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Hallo Allerseits,
Ich lese seit einigen Tagen in diesem Forum und habe mich nun entschlossen, einen Beitrag zu starten.
Bevor ich meine Situation schildere, möchte ich mich kurz vorstellen: ich bin kurz vor 40, habe eine Frau und zwei Kinder, bin beruflich viel unterwegs und habe seit einiger Zeit das Gefühl, ich werde verrückt.
Dadurch, daß ich soviel in verschiedenen Orten übernachte, passiert es mir ab und zu, daß ich Morgens aufwache, und überhaupt keine Checkung habe, wo ich bin. Neuerdings tritt auch der sehr angenehme Zustand auf, dass ich auch nicht weiß, wer oder was ich bin. Leider immer nur sehr kurz, dann „bootet“ mein System wieder korrekt und der Tag kann beginnen.
Bis ich vor ungefähr acht Wochen aufgewacht bin und das Gefühl hatte, das erste Mal WIRKLICH aufgewacht zu sein. Ich bin mitten in der Nacht aufgestanden und war mir das erste Mal bewusst, das ich BIN. Es hat gekribbelt und ich hätte vor Glück schreien können. Und ich bin alles andere als ein impulsiver Mensch. Als hätte ich die letzten 39 Jahren in einer Hülle gelebt, oder so. Ich finde das jetzt schwer zu beschreiben, aber das trifft es einigermaßen. Es ist nicht so, als hätte ich bisher nicht gewusst, das ich existiere. Ich habe ein abgebrochenes Studium hinter mir und 13 Jahre Selbstständigkeit, ich hatte eigentlich immer das Gefühl, ich hätte mein Leben ganz gut im Griff. Und dann wache ich auf.
Seitdem hat sich mein Leben unglaublich verändert. Ich kann alles ganz anders betrachten. Ich finde es nicht einfach die richtigen Worte zu finden. Ich habe seitdem eine viel größere innere Ruhe. Ich bin ausgeglichen und dauerhaft zufrieden. Sozusagen glücklich. Und das, obwohl meine finanzielle Situation nach einer Insolvenz ziemlich angespannt ist, und ich eine lange Zeit echter Existenzangst hinter mir habe. Beknackt, oder?
Es ist, als wenn ich plötzlich ein Teil meiner Umwelt wäre. Also, es ist seitdem alles irgendwie so präsent. Als hätte jemand nicht nur die Gardine vor meinem Fenster weg gezogen, sondern das Fenster sperrangelweit aufgemacht.
Eine nette Nebenwirkung hat das auch auf die Menschen in meiner Umgebung: Es gibt nur sehr wenige Sonderfälle, die nicht gutgelaunt sind, wenn ich da bin. Krasse Kollegen, die sonst nur brummelig sind und alle anmaulen, sind bei mir ganz und gar nicht unangenehm, sondern nett und hilfsbereit. Letztens war ich mit einer Bekannten in einem Schokoladen-Laden in Belgien, in dem ich nie gewesen bin. Nachdem ich bezahlt hatte, sagte die Verkäuferin „Moment mal“ und schenkt mir eine grosse Tüte mit lauter leckeren Dingen, „einfach nur so…“. In der Tüte war mehr, als wir gekauft hatten…
Ein Kunde aus Marokko, bei dem ich das erste Mal war, schenkt mir ein Hemd + Krawatte. Ein anderer Kunde bestellt bei mir letzte Woche etwas zu einem viel zu hohen Preis. Er ruft mich am nächsten Tag an und sagt, er entschuldigt sich, aber er wüsste auch nicht was mit ihm los war und ob wir das bitte noch ändern könnten. Von diesen Beispielen könnte ich noch einige bringen…
Nachdem ich zwei Jahre lang ziemlich weit unten war, komme ich mir im Moment vor, als hätte mich jemand in ein anderes Universum gebeamt.
Aber das sind, wie gesagt, nur Nebeneffekte. Am Besten ist das Leben an sich. Ich streite mich so gut wie gar nicht mehr mit meiner Frau (das haben wir sonst fast täglich getan), weil ich begriffen habe, wie dumm das ist. Selbst meine blöde Eifersucht ist weg, weil ich endlich verstanden habe. Ich schaue um mich, und bin glücklich über vieles, was ich sehe.
Wenn ich das so niederschreibe, fällt mir erst auf, wie blöd ich mich schon so manches Mal in meinem Leben verhalten habe.
Ich muss noch anmerken, dass ich mit den Begriffen Spiritualität oder Esoterik oder so überhaupt nix verbinde. Ich bin auch nicht wirklich gläubig, in der Kirche war ich das letzte Mal bei der Beerdigung meiner Mutter vor 13 Jahren.
Und wenn mir einer das erzählt hätte, was ich hier grade schreibe, hätte ich mir nur an den Kopf getickt.
Ich glaube wirklich, ich werde verrückt.
Und ich würde mich freuen, wenn ich ein Feedback bekommen würde. Ich habe auch kein Problem mit negativer Kritik… Ich bin HIER.
Liebe Grüße - Theo
Roadrunnerfn
18.05.2009, 23:14
Tja, Theo
kurze Antworten sind nicht mein Stil:
Herzlich willkommen.
Schön, daß Du DA bist!
Grüsse
Frank
(ich freue mich über viele kommende, lange Beiträge)
R.Daneel
19.05.2009, 01:17
*EXTREM-SCHOCK* :eek: Frank, bist du :krank:?
Nachdem ich den Schock überwunden habe:
Herzlich willkommen, Theo!
Interessante Geschichte!
Trotz meinem "Roboter-Tum" :D kenne ich ein paar Aspekte davon auch, allerdings in viel schwächerem Ausmaß: Als ich mein letztes Vorstellungsgespräch hinter mir hatte - erfolgreich :) - bin ich hinterher in einen Bioladen, in dem ich vorher noch nie war, immer noch mit Hemd und Schlips... :grins: Nun, ich hab mich eine Weile mit dem Besitzer unterhalten und alles fühlte sich auf eine seltsame Weise "glatt" und richtig an. Irgendwann hab ich dann fallengelassen, dass ich gerade einen Job bekommen hatte, und der Besitzer meinte, "Na die können froh sein, dass sie Sie bekommen haben - bei Ihrer Ausstrahlung!" Trotz dieses geradezu unheimlichen Gefühls des "Hineinpassens" in die Situation usw. braucht ich einem Moment, um mir auch nur vorstellen zu können, was er meinte - Ausstrahlung? Davon hatte ich bis dahin nichts bemerkt...
Ebenso diese nicht unangenehmen Momente der Orientierungslosigkeit - ich reise nicht herum, aber gelegentlich (sehr selten) habe ich manchmal das Gefühl, dass mein Bett verkehrt herum steht oder dass ich verkehrt herum drin liege...
Zu so einem Aufwachen hat das allerdings nicht geführt...
Grüßleins
R.
barbara seiler
19.05.2009, 09:39
Hallo Theo
herzlich willkommen! *blumenstrauss überreich*
und wow für deine Geschichte - ist ja genial. Und nein, du bist nicht verrückt. :)
Bevor ich mich in eine Orgie von Spiri- und Eso-Slang stürze, ich versuch mich mal kurz zu halten:
"ein Aufgewachter" ist die Übersetzung des indischen Wortes "Buddha"- also eine/r, der/die genau das erlebt:
und war mir das erste Mal bewusst, das ich BIN. Es hat gekribbelt und ich hätte vor Glück schreien können.
Und das hier:
Ich finde es nicht einfach die richtigen Worte zu finden. Ich habe seitdem eine viel größere innere Ruhe. Ich bin ausgeglichen und dauerhaft zufrieden. Sozusagen glücklich. Und das, obwohl meine finanzielle Situation nach einer Insolvenz ziemlich angespannt ist, und ich eine lange Zeit echter Existenzangst hinter mir habe. Beknackt, oder?
erlebe ich ähnlich, wenn auch nicht so extrem, wie du das erlebst. Beknackt ist daran gar nichts. Und ich finde es auch nach wie vor seltsam, wenn ich mich frage, wie das Geld für dies und jenes hereinkommen soll, und ich "eigentlich" beunruhigt und nervös sein müsste, da ist aber nichts als Ruhe und Frieden...
Andererseits stelle ich aber auch fest, dass die Herausforderungen, die das Leben an mich stellt, auch immer näher an mich herankommen, es ist so wellenförmig - mal supergut, dann aber dennoch wieder Phasen, wo nichts zu klappen scheint und wo sogar jene Dinge, die ansonsten immer klappen, auf einmal in die Hose gehen. Aber im Grossen und Ganzen gehts aufwärts, und das, was in den Höhephasen nur so auf mich zufliegt, bleibt auch immer wenigstens zum Teil hängen.
so, jetzt war's doch länger geworden, als ich dachte...
danke für deinen sehr persönlichen Bericht
liebe grüsse
barbara
Roadrunnerfn
19.05.2009, 21:42
So, nu aber.....
...jetzt kommt mein "kurzer" beitrag, sonst fallen mir die anderen noch vom Glauben ab.
Theo, ich erlaube mir zu sagen, dass ich mich für den historisch Dir am nahestehendsten im Forum halte.
Ich glaube, Barbara hatte schon immer was mit "solchen Dingen" zu tun, Celestine scheinen sie nur und ausschliesslich natürlich, ur-eigen zu sein, Horst dürfte eine eigene Weltanschauung haben, und Daneel ist im Bauch schon angekommen, aber sein Kopf sträubt sich noch ein bischen
(Ihr mögt mir diese Einschätzung verzeihen....:grins:)
Was -nach Deiner Erzählung- uns vor allem unterschiedlich zugestossen ist, dürfte die Art und Weise sein, WIE wir zum Erkennen gekommen sind.
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind bei Dir einige Dinge irgendwie seltsam geworden und plötzlich hast Du was neues gesehn.
Toll..mmmpffff....ich scheine einen komplizierten Kopf zu haben, bei mir wars deutlich destruktiver und negativer.
Mir hat sich nicht vorrangig eine neue Welt eröffnet, sondern die alte hat völlig versagt.
Das zeigt aber vielleicht auch, wie fehlgeleitet i.d.R. Menschen heutzutage sind. Wir rennen Werten hinterher, die keine sind. Wir versuchen Reichtümer anzuhäufen und werden immer ärmer.
Wir versuchen, Macht zu erlangen und werden immer schwächer.
Ich mag Dir von mir erzählen:
Ich wusste ALLES.
Und was ich nicht wusste, habe ich behauptet.
Schwäche durfte nicht sein. Eine Kampfsau war ich.
Für alles gab es einen Weg. Im Zweifel mit Gewalt. Oh nein, meine Ethik reichte aus, um keine körperliche Gewalt auszuüben.
Die Naturwissenschaft konnte alles erklären, und was sie nicht erklären konnte, war Scharlatanerie.
Prinzipen hatte ich.
Mit meinem Gott hatte ich gebrochen. ich war sogar der Meinung Atheist zu sein.
Und dann war da dieser Moment, an dem ich mitten in der neuen Werkhalle kniete und bitterliche Tränen weinte:
mit einem Maximum an Arbeit hatte ich ein Maximum an Ergebnis erzielt. Wir haben im Grunde ohne nenneswertes Kapital eine Gewerbeimmobilie gekauft, ich habe noch im alten Betrieb 14 Tage vor dem Umzug eine Maschine aufgestellt, weils nicht mehr anders ging.
Wir sind in Arbeit ersoffen und haben ganz nebenbei den Laden umgezogen.
Ein Rekordumsatz jagte den anderen. Die Unkosten waren hoch, aber der Erlös auch.
Und dann kniete ich da.
Alles war ganz still, ich war alleine, der Spediteur hatte grade die letzte Maschine abgeladen.
Nichts ging mehr.
Ich habe mich nie in meinem Leben so schwach und so angreifbar gefühlt.
Ausgepowert. Leer.
Um mich herum war alles zum Besten.
Zum Allerbesten.
Und ich konnte keinen Funken Energie daraus ziehen. In diesem Moment war alles, was ich ein halbes Jahr lang vorbereitet und durchgeführt hatte, völlig wertlos.
In diesem Moment ist mit klar geworden, dass WAHRE Werte anders aussehen müssen.
Dieser kraftlose Luftballon , umhüllt von Stolz und Hochmut, gefüllt mit heisser Luft, war in Sekunden zerplatzt.
Seither decken sich meine Erfahrungen mit dem, was Du erzählst.
Die Welt zeigt sich in einem völlig anderen Licht.
Menschen haben eine andere Bedeutung, wenn wir sehen, daß sie ein Teil von uns sind.
Jeder einzelne Grashalm bekommt ein anderes Erscheinungsbild, wenn wir eine gemeinsame Quelle mit unserer Existenz zugestehen.
Grosse Blasen werden unwichtig, kleinste Details hingegen reihen sich ein in ein Leben, in dem wir plötzlich kaum mehr wagen, die Wichtigkeit des eigenen Lebens mit der irgend eines Käfers zu vergleichen.
Nicht, weil wir keine Meinung dazu hätten....:grins:
sondern weil wir neben uns andere Dinge erkennen.
Mir wurde dann hier ein grosser Erfahrungsschatz zuteil.
Zusammen mit einigen erhaschten Augenblicken aus den Lehren grosser Philosophen darf ich nun jeden Tag an meiner neuen, an meiner wunderbaren Welt basteln.
Zweifle nicht, Theo, an Deiner Göttlichkeit. Vielleicht ist es uns gegönnt, einen tiefen Gedankenaustausch zu betreiben. Du wirst sehen, daß Du letztlich gar nicht anders kannst, als Göttlich zu sein.
Ich freu mich drauf.
Grüsse
Frank
barbara seiler
19.05.2009, 22:27
So!
jetzt hoffe ich bloss, lieber Theo, dass du nicht gleich vor Schreck wieder von hier verschwindest...:grins::p
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
19.05.2009, 22:45
ich habe ein kleines Büchlein, wo ich diese Spitzen in einer Strichliste vermerke....:D
Hey...
Ich war den ganzen Tag unterwegs, musste aber natürlich noch mal eben nachsehen, ob irgendwer reagiert hat.
Frank, Danke. Es ist eine große Erleichterung zu lesen, das es noch andere Menschen gibt, die nachvollziehen können, was passiert.
Ich tue mich allerdings sehr schwer, das zu begreifen.
Ich geniesse es.
Ich liebe es.
Aber ich verstehe es nicht.
Wie Du geschrieben hast, war auch ich jemand, der immer alles gibt. Ich kann nicht auf halber Flamme, entweder alles oder nix. Und der ganze Blödsinn, der mir hier passiert, geht ja mal gar nicht... Genau wie du sagtest: Alles was nicht erklärbar ist, gibts nicht. so. punkt.
Weit gefehlt, muss ich feststellen. Ein Glück.
Aber es ist ja nicht auszuschliessen, das ich doch nur durchdrehe.
Und du bist es vielleicht auch?!
Ich bin verwirrt.
Ich muss noch etwas loswerden: Als ich geschrieben habe, ich bin nicht gläubig und habe keine Ahnung von Spiritualität (oder Spiritualismus?!?) oder Esoterik, da meinte ich das auch so. Ich möchte sogar sagen, es widerstrebt mir geradezu. Und dann kommt Barbara und erzählt mir was von Buddha. äääähh... UI!
Wenn ich hier so vor mich hinschreibe, fällt mir der Begriff ein, der meinen Zustand beschreibt: Orientierungslos.
Deswegen habe ich mich dazu entschieden, mich hier anzumelden. Ich habe gehofft, das jemand wie Frank sagt: Hör zu , Alter, das ist schon anderen passiert. Bleib cool.
Merci!
Das schmälert aber nicht im geringsten mein fehlendes Vertrauen zu diversen Glaubensrichtungen, sei es aufgrund meiner Unkenntnis oder meiner Ignoranz. Ich habe das Gefühl, das sind alles nur Krücken: entweder Du lernst ohne sie zu laufen, oder du fällst irgendwann auf die Schn...
Liebe Grüße - Theo
barbara seiler
20.05.2009, 07:37
Morgen Theo
Ich bin verwirrt.Jesus sprach: Wer sucht, soll nicht aufhören zu suchen, bis er findet; und wenn er findet, wird er erschrocken sein; und wenn er erschrocken ist, wird er verwundert sein, und er wird König sein über das All.
aus dem Thomas-Evangelium, Logion 2
Jean-Yves Leloup kommentiert folgendermassen (freie Übersetzung von mir)
"Diese Wieder-Erkennung des SEINS verwirrt uns und wirft uns über den Haufen (...) Die Erfahrung des SEINS stellt unsere Sicht der Realität in Frage, die bedingt ist durch unsere geistigen Muster, durch die wir die Realität zu ergreifen hoffen. Diese Neuausrichtung unserer Erkenntnismöglichkeiten geht nicht ohne Verwirrung und ohne Erschrecken, und dennoch, wenn wir dies akzeptieren als Teil des Entwicklungsprozesses unseres Bewusstseins, so werden wir Schritt für Schritt zur Erfahrung des Wunderbaren geführt."
Als ich geschrieben habe, ich bin nicht gläubig und habe keine Ahnung von Spiritualität (oder Spiritualismus?!?) oder Esoterik, da meinte ich das auch so. Ich möchte sogar sagen, es widerstrebt mir geradezu. Und dann kommt Barbara und erzählt mir was von Buddha. äääähh... UI!Den allermeisten Leuten, die du in den Eso-Ecken der Buchhandlungen findest, geht es ja umgekehrt wie dir: die lesen zuerst jede Menge Theorie und versuchen dann, irgendwie schlau daraus zu werden. Was auch mit sich bringt, dass viele seltsame Interpretationen von heiligen Texten daraus entstehen.
Du hingegen hast als Erstes ein Erlebnis von "andern Realitäten" bzw der wirklichen Welt, wie Celestine so schön sagte, da finde ich die Worte der Alten oft sehr nützlich, sehr gut formuliert, um diese Erfahrungen zu reflektieren.
Ich habe das Gefühl, das sind alles nur Krücken: entweder Du lernst ohne sie zu laufen, oder du fällst irgendwann auf die Schn...Stimmt, was von religiösen und spirituellen Institutionen angeboten wird, das sind Hilfsmittel. Die durchaus ihre Berechtigung haben, die allerdings nicht die Erfahrung selbst ersetzen können.
Ein gesundes Misstrauen zu institutionalisierter Spiritualität, christlich oder anders, ist allerdings durchaus berechtigt.
grüsse, barbara
Guten Morgen!
Barbara, woher weisst Du das alles??
Ich werde jetzt noch etwas arbeiten und mich dann auf den langen Heimweg nach Deutschland machen. Ich freue mich schon auf meine Familie und das laaaaaange Wochenende! :D
Ich wünsch' Euch allen schöne Tage !!
Liebe Grüße - Theo
Roadrunnerfn
20.05.2009, 10:46
Moin Theo,
jaja, Barbara ist wahnsinnig belesen, und (dieses Kompliment sei mir gestattet..:) ) sie hat das dann auch kapiert, was jeweils drinsteht.
Ich find das erstaunlich; je schwerer ein Text ist, desto weniger weit komme ich. Das reicht im Extremfall nur 2 oder 3 Sätze weit.
Theo, ich meinte, aus Deinem ersten Beitrag schon deutlich das herauszulesen, was Du später noch weiter ausgeführt hast:
die Ungläubigkeit über das, was bei Dir geschieht. Das Unverständnis darüber.
Aber: sei froh, daß Du Dir deshalb nicht im Weg stehst und es trotzdem geschieht.
Ich denke, daß viele Menschen ähnliches erleben und mit Gewalt dagegen angehen.
Es in einer erschöpfenden Antwort auszuführen würde Jahre dauern, es füllt Bücher, Regale und Bibliotheken.
Es so kurz zu beschreiben wie Celestine gelingt mir nicht.
Ich mag Dir jetzt für den Anfang nur eine grosse Hoffnung mit auf den Weg geben; eine Art Aushalteparole.
Aus meiner Erfahrung stellt sich Dein Vorgang so dar, daß irgendwie plötzlich alles anders ist und man steht nur und staunt.
Das Hirn arbeitet krampfhaft an einer Erklärung. Weil wir Erklärungen gewohnt sind.
Es wird so nicht funktionieren.
Stell Dir vor, Du kommst in ein fremdes Land. Es ist eine Dir völlig unbekannte Kultur und die Menschen sprechen eine Sprache, die Du nicht verstehst.
Was aber äusserst verwirrend ist, die benutzten Worte sind Dir weitestgehend bekannt, Du verstehst, wovon die Leute reden aber es ergibt für Dich keinen Sinn.
Alles was Dir übrigbleibt zu tun ist zu warten, zu schauen, zu erfahren, zu erleben.
Lass Dir Zeit. Was Du erlebst, ist eine unbekannte Welt.
Es braucht Zeit, damit Du Dich hineinfinden kannst. Du wirst einzelne Aspekte erfassen, es werden weitere hinzukommen und nach und nach wird auch in Deinem rationalen Kopf das geschehen, was Deine irrationale Seele bereits erleben darf.
Es wird Wochen geben, die sich nicht zu bewegen scheinen, und es wird Sekunden geben, an denen Weltbewegende Veränderungen vor Deinem Auge ablaufen.
Lass Dir Zeit.
Was Dir geschieht, ist, etwas neues zu erleben, und wir haben nicht gelernt, damit umzugehen. Das müssen wir lernen (wir alle, jederzeit).
Darum ist man nicht durchgeknallt oder verrückt geworden. Es ist vielmehr eine sehr schöne und erweiternde, befreiende Entwicklung. Sie ist ungewohnt, sie ist unbekannt, aber sie glänzt durch ein unschlagbares Argument, das sich Dir irgendwann erschliessen wird:
Es ist uns ur-eigen, es ist unser innerstes, tiefstes Sein.
Ganz bestimmt.
Grüsse
Frank
barbara seiler
20.05.2009, 21:24
Hey Theo
ich lese gerne und viel... da geht das ganz von allein.;)
schönes langes Wochende dir! (*grummel*. Bin ich denn die Einzige, die kein schönes langes Wochenende hat...? *regrummel*)
Hi Frank
danke für die Blumen :)
Ich find das erstaunlich; je schwerer ein Text ist, desto weniger weit komme ich. Das reicht im Extremfall nur 2 oder 3 Sätze weit.
ich hingegen finde das gar nicht erstaunlich, denn mir gehts genauso. Kant? ojeoje. Ich lese grundsätzlich nur, wovon ich schon auf Anhieb genug verstehe, um es spannend zu finden.
grüsse, barbara
Celestine
23.05.2009, 08:15
Hallo Theo,
hier gibt es Infos zu dem, was Dir passiert ist - falls es Dich dringend interessiert:
http://if.integralesforum.org/index.php?id=242&L=http%3A%2Fwww.005flower.co.kr%2Fitem%2Fvus
Viele Menschen suchen regelrecht nach dem, was Dir "einfach so" zugefallen ist. Die Suche ist das, was dabei am meisten behindert. Der Zustand in dem Du Dich jetzt befindest, ist dabei einfach nur natürlich, und im Grunde für jedermann/-frau zugänglich. Es sind psychische Mechanismen, die diesen Zugang versperren. Warum das alles so läuft, wie es läuft, sprich, warum wir nicht "wach" hier erscheinen, ist und bleibt wohl vorläufig auch schleierhaft.
Viele Menschen sind bereits aufgewacht... und viele auch wieder eingeschlafen. Woran das liegt? Am "verkopfen" dessen, was da stattgefunden hat. Wozu soll es nötig sein, es zu verstehen? Es zu erklären? Du fühlst doch, dass es wahr ist, dass es so echt ist. Das reicht.
So wie Du vorher keine Religionen oder sonstige "Spiritualität" gebraucht und genutzt hast, genau so wenig, würden sie Dir jetzt dienlich sein. Vergiss es. Leben ist alles, was Du "brauchst" oder besser: Alles, was Du hast.
Liebe Grüße,
Astrid
Hallo Astrid,
vielen Dank für den Link, sehr interessant.
Ich finde diese sieben Schritte Anleitung ganz nett, aber ich habe das Gefühl, da fehlt noch etwas. Keine Ahnung was es ist, was fehlt, aber irgendetwas Entscheidendes fehlt. Vielleicht ist auch etwas ganz verkehrt... Ich denke mal darüber nach...
Ich frage mich immer noch, warum mir das "passiert" ist. Und ob das so bleibt, ich habe das Gefühl, das ist noch nicht alles. Aber jetzt werde ich mich erstmal versuchen zu orientieren. Hat irgendwer vielleicht noch weitere Literaturvorschläge?
Ich dachte, ich fange mal mit der Bibel an, auch wenn sich das beknackt anhört. Jesus wird da wo ich bisher gestöbert habe immer als ziemlich "erleuchtet" angegeben. Und ich denke mir, aus meiner neuen Perspektive stellt sich vielleicht einiges anders dar.
Liebe Grüße - Theo
Roadrunnerfn
25.05.2009, 14:15
Hallo Theo,
diese Verwirrung ist normal. Und das Gefühl, dass was fehlt, auch.
Obwohl ich weit davon entfernt bin, nichts Fehlendes mehr zu empfinden, so gelingt mir wenigstens ein gewisser Überblick. Das Thema ist mir nicht mehr völlig neu.
Und das wirkt beruhigend. Das wird Dir genauso gehen, wenn Du mal länger dabei bist.
Ausserdem rücken sich einige Sachen noch zurecht.
Die Bibel kenne ich nicht gut genug --vielleicht ein Grund, sie heranzunehmen!
Denn sie ist ein hochgradig philosophisches und metaphorisches Werk.
Hier hat mich Hawkins Blick auf Jesus oder Buddha viel weitergebracht:
Er will nichts von Bezeichnungen wie "Gottes Sohn" wissen.
Wenn wir diese Geschichten betrachten, als wären die betreffenden Personen historisch richtig und spirituell höchststehend, dann kann sich ein ganz anderes Bild ergeben:
Menschen, deren spirituelles Bewusstsein so fortgeschritten ist, daß sich Ihnen eine neue Welt öffnet: so weit, daß sie selbst in der Lage sind, diese Welt der Menschheit zu offenbaren.
Grosse Avatare.
Das kann -alleine von der Formulierung her- eine ganz andere Bedeutung erlangen als das Geseiere um "Vater, Sohn und heiliger Geist"
Der Vater ist eine Urkraft und ist somit genauso eine Mutter!
Der Sohn ist nur durch seine spirituellen Fähigkeiten der materiellen Welt entrückt. Zum "Sohn" wird er erst durch die Anbetung seiner Jünger.
Und der heilige Geist ist keine anbetungswürdige Nebelerscheinung, sondern das, was göttlich in uns steckt.
Es ist also nicht ein kirchenlastiger Skatclub "da oben", sondern es ist eine zeitgenössische Metapher.
Ich glaube, die Bibel sagt (zumindest neutestamentarisch) wenig falsches, aber man versteht es nicht immer sofort.
Grüsse
Frank
Hallo Frank,
richtig, sehe ich genauso. Und genau das finde ich ja spannend: Den Müll von denjenigen Aussagen zu trennen, die mir was Neues sagen können. Vielleicht gibt es ja sogar etwas, das mich weiter bringt ?!
Liebe Grüsse - Theo
barbara seiler
25.05.2009, 17:13
Ich dachte, ich fange mal mit der Bibel an, auch wenn sich das beknackt anhört. Jesus wird da wo ich bisher gestöbert habe immer als ziemlich "erleuchtet" angegeben. Und ich denke mir, aus meiner neuen Perspektive stellt sich vielleicht einiges anders dar.
cool! Ich liebe die Bibel... sie ist für mich eindeutig mein wichtigstes Buch zu spirituellen Themen. Und auch nach jahrelanger Lektüre ist sie immer wieder neu und öffnet neue Perspektiven. :)
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
28.10.2011, 23:52
keine Ahnung, ob es hier her passt....
...ich hab seit längerer Zeit mal wieder nach 3 Bier einen Affen und hatte, auf meinem Sofa vor mich hin sinnierend, eine Eingebung:
Ein Textfetzen aus einem alten "Genesis"-Stück:
"The sands of time were eroded by the river of constant change"
Und weil ich nicht mehr so Herr meiner Sinne bin, bringe ich es einfach mal hier zur Diskussion ins Forum.
Denn ich kanns zwar heut abend nicht mehr fassen, aber der Satz scheint mir sehr genial zu sein.
Unter "aufgewacht" deshalb, weil es so ein ....Erkenntnissatz ist...so ein Aufwecker.
Was sagt er uns?
Die vielen kleinen Körnchen, die wir picken und sortieren, die wir anhäufen und mit welchen wir im Laufe der Zeit unsere Sandburgen bauen, die sind weg.
Früher oder später.
Die Zeit, per se angreifbar und fragwürdig, ist die Kraft, die in ihrer Wirkungswelt aufräumt und für stetige Veränderung sorgt.
Egal was wir anzuhäufen versuchen: spätestens nach 2-3 Genereationen ist es vergessen.
Und auch die "Grossen Taten" kommen und gehen, und (um es mit Reinhard Fendrichs Worten zu sagen) wir verdampfen als winzig kleiner Tropfen Zeit in der Unendlichkeit.
Denn....was wiegen wir im Universum, welches sich eh nur in einem Raum-Zeit-Kontinuum in ein Nichts hinein ausdehnt.
Am Ende bleibt nichts zurück.
Ausser der Tatsache, gelebt zu haben und bewusst gewesen zu sein.
Die Wahrheit muss anders aussehen, als die Welt erscheint.
Grüssle
Frank
barbara seiler
29.10.2011, 09:37
ja, am Ende bleibt, gelebt zu haben.
was niemand so schön besingt wie Charles Aznavour:
http://www.youtube.com/watch?v=xB5NAZi0cFk
http://www.songtexte.com/songtext/charles-aznavour/jai-vecu-1bd48980.html
ungefähr: "wenn ich einmal vor der Himmelspforte stehe und Gott mich fragt, was ich getan habe, werde ich sagen: ich habe gelebt, jede Sekunde habe ich gelebt. Das Leben eines Artisten, nicht das Leben eines Heiligen...."
Leben ist, Erfahrungen zu machen und sie zu geniessen. alle von ihnen.
grüsse, barbara
barbara seiler
29.10.2011, 11:18
im gleichen Sinn und Geist noch ein anderes Lieblingslied von mir, von Göla: "ich hätte noch viel blöder getan, hätte ihc gewusst, dass diese Zeit einmal vorbei ist"
http://www.youtube.com/watch?v=yqbVnYqD1VQ
grüsse, barbara.
(glücklicherweise, heute hat Gölä nicht mehr diese Vokuhila-Frisur :D Immerhin eine Blödheit, bei der es nix zu bereuen gibt)
Plankton
30.10.2011, 19:20
Hallo Roadrunnerfn
Das hast du oben gut beschrieben.
Ich sehe ich bin ebenfalls in diesem Zustand.
Irgendwie etwas beängstigend.
Gruß
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