Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schulkritik ist Gesellschaftskritik
barbara seiler
25.06.2009, 10:17
Hi zusammen
hier ein Artikel, der leider nur allzu wahr ist:
http://anhaltspunkt.wordpress.com/2008/12/30/schulkritik-bleibt-gesellschaftskritik/
Die Bildung, die in der Schule versucht wird zu vermitteln, kann man auch im Sinne Adornos als Halbbildung verstehen (Theore der Halbbildung, Frankfurt am Main, 1959). Halbbildung definiert sich über ein verdinglichtes und domestiziertes Wissen, indem Phänomene nur rein analytisch und technokratisch untersucht werden, anstatt deren Lebendigkeit zu erkennen.(...) Bildung wird auf die bloße Reproduktion von Informationen reduziert, die verwertbar sind und assoziatives Denken wird nicht mehr gefordert.
Die Konsequenzen sind fatal. Wenn Menschen nicht dazu befähigt werden assoziativ zu denken, dann können sie nur auf bekannte Probleme reagieren, aber unbekannte Probleme einer Gesellschaft werden unzugänglich für sie. Im stillschweigenden Anerkennen des Status Quo manifestiert sich eine radikale Ablehnung eines sozialen, gesellschaftlichen Fortschritts. Mit leerem Kopf nickt es sich halt leichter.
Ich habe je länger je mehr das Gefühl, dass ein Mensch ziemlich viel Glück haben muss, um Schule einigermassen heil überstehen - mit intakter Neugier, intakter Denkfähigkeit und einer intakten Wertschätzung für Sinnfragen.
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
25.06.2009, 12:19
..das sind tolle Worte...
wieder mal ein Spruch zum Einrahmen:
"mit leerem Kopf nickt sichs leichter"
barbara seiler
25.06.2009, 14:11
stimmt.
Ich frag mich auch immer wieder mal: hatte ich einfach Glück während meiner Schulzeit, dass es da auch Lehrer gab, die zum Denken anregten? Hab ich das System schlicht nicht mitgekriegt, da es so normal war und mir das Lernen auch immer leicht fiel?
Wenn ich es heute anschaue, kommt mir allerdings regelmässig das kalte Grausen...
grüsse, barbara
barbara seiler
25.11.2009, 10:33
ein toller Artikel über Persönlichkeitsbildung statt Informationen-reinstopfen und andere schwierige Seiten unseres Bildungswesens:
https://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=pb&dig=2009/11/14/a0039&cHash=efd40398ac
In den Schulen müssten auch musische, handwerkliche und körperlichen Fertigkeiten eine stärkere Position bekommen. Wir brauchen außerdem mehr Fehlertoleranz und den Mut zum Scheitern
:daumen:grüsse, barbara
Roadrunnerfn
25.11.2009, 11:19
...mehr Fehlertoleranz.....
Das halte ich für ein zweischneidiges Schwert. Damit lehnen wir uns sofort zurück und lassen den Herrgott einen lieben Mann sein. So SIND Menschen!
Was ich bedingungslos unterschreiben würde ist, dass wir Leistung anders betrachten müssen und DAMIT die auftretenden Fehler anders bewerten.
Beispiel: Rettungsdienst
Das Ziel ist, je nach Region in 8-15 Minuten vor Ort zu sein.
Wenn man sieht, wie oft das funktioniert, dann leben wir in D im Paradies.
Wenns mal nicht klappt, ist es nicht fair, den Stab über das System zu brechen.
Es ist richtig, sich anzustrengen, es ist richtig Fehler zu analysieren, und es ist richtig, dieser Analyse (nur der!!) eine 0-Fehler-Toleranz zugrundezulegen.
Das ERGEBNIS dieser Analyse muss man dann auswerten:
war der Santitäter besoffen oder war es auf den Strassen so glatt, dass kein Vorankommen möglich war?
War der Diensthabende in der Leitstelle "mal kurz Zigaretten holen" oder war kein Hubschrauber verfügbar?
Haben wir verletzte Verantwortungen oder Lücken im System?
Sind die Fehler vermeidbar, unbeeinflussbar oder werden sie aufgrund anderer Faktoren als Kompromiss in Kauf genommen?
In der AUSBILDUNG bin ich ein Freund von Fehlersystemen. Und zwar von bewussten, gewollten Fehlern:
Ein Schüler soll auf dem Weg zum Erfolg jeden erdenklichen Fehler machen. Um die Folgen seines Tuns zu sehen.
Um zu sehen, wie einfach richtige Lösungen sein können, wie wichtig richtiges Schaffen ist.
Und um zu sehen, dass man auch neue, unbekannte Fehler machen kann.
Um zu sehen, daß ein Zertifikat -selbst mit einer "1"- keine fehlerfreie Gottgleichheit bedeutet.
BEWERTEN müssen wir mit unserem System aber das Ergebnis.....so IST unser System.
Irgendwelche Alternativen????
Grüssle
Frank
barbara seiler
25.11.2009, 22:48
Hallo Frank
ich denke, es geht eher um den Mut zu experimentieren. Du hast ja deine Spannsysteme in deiner Firma auch selbst entwickelt, und bis die endlich funktionierten, wohl auch zuerst viele Dinge ausprobiert, die nicht funktionierten. Selbstverständlich hast du diese Versuch emit dem eigenen Material gemacht, und nicht mit dem Material, das Kunden dir zur Verfügung stellen... was zu den Kunden geht, muss perfekt sein. Perfekt kann aber nur sein, was geübt und geprüft wurde. Und üben und prüfen heisst nun mal, jede Menge Fehler zu machen, bevor eine Sicherheit und Routine hineinkommt.
Auch der Rettungsdienst darf mal übungshalber neue Sachen ausprobieren - an Dummys.
Schule ist heute aber eher so, dass der Stoff bis aufs i-Tüpfelchen vorgekaut wird, und die Schüler müssen den genauso nachvollziehen, wie er vorgekaut wurde. Eine eigene Auseinandersetzung damit gibt es nicht, oder nur allzu wenig. Praktische Anwendungen gibt es zuwenig.
Ein Schüler soll auf dem Weg zum Erfolg jeden erdenklichen Fehler machen. Um die Folgen seines Tuns zu sehen.
Um zu sehen, wie einfach richtige Lösungen sein können, wie wichtig richtiges Schaffen ist.
Und um zu sehen, dass man auch neue, unbekannte Fehler machen kann.
Um zu sehen, daß ein Zertifikat -selbst mit einer "1"- keine fehlerfreie Gottgleichheit bedeutet.
ja genau. Es geht in diesem Artikel ja auch um Schule. :)
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
26.11.2009, 00:18
HSchule ist heute aber eher so, dass der Stoff bis aufs i-Tüpfelchen vorgekaut wird, und die Schüler müssen den genauso nachvollziehen, wie er vorgekaut wurde. Eine eigene Auseinandersetzung damit gibt es nicht, oder nur allzu wenig. Praktische Anwendungen gibt es zuwenig.
Jo!
Stümmt!
Allerdings erinnere ich mich mit Grausen an die Versuche der Schule, uns Musik oder die sog. "Bildende Kunst" beizubringen.
Mein Gott, ich war begeisterter Kletterer damals und interessierte mich für Burgen und Mittelalter.
Diese Themen wurde in der Schule nicht benotet, wenn überhaupt nur kurz angeschnitten (klassische Geschichts-Lehre: 2 Jahre Römer, "dann geschah das Mittelalter" (2 h...kein Witz!) und direkt im Anschluss trat Hitler auf den Plan...wieder 2 Jahre).
Wir haben Aschenbecher getöpfert und Umhängetaschen bestickt. Wir haben "ein Jäger aus Kurpfalz" gesungen und Xylophon gespielt.....
Ich bin ein Freund konstruktiver Kritik, weshalb ich schon seit längerem eine Idee habe:
Wissens-Scheine...für alles.
Basis-Scheine: freier Zugang zu den Lehrgängen, ohne Altersbeschränkung.
Aufbau-Scheine: Lehrgänge und Prüfungen auf den Basisscheinen, Zugang nur mit Basis-Schein.
Ausbau-Studien-Doktor-Professoren-Scheine als "Linien-Scheine" (ein Mathe-Prof benötigt eine komplette Mathe-Linie)
System-Scheine als Maßstab zu anderen Systemen: Kombinationen von Basis- und Erweiterungsscheinen zB zur mittleren Reife. (denn bei aller Begabung ist mE eine gewisse Allgemeinbildung notwendig..wir wollen ja nicht nur Fachidoten...aber: warum als Sport nicht einen Kletterschein???)
Führerschein, Gesellenbrief, Meisterbrief: die jeweiligen Fachgremien beschliessen, welche Anforderungen sie stellen (zB braucht ein Schreiner in Hamburg kaum einen Französisch-Schein...aber warum soll dadurch keine mittlere Reife entstehen können?)
freie und gebundene Scheine: freie Scheine sind nur Prüfungsabhängig. Ist die Prüfung abgelegt, gilt der Schein ohne weiteren Vermerk vollständig.
gebundene Scheine: für die Zulassung zur Prüfung muss der Kurs absolviert werden.
Sozial- und Gemeinnützigkeitsscheine. Mitgliedschaft, Mitarbeit, Spenden werden durch Steuervergünstigungsscheine quittiert.
Pflegearbeit und Hilfsleistungen werden vergütet, soziales Engagement belohnt.
Sportvereine können ganz leicht den Schulsport ersetzen. Wer später dann halt Sportwissenschaften studieren will, darf nicht mit einem läpprigen "Fussball 1"-Schein ankommen wollen....
Besondere Leistungen im Beruf werden durch einen notenfreien Belobigungsschein belohnt (als Zeugnis, Empfehlung und sogar für die Lohntüte!)
So erhalten wir CNC-Fräser mit Hauptschulabschluss, und der herr Ingenieur darf Gabelstapler fahren...einmal im Monat, damit der Kopf nicht so raucht und er näher an den Leut ist.
Scheine als Auslösung für Strafen:
wer das mit der Motivation beginnt, schnell aus dem Knast zu kommen, der wird viel eher, wenn es gelingt, "resozialisiert" sein.
Stellt euch vor:
geistig/seelisch/psychisch/körperlich Behinderte Menschen hätten FORMALE Bedingungen, um Jobs zu übernehmen....
Und in vielen bereich könnte man es den Fachgremien überlassen, ohne grosse Bedeutung die Deatilierung der Scheine beliebig tief zu staffeln: JEDER würde eine Motivation finden.
Natürlich würde auch dieses System ausgebeutet...welches nicht.
Aber die Regeln IM System wären einfacher: jeder hätte die Chance, durch Scheine auf der einen, starken Seite, Schwächen auf der anderen auszubügeln.
Grüssle
Frank
barbara seiler
26.11.2009, 08:55
Hi Frank!
Zeichnen und Malen fand ich immer toll. Dass ich mal gelernt hatte, Socken zu stricken und einen Knopf anzunähen und eine Nähmaschine zu bedienen, finde ich auch ganz gut. Und gestern hab ich mit dem einen Blockflöte geübt, das fand er auch nicht so lustig, der Arme. :p
(denn bei aller Begabung ist mE eine gewisse Allgemeinbildung notwendig..wir wollen ja nicht nur Fachidoten...aber: warum als Sport nicht einen Kletterschein???)
naja, ich stell mir grad Mozart vor, der in den Kletterkurs gezwungen wird, den ihn nicht die Bohne interessiert, der will nur komponieren....und Frank, der dahinter steht und mahnt "Allgemeinbildung ist nötig!":D
Wenn jemand tatsächlich so einseitig begabt ist, hilft wohl alle Allgemeinbildung nichts. Ausser, es hat irgend einen Zusammenhang zum Lieblingsfach.
und der herr Ingenieur darf Gabelstapler fahren...einmal im Monat, damit der Kopf nicht so raucht und er näher an den Leut ist.
Der kluge Ingenieur macht das heut schon. :)
Natürlich würde auch dieses System ausgebeutet...welches nicht.
meine Befürchtung ist, dass von Anfang an eine riesige Bürokratie daraus entstehen würde, mit den verschiedenen Scheinen, wozu sie berechtigen, wozu nicht. Aber grundsätzlich ist die Idee gut. Ich bin durchaus auch dafür, dass alle Bildungsmassnahmen zu Steuererleichterungen führen, besonders auch jene, deren Nutzen nicht sofort ersichtlich ist. Denn Leute, die etwas tun, was sie zufrieden macht, sind die beste Basis für eine Gesellschaft, in der es allen gut geht.
Es sollte vor allem der manuelle und künstlerische und der soziale Bereich mehr geschätzt werden, und die unselige Tendenz, dass man für alles und jedes angeblich ein Abitur braucht, ist totaler Unsinn. Was nützt es dem Kindergärtner in seinem Beruf, wenn er Integralrechnung kann?
Und vor allem die Grundschulkinder, die soll man endlich aufhören zu plagen mit dem theoretischen Unsinn. Ein gesundes Kind, das seinen Neigungen folgen darf, wird früher oder später von allein etwas Bestimmtes lernen wollen, und wenn die Motivation da ist, dann geht es auch viel leichter. Anstatt dass man einfach die Zeit in der Schule widerwillig absitzt.
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
26.11.2009, 12:09
Hi Barbara,
der will nur komponieren....
ja, nur ist halt auch bekannt, dass Genie hin oder her, die Gefahr sehr gross ist, dass speziell die Genies zu absoluten Sozialkrüppeln werden. Die Geschichte kennt hierzu tausende negative Beispiele.
Und es geht ja genau darum, dass der Herr Mozart eben NICHT Klettern gehen muss, sondern auch sagen könnte: ich ergötze meinen Geist jeden Tag mitden Schönheiten der Natur bei einem längeren Spaziergang. DAS ist das Ziel.
Wenn jemand tatsächlich so einseitig begabt ist, hilft wohl alle Allgemeinbildung nichts. Ausser, es hat irgend einen Zusammenhang zum Lieblingsfach.
Das bezieht sich nun -wie ich finde- auf Leute, die bereits einseitig SIND. Weil sie so zur Welt kommen oder so aufgewachsen sind.
Ich möcht ja Köpfe, die vielseitig sind, und die die Möglichkeit erhalten, in einer vielseitigen Erziehung den Platz für ihre Begabung zu haben.
Aber auch für diejenigen, die einseitig sind, hat das System einen Platz: genau denjenigen, der heute vielen verschlossen bleibt, weil die Vielseitigkeit fehlt.
meine Befürchtung ist, dass von Anfang an eine riesige Bürokratie daraus entstehen würde, mit den verschiedenen Scheinen, wozu sie berechtigen, wozu nicht.
Da machen wir nichts schlechter, als es schon ist.
Eine systematische Deckelung jedoch würde den Leuten viel Vorgehenssystematik geben:
Sie wüssten, dass es für fast alle Fertigkeiten einen Schein gibt, dass es dafür eine Stelle gibt, die detailierte Regeln kennt und mitteilt. Und sie wüssten, daß man diese Scheine nicht zwingend nur durch jahrzehntelange Studien erhalten kann. Das bringt natürlich nix, wenn die Zugänge dann so definiert sind, wie schon jetzt. Sinn wäre ja, die Zugänge dort zu öffnen, wo es denkbar ist. Ich bin durchaus dafür, viele Qualifikationen auf hohe Anspruchsbedingungen zu stellen!
Was nützt es dem Kindergärtner in seinem Beruf, wenn er Integralrechnung kann?
Genau darum gehts: wer zB in einem sozialen Beruf studieren will, dem genügt...sagen wir: Mathe III...!
Und wer sich bereits im Vorfeld "Scheine" erworben hat, soll die zB für die Zulassung zu Studienprüfungen nutzen können. Damit wären solche Dinge wie zB ein soziales Jahr ganz einfach fachlich und in der Anerkennung in den weiteren Berufsweg einflechtbar.
Personalentscheider könnten sehr leicht sehen, dass personelle Wertigkeit durch jahrelange Konstanz ODER durch erwachtes Interesse und Engangement zustande kommt.
Und vor allem die Grundschulkinder, die soll man endlich aufhören zu plagen mit dem theoretischen Unsinn. Ein gesundes Kind, das seinen Neigungen folgen darf, wird früher oder später von allein etwas Bestimmtes lernen wollen, und wenn die Motivation da ist, dann geht es auch viel leichter. Anstatt dass man einfach die Zeit in der Schule widerwillig absitzt.
Und auch das ist ein zentraler Punkt meiner Überlegungen.
Ich glaube nicht nur, ich WEISS, daß wir zB bei Fremdsprachen jahrelang in der Schule darben können, ohne wirklich was mitzunehmen.
Warum soll der Schüler nicht, wenn ein Interesse erwacht ist, mit grossem Einsatz diese Inhalte in einem Jahr absolvieren?????
Warum soll man nicht den Schulen überlassen, welche Zugangsbestimmungen sie haben? Und welche Abgangsbedingungen?
Warum soll sich so nicht ein handwerklicher Hauptschulabschluss (als Eintritt in einen beruf) entwickeln können und ein weiterführender (als Zugang zu Fortbildungen)?
Wo liegt der Unterschied?
Ohne Hauptschulabschluss st man heutzutage der NIEMAND. Schlimmer noch, der GARNIEMAND.
Es gibt nur "Kasten". Entweder man hat eine Hürde geschafft oder nicht.
Ein "Scheinsystem" wäre viel übergreifender. Fertigkeiten könnten gezielt gefördert werden, und dieses gezielt geförderte Wissen hätte BESTIMMT bei den meisten einen direkten Einfluss auf "Nebenscheine", die sie mit steigender Bildung aus eigenem Antrieb erreichen wollen. Somit würde durch gezielte Fertigkeitsförderung auch die Motivation zur Allgemeinbildung diffundieren.
Eine Idee dazu: ein bestimmter Schein von einem bestimmten Wissenslevel könnte Punkte haben: für nen Hauptschulabschluss brauchen wir 100 grüne, 50 gelbe, 30 rote, 30 silberne und 20 blaue Punkte.
Für die mittlere Reife entsprechend mehr.....keine Ahnung....grün für Mathe und Naturwissenschaft/Technik, gelb für die Landessprache/landessprachliche Kunst/Muttersprache, rot für Fremdsprachen, Silber für soziale Kompetenz und blau für Nebenfachwissen.
Das ist nicht ausgreift, nur ne Idee....
Grüssle
Frank
barbara seiler
26.11.2009, 18:20
Hallo Frank
heute ist ja Einseitigkeit der Standard, und Personen, die es wagen, mehrere Talente zu haben, sind von vornherein verdächtig. Ich habe das ja in den letzten paar Jahren der Arbeitssuche und dem Aufbau meiner Tätigkeit mehrfach erlebt, dass das offenbar nicht geht und nicht gehen darf. Dabei langeweile ich mich doch so schnell, wenn ich nur etwas tue...
Ich glaube nicht nur, ich WEISS, daß wir zB bei Fremdsprachen jahrelang in der Schule darben können, ohne wirklich was mitzunehmen.
Warum soll der Schüler nicht, wenn ein Interesse erwacht ist, mit grossem Einsatz diese Inhalte in einem Jahr absolvieren?????
ja, das erlebe ich auch immer wieder. Schüler, die tausende von Grammatikregeln auswendig hersagen können, aber einen einfachen Satz können sie nicht sagen... Das bringt wirklich nichts.
Ein Thema, das ich in der Schweiz immer wieder höre, ist der Bildungsgutschein. Das heisst, dass jedes Kind vom Staat einen solchen Gutschein erhält, der einer bestimmten Summe entspricht - dem, was in der Volksschule ein Jahr bzw ein Semester Unterricht kostet. Der Schüler, bzw die Eltern wählen dann die Schule, geben den Bildungsgutschein dort ab, und der Staat zahlt den entsprechenden Beitrag an diese Schule.
Das würde die Konkurrenz fördern, aber auch die Vielfalt, verschiedene Schwerpunkte, verschiedene Erziehungsstile... Und Schulen, die weder von Schülern noch Eltern geschätzt werden, hätten schlicht keine Schüler mehr. So einfach.
Dsa mit den verschiedenen Scheinen wär natürlich noch flexibler, und warum sollte der Staat die Bildungsgutscheine nicht noch weiter aufteilen? Man bekommt ein Budget auf einer Kreditkarte, und nach jeder Lektion werden die Kosten belastet. Da kann einer auch nur einmal eine Stunde Unterricht nehmen, oder unregelmässig, oder als Pauschale...und wenn der staatlich verfügbare Betrag pro Nase aufgebraucht ist, muss eben privat bezahlt werden. Es wäre sicher möglich, von der Infrastruktur, so etwas zu machen.
Warum soll sich so nicht ein handwerklicher Hauptschulabschluss (als Eintritt in einen beruf) entwickeln können und ein weiterführender (als Zugang zu Fortbildungen)?
ja, ich habe mich auch schon gefragt, warum es nicht möglich sein soll, sich von einem Pflegeberuf zum Arzt weiterzubilden. Zum Beispiel.
grüsse, barbara
barbara seiler
08.05.2010, 19:56
nochmals ein bisschen Schulkritik - Gesellschaftskritik:
http://www.fr-online.de/top_news/2621835_Neurobiologe-Dawirs-Hyperaktive-Weltentdecker.html
Heißt das, Schule macht krank?
Ich würde sagen, die Schule sucht die Kinder heraus, die nicht zu ihr passen. Man muss die gesamte Gesellschaft und ihre Entwicklung sehen, die Kinder zwingt, Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht tun würden.
Nämlich?
Wildpferde beispielsweise würden niemals freiwillig über ein größeres Hindernis springen. Domestizierte Pferde hingegen springen, weil sie gezwungen werden. Und wenn sie scheitern, bekommen sie eine schlechte Wertung. So wie das Pferd fühlt sich wohl ein sogenanntes ADHS-Kind, wenn es 45 Minuten in der Schulbank still sitzen muss, obwohl es viel lieber andere Sachen entdecken möchte. Nicht das Pferd oder das Kind ist krank, sondern das System
Was zur Frage weiter leitet: was würdet ihr denn machen, wenn ihr vollkommen frei wäret zu tun, was immer ihr wolltet?
grüsse, barbara
(ich würde tanzen gehn - sollte ich doch wieder einmal machen, oder? und Theater spielen. und singen...)
barbara seiler
01.07.2011, 22:38
hier ein netter Beitrag aus einem Blog.
http://www.helmut-zoepfl.de/lob-der-hauptschule.html
wie recht er hat!
grüsse, barbara
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