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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Demut und Dienen


barbara seiler
03.03.2009, 13:27
Hallo zusammen

aus aktuellen Anlass dieses Thema - ich fühle in mir das tiefe Bedürfnis zu dienen. Und das darum, weil ich mehr erhalten als ich (Ego-Ich) je ver-dient habe. Das macht demütig. Da ist in meiner Brust so eine Art Gefühl wie eine grosse Kugel, das Bedürfnis, wenigstens ein Teil von dem weiter zu geben, was ich das Privileg hatte zu empfangen.

und, wie hab ihr es mit dem Dienen und der Demut?

grüsse, barbara

Roadrunnerfn
03.03.2009, 16:49
Das ist ein Antwortstart, der loslegt, bevor er überlegt ist. Mal sehn, was rauskommt:

VERdienen ist so eine Sache.....was hat man schon verdient? Und: wenn jeder Mensch der Welt anderen etwas zukommen lässt...in vergleichbarem Maße, dann würde uns von 7,5 Mrd. Menschen ständig was zukommen, das könnten wir gar nicht verarbeiten, obwohl es ausgeglichen und somit "verdient" wäre.

"Verdienen" ist ein terminus, der wie wenig andere vom Betrachter abhängt- und uns selbst gegenüber somit VON uns selbst.
Wir können nur das als unser Verdienst ansehen, was wir uns selbst gönnen.

Was wir also verdienen, ist ein Dienst an uns selbst. Im Grunde ist es nur eine ethische Anschauung, ob "Dienst" uns wertvoller erscheint, wenn wir ihn anderen zukommen lassen. Aber es spricht ja nix dagegen, durch ethische Grundsätze sich unser Ego gutfühlen zu lassen:
Dienst am anderen wird uns ein gutes Gefühl geben.

Demut in dieser Beziehung scheint mir etwas mit Dankbarkeit zu tun zu haben. AUCH dafür, was wir uns selbst gönnen dürfen. Dankbarkeit dafür, dass wir SIND und unseren eigenen und fremden Dienst entgegennehmen können und dürfen.

Das kann uns zeigen, wie besonders "Leben" ist, und wie unzweifelhaft es "verdient" ist.

Wenn es uns gelingt (!), dieses Denken auf unseren Alltag anzuwenden, dann wird alles was wir tun zum Dienst und gleichzeitig zum Verdienst.
Es gibt nichts, was wir geben, von dem wir nichts zurückbekämen.

Und damit sind wir wieder mal am Grund der Dinge angekommen:
Wir können nichts sinnloses tun. Selbst wenn wir mit einem Stöckchen in der Hundescheisse rühren: IRGENDETWAS geschieht und erlebt (erweckt?) dadurch einen Sinn.

Dienst ist SEIN, ist TUN, ist SINN. Dienst IST Demut.

Grüssle

Frank

barbara seiler
03.03.2009, 20:04
Hallo Frank

Verdienen, das hat für mich vor allem die Bedeutung: ich muss zuerst etwas leisten, bevor ich etwas bekommen darf. Da wird gehandelt und abgemessen und genau geschaut, dass bloss nicht zuviel gegeben wird, und dass die Gegenleistung auch ja gross genug ist... alles dieses Handeln und Krämern ist mir zutiefst zuwider.

Dienst ist SEIN, ist TUN, ist SINN. Dienst IST Demut.

ja

sprachlos - barbara