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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prognosen in Theorie und Praxis


barbara seiler
04.05.2009, 08:41
Hi zusammen

ich bin über einen Artikel von Fredmund Malik gestolpert, der aus dem Jahr 2005 (!) stammt und wo unter anderem steht:

Ein Alternativszenario würde etwa folgende Elemente enthalten: eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Börsenerholung weltweit zu Ende ist, weil sie entgegen gängiger Meinung nicht ein neuer Bullenmarkt sondern ein starkes Bearmarketrally ist. Man würde damit rechnen, dass der nächste Schub abwärts geht, und zwar weiter, als die meisten sich vorzustellen vermögen. Wider die allgemeine Auffassung wäre auch mit sinkenden Immobilien- und Edelmetallpreisen, und überhaupt sinkenden Rohstoffpreisen zu rechnen.

(...)

Die USA wären in diesem Szenario nicht das Zentrum wirtschaftlichen Aufschwunges sondern die Wiege programmierter Krisen. Die Gründe: Massiv überbewertete Sachwerte, bei Aktien wie bei Immobilien; die größte Gesamtverschuldung, die es im Verhältnis zum Sozialprodukt je gab; die niedrigste Profitabilität im realen Sektor, die niedrigsten Ersparnisse und die niedrigsten Netto-Investitionen der Nachkriegszeit sowie ein monströs geleveragtes Finanzsystem.

http://www.manager-magazin.de/koepfe/mzsg/0,2828,348585,00.html

Die Prognose ist erstaunlich genau - genau so ist es gekommen: Die USA als Auslöser der Krise und zwar bei den Immobilien; die monströs aufgeblasenen Finanzprodukte; die Rohstoffpreise sind gesunken...

Nur dass der Schub vermutlich noch weiter abwärts ging, als sich auch Malik gern vorgestellt hätte, wie der Schluss des Artikels vermuten lässt:

Aber, wie gesagt, das ist nur ein Alternativszenario. Niemand braucht das ernst zu nehmen - außer Unternehmer und Manager, die sich keine Angst machen lassen und nicht auf Geschwätz hereinfallen. Es ist für jene, die an einer gesunden Firma interessiert sind, daher an richtigem Management und die die Chancen nutzen wollen.

... denn heute sind alle daran interessiert, und sehr daran interessiert.

Die Frage stellt sich nur: wenn es also möglich war, vorherzusehen, was passieren wird, und diese Vorhersagen auch tatsächlich stattfanden - wie konnte es sein, dass dies nicht durchdacht wurde?

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
04.05.2009, 14:30
nun, das ist simpel:

wenn unter tausenden einer die Hungerperiode unkt, dann hören das 999 wohlgenährte nicht.
Und das ist auch richtig so, denn es gibt immer welche, die unken...auch ohne Grund.
Aber in einem Teil is das schon richtig:
es geht nicht darum, dass es EINER gesehen hat.
es geht darum, daß viele vermeintliche Fachleute es NICHT gesehen haben.

Grüsse

Frank

barbara seiler
04.05.2009, 21:57
Hallo Frank

da passt das Wort "vermeintlich" vor die Fachkräfte wohl gut... wobei sich die Frage stellt: wozu sind denn all diese teuren, aufwenigen und hochgelobten Ausbildungen nütze, wenn sie nicht dazu befähigen, genau jene Dinge zu sehen, die solche Fachkräfte doch sehen sollten?

Ein solches Versagen im Beruf würde doch bei keinem Handwerker akzeptiert werden, da würde jeder hochkant durch die Lehrabschlussprüfung fallen, der so eine jämmerliche Leistung auf seinem Gebiet zeigen würde...

wenn unter tausenden einer die Hungerperiode unkt, dann hören das 999 wohlgenährte nicht.

Vielleicht sollten die mehr Bibel lesen. Da hatte nämlich mal ein Sklave, der dazu im Gefängnis sass, eine solche Hungersnot vorhergesehen, und die Führungskräfte, sprich der Pharao, hatte genug Intelligenz, um vorzusorgen.:grins:

Bei unserm aktuellen Fall ging es ja noch nicht mal um einen Traum, sondern um reale Zeichen - und wer immer ein bisschen Intelligenz mitbrachte, konnte sie sehen.

*kopfschüttel* und grüsse
barbara