fatal (Verstümmelung, Tod) sein.

Dass bei dieser "sexuellen Entfaltung" jedoch meist wenn nicht immer die ausschliessliche körperliche Befriedigung (die eine egoistische Befriedigung im reinsten Sinne ist) im Vordergrund steht finde ich schade.


Naja, das wichtigste sexuelle Organ des Menschen ist und bleibt das Gehirn, die Fantasie... ebenso wie bei Berührungen von Haut auf Haut alles mögliche mitkommt, emotionale Inhalte, Gedanken, Absichten... und wenn die "unsichtbaren" Anteile nicht stimmen, so hat auch der Körper kein Vergnügen. Das Vergnügen besteht doch gerade darin, die Freude zu teilen und auch mitzuteilen... Sex, der sich rein auf das Körperliche beschränkt und das Geistige ignoriert, ist doch leer und fad und auch unbefriedigend.

grüsse, barbara

Celestine
27.06.2008, 10:11
Sex ist etwas, das man nicht theoretisch abhandeln kann.

Klar, die kulturellen und geschichtlichen Hintergründe kann man beleuchten, ausleuchten, durchleuchten, analysieren, etc. aber bringt das was?

Sex als Begegnung zwischen Menschen hat es immer gegeben und wird es immer geben, egal welche Regeln drumherum gebastelt sind.

Was ist besser, habe ich mich lange gefragt, als es darum ging, den Kindern Sexualität zu "erklären": So viele Details und Möglichkeiten wie nur erdenklich erzählen? Oder lieber nur andeuten und offen lassen, dass es viele "Spielarten" um das eine Thema herum gibt, und die Entfaltungs- und Erfahrungsmöglichkeiten nicht durch mein Reden einschränken?
Ganz klar habe ich mich für letzteres entschieden.

Das, was man öffentlich sieht, was in sexueller Hinsicht scheinbar in der Gesellschaft abläuft, ich glaube nicht, dass das die große Realität ist. Dass die Extreme auffallen und herausgestellt werden, ist ganz klar, das ist die Sensationslust, die auch in allen anderen Bereichen greift.
Ich bin mir sehr sicher, dass "im stillen Kämmerlein" (wo auch immer das sein mag, ganz nach Belieben), wahre, tiefe, lustvolle, wundervolle, schöne, befriedigende sexuelle Begegnungen stattfinden, überall, ohne das irgendeine Notwendigkeit besteht darüber zu sprechen.
Aber das ist sicherlich auch eine Frage der charakterlichen Natur des Individuums. Manche mögen´s "darüber" zu reden, weil es sich für sie gut anfühlt, andere sind eher "stille" Genießer. Manche mögen es überall, andere lieber ungestört. Für manche ist es "normal" momogam zu leben, für andere ist es genauso "normal" polygam unterwegs zu sein.

So sammelt jeder seine eigenen sinnlichen Erfahrungen auch mit dem Sex. Und mehr ist es schließlich nicht, als das: "Erfahrungen sammeln" :)

Persönliche empfinde ich es so, dass das Bedürfnis nach Sex sich im Laufe der (spirituellen) Jahre sehr verändert hat - möglicherweise ist es aber auch ein natürlicher Entwicklungsprozess der sich mit dem Älterwerden ergibt. Sex ist für mich immer lustvoller geworden. Und darüber reden, wenn es sich irgendwie ergab, immer normaler. Aber das sind nur Worte.
Die Auseinandersetzung mit, und sogenannte Integration der, weiblichen UND männlichen Anteile meiner eigenene Psyche haben erst das "Besondere" in die sexuellen Begnungen gebracht, die ich erlebe, vor allem, wenn sie mit Menschen passieren, die ebenso "ganz" sind. Dann ist alles möglich, alles geschieht im Augenblick, ist frei und ungezwungen. Dann fließt viel Energie und wenige "Gedanken", dann verschwimmen die Grenzen zwischen den Körpern.

Darin sehe ich den Unterschied zwischen "früher" und heute: Die Rollenverteilung ist im Alltag nicht mehr so klar begrenzt, und das wirkt sich auch auf die sexuellen Begegnungen aus. Das im Alltag Männlich-Sein-Dürfen für Frauen (z.B. im Job) und Weiblich-Sein-Dürfen für Männer (zum Beipiel im Umgang mit den eigenen Kindern), lockert die Rollengrenzen, wodurch die Integration der Aspekte relativ leicht auch unbewußt stattfinden kann.
Wenn das bereits in die Erziehung der Kinder einfließt, werden diese "Extreme" wohl nur noch als Experimente "brauchen", die nach einmaligen Austesten zu den Akten gelegt werden....
Andererseits glaube ich auch, das gewisse karmische Prinzipien wirksam sind, und sexuelles Erleben beeinflussen, bis sie aufgedeckt werden. Auch hier ist es notwendig, möglichst früh möglichst bewußt zu werden, um solche Mechanismen enttarnen zu können...

Je länger ich darüber nachdenken, desto mehr scheint mir einzufallen, das in diesen Bereich hineinspielt.

Nun gut, für´s erste höre ich hier jetzt aber mal auf.

Bis später,
Celestine

barbara seiler
27.06.2008, 20:00
Hallo Celestine!

Klar, die kulturellen und geschichtlichen Hintergründe kann man beleuchten, ausleuchten, durchleuchten, analysieren, etc. aber bringt das was?Gegenfrage: warum sollte das nichts bringen? ein Mehr an Erkenntnis, oder auch nur das Sortieren von Bekanntem durch Worte, ist es allemal wert, denke ich...

Oder lieber nur andeuten und offen lassen, dass es viele "Spielarten" um das eine Thema herum gibt, und die Entfaltungs- und Erfahrungsmöglichkeiten nicht durch mein Reden einschränken?
Ganz klar habe ich mich für letzteres entschieden. haben die Kinder denn auch danach gefragt? Oder hast du sie mal, klassisch, genommen und "hm, hör mal, da gibts noch sowas, wenn die Bienen zu den Blumen fliegen... ":D - naja, die zweite Variante wohl eher nicht, nehme ich an?

Ich bin mir sehr sicher, dass "im stillen Kämmerlein" (wo auch immer das sein mag, ganz nach Belieben), wahre, tiefe, lustvolle, wundervolle, schöne, befriedigende sexuelle Begegnungen stattfinden, überall, ohne das irgendeine Notwendigkeit besteht darüber zu sprechen. Ich habe so meine Zweifel. Ich glaube eher, dass da noch viel Scham ist und vor allem viel Sprachlosigkeit in Liebespaaren.

mehr als die Hälfte aller Frauen hat schon einmal einen Orgasmus Vorgetäuscht (http://de.statista.org/statistik/daten/studie/330/umfrage/vorgetaeuschter-orgasmus/) (kA warum jemand auf die Idee kommt, das zu tun. Echt nicht. Was soll das bringen? Einfach dass er endlich aufhört?). Nur knapp die Hälfte sind mit ihrem Liebesleben zufrieden (http://de.statista.org/statistik/daten/studie/264/umfrage/zufriedenheit-mit-eigenem-liebesleben/). So begeisternd klingt das wirklich nicht... Und wenn man dann noch all jene Menschen denkt, die traumatisierende sexuelle Erlebnisse hatten oder haben, die Pornoindustrie, Sexsucht, der medial vermittelte Anspruch an den perfekten Körper, und und und... ich glaube, es ist alles andere als selbstverständlich, unbeschwerten und freudvollen Sex haben zu können, was ja auch immer heisst: sich am Körper zu freuen, sowohl dem eigenen wie auch dem andern. Und was es auch heisst, für mich zumindest: mich vom optischen Modus weitgehend verabschieden und haptisch sein. Fühlen statt sehen.

Wenn das bereits in die Erziehung der Kinder einfließt, werden diese "Extreme" wohl nur noch als Experimente "brauchen", die nach einmaligen Austesten zu den Akten gelegt werden....Oder auch: was früher mal als extrem oder pervers galt, wird zu einer gängigen und ganz normalen Praktik. Oralsex zum Beispiel, das ist heute ja etwas aus dem 0815-Bereich, das war nicht immer so. Halbnackt auf die Strasse zu gehen, das lag vor fünfzig Jahren für Frauen schlicht nicht drin. Heute sieht mans häufig (und es wirkt auf mich selten erotisch. Da ist einfach zu viel zu sehen). Interessant ist noch das eine Tabu, das sich gehalten hat: Männer dürfen einen nackten Oberkörper in der Öffentlichkeit zeigen, Frauen dürfen das nicht, ausser je nachdem am Strand. Auch die verrücktesten Modedesigner bedecken die Brust meist, manchmal nur mit einem Hauch an Andeutung, aber sie tuns. nicht wie diese minoische Göttin (http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Snake_Goddess_Crete_1600BC.jpg)

grüsse, barbara

barbara seiler
09.07.2008, 08:35
hey!

auf einem andern Forum gabs so einen Spam-Beitrag - mit einer langen Liste von Stichwörtern - und die fand ich noch ganz interessant, denn: schliesslich werden diese Listen aufgrund häufig gesuchter Keywörter erstellt, damit für alle was dabei ist... also sind solche Listen wohl eine hervorragende Darstellung sexueller Wünsche und Fantasien im kollektiven Bewusstsein.

hier ist sie:

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(ja, und Bilder hätte es auch dabei gehabt, die kopier ich aber jetzt nicht...*g*)

aufgefallen ist mir, dass das Wort "erotic" genau einmal vorkommt... was wohl ziemlich genau zur Leistung, die im Link angeboten wird, entsprechen dürfte. ohne Eros.

Zum Eros ein Zitat aus "Eros Kosmos Logos" von Ken Wilber:

"Was Plato hier Eros nennt, ist im wesentlichen das, was wir mit Selbsttranszendenz meinen, der Motor des Aufstiegs, der Entwicklung oder Evolution zu immer höherer Selbstidentität und einem immer weiteren Umfangen anderer. Die Gegenbewegung ist Regression oder Auflösung, und sie führt abwärts zu immer weniger Einheit und immer tieferer Zersplitterung." (S. 403)

und tatsächlich, bei diesen Angeboten gehts kaum um ein Umfangen anderer, es wird das Ego angesprochen. "free", also: eine Leistung erhalten, ohne etwas dafür zu geben - "hot" - was das Blut in Schwung bringt, an sich nichts Schlechtes, aber für sich allein nicht wirklich viel - plus dann noch ein paar Bemerkungen zu jenen Äusserlichkeiten, die die verschiedenen Geschmäcker differenzieren - black, gay, extreme, barely legal, slave... und in vielen dieser Stichworte gehts ganz explizit um Macht und Besitz und Verfügbarkeit. Um Seele gehts nicht.

grüsse, barbara

Celestine
09.07.2008, 09:36
Mir fällt an dieser Liste ganz besonders eins auf, das Wort :

TEEN

Und genau das regt mich auf! Ich habe überhaupt rein gar nix gegen Sexvideos, ABER ich habe etwas dagegen, wie junge, sehr junge Mädchen hier benutzt werden! Mag sein, dass es daran liegt, dass ich selbst zwei Töchter habe, die gerade zu jungen Frauen heranreifen. Mag sein, dass es daran liegt, dass ich selbst erlebt habe, wir "ältere" Männer versuchen ein junges Mädchen zum Sex zu bewegen. Mag sein, dass das allegemein gerade ein Reizthema für mich ist....

Aber, he, können mir bitte mal die hier anwesenden Männer erklären, warum es unbedingt Teenager sein müssen????

Celestine

barbara seiler
09.07.2008, 20:41
Hallo Celestine!

ich bin zwar kein Mann, die Antwort scheint mir aber naheliegend zu sein: Junge, gesunde, starke - und somit schöne - Frauen geben einem Mann jedes Alters die besten Chancen, noch gesunde Kinder zu zeugen. Es ist ein sinnvolles biologisches Programm, und Pornos sprechen nun mal die Biologie und somit das Ego in seinen krudesten, materiellsten Formen an, und nicht die etwas geistigeren Formen des Egos, und schon gar nicht die Seele. Sich mit einer jungen Frau paaren zu dürfen, ist für den biologischen Teil des Mannes ein Volltreffer und ein Sechser im Lotto - und somit auch Anlass für diverse Fantasien, und manchmal Anlass dazu, es mit Manipulation oder Gewalt zu versuchen.

Doch da wir Menschen nicht nur biologische, sondern auch soziale und kulturelle Wesen sind, hats natürlich immer Anstrengungen gegeben, die Flut der Bewerber etwas einzuschränken und die Frauen zu schützen - indem Bedingungen in Bezug auf Vermögen, Prestige und Ernsthaftigkeit gestellt wurden, indem die Eltern eine Auswahl trafen, oder indem Frauen gleich ganz weggesperrt wurden und hinter Schleiern und in Harems versteckt wurden. Was auch nicht immer schön war.

Eine (er)Lösung von diesem Zustand von heute wird es wohl erst dann geben, wenn der durchschnittliche Mann seine Sexualität nicht mehr nur (oder vorwiegend) auf der biologischen Ebene lebt, sondern auch die emotionale, mentale und spirituelle Ebene mit einbezieht. Wo dann, wie ich mir vorstellen kann, eine Verbindung zu einer gleichaltrigen Partnerin, die auch schon gewisse Erfahrungen hat, als interessanter und bereichernder empfunden werden wird, als eine rein sexuelle Beziehung zu einer sehr jungen Frau, die gerade knapp kein Mädchen mehr ist. Wo dann ein Mann eine Partnerin auch nicht mehr dazu nutzt, sein Selbstwert aufzupolieren oder seine eigenen Schwächen zu überdecken. Ich habe auch schon beobachtet, wie Männer regelrecht zu Kreuze kriechen können vor einer Frau... was ich dann ziemlich verächtlich und würdelos fand.

So, das war jetzt gerade ein Haufen Theorie... mir als kinderlose Frau und Menti fällt es wohl auch deutlich leichter, das Thema rein sachlich anzugehen.

grüsse, barbara

Celestine
09.07.2008, 21:14
Liebe Barbara

vielen lieben Dank für Deine Antwort, wirklich!

So, das war jetzt gerade ein Haufen Theorie... mir als kinderlose Frau und Menti fällt es wohl auch deutlich leichter, das Thema rein sachlich anzugehen.Genau! Ich hätte ABER gerne eine Antwort von Mann und das gerne auch unsachlich = persönlich. Ich würde wirklich gerne mal von einem Mann erklärt bekommen, was da bei ihm so abgeht, an Gedanken, Gefühlen, was weiß ich... möglicherweise wirklich total animalisch instinktiv empfunden und primitivst formuliert, das ist mir egal, nur eine ANTWORT VON EINEM MANN, wie er das persönlich sieht und empfindet, die hätte ich gerne! - Ist das möglich? Oder tatsächlich zu viel verlangt?

Bin gespannt.....

Roadrunnerfn
09.07.2008, 23:07
uuuhhh.....

....ein heisses Eisen.
Ich denke, daß Menschen generell unterschiedlich sind. Es gibt auch unter Männern viele, die nichts mit diesen Dingen anfangen.
Denn ich kann selbstverständlich von der jugendlichen Schönheit eines Körpers angezogen sein, das heisst aber noch lange nicht, dass mir deshalb gleich der Sabber aus dem Mundwinkel tropft.

Wir befinden uns an einem Punkt, wo wir uns über Ethik unterhalten. Und an einem Punkt, den wir nicht fest definieren sollten.
Denn körperlicher Sex kann einer frühreifen 12-jährigen Spass machen (ungeachtet der unbedachten Folgen jeglicher Art), während problembeladene 35-jährige Frauen keinen Sex haben können, weil sie sich nicht berühren lassen können.....Was ist richtig, was ist falsch?

Männer, um es widerstrebend zu verallgemeinern, scheinen triebgesteuerter zu sein als Frauen. Die Emotionale Seite ist fraulich eher ausgeprägt.
Vielleicht reagieren wir deshalb so auf die körperlichen Reize junger Haut:
Sie sind dominant über die Emotionen. Und sie schreien laut: ich bin jung und heiss.

Hier sind wir in der Tat animalisch geprägt, denn in vielen tierischen Sozialstrukturen gehts vorrangig ums poppen und die Männer halten sich einen Harem um sich freizügig und nach Lust und Laune fortpflanzen zu können. Während die Damen sich ums eigene Kind kümmern. Nicht für umsonst tragt Ihr die Nahrung fürs Baby bei Euch.

Und Deine Reaktion ist nur sehr verständlich: in jedem einzelnen Wort davon spricht das attackierte Ego, das seine Welt, sein Fleisch und Blut und seine Wertvorstellungen schützen will.
SOLCHES ist uns als Mensch angeboren. Es abzulegen wäre vielleicht sogar dieser bedenkliche Schritt aus dem Leben, der uns den Tod oder die Eremitage bringt.

Was letztlich eine Attraktion für uns bedeutet, nun, das liegt, wie man weiss, im Auge des Betrachters.
Wie die Liste zeigt, gibt es unwahrscheinliche viele Spielarten sexueller Attraktion. Und jeder hat seine eigene.
Und viele entheben sich dann doch der Schönheitsnorm.

Das haben übrigens auch Frauen.....nur sind sie clever genug, das nicht ständig an der Öffentlichkeit breitzutreten.

oder?

Celestine
09.07.2008, 23:22
Frank, DANKE!

Geht doch :)

Zur Schönheitsnorm der Damenwelt in Bezug auf männliche Merkmale kann ich nix beitragen, sorry.
Sexuell empfinde ich mich als androgynes Wesen. Und das war schon immer so, schon als Kind, auch in meinen Träumen.
Wirklich verstanden habe ich es erst vor ein paar Jahren.
Das hat dann auch meine Sexualität vollständig befreit.

Und tatsächlich beruhigen mich Deine und Barbaras Worte, im Hinblick auf meine Töchter und überhaupt :)

Gutes Nächtle,
Celestine

barbara seiler
10.07.2008, 15:10
Danke, Frank:)

... ja, wo bleiben sie den hier in diesem Thread, die Männer? Es gibt doch so Untersuchungen, vielleicht zweifelhafte, die behaupten, dass Männer durchschnittlich alle fünf oder zehn Sekunden an Sex denken. Also so gut wie immer.:p Wo bleibt ihr, meine Herren...? Gedanken müssten doch reichlich vorhanden sein, die mitgeteilt werden könnten! *g*

Schönheitsnorm... ja klar, ich hab eine. Und ich hab das Glück, dass mein Allerliebster optisch meinen Idealvorstellungen sehr sehr nahe kommt: gross, breite Schultern, schmale Hüften, dunkle Haare, mediterraner Typ. Das ist aber nicht das Wichtigste. Das Wichtigste ist für mich, dass sich ein Mann gut anfühlt, also dass ich ihn gern berühre. Und wenn das stimmt, so spielt die Optik überhaupt keine Rolle mehr, da kann dieser Mann auch stark von aktuellen Schönheitsnormen abweichen, für mich ist er dennoch schön - genau so, wie er ist.

Und für mich als Frau sind Qualitäten wie Selbstsicherheit, Selbstvertrauen, Humor, Charme, Intelligenz, auch eine gewisse Frechheit und Unverschämtheit, in einem Mann äusserst attraktiv. Wiederum völlig unabhängig vom Aussehen. Gut auszusehen, ist wirklich nicht mehr als ein schönes Plus, das ich gerne nehme, aber auf das ich auch gut verzichten kann.

grüsse, barbara

R.Daneel
15.07.2008, 12:50
Hallo Celestine & Barbara,

sooo viele Männer gibt es ja hier noch nicht... Also, da ich gerade mal hier bin :) :

Mir fällt an dieser Liste ganz besonders eins auf, das Wort :

TEEN
Ja, ist wirklich auffällig. Jede einzelne Zeile... Könnte ein "spezielles" Angebot sein. Ganz besonders die erste Zeile scheint mir darauf hinzudeuten.

Aber, he, können mir bitte mal die hier anwesenden Männer erklären, warum es unbedingt Teenager sein müssen????
Tjahum. Ein Fetisch, würde ich sagen. Nicht mal selten. Eine Erklärung für diesen Fetisch? Schon schwieriger, ich versuche es mal: Als älterer Mann kommt man üblicherweise nicht an junge Frauen heran; vielleicht sehnt man sich zu der eigenen Jugend zurück, wo sowas noch möglich war --> ein Wunschtraum, den die Pornoindustrie aufgreift und bedient. Dann der Reiz des (fast) Verbotenen, plus dem Reiz des Besonderen, Unwahrscheinlichen, denn in Wirklichkeit ist das ja alles nicht normal. Da gibt es sicher noch mehr.

Aber es gibt auch Pornos ohne Teens, sogar hauptsächlich, glaube ich - wenn man sich mal in den Videotheken umschaut, sind "Teens" über alles betrachtet nicht überpräsent, würde ich sagen.


Nachtrag: Die 2. Seite hatte ich gar nicht gelesen... :D nun denn, da gibt es noch was:
Ich hätte ABER gerne eine Antwort von Mann und das gerne auch unsachlich = persönlich. Ich würde wirklich gerne mal von einem Mann erklärt bekommen, was da bei ihm so abgeht, an Gedanken, Gefühlen, was weiß ich... möglicherweise wirklich total animalisch instinktiv empfunden und primitivst formuliert, das ist mir egal, nur eine ANTWORT VON EINEM MANN, wie er das persönlich sieht und empfindet, die hätte ich gerne! - Ist das möglich? Oder tatsächlich zu viel verlangt?
Hier, in aller Öffentlichkeit? Unsachlich/Persönlich? Von mir wär das zuviel verlangt, soweit möchte ich mich nicht aus dem Fenster lehnen, abgesehen davon, dass ich Barbara zum ersten Absatz in dem Beitrag oben (http://www.spiriforum.net/forum/showpost.php?p=298&postcount=11) zustimmen würde(*). Ist doch irgendwie peinlich. Mir jedenfalls.

(*): Aber man sollte nicht vergessen, dass Pornos keine Berichterstattungen, sondern Fantasie sind, wie normale Filme auch (wenn auch etwas weniger, da die Darsteller wirklich "agieren" und keine Computertricks verwendet werden (andere Spezialeffekte schon)).

Liebe Grüße
R.

barbara seiler
16.07.2008, 08:05
Hallo zusammen

da Sex bei mir so gut wie immer (nicht ganz immer) mit Verliebtheit verbunden war und ist, und ich mir gerade andernorts ein paar Gedanken zur Verliebtheit gemacht hab, setz ich diesen Text auch noch hier rein. Denn wenn es eine Verbindung von Spiritualität und Sex gibt, dann wohl in der Verliebtheit.

Auch wenn der Text hier Antwort auf einen andern Text war, hoffe ich, dass er trotz fehlender Bezüge verständlich ist....

"Sich zu verlieben, nur mit einem Mangel zu erklären, das ist mir zu wenig. Beziehungsweise meine Erfahrungen des Verliebt-Seins zu heftig, zu tief, zu intensiv. Das war nie (nur) ein "sieh, was dir alles fehlt", sondern immer (auch) ein "sieh diese geniale Potenzial, das da ist." Ein Rausch ist es bestimmt, aber ein Rausch der Seele, nicht einer des Egos. Ein Rausch, der über Jahre lang bestehen bleiben kann. Und einer, wo Ego nichts zu sagen hat.

(...)

Es steht ganz am Anfang einer Beziehung in seiner grössten Kraft und ist wirklich ein Rausch, wenn ich glückselig lächelnd durch die Welt taumle und nur an IHN denke und wenn ich IHN sehe kein Wort hervorbringe. Das hat auch nichts mit Idealisierung oder Illusionen zu tun. Es ist sehr wohl möglich, die Schwächen zu sehen - und auf Ego-Ebene dieses Zerren und Reissen zu beginnen - das ändert überhaupt nichts an diesem Gefühl. Da hat sich eine Tür von Seele zu Seele geöffnet, und egal wie Ego sich dreht und windet, die Tür ist offen und kann nicht mehr geschlossen werden. Keine Chance. Die Emotionen können Achterbahn fahren, der Verstand kann seine zehntausend Gründe finden, das nützt alles gar nichts. Die Verbindung ist da, und sie ist grossartig, und sie führt in allen Fällen - egal was danach geschehen mag, egal ob man ein Paar wird oder nicht, ob man sich weiterhin sieht oder nicht, ob man streitet oder freundlich ist zueinander - zu Liebe, zu einer ruhigeren, sanfteren Form, zu Freude. Freude darüber, dass es diesen Menschen gibt, Freude darüber, dass es diese Art von Fühlen gibt, Freude darüber, dass es diese Welt gibt. Freude darüber, so etwas Tiefes, Kostbares, Schönes erleben zu dürfen."

liebe grüsse
barbara

R.Daneel
16.07.2008, 23:35
Hallo Barbara,

wo ich mir jetzt nicht ganz sicher bin: Empfindest Du Verliebtheit auch so wie da beschrieben?

Ich nicht. Für mich hat Verliebtheit etwas klar Animalisches. Etwas, gegen das man sich nicht oder kaum wehren kann. Soweit stimmt es wohl noch. Aber rückblickend waren, im Endeffekt, über alles betrachtet, die unangenehmen Gefühle, die daraus entstanden, wesentlich stärker als die angenehmen.

Roadrunnerfn
16.07.2008, 23:56
hmmm....

....ich denke, man muss "Verliebtheit" hierzu differenzieren.
Verliebt zu sein im Sinne von "Schmetterlinge im Bauch", sprich, der Körper reagiert sehr heftig auf Hormonausschüttungen, das ist bestimmt mit Vorsicht zu geniessen.
Generell kann man sicherlich streiten, wie genüsslich ein solcher Zustand ist.
Sich so in ein sexuelles Abenteuer zu stürzen -da hast Du schon recht- ist meist ungut und führt zu eher schlechten Gefühlen.
Aber iefe, zwischenmenschliche Liebe ist etwas wunderbares. Jemanden an seiner Seite zu haben, mit dem man durch ein ganz besonderes Band verbunden ist. Der/die immer da ist, wenn man jemanden braucht; egal, worum es geht.

Also daran kann ich nichts negatives finden. Im Gegenteil würde ich wahrscheinlich zugrunde gehen, würde mir jetzt meine Frau fehlen.

Sexualität im Sinne von körperlicher Lustbefriedigung steht dabei klar im Hintergrund.

Grüssle

Frank

barbara seiler
17.07.2008, 10:04
Hallo R.

ja, ich empfinde es so... wobei, es ist schwer, die richtigen Worte dazu zu finden. Verliebtsein ist etwas, wogegen ich mich nicht wehren kann - auch nicht wehren will - doch der animalische Teil darin ist nicht besonders gross. Das rein animalische "ich will Sex" würde ich *Begehren* nennen. Verliebt zu sein, das betrifft mich als ganzen Menschen. Dazu gehört natürlich auch der Teil, dass ich die Person, in die ich verliebt bin, berühren will und ihr nahe sein will, und mich freue, wenn es dazu kommt. Aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Zugegebenermassen ein wichtiger Teil, und in meiner Beziehung ist das Körperliche, Sexuelle tatsächlich jener Teil, der dafür sorgte, dass wir trotz aller Probleme (und es gab zahlreiche) immer noch ein Paar sind. Es ist das, was uns immer wieder zusammengebracht hat, und das auf einer Ebene des Fühlens, die sich in meiner Erfahrung nur im Sex erreichen lässt, nirgends sonst. Es gab Zeiten, da artete so gut wie jedes Gespräch in einen Streit aus (mal abgesehen davon, wir streiten ziemlich gern und haben Streitkultur entwickelt), und über die Begegnung von Körper zu Körper, ohne Worte, lief dann die Botschaft "ich hab dich gern" - unabhängig vom Rest, der da gerade passieren mochte.

grüsse, barbara

barbara seiler
11.10.2008, 19:25
Hallo zusammen!

Ich habe heute beim Durchforsten meiner Bildersammlung diese Göttin gefunden:

http://img291.imageshack.us/img291/2073/dscf0008blauegttingrnrv2.jpg


Bei ihrem Anblick hatte ich die Assoziationen: Zartheit, Weiblichkeit und ... Jungfräulichkeit.

äh, hallo? Jungfräulichkeit...?

ja.

Nicht als anatomisches Detail, sondern Jungfräulichkeit als Qualität der Offenheit, der Harmlosigkeit, der Hingabe, der Neugier und Verspieltheit... auch ein bisschen schüchtern, vielleicht. und vorsichtig. und sehr aufmerksam. und etwas kichernd.

ich würde mich freuen, wenn alle Menschen in dem Sinne Jungfrauen wären. Natürlich auch die Männer.:)

grüsse, barbara

R.Daneel
12.10.2008, 02:07
Also mir kommt sie weder besonders harmlos, noch schüchtern, noch vorsichtig vor - und aufmerksam (mit geschlossenen Augen) auch nicht.

Eher sehr körperbewusst, offen, vielleicht ein bissel kokett und - unschuldig. Wie jemand, der sich seines (ähem: ihres!) Körpers bewusst ist, ihrer Nacktheit aber kaum, als ob die gar nichts bedeuten würde. Wie eine Nudistin. Und insofern tatsächlich sozusagen jungfräulich.

Da kann ich mich leider kaum dazugesellen :o Würde ich aber gern :D

Grüßleins
R.

barbara seiler
12.10.2008, 10:02
unschuldig ist wohl das passende Wort - allerdings hoffe ich jetzt, dass da nicht allzu viele Missverständnisse entstehen in Bezug auf dieses Wort.:grins:

Sie hat auch so eine Selbstverständlichkeit des Seins an sich... eine solche Unschuld meine ich. Doch auch das Harmlose - das nicht Schädigende - gehört durchaus dazu, dieses Wort bleibt mir hängen.

Was die Aufmerksamkeit betrifft - da find ich geschlossene Augen oft hilfreich, um besser zu spüren. Das ist wohl eher ein Frauending, während Männer eher visuell veranlagt sind.

grüsse, barbara

barbara seiler
02.11.2008, 22:17
Mal was für die Männer: nämlich die Verhütungspille! mit doch ziemlich erstaunlichen Konsequenzen:

Eberhard Nieschlag kennt das Buch. Er kennt aber auch die wissenschaftliche Auswertung der Studie: "Am meisten erstaunte uns, dass auch jene Männer über psychische Nebenwirkungen klagten, die das Placebo bekommen hatten." Aha? Ob er nun Spritzen mit oder ohne Wirkstoff bekommt - wenn ein Mann glaubt, er nimmt Hormone, "bricht er in Tränen aus und findet sich zu fett", lästerte Deutschlands feministische Presse.


http://www.derwesten.de/nachrichten/wr/westfalen/2008/3/16/news-30973974/detail.html

gib einem Mann Testosteron und Gestagen, und er fängt an, weibliche Klischees zu leben...? seltsam, seltsam.

ihr Männer hier, würdet ihr denn eine solche Pille nehmen?

grüsse, barbara

R.Daneel
03.11.2008, 12:34
Vor 10 Jahren vielleicht noch ja, aber jetzt will ich lieber Kinder!!

Aber ohne Frau stellt sich das Problem eh nicht.


Ach übrigens - würden Frauen auf ein Placebo vielleicht auch so reagieren? :grins:

Und - Männer finden sich auch ohne Hormone gelegentlich zu fett :)

Grüßleins
R.

barbara seiler
03.11.2008, 20:23
Hallo R.

Ob Frauen so aufs Placebo reagieren, weiss ich nicht. Allerdings fand ich die Pille mit der Zeit schon sehr belastend - irgendwann war die Libido so ziemlich weg. Seit ich sie nicht mehr nehme, gehts mir eindeutig besser, ich fühle mich lebendiger. Einzig lästig ist, dass die Mens seither auch stärker geworden ist... aber naja, damit kann ich leben.

liebe grüsse
barbara

barbara seiler
15.03.2009, 18:33
ein Netzfundstück:

Sex auf Schwäbisch

Ein Paar aus Stuttgart sitzt beim Therapeuten.
Der Therapeut fragt:"Was kann ich für sie tun?“
Der Mann antwortet: "Würdet Se uns bitte beim Sex zuschauen?"
Der Therapeut ist erstaunt über dieses Anliegen, stimmt aber zu.
Als das Paar fertig ist, sagt der Therapeut: "Es tut mir leid, aber ich finde nichts außergewöhnliches an Ihrer Art Sex zu haben" und verlangt 80 Euro für die Sitzung.

Im folgenden Quartal wiederholt sich das Ganze.
Zweimal in der Woche kommt das Paar, hat Sex, bezahlt die 80,- Euro und geht wieder.
Nach einigen Wochen fragt der Therapeut: "Entschuldigen Sie die Frage, aber was genau versuchen Sie eigentlich heraus zu finden?" Sagt der Mann: "Nix! Aber sie, isch verheiratet, zu ihr könnet mer net, i bin au verheiratet, zu mir könnet mer also au net.

Das Holiday Inn verlangt 150 Euro für oi Zimmer, das Graf Zeppelin 360 Euro. Wenn mir zu Ihne kommet, dann henn mir:

a) a gut’ s Alibi
b) s koschtet uns nur 80 Euro und
c) die Krankenkass erstattet uns……..
……… 67,50 Euro zurück.

grüsse, barbara:D

barbara seiler
29.07.2009, 08:31
ein Artikel über die Mafia und die Frauen - "mit dem Tod im Bett" - der hat was, mich hat er berührt, einige Leser fanden ihn "zu poetisch", doch das macht gerade seine Stärke aus, finde ich:
http://www.zeit.de/2009/31/Mafia-Frauen?page=all

erster Gedanke: ist das möglich, kann das sein, dass es so ist.
zweiter Gedanke: wie gut, dass ich nicht in der Mafia bin, ist ja furchtbar
dritter Gedanke: wieso, ist meine Situation als emanzipierte Frau etwa so viel besser...? und inwiefern?

auch die Kommentare zum Artikel sind lesenwert.:)

grüsse, barbara