Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum und welche Fragen wir stellen...
Hey Ihr Lieben,
nach den letzten Tagen, Wochen und Monaten hat sich mir eine Frage herauskristallisiert, die einfacher nicht sein könnte, mir aber existentiell wichtig erscheint. Und das ist die Frage nach dem warum hinter unseren Fragen.
Frank sucht, und wenn er gefunden hat, sucht er was anderes
JET meint, er sucht nur virtuell, weil das Ziel seiner Suche sowieso er selbst ist.
Astrid akzeptiert die Sinnlosigkeit Ihrer Suche im Wissen oder Glauben um die Wahrhaftigkeit Ihrer Wahrnehmung.
Barbara sucht im Wald die Bäume und findet keinen, weil Ihr die ganzen Bäume die Sicht nehmen.
Was sich mir in all Euren Beiträgen und in meiner sonstigen reichhaltigen Lektüre nicht erschliesst, ist der Grund dieser Suche.
Ich frage nicht nach dem Ziel unserer Suche, sondern nach dem Grund warum wir Suchen.
Also, WARUM stelle ich die Frage nach dem Warum? Ich will jetzt gar nicht danach fragen, welchen Sinn unser Dasein hat, sondern warum es einen Grund haben sollte, DAS es einen Sinn hat.
Ob wir ein Produkt einer Fantasie sind, oder ein Teil eines grossen Ganzen, oder nur jeder ein Nichts ist, ist für meine Fragestellung irrelevant, denn es geht mir um den DAHINTER stehenden Grund, bzw. die Frage die sich HINTER der in diesem Forum allgegenwärtigen Suche verbirgt.
Ich bin mir nicht im Klaren darüber, ob ich die Frage verständlich gestellt habe...
barbara seiler
03.06.2010, 08:28
Hi Theo
warum esse ich? Weil ich Hunger habe.
warum frage ich? Auch, weil ich Hunger habe. Da scheint so ein eingebautes Bedürfnis nach Antworten und Erkenntnis zu sein, genauso wie ein eingebautes Bedürfnis nach Nahrung.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt... oder so ähnlich heisst es.
geht diese Antwort in die richtige Richtung?
grüsse, barbara
Celestine
03.06.2010, 08:41
Ja, Barbara und
Hallo Theo!
Es ist wohl ein Instikt, würde ich sagen.
Da Baby wird geboren und sucht nach der Mutterbrust.
Das Kind wächst heran und ist verzaubert von der Magie dessen, was es mehr und mehr wahrnehmen kann.
Und irgendwann, mit ca. 3 Jahren, geht es dann los: "waaruuuuhum?" Das nennt Selma Fraiberg "auf dem Weg zur Vernunft".
Es scheint in uns (Menschen) verankert zu sein, wobei mir nicht so recht klar ist, ob in den Genen, oder ob es einen geistig/seelischen Anstoss dazu gibt.
Mir ist auch aufgefallen, dass offenbar manche Menschen mit Inbrunst und schier getrieben sich gezwungen sehen zu suchen, und überhaupt nicht (willentlich) davon loskommen, während es andere Exemplare gibt, die nur verwundert schauen und diese Phänomen kaum kennen. "Suchen? Was? Wozu? Nein, ich bin mit meinem Leben zufrieden. Sowas ist etwas für unzufriedene Gemüter..."
So weit mein ersten Gedanken dazu,
liebe Grüße,
Astrid
Roadrunnerfn
03.06.2010, 11:27
Ich betrachte es als einen Fluch des Intellekts.
Was ich damit meine ist, dass eine Katze viel mehr Katze ist, als ein Mensch ein Mensch. Es ist unser Intellekt, der uns denken und zweifeln lässt.
Es ist die Erkenntnisfähigkeit, die uns Universen öffnet. Ohne jedoch zu bemerken, dass sie die unendliche Anzahl der Universen damit potenziert.
Es ist ein grosses Karussell, und ich fühle mich immer öfter beschämt, wenn mir bewusst wird, wie einfach LEBEN aufgebaut sein kann:
eine wabbellige Qualle ohne Hirn.
Und ich -komplexes Wesen mit schwer arbeitendem Geist- muss erkennen, dass ich im Grunde nicht "mehr" Leben bin als diese Qualle.
Nein, es ist ein Fluch. Und wir verlassen ihn nicht, indem wir tiefer denken oder noch intelligenter werden.
Wir werden diesen Fluch nur brechen, wenn wir es schaffen, wieder MENSCH zu sein. Oder noch mehr: vielleicht ist die ganze Evolution ein Ablauf dieses unseeligne Fluches, und kann deshalb nur auf eine Art enden: mit dem Tod.
Alles Leben vergeht.
So auch unsere Suche.
Ja, es liegt sehr nahe, ENDLICH zu erkennen, dass das LEBEN, die Suche, die Erkenntnis, die Welt, die Wirklichkeit alles EINS ist und AUSEINANDER hervorgeht.
MITEINANDER verwoben ist.
Barbaras Anmerkung ist gut:
warum essen wir?
warum atmen wir?
warum leben wir?
es ist alles ein Kreislauf von Nahrungsaufnahme, sei es nun körperlich oder geistig. Die einen geben Sauerstoff ab, die anderen nehmen ihn auf. Die einen kacken, die Mücken fressen es. Vögel fressen Mücken. Wir fangen die Vögel und braten sie....
Warum suchen wir?
weil es den Pfad der Suche gibt. Und weil unser Intellekt von den Früchten rechts und links dieses Pfades lebt.
Weil unser Intellekt der Schöpfer des Pfades ist.
Es ist der Fluch.
Es ist der schädliche Gedanke, der die Welt macht.
Grüssle
Frank
Hey Ihr Lieben,
Eure Antworten beinhalten alle, dass es einen Vorsatz gibt:
Barbara: "Da scheint so ein eingebautes Bedürfnis nach Antworten und Erkenntnis zu sein"
Wer sollte das "eingebaut" haben?
Astrid: "Es ist wohl ein Instinkt, würde ich sagen."
Ein Instinkt ist eine "Verhaltensweise des Menschen, die ohne reflektierte Kontrolle abläuft" (Wiki)
Warum hat sich dieser Instinkt denn entwickelt?
Frank: "Nein, es ist ein Fluch"
ok, wer sollte uns denn verflucht haben?
Meine eigentliche Fragestellung ziehlt genau darauf ab:Welchen übergeordneten Grund sollte es haben, dass wir suchen?
Oder auch, warum wir alle nur Information sein sollen, oder ein Traum, oder eine Illusion.
Ich bin zu blöd, die Frage so zu stellen, dass ihr versteht, was ich meine...
Roadrunnerfn
07.06.2010, 18:44
Hallo Theo.
Nein, Du bist nicht zu blöd.
Das Problem ist, dass diese Frage nicht klar und logisch stellbar ist. Und wenns gelänge, wäre die Antwort nicht logisch.
Da hat doch JET kürzlich Herrn Hawkins zitiert: Skalenmesswert 999: "Nichts hat einen Grund".
Wenn Du also nach einem Grund fahndest: die Wahrheit könnte sein, dass es keinen gibt.
Man kann das aber auch gegenteilig ausdrücken: die WAHRHEIT könnte der Grund der Gründe sein. Also, jenes undefinierbare Nichts, an dem ETWAS beginnt: Raum, Zeit, Welt....wir.....!!!
Hawkins meinte die zitierte Grundlosigkeit sicherlich im Sinne von "Sinn".
Wie soll ich sagen: in dem Sinne, daß "jemand" willentlich einen grund darstellt. Gott zum Beispiel.
Wir tun hier alles, um von der traditionellen Gott-Vater-Figur wegzukommen, und nähern ihr aber immer wieder mit der Frage "Warum?"
Ich denke, DAS funktioniert nicht.
Denn es schält sich ja so ein weng eines neues Gottesbild heraus:
SEIN.
Und SEIN hat die Eigenschaft, zu SEIN. Nicht WARUM, sondern SO. Nicht WOHER sondern HIER. Nicht WANN sondern JETZT.
Die jeweils ersten Worte sind immer fragend, die zweiteren immer antwortend.
Den Fluch des WANN-WARUM-WIESO-Hamsterrades (nichts anderes ist es....) den erlegen wir uns selbst auf. Wir brauchen niemanden, der das für uns tut. Wir sind selber dumm genug!
Woher das kommt?
Nun ich denke, es liegt daran, dass wir nicht wissen wie wir denken sollen.
Aber wir denken zu wissen.
Letzteres zumindest scheint der völlig falsche Weg zu sein.
Grüssle
Frank
Celestine
07.06.2010, 18:56
Meine eigentliche Fragestellung ziehlt genau darauf ab:Welchen übergeordneten Grund sollte es haben, dass wir suchen?
Mönsch Theo, is doch ganz einfach, datt nett sich: EVOLUTION ;)
Kann man übrigens in Hülle und Fülle bei Ken Wilber nachlesen, wenn man möchte!
Liebe Grüße,
Astrid
barbara seiler
07.06.2010, 19:27
ja aber da kann man wieder fragen "und wie wurde diese Evolution installiert?"
Die Antwort meiner Lehrerin gefällt mir da ausgezeichnet: "Gott auf dem Erfahrungstrip".
Es ist ein Spiel, Spielen ist toll. Punkt. das ist alles.:)
grüsse, barbara
Mönsch Theo, is doch ganz einfach, datt nett sich: EVOLUTION ;)
Kann man übrigens in Hülle und Fülle bei Ken Wilber nachlesen, wenn man möchte!
Liebe Grüße,
Astrid
Hey Astrid,
Die Evolution ist in der Tat nicht zielorientiert sondern entwicklungsbedingt. Das ist ein interessanter Gedankenanstoss.
Die im Laufe der Evolution erlangten Fähigkeiten erlauben es uns, Flugzeuge zu bauen, Medikamente zu entwickeln, 1.000.000.000 Menschen auf einen Streich zu töten oder uns die Haare grün zu färben.
Ohne die Sinnhaftigkeit dessen in Frage zu stellen oder gar nach dem Sinn dessen zu fragen, muss es dennoch eine Grundlage geben.
Und den gibt es bestimmt, ich bin mir sicher.
Roadrunnerfn
14.06.2010, 15:50
Evolution ist eh so ne Sache:
Warum bildet ein Tiger so ein schönes Fell-Muster aus?
Würde es sich um eine "Erbgutveränderung--das gefällt mir besser"-Auswahl handeln, würden die Gene ja wieder "weggemischt" werden.
Man müsste zudem unterstellen, daß die jeweiligen Fortpflanzungspartner ganz bewusst eine Entscheidung treffen:
"das tarnt besser als das bisherige".....
Vielmehr scheint es ein unbewusstes Bewusstsein sein zu geben, das Übertragungseffekte erkennt und umsetzt:
Dschungel erschafft andere Tarnfelle als Savanne.
Ich glaube nicht, daß die Tiere das von sich aus entscheiden, genausowenig wie es ein Gott entscheiden wird.
Die Welt scheint eine informationistische Wirklichkeitsstruktur zu haben, und dazu müssen wir noch eine Weile die Schulbank drücken, bevor wir das verstehen.
Würde aber erklären, wie wir einerseits die Weltwerdung "aus uns heraus" erklären könnten und damit auch, warum die Welt WIRKLICH durch DENKEN verändert werden kann.
Grüssle
Frank
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