PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kopf gegen Bauch


Roadrunnerfn
24.05.2009, 13:20
....oder: Wieviel Verstand benötigen wir, um zu erkennen, daß wir ihn nicht einsetzen sollten.

Die Motivation zu diesem Beitrag finde ich aus den offensichtlich unterschiedlichen Wegen, die zB Astrid oder im Gegensatz dazu ich beschreite, um spirituell "weiter" zu kommen.

Der Grund ist, daß ich auf meinem Weg auf vielerlei Paradoxa stosse, die mir im Weg stehen.
Andere hingegen scheinen mit einem einzigen Satz, ja einem einzigen Wort diese Barrieren zu überwinden.

MEIN Kopf scheint dazu nicht in der Lage zu sein. Ich vermute, daß ein sehr hohes Maß an Intelligenz und Verstand dazu gehört, um Schritte dieser Grösse zu machen--ungeachtet ihres Inhaltes.

Und genau hier stossen wir auf das Paradoxon, das es mir so angetan hat:
Wieviel Wissen und Denken steckt in der Erkenntnis, daß alles Wissen und Denken Schall und Rauch ist?
Was wissen, was denken die Menschen, die eine natürliche, eine "unverkopfte" Spiritualität leben?

Mein Denken ist so konfektioniert, daß mir der direkte Weg verbaut ist. Ich MUSS es "erdenken".
Ich meine sogar, eine Logik der Spiritualität und der Philosophie gefunden zu haben:
"Das Scheitern der rein weltlich-materiellen Betrachtungen vor der Wahrheit."
Meine Gedanken zu einem Thema drehen sich so lange, bis ich erkenne: "Die Katze beisst sich in den Schwanz."
Vor diesem Scheitern kann ich ein anderes Weltbild einsetzen, eines, das in sich eine eigene Logik trägt. Eine andere Logik.
Dieser Lösungsweg ist offensichtlich gut genug, um Probleme zu lösen.

Den Weg dorthin habe ich hier, bei Euch gelernt. Ich bin weit, weit davon entfernt, die "Lösungsterme" einzusetzen und einfach zu leben.
Das verkrampfte Denken dazwischen zu überspringen.

Aber ist es nicht besser, einem "verhirnten" Verstand wie dem meinen wenigstens diesen Weg offen zu halten?

Dieses "Hirnen" birgt Vor- und Nachteile:
zum einen meine ich, langsam aber sicher einen kleinen Überblick zu erhalten. Ich bin kein "Auswendiglerner", ich bin ein "Kapierer".
Wenn ich Sachen zugrunde gedacht habe, sitzen sie. Sie erschliessen sich mir dann.
"Glauben" im bewussten Sinne fällt mir dagegen sehr schwer. Ich habe aber erkannt, an wie viele Dinge und Vorgänge ich unbewusst glaube.

Das "Hirnen" warnt mich ausserdem davor, alles nur fliessen zu lassen.
Wie weit sind wir dazu geschaffen, fliessen zu lassen, oder im Gegensatz dazu die "Macher" zu sein??
Ich sehe den "Erfolg", Dinge einfach zu denken.
"Lass es Dir gut gehn"
Hm ---es funktioniert.
Aber es nimmt mir gleichzeitig jene Spannung, die ich brauche, um mein "Menschsein" aufrecht zu erhalten.
Ich bin hier als jemand, der was zu Essen braucht und atmen muss.
Das sagt mir zumindest mein Ego, und dasselbe gehört nun mal auch zu mir.

Um es auf den überzogenen Punkt zu bringen:
Ich meine, auf einer annäghernd logischen Basis die Theorie in Händen zu halten, wie wir "das Paradies" erreichen können. Das hätte den sofortigen Tod zur Folge.
Ich sehe, wie wir uns mit dem materiel-weltlichen Standpunkt sehr ärmlich immer mehr von uns wegbewegen.

Aber tief durchdacht benötige ich das weltliche Denken, den Weltverstand und die Weltintelligenz um zu erkennen, dass sie nur Ausdruck einer anderen Wahrheit sind. Sie sind nur Manifestation.

Ich benötige in diesem Zuge alles weltliche Denken, um Mensch zu sein. Weil ich-Mensch ja nun mal in der Welt lebe.

Wie kann ich also den Widerspruch in mir versöhnen, überall dort die reine Wahrheit zu finden, wo ich als Mensch nur zum Teil bin?

Wie kann ich verhindern, daß die Mensch-existenz mir im Wege steht?

Wo ist der Wert des Lebens, wenn alles, was sich sinngemäss daraus manifestiert, unwahr scheint und sich so leicht überwinden lässt.

Wozu dient diese Welt, was IST sie, wenn wir als weltliche Köpfe die Werkzeuge in Händen halten, um zu sehen, daß keine ihrer Regeln vor der Wahrheit bestand hat?


Und dennoch LEBEN wir in dieser Welt und sind nur durch weltliche Regeln in der Lage, einen Verstand zu entwickeln, der in individuellem Denken diese Erkenntnisse erreicht.

Welch kranker Widerspruch!

Wieviel Verstand benötigen wir also, um zu erkennen, daß wir ihn nicht gebrauchen sollten?

Grüssle

Frank

barbara seiler
24.05.2009, 21:26
Hallo Frank!

Wirklich eine gute Frage, und eine grosse Kunst, der Verstand im richtigen Moment weglassen zu können... genauso, wie ihn im richtigen Moment zu gebrauchen.

Aber ist es nicht besser, einem "verhirnten" Verstand wie dem meinen wenigstens diesen Weg offen zu halten?

ich denke ja. Und es ist auch mein Weg. Den ich im Moment gerade recht intensiv kultiviere, im Hinblick auf meine Abschlussprüfung als Lightbody Qi-Therapeutin, wozu viele Inhalte gehören, die den Verstand gehörig verwirren - und wo ich doch erst in die Tiefe der Theorie gelangen kann, wenn der Verstand diese Themen erkennt und begreift. Auch wenn ich dann in der Praxis, im Gespräch mit Menschen und in der Körperarbeit, oft in der Situation bin, den Verstand einfach mal wegzulassen.

zum einen meine ich, langsam aber sicher einen kleinen Überblick zu erhalten. Ich bin kein "Auswendiglerner", ich bin ein "Kapierer".

Find ich sympathisch. Wohl auch darum, weil ich auch zu den "Kapierern" gehöre, und das in ziemlich extremem Ausmass. Weil ich auch bei Themen, die schon von Haus aus eher aufs Auswendig-Lernen ausgerichtet sind - zum Beispiel die Wörter einer Fremdsprache - immer noch die dahinter stehende Logik zu erkennen versuche.

Das "Hirnen" warnt mich ausserdem davor, alles nur fliessen zu lassen.
Wie weit sind wir dazu geschaffen, fliessen zu lassen, oder im Gegensatz dazu die "Macher" zu sein??

Ich glaube nicht, dass das ein Gegensatz ist. Es geht um "Handeln im Nicht-Handeln", um das Handeln, das aus dem Sein fliesst.

Doch bis ich soweit bin, einfach aus dem Sein zu handeln - was mir in gewissen Kontexten gut gelingt, in andern gar nicht - ist es für mich nützlich, bewusst und vom Ego genau geplant zu handeln. Zum Beispiel morgen, da will ich meine Steuererklärung ausfüllen... Wenn ich in Bezug auf das Thema Steuererklärung im SEIN wäre, hätte ich es bestimmt schon längst gemacht. aber da das nicht der Fall ist, he nu, da muss sich eben Ego drum kümmern.

Ich meine, auf einer annäghernd logischen Basis die Theorie in Händen zu halten, wie wir "das Paradies" erreichen können. Das hätte den sofortigen Tod zur Folge.

Das hingegen glaube ich nicht. Das Paradies zu haben, das bedeutet für mich, das Ego wäre überschritten, transzendiert - deswegen würde es dennoch weiter existieren. Einfach würde es in meiner Weltanschauung einen andern, bescheideneren Platz erhalten.

Wie kann ich verhindern, daß die Mensch-existenz mir im Wege steht?

In "Otherland" von Tad Williams steht sinngemäss der Satz: bevor man nach oben kommt, muss man zuerst ganz nach unten gehen.

Jean-Yves Leloup sagt: bevor das Ego überwunden werden kann, muss man erst eins haben. Was mich betrifft, so habe ich schon ziemlich viel damit zu tun, erst mal ein gesundes, bodenständiges, realitätsnahes Ego zu pflegen. Was dann als Bonus an spirituellen, jenseitigen Sachen kommt, nehme ich gerne als Geschenk an.

Wieviel Verstand benötigen wir also, um zu erkennen, daß wir ihn nicht gebrauchen sollten?

eine ganze Menge, würde ich sagen.

grüsse, barbara

Celestine
25.05.2009, 08:53
Guten Morgen Frank,

Friedrich Nietzsche sagte: "Glauben bedeutet, nicht wissen zu wollen, was wahr ist."

Du bist also in bester Gesellschaft mit Deinem Anspruch, die Dinge zuende denken zu wollen.

Jed McKenna empfielt in seinen Büchern die sogenannte "spirituelle Autolyse". Dabei geht es um die Elimination aller Unwahrheit. Schritt für Schritt wird das Wesentliche wieder sichtbar, Leben freier und freier.

Das ist Dein Weg, und den gehst Du nicht alleine :)

Liebe Grüße,
Astrid

Roadrunnerfn
25.05.2009, 10:35
Danke für Eure Antworten.

Was mir ja gefällt ist die Vorstellung von "Handeln aus dem Fluss".

Vielleicht ist es das, was ich als "natürliche Philosophie" zu erkennen meine.

Ich hab aber auch erfahren, daß dieses "Handeln aus dem Fluss" bei einigen Leuten sehr unüberlegt-egoistisch ist.
Natürlich wird es dadurch wahrer, ehrlicher.
Aber besser wirds deshalb noch nicht.

Ich versuche hingegen, diese "Triebe" im Zaum zu halten.
Irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, daß es unterschiedliche Flüsse gibt. Wir können auch einem negativen Fluss verfallen.
So wie das vielleicht unter Hitler geschehen ist.
Oder der Rausch der Macht......
...hm...ich mag diese Flüsse nicht. Sie scheinen mir gefährlich zu sein.
Das Handeln daraus hingegen scheint höchst integer zu sein, koppelt man es vom Inhalt ab.

hmmm..

Grüssle

frank :gruebel:

Celestine
25.05.2009, 11:15
Ich hab aber auch erfahren, daß dieses "Handeln aus dem Fluss" bei einigen Leuten sehr unüberlegt-egoistisch ist.
Natürlich wird es dadurch wahrer, ehrlicher.
Aber besser wirds deshalb noch nicht.

Natürlich ist dieses handeln unüberlegt. Denn wenn da einer ist, der überlegt, dann ist das Fließen sogleich blockiert. Egoistisch ist es jedoch ganz und gar nicht, denn es ist ja gerade das Ego, das überlegt, und abwägt, bevor es handelt, das glaubt, es könne etwas entscheiden oder Einfluss nehmen, sowie auch etwas richtig oder falsch machen

Wenn Du tatsächlich im Fluss bist, nimmst Du die Person, mit der Du dich normalerweise identifizierst, nicht mehr als solche wahr. Ebenso nimmt Du "andere" nicht mehr als von Dir getrennte Peronen wahr. Das ist so. Alles andere ist nur ein Denken im Fluss zu sein.

Somit gibt es beim reinen WuWei keinerlei "besser" oder "schlechter". Bewertung ist unnötig und fällt völlig ab. Wie auch das, was Du nachfolgend noch geschrieben hast:
Irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, daß es unterschiedliche Flüsse gibt. Wir können auch einem negativen Fluss verfallen.
So wie das vielleicht unter Hitler geschehen ist.
Oder der Rausch der Macht......
...hm...ich mag diese Flüsse nicht. Sie scheinen mir gefährlich zu sein.Das hat alles null und nix mit WuWei zu tun!

Roadrunnerfn
25.05.2009, 11:53
Was ist WuWei?

Ich bin immer an für mich neuen Lehren interessiert, die es mir ermöglichen, diese Probleme aufzulösen.

Ich rede ausdrücklich von "auflösen", nicht von lösen.
Denn das ist meine Hoffnung, da "will" ich hin:
Dinge sollen sich auflösen.

Astrid, in meinem Kopf kämpfen immer noch zwei Welten:
Es gibt da eine Weltanschauung, die mir geläufig ist und die mir gefällt.
Sie löst Dinge auf und man kann einfach nur sein.
Annähernd habe ich das in der Meditation vielleicht auch schon erlebt.

Aber es ist -wie zementiert- eine Grenze gezogen.
WEIL es aus dem Kopf kommt, ist da in der hintersten Ecke noch ein Zweifel. Ein "ich-schau-mir-das-mal-an-und-hab-ja-noch-was-anderes-Zweifel". Daneel wird ihn gut kennen.

Ich weiss sogar, daß das SO nicht funktioniert.

Aber ich komm nicht drüberweg....:gruebel::tja:

Mein Ego macht mir Angst, ich befürchte, viele liebgewordene (ja--sicherlich--ego-liebgewordene) Dinge zurückzulassen, wenn ich es wagen würde, diese Grenze zu überschreiten.

Dazu gehört die Motivation, einen Betrieb zu führen. Dazu gehört die Konsequenz, die neue Erfahrung umzusetzen. Denn ich befürchte, wenn man einmal "da" war, dann ist hinter einem ein Riss. Und alles, was dann noch gelingen kann, ist ein halber Schritt zurück.
Und mit beiden Füssen auf einer bröckeligen Kante über dem Abgrund zu hängen ist nicht meine Vorstellung von einem erfüllten Leben... :-D

Ich denke, Du verstehst, was ich meine......
Die Frage ist, ob Du dafür Verständnis aufbringen kannst?


Grüssle

Frank

Celestine
25.05.2009, 12:26
Die Frage ist, ob Du dafür Verständnis aufbringen kannst?
JAAA! Na klar!

Es ist relativ wahrscheinlich, dass die Angst sich noch enorm weiter steigern wird, je weiter Du gehst. Weitergehen bedeutet dem Ego die Existenzgrundlage zu entziehen.
Aber wer sagt denn, dass Du Deinen Betrieb nicht weiter führen kannst, oder alle anderen weltlichen Dinge nicht weiterhin "haben" und "nutzen" kannst, wenn Du Dich der Angst (und allem was aus ihr folgt) stellst?! Überleg doch mal?! Das sagt das Ego, das verhindern will, dass Du entdeckst, dass es NICHTS ist! Das Ego hat diese Angst, nicht DU!
Gib die Identifikation auf, und Du bist frei.
Dann erfährst Du, wie es ist, in der Welt aber nicht von der Welt zu sein.
NICHTS wird Dir genommen, rein gar nichts, außer dem, was sowieso nie Deins war!

Hier geht´s zu Infos über Wu Wei (Handeln im Nichthandeln):
http://de.wikipedia.org/wiki/Wu_wei

barbara seiler
25.05.2009, 12:48
Hallo Frank

zum Wuwei: Tante Wiki weiss, wie fast immer, Rat:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wu_Wei
edit: oh, jetzt war Celestine schneller als ich...

Irgendwie drängt sich mir der Verdacht auf, daß es unterschiedliche Flüsse gibt. Wir können auch einem negativen Fluss verfallen.Ich würde zumindest zwei verschiedene Qualitäten von Flüssen unterscheiden. Beiden ist gemeinsam, dass das bewusste Bewusstsein des Menschen keine Kontrolle darüber hat, darum können sie verwechselt werden. Von der Qualität und den Auswirkungen auf das Leben sind sie allerdings sehr verschieden.

Der eine "Fluss" ist jener, der aus unbewussten Anteilen des Ego geboren wird. Das bewusste Bewusstsein kontrolliert es nicht. Ein Beispiel dafür ist ein Alkoholiker, der sich bewusst vornehmen mag, nicht zu trinken, und dennoch zieht es ihn wie ferngesteuert zur Flasche. Das typische Symptom für diese Art Fluss ist der Kater am nächsten Tag - gilt für Alkohol, gilt aber ähnlich auch für alle andern Fälle. Dem Bedürfnis nachzugeben gibt einen kurzen Kick, doch sobald es vorbei ist, kommt der Katzenjammer.

Der andere Fluss, das handelnde Nicht-Handeln im Wuwei, kommt aus der Seele - und ist oft auch unbewusst, vor allem dann, wenn die Seele das erste Mal anklopft. Auch das kann sich wie eine Fernsteuerung anfühlen. Am nächsten Tag ist es aber ganz anders - was immer in diesem Zustand geschah, ist nährend und bereichernd. Es schenkt Substanz und Energie, und nicht zuletzt - als Zückerchen für's Ego - schöne Erinnerungen, Freude, Gelassenheit, inneren Frieden.

Mein Ego macht mir Angst, ich befürchte, viele liebgewordene (ja--sicherlich--ego-liebgewordene) Dinge zurückzulassen, wenn ich es wagen würde, diese Grenze zu überschreiten.Diese Befürchtung besteht durchaus zu Recht. Sich dem Wuwei zu überlassen, das kann ein Leben von Grund auf verändern, und es ist nicht abzusehen, wohin diese Veränderung führen wird. Sicher ist nur eins: es wird dich dahin führen, wozu du gemeint bist. Ebenso ist das für das Ego kein Spaziergang.

Und mit beiden Füssen auf einer bröckeligen Kante über dem Abgrund zu hängen ist nicht meine Vorstellung von einem erfüllten Leben... :-DHast du den Film Indiana Jones gesehen? Kurz bevor er den Gral findet, steht er auch vor einem tiefen Abgrund, den er überqueren will... und sobald er den festen Boden hinter sich lässt und springt, erscheint die Brücke und trägt ihn. :o

grüsse, barbara

Theo
25.05.2009, 14:25
Hallo Frank,

Es sieht in der Tat so aus, als wäre unsere Situation sehr ähnlich, allerdings bist Du schon erheblich weiter, wo ich erst anfange.

Eins muss ich aber dazu schreiben:
Es scheint, es sehen Alle als das grösste Ziel, das Ich aufzugeben und ganz im "großen Bewusstsein" aufzugehen. (sorry, wenn ich jetzt jemandem auf die Füsse trete)
Es ist völlig klar und logisch, daß ich auf dieser Welt nichts wirklich besitze. Auto, Haus , Pool: alles gut, aber nicht wichtig.
ABER:
Das kann uns doch nicht von jeglicher Verantwortung befreien. Mir wäre es persönlich ziemlich gleich, wie ich lebe, aber es gibt Menschen in meiner Umgebung, die mich brauchen. Und genau so ist es wohl auch bei Dir, Frank, oder?
Ich habe zwei Kinder.

Kann die Selbstaufgabe wirklich das Ziel sein? Ich meine nicht. Ich schätze, es wäre durchaus möglich, völlig aufzugehen in ... jetzt fehlt mir das Wort... "alles-um-mich-herum" (Versteht jemand, was ich meine??), aber das kann nicht das Ziel sein. Ich bin ja schon ein Teil davon! Meine Identität erlaubt mir so aber meine eigenen Schlüsse zu entwickeln und die Möglichkeit auf meine Umwelt einzuwirken. Sobald ich -wie Astrid es nennt- transzendiere, ist das vorbei. Keine Entwicklung mehr. Sozusagen: Tod.

Das kann nicht die Option sein, denn der Zustand tritt früher oder später sowieso ein. Es gibt also zwingend einen Grund für die Existenz des Körpers. (Welchen, wäre das Thema für einen eigenen Beitrag, oder?)

Die Frage:
"Wieviel Verstand benötigen wir also, um zu erkennen, daß wir ihn nicht gebrauchen sollten?"
Ist meines Erachtens also an einem falschen Ziel orientiert. Ich würde eher fragen:
"Wieviel Verstand benötigen wir also, um zu erkennen, wofür wir ihn wirklich gebrauchen sollten?"

Ich schätze, am wichtigsten ist das Begreifen und dieses dann zielgerecht umzusetzen. Allerdings habe ich keine Ahnung, was dieses Ziel ist.

Liebe Grüße - Theo

Celestine
25.05.2009, 15:00
Hallo Theo,

also, nur mal so am Rande zur Info:
Ich bin Mutter von drei Kindern von denen einer bereits studiert, habe einen Partner, bin berufstätig, habe Hobbys, etc.... führe also ein "ganz normal" erscheinendes Leben, und schwebe nicht 10 cm über dem Boden.

Immer immer immer gehen diese Gespräche dahin über, dass es heißt:

Sobald ich transzendiere, ist das vorbei. Keine Entwicklung mehr. Sozusagen: Tod.Woher weißt Du das? Das ist blanke Theorie!

Das kann nicht die Option sein, denn der Zustand tritt früher oder später sowieso ein. Es gibt also zwingend einen Grund für die Existenz des Körpers.Und woher weißt Du das? Noch mehr Theorie!

Natürlich habe ich mir auch ewig und drei Tage die "Sinnfrage" gestellt. Natürlich habe ich ohne Ende gelesen, ausprobiert, geforscht, mich ausgetauscht undundund. So. Und warum, ist da bisher, in aller dieser langen Menschheitsgeschichte, noch keiner drauf gekommen, was der Sinn ist??? Hm? Weil Du derjenige bist, der es rauskriegt? ;)

Wir können uns der Anwort auf die Frage mittels der Logik nicht annähern. Die Logik sagt halt: wenne transzendierst, dann bisse wech und wech ist gleich tot.

Wenn Du Antworten willst, dann wirst Du sie schon finden. Aber aktuell, willst Du keine Antworten, sondern Bestätigungen für Deine eigenen Theorien. Ohne absolute Offenheit, für absolut alles, kommst Du in dieser "Sache" nicht weiter.

:bling:

Theo
25.05.2009, 15:23
Hi Astrid,

Du hast Recht, das sind nur Theorien. Es wäre schön, wenn ich mehr hätte...

Ich weiß nicht, warum in der Menschheitsgeschichte noch keiner herausbekommen hat, was der Sinn ist. Vielleicht gab es ja schon welche?!
Aber die Suche aufzugeben, weil scheinbar noch keiner das Gesuchte gefunden hat, kommt für mich nicht in Frage.

Ich danke Dir für Deinen letzten Absatz. Ich wollte grade darauf zurückschreiben: "Ich kann nur Antworten erhalten, wenn ich die entsprechende Frage stelle, und sei es in Form einer Theorie"

Dann ist mir allerdings grade aufgefallen, das ich vor einiger Zeit mitten in der Nacht eine Antwort bekommen habe nach der ich gar nicht gefragt habe... :durchdreh:

Ich werd' hier noch bekloppt.

Liebe Grüße - Theo

Roadrunnerfn
25.05.2009, 15:54
LOL--Ball flachhalten, Theo!

das kenne ich ja zur Genüge auch. Aber man wird nicht bekloppt.


Ich denke, es ist durchaus richtig, auch Theorien anzusetzen. Solange man sich ihrer bewusst ist. Aber genau das sind wir nicht bzw nur selten.

Der von Dir und mir angesprochene "Tod im Paradies" ist eine solche Theorie. Sie ist zweifelsohne genährt von der egoistischen Sorge, was "wird", wenn wir diesen Schritt wagen würden.
Zudem ist da ja noch der Zweifel:
Was hilft es mir, wenn jemand neben mir steht, der sagt: "wag es, es geschieht dir nichts..."
er/sie könnte lügen.......

Es ist genau die Situation, die Astrid immer meint, wenn sie sagt: "redet nicht so viel".

Es ist scheinbar so paradox, so unvereinbar in sich. Reden und Argumente verschlimmbessern die Situation nur.

Und dennoch: ich brauche es...um eine Richtung zu finden. Wie soll ich sagen.....um den Punkt zu finden, an dem ich den Eingang finde, an welchem ich meine Theorien so weit zurückgestellt habe, dass ich "voranschreiten" kann.

"in der Welt" zu sein bedeutet für mich, gemeinsam mit dieser Welt aus etwas (weiter grundsätzlichem, "hinten"-stehendem) heraus existent zu sein.
Nicht "ich-Ergebniss 322 aus den Weltkausalitäten 321 und 320, sondern "ich"-Ergebniss 322 neben ungezählten Ergebnissen unendlicher Anzahl und Form. So unvorstellbar, dass es genügte, alles 322 zu nennen.

Aber wir LERNEN das Gegenteil.
Es sind Doktrien, und sie abzulegen ist schwierig.

Ich glaube übrigens, Theo, daß Du alles andere als "nicht so weit" bist als ich.
Wir sollten hier vermeiden, einen "Understatement-Wettbewerb" heraufzubeschwören, aber ich meine in Deinen Worten eine Basis zu erkennen, die um ein Vielfaches ausgebildeter und natürlicher ist als meine.

Ich bins nur mehr gewohnt.

Ich kann im Kopf Erkenntnis-Ebenen erschliessen, da schlackere ich selbst mit den Ohren!!!!
Aber ich habs nicht im Blut. Das Theoretisieren steckt mir im Blut. Nicht die Spiritualität.
Leider.
Alles hart erkämpft...und diesen Kampf-Krampf muss ICH ablegen....wenn es mir eines Tages gelingen möge (***positivdenk).


Lass DIr also Zeit, zermartere Dir nicht das Hirn. Ich habe das Gefühl, "es" wird zu Dir kommen. Das TUT "es" schon.
Bleib entspannt.

Ach ja, IndianaJones kenne ich--latürnich--sehr gut sogar.
"Es ist ein Sprung des Glaubens."

Und auch hier belieb ich wieder in der Theorie hängen:
in meinen Augen ein halbwahrer Glaube. Denn wäre er "rein", BRÄUCHTE es diese Brücke nicht...nun ja..lassen wir das....es führt zu nix!

Genauso halbwertig aber für mich eine der schönsten Szenen, als Indy nach dem gestürzten Gral greift und sein Vater zu ihm sagt: "Lass es......"
Oder im fünften Element:
"Zeit spielt keine Rolle--das einzige was zählt, ist das Leben."

haben wir das alle schon GANZ kapiert?




Grüssle

Frank

barbara seiler
25.05.2009, 17:54
Hallo zusammen

wer behauptet denn, Sinn könne nicht erkannt werden? Was mein Sinn ist, ist mir in den letzten Monaten klar geworden: Lehrerin-Lernerin zu sein. Nicht, dass ich alles überschaue, was das beinhaltet und wohin es mich noch führen wird, aber es ist eindeutig das und nichts Anderes. Für mich.

Etwas weiter gefasst würde ich sagen: der Sinn des Lebens ist, zu leben. So intensiv und bewusst, wie es nur geht. Das ist in sich selbst Sinn und Belohnung genug. :)

grüsse, barbara

Theo
26.05.2009, 10:19
Moin Allerseits!

Ich habe die halbe Nacht im Netz verbracht, um mal zu sehen, was ich vielleicht lesen könnte, um meine Situation besser zu verstehen. Aber ich habe dennoch nur den Bruchteil eines Bruchteiles gefunden: über dieses Thema gibt es ja TONNEN!

Ich schreibe das hier als Antwort auf Franks "Kopf gegen Bauch", weil es anscheinend genau der Hauptknackpunkt ist: Es wird versucht, logisch zu beweisen (oder auch zu widerlegen, je nach Standpunkt), was nicht beweisbar, sondern nur erlebbar ist.

Die verschiedenen Weltanschauungen und Religionen haben unterschiedliche Annäherungen an das Thema. je nachdem, welcher Richtung ich glauben möchte, habe ich also die Wahl, ob ich vollständig in Gott aufgehe, im Nirvana, in Allah, oder, oder, oder...

Da ich persönlich das Gefühl habe, "erwacht" zu sein, hatte Barbara wohl mit Ihrer "Buddha-Reaktion" erstmal einen guten Ansatz. Wenn ich dann allerdings die Weltanschauung z.B. von Eckhardt von Hochheim sehe, stelle ich verblüffende Übereinstimmungen fest, genauso wie mit anderen Mystikern.
Allerdings sind die Interpretationen dieses "Erlebens der Wirklichkeit" (Sorry, ich weiss nicht wie ich es korrekt beschreiben soll!) meines kurzen Eindruckes nach häufig von der persönlichen Situation des Interpretierenden gefärbt
Nichtsdestotrotz gibt es -wie es aussieht- das Phänomen des "Erwachens" (oder Erleuchtet werden, oder Eins sein mit Gott, ...) überall auf diesem Planeten.

Für mich ist die Verlockung gross, mich immer weiter in dieses Gebiet zu vertiefen, aber die unglaubliche Fülle an Material aus hunderten (tausenden?) Jahren Geschichte schreckt mich auch ab. Und vielleicht hat Astrid ja Recht: So geht es auch gar nicht. Letztendlich kann jeder wohl nur seinen eigenen Weg finden.

Liebe Grüße - Theo

barbara seiler
26.05.2009, 10:29
Hallo Theo

Allerdings sind die Interpretationen dieses "Erlebens der Wirklichkeit" (Sorry, ich weiss nicht wie ich es korrekt beschreiben soll!) meines kurzen Eindruckes nach häufig von der persönlichen Situation des Interpretierenden gefärbt

ja, das ist immer - und notwendigerweise - so. Sprache ist ein beschränktes Werkzeug, aber sie ist dennoch eines der wichtigsten Werkzeuge, die wir haben.

Für mich ist die Verlockung gross, mich immer weiter in dieses Gebiet zu vertiefen, aber die unglaubliche Fülle an Material aus hunderten (tausenden?) Jahren Geschichte schreckt mich auch ab.

Meiner Erfahrung nach geht es im Wesentlichen immer um dasselbe, es ist bestimmt nicht notwendig, alles zu lesen. Ausserdem, du hast so viel Zeit wie du willst... nichts hindert dich daran, die Entdeckungsreise zu geniessen und vielleicht im Lauf der Zeit einen oder zwei LieblingsautorInnen zu finden, bei denen du in die Tiefe gehst.:o

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
26.05.2009, 13:47
So seh ich das auch.
Gelassenheit ist das Gebot der Stunde.

mE sind die tausende unterschiedlichen Religionen und Religionsrichtungen, Bekenntnisse und Erkenntisse nur eines:

Es geht um die Suche nach dem Ursprung, der Quelle, es geht um eine Art Rechtfertigung des Lebens an sich, warum wir sind, was wir sind und woran wir glauben sollen.

Das ist alles eins. Egal wie der jeweilige Gott oder dessen gesandter Messias aussieht oder heisst.

DEIN Gott, Theo, ist in DIR.
Und alles, was Du auf der Welt dazu finden kannst, kann Dir nur mehr oder weniger hilfreich erscheinen.
Aber scheue Dich nicht, das Hilfreiche zu benutzen.
Keine Religion und keine Mystik hat die Wahrheit gepachtet. Können sie nicht, denn es ist DEINE Wahrheit.

Die Wege dazu sind vielfältig. Und Du wirst einen Weg finden. ALLE finden einen Weg.


Grüssle

Frank

R.Daneel
26.05.2009, 18:49
*mitles*

mE sind die tausende unterschiedlichen Religionen und Religionsrichtungen, Bekenntnisse und Erkenntisse nur eines:

Es geht um die Suche nach dem Ursprung, der Quelle, es geht um eine Art Rechtfertigung des Lebens an sich, warum wir sind, was wir sind und woran wir glauben sollen.

Das ist alles eins. Egal wie der jeweilige Gott oder dessen gesandter Messias aussieht oder heisst.

DEIN Gott, Theo, ist in DIR.
Frank, ich glaube, ich verstehe jetzt langsam, wass Du von Anfang an rüberzubringen versucht hast. :) *freu* und ich stimme dem zu. :grins: Danke!

ALLE finden einen Weg.
Na, bei dem Satz bin ich mir nicht so sicher. Oder ich verstehe ihn falsch (oder gar nicht).

Grüßleins
R.

barbara seiler
26.05.2009, 19:00
Na, bei dem Satz bin ich mir nicht so sicher. Oder ich verstehe ihn falsch (oder gar nicht).


Alles eine Frage der Zeit, würde ich sagen... kommt es heute nicht, so kommt es morgen, kommt's in diesem Leben nicht, so kommt's im nächsten. Oder übernächsten. Oder irgendwann.

Doch früher oder später wird alles, was ein Mensch ist (oder sonst ein Wesen ist), den Weg in die Einheit zurück finden, da bin ich mir sicher.

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
26.05.2009, 22:52
Daneel,

es freut mich, wenn wir einer Meinung sind, allerdings sind meine Worte nicht das, was ich von Anfang an dachte.
Es sind viele Monate des Nachdenkens und der Entwicklung drübergegangen.
Vor allem am Anfang gab es von meiner Seite sehr extreme Auslegungen von Weltanschauungen.

Aber "den Pfad der Erkenntnis" durchschreitet man nicht in wenigen Monaten oder Jahren. Ich denke sogar, daß er nie endet. Zumindest nicht, solange wir noch mit unserem Menschenverstand darauf unterwegs sind.

Viele Dinge fügen sich. Neues kommt hinzu, sicher geglaubtes bröckelt wieder und ungeglaubtes wird real. Die Amplituden glätten sich.

Das Leben hilft mir, meine persönliche Anschauungen "einzuleveln".

Wenn Du also heute einen Ansatz siehst, der es Dir erlaubt, meine früheren Ansichten anders einzuschätzen, neu einzuordnen, dann mag dies daran liegen, daß auch Dein Werk in diesem neuen, bei mir frisch gesehenen Ansatz liegt.

Das fasziniert mich so an diesem Forum.

Unser Diskutieren und machmal auch nur die kurzen Infos über das Leben, Über Freude oder Ärger sind metaphorisch.
In der selben Weise fügt sich unser Weltbild, und wir können ja gar nicht anders, als die Gedanken und Emotionen der anderen hier mit in unsere Welt einzubinden.

Das ist doch schön, oder?

Grüsse

Frank

R.Daneel
27.05.2009, 11:44
Hallo Frank,

ja, das ist schön! Das Forum hat mich auch verändert - wie ich (sehr deutlich) finde, zum Positiven :grins:

Alles eine Frage der Zeit, würde ich sagen... kommt es heute nicht, so kommt es morgen, kommt's in diesem Leben nicht, so kommt's im nächsten. Oder übernächsten. Oder irgendwann.
Im Moment bin ich mir nicht einig, ob man mehrere Leben Zeit hat. Und wenn ja, ob man dann nicht wieder von vorn anfangen muss, schließlich kann z.B. ich mich nicht an ein vergangenes Leben erinnern.
Andererseits hat es offenbar keinen Sinn, Erkenntnis o.ä. erzwingen zu wollen, womöglich kann man sowas auch nur in begrenztem Umfang "erarbeiten". So mein Eindruck im Moment.

Liebe Grüße
R.

Roadrunnerfn
27.05.2009, 12:46
Hallo Daneel,

ich bin mir sicher, daß wir es nur begrenzt können. Ich denke sogar manchmal, daß es nicht bewusst möglich sein kann, sich an frühere Leben zu "erinnern".
LEBEN ist (kopfig betrachtet) eigentlich die Manifestation von Information, von einer Idee, die sich in Form einer wahrgenommenen (sinngenommenen) Raum-Zeit-Beziehung offenbart.

Anders:
Unser materielles, körperliches SEIN füllt einen Raum und eine Zeit. Ich halte es für unumstösslich, im Idealfall dies als 4-Dimensional zu betrachten, wobei alle Dimensionen gleichwertig sind.
Endet die Zeit, endet der Raum.

Mit unserem Tod endet UNSERE Zeit (und damit auch unser Raum...aus diesem Grunde nehmen wir nach dem Tod nichts mehr wahr)

So stellt sich die Frage der Wiedergeburt für mich (noch?) nicht, WAS wir denn früher waren...oder wer.
Sondern ich betrachte diese "Option Wiedergeburt" als einen Vorgang, der immer und immer wieder einer Quelle entspringt.

Wiedergeburt ist in meinen Augen also nicht: "früher hiess ich Heinz".
sondern: "in der Raum-Zeit gab es einen Heinz, der aus derselben Quelle kam wie ich"
und nun mag es sein, daß mich mit diesem Heinz irgendetwas besonderes verbindet.

Klar wird dadurch jedoch, daß -sollte was dran sein an meinem hirnen- eben wirklich ein gemeinsames SEIN zugrundegelegt werden könnte.
ETWAS, AUS dem wir kommen. Etwas, wo wir wieder hingehen, oder anders gesagt, das Bewusstsein mag sich wieder dahin zurückziehen. Ich glaube nämlich nicht, daß wir in dieser "Überebene"--vielleicht "Seeleneben" jetzt nicht sind.
Die Körperlichkeit schein mir eine Erweiterung davon zu sein.
Eine "Ausstülpung".

Das ist nicht wirklich in Worte zu fassen. Ich bezweifle auch, dass es mir auch nur annähernd verständlich gelingt.

LEBEN wird AUS ETWAS. LEBEN ist die Konsequenz eines Vorganges, der sich mir bisher noch nicht erschlossen hat. Leben ist sinnliche Wahrnehmung.
Leben erschafft die Welt, MEINE Welt.

Wir treffen uns hier, weil wir durch dieselbe Entwicklung gegangen sind und weil wir "vom selben Stamm" sind.

Die Erklärung der Kollektivität unserer individuellen Wahrnehmung liegt in der unumgänglichen, gemeinsamen Quelle.

Die Informationsflut IM Leben durch unsere Wahrnehmung besetzt natürlich auch die (menschlich beschränkten) Kapazitäten des Mensch-Ego-Bewusstseins.

Dies überdeckt die (unbeschränkten) Möglichkeiten des Bewusstseins an sich. (der Schleier der Maya?????)

Das ist der Punkt, an dem ich überzeugt bin, daß uns ein Zugriff auf die Ursprungsebenen nur dann gelingen kann, wenn wir die körperlich-weltlichen Dinge ein wenig zurückschrauben:
Zur Ruhe kommen, den Körper beruhigen.
Demut üben, das Ego beruhigen.
Stille suchen, die Augen schliessen, die Sinne beruhigen.

Das tun wir in der Meditation, und hier öffnen sich Wege auf die Ebenen hinter unserem Mensch-Sein......


...je weiter ich schreibe, desto komplizierter wirds. Ich hör jetzt einfach auf.

Grüssle

Frank

Theo
27.05.2009, 14:22
Hallo Frank,
Das ist ein interessantes Gedankenspiel. Sehr interessant. Darf ich noch etwas weiter gehen?
Du setzt eine fixe Verbindung zwischen Raum und Zeit voraus als lineare 4 Dimensionalität und (wenn ich das richtig verstanden habe) ein Verknüpfung des Bewusstseins mit diesem Konstrukt. Mit „Bewusstsein“ meine ich jetzt sowohl unser Ego als auch ein „gesamtes Bewusstsein“=> Dein Vergleich mit einer „Ausstülpung“ ist schön und anschaulich, das verdeutlicht eine einzige Einheit.
Ausgehend davon, dass die Realität, wie sie von uns wahrgenommen wird nur ein Teil der ganzen Wahrheit ist, setzt Du dennoch die wahrgenommenen Tatsachen als Grundlage für die Bewertung und Gesetzmäßigkeiten des nicht fassbaren Teiles. Oder?!
Wenn ich nun davon ausgehe, dass die Welt wie wir sie kennen nur ein Konstrukt (oder ein Teil) eines „Bewusstseins“ ist, muss ich aber auch akzeptieren, dass eine räumliche und zeitliche Bindung (und Einordnung) auch nur ein Konstrukt und somit nicht umfassend gültig ist. Es wäre somit also möglich, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft EINS (nicht unterscheidbar) sind. Damit wäre auch eine zeitliche und räumliche Unterscheidung zwischen „Heinz“ und Dir als Wiedergeburten einer einzelnen Seele de facto nicht möglich und damit nur eine Illusion.
:durchdreh:

LG - Theo

Roadrunnerfn
27.05.2009, 15:22
joahhh...das ist gut....
Generell geb ich Dir recht, weil die Aussage grundsätzlich richtig ist.

Wir müssen hierzu definieren, was "Existenz" und "Realität" bedeuten soll, was im Gegenzug "Illusion" wäre, wo unsere Wahrnehmung, wo unser Wertesystem und unser Be-wertungssystem einzuordnen sind und schliesslich müssen wir uns über einige andere Eckdaten von "Urquellen" unterhalten.

Die Philosophen haben sich lange um "das Ding an sich" gestritten. Ein Begriff für ein absolut-real-existentes "Etwas" materieller Art.
Während die einen "nur" die eigene Wahrnehmungsfähigkeit in Frage gestellt haben, haben andere "das Ding an sich" in Frage gestellt.

Wenn wir dies tun, müssen wir theoretisch unseren Zweifel bis zur letzten Konsequenz fortsetzen:
Wir stellen die Materie in Frage, deren Wahrnehmung, Realität, unsere Welt, uns selbst, unser Denken, unsere Emotionen usw....bis hin zum nichts, wo sich gar der Zweifel selbst auflösen muss, weil es für NICHTS mehr eine Grundlage gibt.
Auch nicht für Heinz. Da hast du recht.

Es gibt jetzt aber ein nicht auszuräumendes Argument des Herrn Descartes:
"ich denke, also bin ich"

Was in dieser Beziehung "denken" und "ich" und "sein" bedeutet......lass uns das mal nach hinten schieben. Es füllt Bibliotheken!

Unstrittig ist aber an dieser Erkenntnis, daß ETWAS ist. ETWAS, was letztlich kausal MICH hervorbringt, als demjenigen, dem dieses Denken zufällt.
(mit dieser kausalität ist bereits zum Ausdruck gebracht, dass es sich bei mir um etwas körperliches, weltliches, kausales handelt---einen Menschen!)

Da alle anderen Betrachtungen über Realität scheitern müssen, wenn wir die Angreifbarkeit unserer Wahrnehmung zugrundelegen, wird klar, dass es nichts gibt, worauf wir uns stützen können, ausser unserm Bewusstsein.
Da jedoch unsere Eigenwahrnehmung als "ich-ego-körper-mensch" genauso diesem Zweifel unterliegt, bleibt dem Bewusstsein keine andere Existenzgrundlage als "Geist-Welt".

Diese Welt ist jedoch für unser Welt-Bewusstsein nur schwer zu erfassen.

Wer kann schon ohne Zeit und ohne Raum denken?--Niemand.

Wir können nur bewerten, was uns hier in der Welt-Welt spanisch vorkommt.
Dass zB in der Meditation (SCHLAF!!!) kein Zeitbegriff herrscht und jegliche Zeiteinschätzung nur von Körperfunktionen bestimmt wird (der Fuss schläft ein, der Magen grummelt oder wir haben genügend geschlafen)
Dass wir im Schlaf Welten (Räume) verlassen, in Welt-sekundenbruchteilen Jahre erleben.....und dennoch scheint es uns IM SCHLAF meist sehr real.
Surreal ist es immer nur, wenn wir wieder aufgewacht sind, wenn wir aus DIESER Welt darauf blicken... :-D

Theo, ich GLAUBE an einen Heinz. Ganz fest. Aber ich bin nicht in der Lage, Dir zu sagen, ob er vorher oder nachher oder parallel zu mir lebt.
Wahrscheinlich ist es eh nicht von Bedeutung.

Für unser LEBEN hier jedoch habe ich daraus einige interessante Dinge ziehen können:

Es gibt nur ein Jetzt.
Vergangenheit ist nur Erinnerung, Zukunft nur eine Erwartung.

Solche Dinge sind es, die in ihrer einfachen Ausdrucksweise so viel bedeuten.

Wir können die immaterielle Welt nicht erdenken. Wir können sie nur erleben, SO wie wir aus ihr kommen.

ich mache mir also keine (wenig) Gedanken über das "wie" jener Welt, sondern über das "IST??" DIESER Welt. Daraus versuche auf das "IST??" der immateriellen Welt zu schliessen und versuche, sie auf dieser Basis in meinem Er-Leben zuzulassen.

Grüssle

Frank

P.S.: jetzt ist aber bei mir... :durchdreh: eh!

Theo
27.05.2009, 16:40
Hallo Frank,


Wir müssen hierzu definieren, was "Existenz" und "Realität" bedeuten soll, was im Gegenzug "Illusion" wäre, wo unsere Wahrnehmung, wo unser Wertesystem und unser Be-wertungssystem einzuordnen sind und schliesslich müssen wir uns über einige andere Eckdaten von "Urquellen" unterhalten.


Ist das so? Ich bin der Meinung, dass wir das nicht müssen, denn ich denke, das wissen wir schon. Also lass uns auch auf dieser Ebene weitermachen.


Wenn wir dies tun, müssen wir theoretisch unseren Zweifel bis zur letzten Konsequenz fortsetzen:
Wir stellen die Materie in Frage, deren Wahrnehmung, Realität, unsere Welt, uns selbst, unser Denken, unsere Emotionen usw....bis hin zum nichts, wo sich gar der Zweifel selbst auflösen muss, weil es für NICHTS mehr eine Grundlage gibt.
Auch nicht für Heinz. Da hast du recht.


Das ist destruktiv.
Nur, weil unsere Wahrnehmung nicht ausreicht, das Gesamtbild zu überblicken, wir also nur aus unserer "Ausstülpung" heraus resümieren, bedeutet das nicht, dass die Erkenntnis diesen Zustandes auch den Schluss erzwingt, das hinter dieser Illusion (Materie, Wahrnehmung, Denken, Emotionen, etc...) das NICHTS als Grundlage und letzte Wahrheit steht. Im Gegenteil!


Es gibt jetzt aber ein nicht auszuräumendes Argument des Herrn Descartes:
"ich denke, also bin ich"


ich musste mir Kürzlich etwas sagen lassen, und das gebe ich jetzt mal wieder: Das ist eine unbewiesene Theorie... :D


Da alle anderen Betrachtungen über Realität scheitern müssen, wenn wir die Angreifbarkeit unserer Wahrnehmung zugrundelegen, wird klar, dass es nichts gibt, worauf wir uns stützen können, ausser unserm Bewusstsein.
Da jedoch unsere Eigenwahrnehmung als "ich-ego-körper-mensch" genauso diesem Zweifel unterliegt, bleibt dem Bewusstsein keine andere Existenzgrundlage als "Geist-Welt".


Ich kann, wie oben schon gesagt, diese Ableitung nicht als Alleingültig stehen lassen, uns bliebe somit als Existenzgrundlage nur die "Geist-Welt".
Das ist nur die einzige Dir logische Möglichkeit, weil Dir keine andere Option bekannt ist. Das bedeutet doch aber nicht, dass es keine andere Option gibt, oder?


Es gibt nur ein Jetzt.
Vergangenheit ist nur Erinnerung, Zukunft nur eine Erwartung.


Wie ich in meinem vorherigen Beitrag schon begründet habe, ist auch das nicht zwingend wahr. Allerdings normalerweise als Einziges wahrnehmbar...

LG - Theo

Roadrunnerfn
27.05.2009, 18:51
Hi Theo,

LOL--Du überforderst mich!
Bist Du Dir ganz sicher, daß dies "plötzlich über Dich gekommen ist" oder studierst Du es nicht vielleicht doch heimlich?
Also ich hab das nicht so schnell alles eingeordnet bekommen....tststs...

Zur Sache:


Ist das so? Ich bin der Meinung, dass wir das nicht müssen, denn ich denke, das wissen wir schon. Also lass uns auch auf dieser Ebene weitermachen.

Nun ja-----auf WELCHER Ebene?
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Begriffe wie Existenz oder Realität so persönlich geprägt sind und ihre Bedeutung unterschiedlich definiert wird (unter anderem deshalb, weil unterschiedliche Definitionen durchaus legitim sind....), daß es durchaus sinnvoll scheint, sich im Vorfeld darüber zu unterhalten.
Das muss ja jetzt nicht in Lexikon-Form alles aufs mal sein.


Das ist destruktiv.

Nein, es ist essentiell. Es ist zwar im Zweifelsfall nur meine Meinung und somit diskutierbar, aber ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Mensch einmal im Leben sehen sollte, dass das System, auf welches wir uns i.d.R. stützen, bis ins kleinste Detail unzuverlässig ist.


Nur, weil unsere Wahrnehmung nicht ausreicht, das Gesamtbild zu überblicken, wir also nur aus unserer "Ausstülpung" heraus resümieren, bedeutet das nicht, dass die Erkenntnis diesen Zustandes auch den Schluss erzwingt, das hinter dieser Illusion (Materie, Wahrnehmung, Denken, Emotionen, etc...) das NICHTS als Grundlage und letzte Wahrheit steht. Im Gegenteil!

Eben--dass Du mich da nicht falsch verstehst. Die Verneinung der materiellen Welt ist eine Extremauslegung, die ich aber benötige bzw benötigt habe, um zum einen die Unzuverlässigkeit der "Welt" zu erkennen und im Gegenzug zu erkennen, daß bei aller Verneinung und bei allem Zweifel ein unzweifelhaftes ETWAS da sein muss. Nicht als materielles Etwas, sondern als Ur-Etwas.

Das ist eine unbewiesene Theorie... :D

Ich hoffe, dass das nicht von mir kommt. Ich wäre ja besoffen gewesen!
Mir scheint, in diesem Spruch liegen zwei Betrachtungen.
Die eine ist: Ich bin Mensch, ich bin hier, ich kann denken.
die andere: die Tatsache der Wahrnehmung beweist Existenz. Im weitesten Sinne.
Nicht als Mensch oder Gegenstand oder wie auch immer. So wie ich Raum und zeit für untrennbar verknüpft halte, erscheint mir Existenz und Wahrnehmung untrennbar verknüpft.
keines kann ohne das andere "sein". Sie gehen auseinander hervor.
Und das betrifft auch uns. "Welt" und "Leben" und "Menschsein" geht auseinander hervor.
Es ist fürchterlich schwierig, weil speziell hier beim Tippen sehr leicht Begriffe durcheinandergeraten.
Aber zurück zur Sache. Descartes Ausspruch ist in meinen Augen keine unbewiesene Theorie sondern das erste kausale Axiom, dem wir uns unterwerfen müssen, wollen wir uns mit der Welt befassen.

Ich kann, wie oben schon gesagt, diese Ableitung nicht als Alleingültig stehen lassen, uns bliebe somit als Existenzgrundlage nur die "Geist-Welt".
Das ist nur die einzige Dir logische Möglichkeit, weil Dir keine andere Option bekannt ist. Das bedeutet doch aber nicht, dass es keine andere Option gibt, oder?

Wir können auch alles zwischen dem materiellen Sein und einer "Urkraft" weglassen, nennen das weggelassene "Seele" und die Urkraft "Gott", beten zu einem Kreuz und küssen einem bunt gewandeten Kasper den Fingerring.
Nein--Spass beiseite.
Die Grund-Problematik hierbei ist, daß wir nur bezüglich unserer Welt-Erfahrungen und Welt-Wahrnehmungen ableiten können. Alles andere folgt diesen Argumentationen nicht. Es gelten andere Spielregeln.

Aber für diese unsere materielle Welt bin ich durchaus und auf sicheren Standbeinen in der Lage folgende Aussage zu treffen:
ALLES was wir wahrnehmen (auch uns selbst) ist subjektiv.
Damit ist NICHTS was wir wahrnehmen als absolut anzusehen, ALLES ist relativ.
Auf eine mathematische Logik reduziert bedeutet dies, daß absolute Realität eine Wahrscheinlichkeit von lim0 hat.
Das bedingt aber, daß relative Realität oder Subjektivität eine Wahrscheinlichkeit von lim∞ hat.
Es ist also ALLES, was wir betrachten, mit höchst anzunehmender Wahrscheinlichkeit anders.
***LACH!
Was BLEIBT mir anderes übrig, denn als LETZTE logische Konsequenz die Flucht in einen Ursprung zu nehmen, der nichtkausal und nichtlogisch ist.
GEIST-Welt eben.

So wie die Naturwissenschaft einen Urknall benötigt, benötigen wir für unser subjektives Sein einen Anfang. Das oben genannte Axiom.
Ich denke, also bin ich.
DAMIT betrete ich die kausale Welt.
ZUVOR gilt KEINE Logik. Eine Geist-Welt, die sich unserem VERSTAND völlig entzieht.
Es bleibt also wirklich und wahrhaftig keine "Wahrheit" im ursprünglichen Sinne in der materiellen Welt.
Sie HAT evtl. eine Wahrheit, aber sie BILDET keine! Sie KANN es nicht.
Das ist keine Meinung, das ist konsequente Logik.
Die materielle Welt stirbt an ihrer eigenen Logik.
Logik aber hat auch eigene Charakteristika, und dieselben stammen aus den verschiedenen Sichtweisen derer, die sie anwenden.

und nun wird es völlig verquer:
Dennoch hat die materielle Welt ihre Existenz: wir leben ja darin, egal, ob sie nun absolut real oder Illusion ist...wir LEBEN darin.
Wir können nichts davon beweisen, aber wir stehen UNS als eigener Beweis unserer selbst gegenüber.
Das ist ja das faszinierende am Ego-SEIN, an der Individualität. Sie scheint uns selbstverständlich, sie arbeitet mit Illusionen und beweist doch durch sich selbst einen Weltenursprung, der sein MUSS, um Ego selbst sein zu können.

Wie ich in meinem vorherigen Beitrag schon begründet habe, ist auch das nicht zwingend wahr. Allerdings normalerweise als Einziges wahrnehmbar...

Die Betrachtung vom "Jetzt" ist für mich ein Vorgang, der sich im Übergang befindet.
"Vorher", "Nachher", "Jetzt" sind Zeitbegriffe, die nur Gültigkeit haben können, wenn wir eine zeitliche Dimension anlegen.
Das können wir aber nur in dieser, unserer Welt.
"Jetzt" hat aber zwei Bedeutungen.
In der zeitgebundenen Welt ist es der momentane Zustand.
In einer zeitlosen Welt KÖNNTE es ein Wort sein (man braucht "dort" keine Worte...), um Existenz in eine Zeitwelt hinüberzutragen.
"Jetzt" als Wahrheit von Existenz sozusagen...also, das ist jetzt SEHR abgehoben
Ich mache deshalb lieber einen Schwenk ins Spirituelle:
"Jetzt" ist ein Begriff, der wunderschön er-lebbar ist.
Wenn sich "Jetzt" spirituell offenbart, ist das für mich eine sehr bodenständige Erfahrung. etwas sehr Grundsätzliches und sicheres.
Aus dem Begriff "Jetzt" fliesst mir, wenn ichs drauf anlege, ungeheuer viel SEIN zu.

Grüssle

Frank

barbara seiler
27.05.2009, 20:43
Meine Herren!:)

Da habt ihr ja wieder viel geschrieben...:p

@vergangene Leben: Ich sehe es ähnlich wie Frank - da gibt es Verbindungen, bei der Frage aber: was war vorher, was ist nachher, was ist gleichzeitig, da krieg ich regelmässig den schönsten Hirnsalat. Nach Einstein gilt ja: "vorher-nachher" ist immer nur gültig in Bezug auf eine bestimmte Person, in Bezug auf eine bestimmte Perspektive. Verschiedene Personen haben verschiedene Vorhers-Nachhers, und alle haben aus ihrer Perspektive recht. Ein Thema, mit dem wir uns praktisch vermutlich erst dann werden auseinander setzen müssen, sobald interstellare Reisen möglich werden... was noch eine Weile dauern dürfte.

Jetzt scheint mir der richtige Moment zu sein, wieder mal mein geliebtes Schema hervorzuholen:

http://img392.imageshack.us/img392/9049/dualittpolarittyinyangvv0.jpg

3/4D, die Raumzeit, die Welt, das ist das Beige unten, die Erde. Die Geist-Welt, das ist oben - das Nichts, das aber auch gleichzeitig Fülle ist, das reine Potenzial, das Wu-Shi.

Das Schema ist natürlich grob vereinfacht, da es zwischen 3/4-D und dem reinen Potenzial noch eine Menge Zwischenstufen hat... zum Beispiel käme noch jene Welt dazwischen, in der Gedanken und Emotionen und abstrakte Begriffe wie "Kommunismus" oder "Buddhismus" oder "Marktwirtschaft" als Wesen oder Energieformen leben.

Jesus, der alte Lehrer, hat das Ganze wieder mal perfekt auf den Punkt gebracht: "Ihr seid in der Welt (=materielle Realität), aber nicht von der Welt..."

liebe grüsse
barbara

Theo
27.05.2009, 20:58
Hi Frank,
Ich freue mich ausserordentlich über diese „Diskussion“! Bisher waren das wirklich reizvolle Gedankenspiele!

Bist Du Dir ganz sicher, daß dies "plötzlich über Dich gekommen ist" oder studierst Du es nicht vielleicht doch heimlich?

Ja, ich bin mir sicher :durchdreh:
Aber was wir hier diskutieren dient mir sehr bei meiner eigenen Erkenntnisfindung.
Ich will jetzt nicht nochmal alles „/<quote-und-Zitat-und </quote „ und jeden einzelnen Punkt bestätigen oder widerlegen, denn ich schätze, wir haben ungefähr die gleiche Meinung, nur bin ich vielleicht zu krass…
Du hast etwas ganz Entscheidendes geschrieben, und zwar, dass wir nur von unserem eigenen Standpunkt aus urteilen können.
Genau das ist m.E. der Knackpunkt und die kleine Differenz zwischen uns.
Und Du leitest daraus sehr logisch ab, was Du geschrieben hast. Du hast also mit allem Recht.
Von Deinem Standpunkt aus.
Ich versuch mal etwas zur Verdeutlichung:
Es ist, als wenn wir ein Foto betrachten. Alles sieht aus wie echt, aber letztlich ist es nur zweidimensional. Von wo aus ich das Foto auch betrachte, es sieht immer gleich aus. Die Dinge sind in ihrer Dreidimensionalität zwar abgebildet, bleiben aber zweidimensional. Die dritte Dimension fehlt obwohl man sie sieht und die vierte fehlt komplett.
Wären wir jetzt Teil des Bildes (ich weiss das ist Quatsch, es soll nur zur Verdeutlichung dienen) hätten wir zwar eine Ahnung von räumlicher Tiefe, aber letztendlich könnten wir nur die erste und zweite Dimension verstehen, denn mehr gäbe es für uns nicht. Die Dritte könnten wir irgendwie sehen, denn sie wurde ja mit abgelichtet, aber wir könnten sie keinesfalls begreifen. Und Zeit als vierte Dimension wäre uns völlig unbekannt und unerklärlich und nichtexistent.
Wir müssten sozusagen unseren Kopf aus dem Foto herausheben um wenigstens schon mal die räumliche Tiefe zu erkennen und die Zeit zu erahnen.
Und ich schätze, genauso müssten wir unser Bewusstsein in die nächste Ebene bringen, um die unsere objektiv betrachten zu können und um die nächsthöhere „Dimension“ (dieses Wort in Ermangelung eines Besseren) zu verstehen.
Das wiederum schmälert aber doch nicht die vier Dimensionen in denen wir uns bewegen und an die wir augenscheinlich gebunden sind. Warum sollte es außerhalb dieses Konstrukts nur Leere geben? Weil wir das, was dort ist, für uns nicht begreifbar ist? Das, muß ich gestehen, verstehe ich nicht. Eigentlich sollte doch wohl das Gegenteil der Fall sein, oder? Wer sagt denn, dass diese nächste „Dimension“ (oder Ebene) nicht das Gleiche ist, was wir hier als „grosses Bewusstsein“ bezeichnen?
Wenn man versucht, die Welt aus dem (für uns ja eigentlich unmöglichen) Blickwinkel der nächsten Ebene zu betrachten, ist es auch verständlich, sogar selbstverständlich, dass es Dinge gibt, bei denen wir an unsere Grenzen stossen, weil sie ja mit unseren vier Dimensionen nicht abbildbar sind. Aber das führt doch nicht dazu, dass alles, was wir sind und wahrnehmen Illusion ist!
Es heisst für mich nur, dass die bei uns gültigen natürlichen Gegebenheiten und Gesetzmässigkeiten in einer höheren Ebene vielleicht nicht oder anders gültig sind, als in dieser. Das gilt auch und vor allem für die Zeit und würde damit auch den Teil deines Beitrages plausibilisieren, bei dem Du "ins spirituelle geschwenkt" bist, oder?

Aber mindert das denn unseren Wert? Nein, ich denke nicht. Es ist ja kein Problem, dass wir da SIND wo wir SIND. Vielleicht gibt und gab es ja sogar Menschen, die es schafften, dahin zu kommen, wovon ich rede. Und das diese dann schon einen sehr aussergewöhnlichen Erkenntnishorizont haben, ist offensichtlich.
Liebe Grüße - Theo
P.S. Wenn ich mir das so durchlese, was ich eben geschrieben habe, glaube ich, ich habe mich grad selbst überholt…:eek:

Theo
27.05.2009, 21:06
3/4D, die Raumzeit, die Welt, das ist das Beige unten, die Erde. Die Geist-Welt, das ist oben - das Nichts, das aber auch gleichzeitig Fülle ist, das reine Potenzial, das Wu-Shi.


Grins... Hallo Barbara, da warst Du schon fertig, als ich noch geschrieben habe...

Ich musste eben sehr grinsen: Was bitte heisst WU-SHI??

Mich macht das Ganze hier ziemlich WU-ScHIg ! :kaputtlach::lachweg:

Sei nicht böse über meine Unkenntnis, den musste ich jetzt einfach loswerden! Das war jetzt wirklich nicht ernst gemeint.

Ganz liebe Grüße - Theo

barbara seiler
27.05.2009, 21:20
ja, wenn du wuschig wirst, so hast du es gut erfasst, worum es geht.:foehn:

es bläst dir erst das Hirn raus, dann verstehst du nicht mehr, und am Schluss merkst du, dass es doch ganz einfach war. Genauso wie du es erlebst, wenn auch nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge.

im Diagramm *nach oben zeig* ist der weisse Kreis das Symbol für das Wu-Shi. Englisch "nothingness". Griechisch-Biblisch "pleroma", also "Fülle"... halt eben, reines Potenzial, das (noch) nicht manifestiert ist, sondern formlos. Wo alles möglich ist... eben. Du weisst ja, worum es geht.;)

apropos, so wilde Assoziationen nehm ich grundsätzlich sehr ernst... meist steckt in denen eine Menge Wahrheit.

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
27.05.2009, 21:38
Hallo Theo,

ja, ich denke, Du liegst ganz richtig, wenn Du zwischen uns weitestgehende Einigkeit ansetzt.
Die geht sogar noch weiter, als Du im Moment denkst.

Denn natürlich sehe ich nicht NICHTS hinter der Illusion der Welt. (das war nicht immer so)
Im Gegenteil, diese "Auflösung der absoluten Realität" ist für mich DER Brückenschlag geworden, spirituelle Welten anerkennen zu können.
Meine sicher geglaubte materielle Welt musste erst durch ihre eigene (die ihr eigene) Logik zu Bruch gehen, damit ich sehen konnte: es ist noch mehr da!

Glaub ja nicht, dass das einfach war!
Ich bin 37 Jahre aufgewachsen in der festen Überzeugung daß es eine richtige, wirkliche, absolute und unumstössliche Realität gibt. Unabhängig von mir!
Ich hab nie was anderes gedacht!
Warum sollte ich auch?
Lange habe ich auf einen Gott gehofft, der hat mir nie geholfen.
Entäuscht war ich! Quelle liefert im 24h-Service.
Mein Gott hat nie was geliefert, obwohl ich es hundert mal verlangt habe :o
Am Ende ging das so weit, daß ich zum Atheisten wurde!

Wohl dem, der die Vorzüge einer erweiterten Weltsicht geniessen darf!
MEINE Welt war erst mal zerbrochen.
Und ich habe sie zusammenflicken müssen in den letzten 2-3 Jahren. Ich habe erst wieder sehen müssen, wo wir sie hinstecken können, diese materielle Welt. Dass sie eine Daseinsberechtigung hat, auch wenn sie im Verdacht steht, NICHT absolut real zu sein.
Ich musste lernen, MICH irgendwo hinzustecken
einzuordnen
Und das ist noch nicht abgeschlossen--beileibe nicht!

Es gibt Hochs und Tiefs, mal bin ich seh bei mir, mal ausser mir, was mir allerdings immer weniger gefällt.
Momentan sind die Zeiten schwierig, der Albdruck der wirtschaftlichen Lage lastet auf dem Gemüt und und überdeckt alles mit einem bitteren und zornigen Schleier.
Hier hilft die "spirituelle Routine" der letzten Monate, man versucht, Dinge auszublenden, nicht auf morgen hinzuängstigen, sondern JETZT zu leben und demütig zu ertragen.
Und man lernt an solchen Beispielen, daß es viele gute Ansätze in den Ritualen der Religion gibt. Das Negativum liegt nicht in ihnen selbst, sondern in deren Misbrauch durch die Kirchen.
Es zeiht mich sogar in die Kirche. Nicht in den Gottesdienst, sondern an den Ort. In die Umgebung, in die Ruhe.

Ich meine sogar, GLAUBEN wiedergefunden zu haben. Nicht den Christlichen oder den Buddhistischen, keine Konfession.
Sondern GLAUBE vor dem Hintergrund, nicht wissen zu können.

Grüssle

Frank

Theo
27.05.2009, 21:54
Hallo Frank,

wäre es nicht erstrebenswert, diesen "Glauben durch Nicht-Wissen" durch "Wissen" zu ersetzen?

Liebe Grüße - Theo

Roadrunnerfn
27.05.2009, 22:05
Wissen nur im Sinne von "erlebt-ich weiss es daher."
"kopf-Wissen" kann ich mir nicht vorstellen, denn die Welt, die ich nun im Moment vermute, offenbart sich nicht durch "kopfen".

Sie offenbart sich immer, wenn ich das verkopfte zurückfahre!

Das ist der einzige Mechanismus, den ich bisher feststellen konnte.
Alles andere ist wunderbar!
Unbeschreiblich.

Und da es nicht "daherdenkbar" ist, glaube ich halt daran.
Und ich glaube zu wissen, dass ich nicht wissen kann, was ich glaube....mmmpfff.

Grüssle

Frank

barbara seiler
15.07.2009, 17:22
Hi zusammen

"Kopf gegen Bauch" habe ich im Moment stark beim Thema:

die grundsätzliche Unkontrollierbarkeit des Lebens.

und damit hängt zusammen: das Vertrauen, dass es schon gut kommen wird, wenn ich meine Arbeit mache. Oder die Angst, dass es nicht so sein wird. und damit komme ich wiederum auf meine Existenzängste.

Ich finde es im Moment alles andere als einfach, muss ich sagen...:sturm:

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
15.07.2009, 18:47
Hallo Barbara,

ich weiss, wie das ist.
Vor allem weiss ich, wie das Kopfgefühl ist.
Weil unser Kopf irgendwie immer suggeriert, daß Gefahr im Verzug ist.:donnerw:

Du weisst, daß ich Herrn Hawkins manchmal auch sehr kritisch gegenüberstehe, aber hier finde ich seine Aussagen zu Ängsten, woher sie kommen und wie wir sie beseitigen können, einfach sehr klasse.:nicknick:

Und wenn nichts mehr hilft, dann setz ich mich in den Schneidersitz und meditiere.
Leider klapp es nicht immer, aber ich beginne mit ruhigem Atmen und versuche, am ende gelöst zu sein.
Gedanken, die mich stören, betrachte ich kurz intensiv, und dann verschwinden sie.
Oft sitze ich da und erreiche gar nicht so ein Schwebegefühl oder so...aber dennoch scheint alles irgendwie weit weg und ich beschränke mich auf einen ganz seltsam anmutenden Raum, in welchem nichts ist, Platz für alles scheint und der irgendwie aus nichts zu bestehen scheint als ruhigem Atmen.

Und Du magst mich für balla erklären lassen...ich behaupte, daß sich auf diese Weise schon das Wetter geändert hat.:sstrahl:
Und die Auftragslage in der Firma.:hacken:
Nicht, weil ich gewaltsam etwas (viel) WOLLTE sondern weil ich tief in mir gewünscht habe, etwas zu bekommen, womit ich zufrieden bin....und diese kleinen Wünsche wurden schon oft erfüllt.

Weisst Du, wenn alle von Krise reden, ist es schwer, das Universum von "Kriseneinflüssen" zu reinigen.
Wir tragen sie in unseren Gedankenecken mit uns herum.

Zusammen mit unseren Ängsten ergibt das eine bittere Suppe.:wuerzen:

Barbara, was fehlt ist Vertrauen.
Vertraue Dir.
Bekämpfe nicht den Sturm. Solange Du das versuchst, wird er existieren und dir gegen die Richtung blasen.
Lass den Pfosten los an dem Du Dich klammerst (siehe Dein Smilie), in der festen Überzeugung dass der Sturm nicht existiert oder nur eine eingeschränkte Wahrheit (WIRK-lichkeit) hat.:windig:
Suche die Sturmstärke in Dir und glaube daran, daß Du sie regeln kannst.

Grüssle

(der im Wind stehende) Frank

barbara seiler
15.07.2009, 20:59
Hi Frank!

Interessanterweise hilft es, hier auf dem Forum zu schreiben. Ziemlich regelmässig, wenn ich hier etwas losgeworden bin, verändert sich etwas... ich hab nun endlich dieses Telefonat gemacht, und zwar mit Leichtigkeit und Grazie, das ich schon lange vor mich hergeschoben hatte.

aber hier finde ich seine Aussagen zu Ängsten, woher sie kommen und wie wir sie beseitigen können, einfach sehr klasse.http://www.spiriforum.net/forum/images/smilies/%7Emore1/smilie_nicknick.gif

Das finde ich auch!
Ebenso seine Übungen und Ideen, wie man diesen Ängsten auf eine neue, andere Art begegnen kann. sodass es irgendwie passiert, dass sie auf einmal gar keine Ängste mehr sind.:)

Nicht, weil ich gewaltsam etwas (viel) WOLLTE sondern weil ich tief in mir gewünscht habe, etwas zu bekommen, womit ich zufrieden bin....und diese kleinen Wünsche wurden schon oft erfüllt.

ja, ich sehe, was du meinst... und ich spüre auch immer öfters, wie sich Dinge ergeben, die von Anfang an stimmig sind - und solche wo ich auch von Anfang an weiss, das nichts draus wird.

Und dann gibts die Zeiten, wo mein Ego unbedingt etwas haben will, doch tiefer drin ist das Bedürfnis ganz anders - und Ego hampelt wild rum und versteht die Welt nicht mehr.

Lass den Pfosten los an dem Du Dich klammerst (siehe Dein Smilie), in der festen Überzeugung dass der Sturm nicht existiert oder nur eine eingeschränkte Wahrheit (WIRK-lichkeit) hat.

also wenn ich schon einen so genialen Sturm hab, nehme ich einen Fallschirm und gehe mit dem Sturm fliegen. :fliege:

Und ich hab Mathe gelernt, das hat auch was Gutes, das benötigt so viel Konzentration, das beruhigt ungemein... und hat diese kristallklare Präzision, was auch sehr schön ist.

Ich hab allerdings gemerkt, dass ich Funktionen, Vektoren, Winkelfunktionen, Logarithmen und Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht in allen Details in zwei Stunden erarbeiten kann. :haufen:Aber ich hab mich wieder an viel erinnert und glaub auch diverse neue Dinge dazu gelernt, die ich bisher noch gar nie wusste.

grüsse, barbara

barbara seiler
17.07.2009, 09:48
Nicht, weil ich gewaltsam etwas (viel) WOLLTE sondern weil ich tief in mir gewünscht habe, etwas zu bekommen, womit ich zufrieden bin....und diese kleinen Wünsche wurden schon oft erfüllt.

das ist einer zum Aufhängen und immer wieder vor sich hinsagen... bis auch ich es begreife und nicht wieder vergesse.

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
17.07.2009, 10:13
Wobei in diesem Satz auch mein Problem mit der Sache zum Ausdruck kommt:
es sind doch auch die kleinen Wünsche, die "Gewinn" im weitesten Sinne darstellen.

Aber ich denke, daß es hier einen "rein"-ethischen Unterschied gibt zwischen dem Raffzahngewinn und dem "so-bin-ich-zufrieden"-Gewinn.
Wobei diese Suppe nicht nur diese Zutaten braucht, sondern auch einen Koch, der sich mit weniger zufrieden geben KANN.

Wie viele Menschen sind raffgierig und sich keiner Schuld bewusst, eben weil sie durch Unzufriedenheit getrieben werden.

Vielleicht liegt auch hier der Schlüssel:
Nicht ein Maß an Materiellem für die Zufriedenheit zu definieren, sondern die Gabe zu sehen, mit Wenigem zufrieden zu sein. Diese Gabe zu stärken, sie zu leben und sie zu geniessen.

Auch das hat viel mit "Loslassen" zu tun.
Wir müssen unsere eigenen Ansprüche loslassen. Z.B. reich zu werden..:D
Wir müssen die Vergleiche mit anderen loslassen.
Wir müssen das Unwerte loslassen, welches uns mit Chromglanz blendet.

So wie Ärger oder Freude nicht in den Dingen steckt, sondern die Dinge nur Katalyator sind, um diese Gefühle in uns auszulösen, genauso funktioniert "Loslassen"
Nur wenn wir erkennen, welches die unwerten Werte sind, an die wir uns klammern, nur dann können wir die kleinen Diamanten in dem grossen Strasshaufen finden.

Und besonders bemerkenswert finde ich, wie man dazu kommt:
alleine der Verdacht, daß auch das Streben nach diesem "Kleingewinn" schädlich sei, hilft mir, in der Meditation loszulassen. Die Überzeugung, daß diese kleinen Gewinne "mein Zugewinn" sind; der "mir zu-stehende" Gewinn.

Der Gewinn, der DA ist, ohn daß ich ihn auf dem Rücken anderer generieren muss.


Grüssle

Frank

barbara seiler
17.07.2009, 10:27
Hallo Frank

ich hab da vor allem herausgehört: finde heraus, was dir wirklich wichtig ist.

Ego kommt, auf alle Fälle bei mir, immer noch in schönster Regelmässigkeit mit Dingen hervor, die "man" angeblich "muss". "Man muss viel arbeiten". "Man muss das Brot im Schweisse des Angesichts verdienen". man muss dies, man muss das.... man muss man muss man muss.

Und da ist es wichtig, wenn ich immer wieder aus diesem Hamsterrad des "man muss" heraustrete und an jenen Ort gelange, wo es ruhig und still und beständig heisst "ich will und ich wähle, und so ist es." - und ich höre auf damit, mich selbst daran zu hindern, dass das zu mir kommen darf, was zu mir kommen soll.

Ich erfahre immer wieder, dass das Akzeptieren des "So ist es" mir ein Mass an Überfluss bringt, das ich selbst mir nie hätte vorstellen können... doch das kann erst kommen (und ist nie berechenbar, immer ein Geschenk, immer Gnade), wenn ich vollständig darauf verzichte, aus dem Ego etwas zu wollen.

Dennoch, jedes Mal, wenn eine ähnliche Situation neu vor mir steht, ist es wieder schwierig, und ich habe Tendenz, in Ego-Muster zu fallen, die nicht auf das "so ist es" hören. Sondern ihren eigenen Kopf durchsetzen wollen.

Ebenso ist mir in letzter zeit bewusst geworden, dass ich wohl zu jenen Menschen gehöre, die überdurchschnittlich viel Selbstzweifel haben... und ich frage mich grad, was das bedeuten soll und was ich damit anfangen könnte.

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
17.07.2009, 17:11
Das scheint unser Fluch zu sein:
Selbstzweifel treiben uns immer wieder zu der Frage, was wir denn mehr, besser oder anders machen könnten, um etwas (oder jemanden) zu erreichen.

Ich setze dazu (ganz unbescheiden) ein gewisses Maß an Intelligenz voraus. Aber auch Reflexionsvermögen.

Will heissen, die Denkmaschine muss laufen können! Und sie hat auch Treibstoff: Angst, Sorge, Ungeduld.

Dabei kann es so einfach sein.
Wir stehen am Tisch, an dem Kuchen und trocken Brot verteilt wird.
Alles, was wir tun müssen, ist uns den Kanten trocken Brot zu angeln, bevor die Meute sich beim Kampf um das grösste Stück Kuchen zerfleischt und mitsamt dem Kuchen, dem Brot, dem Bäcker, dem Tisch und dem Geschirr in den Dreck geprügelt hat.
Vielleicht ist es in DIESER Situation leicht, zu sehen, dass das saubere und durchaus auch schmackhafte Stück Brot eine göttliche Gabe ist und daß man selbst der grosse Gewinner ist.
Aber der Weg dorthin ist schwer zu sehen (nicht mal schwer zu begehen...wer ihn sieht, wandelt mit Leichigkeit...).

Vielleicht braucht es auch weniger Selbstzweifel, um zu sehen, daß wir Dinge NICHT brauchen.
Vielleicht müssen wir uns unserer selbst sicherer werden, um fest darzulegen, was wir eigentlich möchten und brauchen.

Vielleicht ist unser zum Teil wirres und verfahrenes Leben nur ein Ausdruck unserer Unfähigkeit, stets bedacht einen Fuss vor den anderen zu setzen.
NICHT zu eilen.
NICHT zu kämpfen.
NICHT zu sorgen.

Das würde heissen, wir müssten damit beginnen, unser gscheites Gespräch von hier in unser Leben zu tragen...also...noch MEHR.


Grüssle

Frank

barbara seiler
17.07.2009, 19:22
Hi Frank

Selbstzweifel treiben uns immer wieder zu der Frage, was wir denn mehr, besser oder anders machen könnten, um etwas (oder jemanden) zu erreichen.

ich hab im Moment eher die von den grundlegenderen Sorten, à la "du bist grundsätzlich unfähig, nichts wert und zu blöd zum atmen". irgendwie wärs :D wenn ich dabei nicht ständig :krank: und :aaah: und :schock: und:zklapper:hätte.

Mein Kopf weiss ganz genau, dass das alles Unsinn ist, der Rest des Körpers, vor allem die Bauchgegend, findet das aber sehr überzeugend. Nun, ich gewöhn mich so langsam daran, sogar das geht, stelle ich fest...

Alles, was wir tun müssen, ist uns den Kanten trocken Brot zu angeln, bevor die Meute sich beim Kampf um das grösste Stück Kuchen zerfleischt und mitsamt dem Kuchen, dem Brot, dem Bäcker, dem Tisch und dem Geschirr in den Dreck geprügelt hat.

ich mag Kuchen. Und ich muss nicht darum prügeln. Ich kann ja den Bäcker einfach fragen, was ich tauschen kann gegen ein Stück Kuchen... bei dem ganzen Kampf ist das Risiko eh gross, dass der Kuchen in der Hitze des Gefechts zu Boden fällt und auf ihm herumgetrampelt wird, da hat niemand was davon.

Sonst bleibe ich einfach bei mir, in meiner Mitte, tu was getan werden muss - und tanze mit all dem, was kommt.

Das würde heissen, wir müssten damit beginnen, unser gscheites Gespräch von hier in unser Leben zu tragen...also...noch MEHR.

jetzt bau dir doch nicht gleich wieder Leistungsdruck auf. ;)
Du tust bestimmt all das, was du tun kannst, und das muss reichen.

grüsse, barbara

barbara seiler
22.04.2010, 20:08
einer, der seinem Bauch vertraute:

Hoch lebe Stanislav Petrow!

http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/7601/der_mann_der_den_dritten_weltkrieg_verhinderte.htm l

grüsse, barbara:rakstart: