Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich und die anderen
Roadrunnerfn
12.06.2008, 19:34
ab und an ist es nicht so einfach.
Kaum meint man, man hätte kopf- und gefühlsmässig das eine oder andere im Griff, dann schleichen sich schon wieder die neuen Problemchen ein.
zwar gibt es Fortschritte, aber vieles läuft nicht so, wie man es sich wünscht, weil mir irgendwie so die Individualität anderer Egos im Wege steht.
So kommen zum Beispiel die Schwiegereltern nach Wochen aus dem Urlaub wieder. Man merkt es sofort:
Das riesige Wohnmobil steht im Weg, das Motorrad steht im Weg, Schwiegermama ruft ständig an weil sie jede einzelne Position des Einkaufzettels gesondert durchgibt und am Mittagstisch redet wieder nur einer mit zunehmender Lautstärke.
Und was soll ich sagen?
Es stört mich nicht, ich meine es im Griff zu haben...für mich.
Ich habe erkannt, daß die beiden Charaktere einen grossen Raum einnehmen, dort wo sie sind.
Ich kann mich also drüber aufregen oder den Raum zur Verfügung stellen.
Prima! Sollte man meinen. Wie gesagt, echte, greifbare Fortschritte.
Was mich extrem belastet, weil mir der direkte Zugriff fehlt, sind z.B. die Zankereien zwischen meiner Frau und ihrer Schwester.:(
Hier scheint ein Schwelbrand zu lauern, und ich zweifle an meiner Fähigkeit, Kompetenz, Zuständigkeit, ihn aufzureissen und löschen.
Ich betrachte immer öfter den Kampf der Egos unter den Menschen, und leider steckt in mir drin das ständige Gefühl, verantwortlich zu sein und richten und schlichten zu müssen.
Dabei richtet doch jedes Wort, das man zwischen den Fronten verliert, immer noch mehr Schaden an.
Mich zurückzunehmen und MEIN Problem bei der Sache zu bekämpfen beseitigt halt noch nicht das Grundproblem.
Ich spüre, daß mich das ziemlich fertig macht, aber ich kann es nicht abstellen.
Wir haben alle unsere Fehler, und es wäre so einfach, den Wert des anderen anzuerkennen. Ihn zu schätzen des SEINS wegen.
Warum nur fühlen wir uns immer gleich so verletzt und beleidigt?--Selbst bei Dingen, die nicht negativ motiviert sind.:confused:
Ist das Ego erst mal von der Leine, ist es in der Lage, uns die Mücke an der Wand als persönlichen Angriff zu verkaufen.
Und wieder erkenne ich während ich schreibe:
es ist MEINE Welt. Ich werde nicht umhinkommen, sie zu ändern, wenn ich sie verändert haben will.
Nur weiss ich leider überhaupt nicht, wie ichs anfangen soll. MEINE Welt "mirbezüglich" zu beeinflussen ist das eine.....
Vielleicht sehe ich es auch überzogen, WEIL ich so empfindlich auf diese Störungen reagiere. Aber ich möchte Frieden haben.
Ich hab dazu in die Runde geworfen, was ich konnte und kann. Doch das scheint nicht zu reichen.
Ich nehme jeden guten Rat dankend an.
>seufz<:(
Frank
barbara seiler
12.06.2008, 20:06
Hallo Frank!
Hast du eine Terrasse? Wenn ja, schnapp dir ein Bierchen oder sonst angenehmes Getränk, verzieh dich in den Liegestuhl und lass die Zankereien Zankereien sein.
Hier scheint ein Schwelbrand zu lauern, und ich zweifle an meiner Fähigkeit, Kompetenz, Zuständigkeit, ihn aufzureissen und löschen.
Du bist hier auch nicht zuständig. Warum solltest du zuständig sein? Es geht um zwei erwachsene Personen, es geht hier nicht um dich. Du kannst selbstverständlich da sein, wenn dich jemand um Hilfe bittet, ansonsten sehe ich nicht, was du tun könntest... ausser, dafür zu sorgen, dass es dir selbst gut geht.
Ich betrachte immer öfter den Kampf der Egos unter den Menschen, und leider steckt in mir drin das ständige Gefühl, verantwortlich zu sein und richten und schlichten zu müssen.
naja, ich kenn das von mir. *seufz* Ich hab die Tendenz, mich für alles verantwortlich zu fühlen. Manchmal sogar für das schlechte Wetter, oder für den Stau auf der Autobahn. Und ich finde es auch herausfordernd, mich immer wieder abzugrenzen und nicht irgendwelche Fäden aufzunehmen, die gar nicht meine sind. Aber mit zunehmender Übung geht das immer besser...
Nur weiss ich leider überhaupt nicht, wie ichs anfangen soll. MEINE Welt "mirbezüglich" zu beeinflussen ist das eine.....
Ich glaube, das ist auch wirklich das Einzige, was es vernünftigerweise zu tun gibt. Ausser dann natürlich die "grossen" Sachen, wie zum Beispiel die Schwiegereltern aus dem Haus zu schmeissen oder selbst eine andere Bleibe zu suchen. Doch so etwas will auch gut überlegt sein.
Bleib bei dir, und misch dich nicht ein, ausser es geht dich selbst etwas an. Lass sie zanken. Halt dich raus. Etwas anderes sehe ich hier tatsächlich nicht...
grüsse, barbara
Celestine
13.06.2008, 08:36
Lieber Frank,
Du hast schon so viel so klar erkannt für Dich. Du arbeitest damit, reflektierst, wendest an. Das schafft Dir Erleichterung - bis zur beschriebenen Grenze.
Es ist "eigentlich" ganz einfach, diese Grenze, diese Hürde zu nehmen, die Dir scheinbar im Weg steht. Du siehst das Ganze viel zu ernst, nur das, macht es so schwierig und scheinbar unlösbar für Dich.
Es ist der Humor, Dein Humor, der die Situationen auflöst, die Dich aufregen, aufwühlen, Dir Deine Ruhe nehmen, und Dich dadurch fertig machen.
Guck sie Dir doch an, die zankenen Hühner, sind sie nicht über alle Maßen witzig, wie sie nach jedem Strohhalm greifen, nur um sich in den Haaren liegen zu können....?! JA, das sind sie!
Alles Liebe,
Celestine
liebe celestine,
ich habe zwar ein anderes problem als frank, dennoch fühle ich mich durch deine antwort sehr angesprochen.
ja, humor. er fehlt mir sehr oft. auch ich betrachte mich, das leben, und ziemlich alles ohne bzw. mit wenig humor. :mad: ich bin mir dessen bewußt, habe aber keinen blassen schimmer wie ich es lernen könnte das leben mit mehr humor zu betrachten bzw. dem leben mit mehr humor zu begegnen. ich bewundere menschen, die es können, stehe aber ziemlich hilflos da und weiß nicht wirklich, wie ich es ändern könnte. :confused:
möglicherweise hast du oder auch andere einen guten tipp für mich.
liebe grüße
jitka
Celestine
13.06.2008, 21:23
Liebe Jitka,
Herzliche Willkommen hier! :):):)
http://de.youtube.com/watch?v=DeyoLbD1Slw&feature=related
Viel Spaß, erstmal, und dann schauen wir mal weiter.... :cool:
Alles Liebe,
Celestine
barbara seiler
14.06.2008, 08:42
Hallo jitka
auch von mir mal ein herzliches Willkommen!:)
Ob Humor gelernt werden kann, das weiss ich nicht; was auf alle Fälle geübt werden kann, das ist: sich selbst nicht immer allzu ernst zu nehmen. Über die eigenen Mängel, Fehler und Schwächen (oder was man dafür hält), schmunzeln oder gar lachen zu können. Die Ansprüche an sich selbst herunter zu schrauben. Sich selbst erlauben, Dinge schlecht zu machen. Sich zu erlauben, ein blutiger Anfänger zu sein.
liebe grüsse!
barbara
barbara seiler
21.05.2010, 16:45
ich und die andern - Berührung:
http://img200.imageshack.us/img200/5118/serie71transformation11.png
grüsse, barbara
barbara seiler
16.08.2010, 16:34
ich und die andern - da gibt's welche, die können mich zur Weissglut treiben. mich emotional total abstürzen lassen. Mich in null komma nix auf die Palme bringen. Nicht viele, aber das gibts.
um dies zu verändern habe ihc etwas gegooglet und bin auf diese Methode gestossen:
http://www.baerbelmohr.de/online-magazin/8-allgemeine-artikel/183-hooponopono-positive-realitaetsgestaltung-durch-versoehnungsarbeit.html
kurz gefasst geht es darum:
Fazit: Wann immer dir egal was im Außen nicht gefällt, schau in dir selbst nach, wo deine Resonanz dazu ist und heile diese.
Variante 1: Frage dich: Womit habe ich das erschaffen ? Wenn du etwas gefunden hast in dir, sage zu dir selbst „Tut mir Leid" und „Ich liebe dich". Du heilst nur dich selbst damit. Du manipulierst niemanden, wurschtelst nicht in anderen Energiefeldern rum, sondern du bist ganz bei dir und deiner Resonanz dazu.
Variante 2: Stell dir vor, du würdest genau das tun, was die Person tut, mit der du ein Problem hast. Frage dich: „Wenn ich so handeln würde, warum würde ich es tun ? Was wäre mein Beweggrund ?" Wenn du ihn fühlen kannst, wende wieder „Es tut mir Leid" und „Ich liebe dich" an.
und es arbeitet mit der Kraft der Vergebung - im "Kurs in Wundern" ist das auch so, und im Vaterunser.
doch diese Form gefällt mir im Moment ausserordentlich gut, sie schafft es auf alle Fälle im Moment, mich von hoch emotionalen und egolastigen Zuständen und Trauer und Schmerz in eine friedliche, gelassene Stimmung zu bringen.
grüsse, barbara
Hallo
Beim Titel musste ich schon schmunzeln. Meine Eltern nannten das immer "ICH und mein Esel" um zu zeigen, dass man ja glattwegs sich selbst an erste Stelle setzt ;-)
Ich denke, mit Humor ist hier schon einiges gesagt, denn es dauert, bis man Wu Wei drauf hat, das 'sich-nicht-einmischen'
Wir erschaffen uns unsere Realität effektiv selbst, und Barbara hat es mit Bärbel Mohrs Seite schon herausgenommen. So lange du einen Sinn darin siehst, dich verantwortlich zu fühlen, wird sich die Situation nicht ändern.
Wie sagte schon Seneca:
Ich wünsche mir die Kraft, die Dinge zu verändern, die ich ändern kann- und die Gelassenheit, die Dinge zu ertragen, die ich nicht ändern kann- und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden."
Liebe Grüsse
Shade
Hallo jitka
Also inwiefern verstehst du Humor genau? Was ist dir denn zu ernst am Leben?
Ich versuche grundsätzlich mit einem Lächeln aufzustehen...Das ist natürlich nicht immer einfach. Aber wenn ich mich schon jeweils am Morgen auf den eventuell lustigen oder zumindest lehrreichen Tag freue, dann geht alles Andere eigentlich auch leichter. Womöglich strahlt man dann einen gewissen Humor auch aus...
Heute morgen sass eine Frau im Zug vis à vis von mir, die lächelte die ganze Zeit. Wir kamen zwar nicht ins Gespräch, da ich Musik hörte...Aber sie erinnerte mich daran, wie toll es doch ist, hier zu sein und genau diesen Moment geniessen und ebenfalls zu lächeln...Ich finde es sehr ansteckend. Was auch sehr gut tut, würd ich aber mit jemandem machen, den du gut kennst: Einfach rauslachen, was das Zeug hält....Das ist sowas von befreiend...Meine Schwester und ich haben das schon als Kinder gemacht...Manchmal sind wir einfach so auf die Wiese gelegen und haben rausgelacht...;) Das tut so gut und weckt möglicherweise deine humorvolle Seite auf!;)
Also viel Spass beim Ausprobieren.
Lg Claudia
Roadrunnerfn
17.08.2010, 00:54
Hallo Shade,
es ist eben manchmal schwieirg, das LEBEN. Wenn die weltlichen Dinge einem die Sicht versperren, und wenn man eben mal nicht in der Lage ist, nach der Erkenntnis der Wahrheit zu ER-LEBEN.
Ich denke, das kennt jeder von uns.
Da hilft dann auch Humor im Zweifel nicht unbedingt weiter.
Die einzige wirkliche Lösung ist es, dieses System jeweils zu verlassen.
Man muss sich soweit zurückziehen, soweit solcherlei Probleme an einen heranbranden.
Das bedeutet aber auch, IN DIESEM System mit den Konsequenzen dieses Tuns zu leben. Man muss dazu bereit sein, Dinge loszulassen, die man nicht loslassen will.
Oder besser noch: wir müssen, wenn wir es richtig machen, damit leben, dass wir damit immer mehr ein konsequenzloses System betreten.
Es sollte uns also leicht fallen, aus dem anderen System zurückzutreten.
Aber wir empfinden dieses andere, akausale, konsequenzlose System als einen Schritt, der uns Verlust bringt.
DAS ist es vielleicht, was uns Verantwortung spüren lässt.
Es ist nicht einfach, davon abzulassen, das loszulassen.
Vor allem dann nicht, wenn man per se in seiner Stellung quasi ständig in der Verantwortung steht.
Grüssle
Frank
barbara seiler
17.08.2010, 09:01
Man muss dazu bereit sein, Dinge loszulassen, die man nicht loslassen will.
ja, da gibt's Dinge, die sehr schwer loszulassen sind... sogar dann, wenn der Kopf weiss, dass der Verlust nur ein illusionärer ist - bzw eine Illusion verloren geht - so kann es dennoch schwierig und schmerzhaft sein.
grüsse, barbara
Hatte heute ein schönes Erlebnis:
Als ich in den Bus einstieg fragte mich ein Mann mit einer geistigen Behinderung, ob er sich neben mich setzen dürfe...
Ich war gerade mega verträumt, starrte in die Ferne und fragte mich, was oder wie ich mich mit meinem Dritten Auge wohl Dinge anders wahrnehmen könnte...
"Natürlich sagte ich". Und wir führten eine nette Unterhaltung während der Fahrt. Er war sehr anhänglich...Er fand meinen Lederhandschuh mit den Swarovski-Steinen so schön, dass er ihn gleich anziehen musste.
Es war einfach eine schöne Begegnung, bei der ich mich fragte, warum dieser Mann bei den vielen Leuten gleich auf mich zukam!
Liebe Grüsse
Man muss sich soweit zurückziehen, soweit solcherlei Probleme an einen heranbranden.
Das bedeutet aber auch, IN DIESEM System mit den Konsequenzen dieses Tuns zu leben. Man muss dazu bereit sein, Dinge loszulassen, die man nicht loslassen will.
Oder besser noch: wir müssen, wenn wir es richtig machen, damit leben, dass wir damit immer mehr ein konsequenzloses System betreten.
Hey Frank,
ja, ich lebe noch. :)
Ich denke nicht, dass es der Weg ist, sich zurück zu ziehen. Im Gegenteil: Man muss sich öffnen und erkennen, wie wirklich absolut unwichtig das Meißte ist.
Es ist nicht verwerflich, sich verantwortlich zu fühlen. Nimm wichtig, was Dir beliebt. Aber überlege, ob es nicht nur Fesseln sind, die Dir Dein eigenes Ego anlegt. Und Dich mit jeder Aufgabe ein Wenig mehr gefangen nimmt.
Sich dieser Fesseln zu entledigen, bedeutet aber nicht, ein konsequenzloses System zu betreten. Dein Handeln hat immer Konsequenzen, weißt Du ja selber…
Wenn Du Deine Umwelt abblockst, erreichst Du nix. Wenn Du sie annimmst und Dich Ihrer annimmst, kannst Du nicht nur in ihr Leben, sondern mit Ihr. Und damit auch beeinflussen, wie schwer die Dinge für Dich sind.
Grundverkehrt ist es jedenfalls, die Mauern um sich rum im dicker zu bauen, das führt logischerweise nur zu immer größerer Distanz bis Du irgendwann im Grunde alleine bist. Und sehen kannst Du durch die dicken Mauern auch nix mehr… Alleine mit Dir selbst…
Dreh Dich nicht um Dich selbst. Und bild Dir nicht ein, dass sie sich um Dich dreht. Denn es ist NICHT Deine Welt, die Du nach Belieben formen kannst. Du bist ein Teil von Ihr, also sei auch bewusst ein Teil von ihr. Dann siehst Du, wie leicht das Leben eigentlich ist.
Wirklich, glaube mir, das ist nicht nur leeres Gerede. Es ist wirklich so.
barbara seiler
04.01.2011, 23:27
nur so by the way:
glückliches Neues Jahr auch Dir, Theo! :winke:
grüsse, barbara
Celestine
05.01.2011, 18:04
THEO, wie schön Dich mal wieder zu lesen! :glashoch:
Hey Ihr Lieben,
auch Euch ein frohes neues Jahr!
gab halt einfach nix zu sagen zu den Themen in letzter Zeit. Hat sich inhaltlich ja ein bisschen was geändert...
:ferkel:
Roadrunnerfn
06.01.2011, 11:31
Hallo Theo,
ja, da schliesse ich mich gerne an: schön, was vo Dir zu lesen! Zudem meine ich zwischen den Zeilen zu lesen, dass es Dir wieder deutlich besser geht. Das war ja nicht so prickelnd, bei Deinen letzten Postings.
Ich denke nicht, dass es der Weg ist, sich zurück zu ziehen. Im Gegenteil: Man muss sich öffnen und erkennen, wie wirklich absolut unwichtig das Meißte ist.
Genai dieses öffnet ein Paradoxon. Offenheit und Bereitschaft verlangt Aufmerksamkeit, diese erreichen wir in uns doch immer dann, wenn uns etwas wichtig ist.....was aber nun, wenn wir feststellen, dass zumindest sehr vieles zumindest ziemlich unwichtig ist??
Egal, wie dies wirklich ist, muss es nicht zumindest nach aussen hin arrogant und uninteressiert wirken???
Es ist nicht verwerflich, sich verantwortlich zu fühlen. Nimm wichtig, was Dir beliebt. Aber überlege, ob es nicht nur Fesseln sind, die Dir Dein eigenes Ego anlegt. Und Dich mit jeder Aufgabe ein Wenig mehr gefangen nimmt.
Sich dieser Fesseln zu entledigen, bedeutet aber nicht, ein konsequenzloses System zu betreten. Dein Handeln hat immer Konsequenzen, weißt Du ja selber…
Diese Fesseln sind, wie Du schreibst, jene, die man sich selbst anlegt. Nimm wichtig, was Dir wichtig erscheint.
Das ist in meinem Falle ziemlich viel. Vielzuviel. Und die "Erkenntnis" sagt uns auch was anderes: es gibt nicht so viel wichtiges. Lass das andere sein.
Nur wo möchten wir hier die Grenzen ziehen?
Ist das Leben eines Menschen wichtiger als jenes eine Fliege, die das ihrige grade an den Rippen Deines Kühlergrilles ausgehaucht hat????
Oder ist auch so ein extremer Gedanke nicht nur ein Hinweis darauf, wie unsäglich wichtig unser Ego uns selbst glauben machen will???
Und....wenn wir etwas in dieser Art hinterfragen, dann hinterfragen wir das einzige, was uns nahe ist: uns selbst.
Wenn wir dort für "nicht wichtig" befinden, was IST dann noch wichtig???
Dreh Dich nicht um Dich selbst. Und bild Dir nicht ein, dass sie sich um Dich dreht. Denn es ist NICHT Deine Welt, die Du nach Belieben formen kannst. Du bist ein Teil von Ihr, also sei auch bewusst ein Teil von ihr. Dann siehst Du, wie leicht das Leben eigentlich ist.
Wirklich, glaube mir, das ist nicht nur leeres Gerede. Es ist wirklich so.
Nun ja, die Form der Welt...darüber könnten wir uns streiten. Vielleicht ist es eines dieser Themen: wir könnten darüber diskutieren, ob und in welcher Form es eine manifestierende Heranführung an deine, an meine Gegenwart gibt...wir könnten uns über Quantenmechanik unterhalten und über Schrödingers Katze.....und wir könnten uns darrüber unterhalten, wenn wir die Welt formten, ob wir sie "nach belieben" oder "nach Bedenken" formen.
Beides ist möglich, das ist meine Religion.
Dass wir immer dasitzen und rumjammern, weil wir in der Gegenwart, im Jetzt, erkennen, dass wir schöpferisch nicht vollkommen waren: das ist eine andere Geschichte.
Nein, hier geht es erst mal um das Erkennen:
Was ist wichtig, was nehmen wir für wichtig und wo setzen wir eine Grenze?
Das unbewusste Leben stürmt mit Wichtigkeiten auf uns ein und erdrückt uns.
Das bewusste Leben stellt, bei genauer Betrachtung, ALLES in Frage und lässt keinerlei Wichtigkeiten zurück: damit können wir (und wollen wir) nicht leben.
Zurückziehen heisst dann für mich nicht, Mauern zu bauen.
Sondern eher zurücktreten.
Die anderen machen lassen. Das eigene Tun nach seiner Wertigkeit FÜR MICH zu hinterfragen. Damit zum Beispiel zu sehen, wie wichtig es für mich, FÜR ANDERE was zu tun. (ja, das ist wieder so eine ehrliche Aussage, aber so ist es halt, wenn man nicht als "guter" Mensch geboren wurde: selbst "Gutes" zu tun tut man am Ende nur für sich selbst....).
Ein schwieriges Thema wie ich finde. Eines der grundsätzlichen Themen zur Lebenseinstellung. Und bestimmt ein Thema, das "Leben" und " Sinn" im Kern erwischt!
Grüssle
Frank
Hallo Frank
Also wenn es stürmisch wird - von Inne und von Außen - ist deine Devise:
Kopf in den Sand - mal warten was passiert?
Oder wie meinst du das genau?
lg
Roadrunnerfn
06.01.2011, 15:30
Hallo Frank
Also wenn es stürmisch wird - von Inne und von Außen - ist deine Devise:
Kopf in den Sand - mal warten was passiert?
Oder wie meinst du das genau?
lg
Nein, das ist nicht meine Devise.
Ein Teil davon: ja!
In sehr vielen Fällen ist abwarten nicht das schlechteste Mittel.
Aber sicherlich nicht in allen, das ist klar.
Und: Kopf in den Sand würde bedeuten: Mauern bauen und nichts von der Welt wissen wollen.
Was steckt dahinter?
Nun, meine feste Überzeugung ist es, dass wir als Menschen mit unserem bewussten Geist ein Problem haben: Auf der einen Seite steht die Ratio, auf der anderen Seite steht die Sehnsucht, etwas "mehr" als nur das Erklärbare zu haben. Etwas, woran man GLAUBEN kann.
Philosophische Betrachtungen sind diesbezüglich gefährlich: sie neigen dazu, in zuendegedachter Konsequenz zerstörerisch zu sein:
Wenn ich beginne, mir über die Wichtigkeit von Dingen (Vorgängen, Menschen, Leben, Sinn) Gedanken zu machen, ist die Gefahr gross, ALLES für zu wichtig zu nehmen oder ALLES für zu unwichtig.
Es ist eine grosse Unfassbarkeit (im wahrsten Sinne) hinter diesen Betrachtungen, die Frank-Holger bemängelt: natürlich kann man sie jederzeit in eine extreme Richtung deuten und alles, was man hat, zerinnt in den Fingern.
Es ist in meinen Augen eine grosse Erkenntnis, entgegen all dieser zerstörerischen Gedanken klar zu sehen, was IST.
Die Welt IST. Ich bin. Leben ist.
GESEHEN habe ich diese Weisheit. Aber sie zu leben wird befürchtenswerterweise noch viele Jahre dauern.
Zu eingeschliffen und konfektioniert ist mein Ego auf Materielles und auf "falsche" Werte.
Mich hineinzustürzen -Hals über Kopf- ins Leben bringt mich um.
Wenn ich das tue, dann gewinnt meine "Natur", mein 40-jähriges Ego die Oberhand und fügt mir viel Schmerz und Leid zu.
Die Erkenntnisse über die Wahrheit des Egos (die durchaus angelesen sind) sind mir hierbei nur Medikament zur Bekämpfung der Symptome: verinnerlicht habe ich das noch lange nicht.
Alles, was funktioniert, ist, zurückzutreten.
Nicht den Kopf in den Sand stecken. Das würde keinem SEIN gerecht.
Aber SEIN lassen, das funktioniert.
Ich habe mich fast zerschlissen beim Versuch, ein Hürdenläufer zu werden, der alles nimmt und überspringt, was kommt.
Das ist eine Leistung, die ich nicht zu erbringen im Stande bin.
Und:
Es führt dazu, dass man Hürden wie magnetisch anzieht. Das ist was für "Macher", für Leute, die ihre Energie aus der Lösung von Problemen schöpfen.
Ich bin auf der Suche nach Frieden.
Dazu benötige ich keine täglichen Herausforderungen, die mich ständig an meine Grenzen bringen.
Meine Erfahrung mit anderen Menschen ist es, dass diese Haltung nicht akzepiert wird.
Keiner hat Verständnis dafür, dass dem anderen eine Sache nicht so wichtig ist, dass er sich ständig dafür verbiegt.
Schlimmer noch.
Weil es immer Leute gibt, denen was SEHR wichtig ist, werden sie mit Fulminanz und Nachdruck agieren:
Und man merkt, dass man als "Langsamer" da im Wege steht.
Also trete ich zur Seite.
Wenn ein Parkett zu voll wird oder es wird zu schnell und zu heftig getanzt, gewackelt und geschüttelt:
Dann ist das kein Platz mehr für mich.
Ich weiss, wie das klingt:
"Er kann es nicht haben, wenn seine (nicht existenten)Exclusivrechte verletzt werden".
Nein. Da gibt es einen feinen, einen kleinen Unterschied:
Ich muss überhaupt nicht der einizge sein, der etwas leistet, der Beste oder der Schönste.
Aber ich nehme SEHR WOHL für mich in Anspruch, meine Leistung nach meiner Leistungsfähigkeit zu erbringen, einzuschätzen und umzusetzen.
Ja, ich nehme für ich in Anspruch, MEIN Bestes so zu leben, wie es mir am Besten erscheint. Ich bestimme selbst, WER für MICH der Schönste ist, was für mich das Schönste ist.
Und wenn nun beim Tanzen auf dem Parkett es zu eng wird:
Dann erlaube ich mir, den Tanz abzubrechen, weil ich Enge als unangenehm verspüre.
Manchmal versuche ich weiterzutanzen. Aber das ist dann nicht mehr autentisch. Das macht man, weil man den Tanzpartner nicht im Stich lassen will.
Wenn mir dann aber noch jemand ständig auf die Füsse tritt, dann finde ich es wenig verwerflich, sich vom Parkett zu tummeln und an der Seite ein Bier zu trinken.
Vielleicht ;) ..wäre s spiritueller, dem "Treter" eine reinzuhauen.
Frei von der Leber weg.
Aber auch das ist nicht wirklich die Art, die mir eigen ist.
Ich lasse jedem seinen Raum.
Aber ich verlange im Gegenzug die Respektierung meines eigenen (und auch anderer Leute) Raumes.
Darum mag ich es nicht, wenn Aktionen mit Pauken und Trompeten durchs Dorf getrieben werden.
Es gibt auch noch Leute, die ihre Ruhe suchen und sich von einem solchen "Festzug" überrollt fühlen.
Historisch betrachtet kommt meine Person, mein Ego aus einer ganz anderen Welt.
Es sind mir alle Spielarten feinstfühliger Verletzlichkeit über Berg- und Talfahrten von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt bis hin zum cholerischen Austicker bekannt:
Recht haben zu wollen, zu müssen.
Mit Nachdruck alles solange zu verfolgen, bis es zu MEINER Zufriedenheit erledigt ist.
Anerkennung haben zu müssen.
Erklärt haben zu müssen.
Ansprüche zu stellen.
Menschen weder nach deren leistung noch nach deren Sein zu beurteilen. Sondern nur danach, wie sie sich MIR gegenüber verhalten.
Neid.
Hass.
Misgunst.
DAS ist meine Natur. Meine Egoistische Natur.
Vielleicht gehört es gar dazu, zu diesem Bild, folgende Aussage zu treffen:
KEIN Mensch ist frei davon, und die meisten sind viel stärker davon betroffen, als sie zuzugeben in der Lage sind.
Davon zurückzutreten, das ist -ganz unbescheiden- eine Leistung.
Für mich eine GROSSE Leistung.
Man lässt sehr viel hinter sich, was nix taugt. Mit "Kopf in den Sand stecken" jedoch hat es nichts zu tun:
Ich ziehe mich vom Aktor zu Betrachter zurück und beschränke meine Aktionen: mehr oder weniger, je nach dem, was es mir scheint, Not zu tun.
Ich versuche, das Parkett den "guten Tänzern" zu überlassen und ich tanze dann -mir zum Spass- wieder weiter, wenn der grosse Wirbel und die grosse Masse weg ist. Und nein: ich benötige dazu kein Publikum:
Ich bin mir wichtig genug, um mir als zufriedener Zuschauer zu genügen.
Es FREUT mich, wenn ein Publikum mir zustimmt, mir evtl. gar Beifall spendet.
Aber ich LEBE nicht davon.
Die grossen Dinge in der Welt, so meine ich, werden auch dann geschehen, wenn ich mich nicht einmische.
Früher war in meinem Kopf eine überschaubare Welt, die ich mit aller Gewalt auszufüllen versuchte.
Heute ist in meinem Kopf eine unendliche Welt, und ich versuche, so weit es mir möglich ist, in dieser Unendlichkeit eine Scholle zu finden, auf der ich leben kann.
Leider ist die Scholle, auf der ich treibe, nicht vollkommen.
Wäre mein leben vollkommen, dann wäre es (wäre ich) GOTTgleich, allwissend, allgegenwärtig.
Nein, Fehlerbehaftet ist sie, diese Scholle.
Einer der grössten Fehler ist sicherlich die Macht, mit der ich gewisse persönliche Freiräume erhalten zu müssen meine:
ich bin allergisch gegen persönliche Angriffe und Sticheleien.
Das heisst ja aber noch lange nicht, dass ich nicht in der Lage wäre sie auszuteilen.
Aber ich WILL das nicht mehr.
Und darum ziehe ich mich, wann immer es mir zu bunt wird, zurück.
In der Hoffnung, ein Plätzchen zu finden, an dem ich schauen kann: auf die grossen Tänzer mit ihren wilden Wirbeln, aber auch auf mich und mein Tun: mein NICHT-tun, meinen Stolz, meinen Rückzug.
In meinen Augen aber besser als sich 30 mal anzuzicken.
Da genügt mir 2 mal, dann bleib ich lieber weg.
Und um einer Sache noch vorzugreifen:
Dieser Beitrag handelt von mir.
Selbstverständlich stehe ich darin im Mittelpunkt.
Und:
Der Thread heisst: ich und die anderen.
Es hat schon einen grund, warum ich den damals aufgemacht habe.
So, nun aber genuch:
3 Megabeiträge an einem Tag sind eh zuviel.
Ich verlasse das Parkett, bestell mir ein Bier und sehe zu, was passiert.
Wenn ich daurch schlüpfrig wirke:
ich lasse mich nicht gerne fassen.
ich lasse mich nicht gerne drängen und be-drängen und ich geniesse es, selbst darüber entscheiden zudürfen, wann ich das Parkett betrete und wann ich es verlasse.
So, Frank Holger,
DAS ist MEINE Welt.
Ganz ohne Schnörkel. Ganz ehrlich.
Ganz egoistisch. Ganz offen.
Ich hoffe, es dient Dir zur Erläuterung.
Wenn Du jedoch denkst: "ich wusste doch, dass das ein egoistischer Arsch ist.", dann wäre ich sehr entäuscht von mir.
Grüssle
Frank
Heute ist in meinem Kopf eine unendliche Welt, und ich versuche, so weit es mir möglich ist, in dieser Unendlichkeit eine Scholle zu finden, auf der ich leben kann.
Hey Frank,
Das hast Du schön gesagt. Um bei dieser Analogie zu bleiben: Schön wäre es doch, von der Scholle runter zu steigen, sonst bist Du doch wieder begrenzt an den Rändern Deiner Scholle…
Aber Du sagst ja selber, dass Du das nicht willst, und das ist ja auch ok.
Wird sich aber bestimmt noch ändern, wenn Du lange genug dahin getrieben bist und zugeguckt hast.
Dann stehst Du am Rand, siehst alles darum rum und willst dahin und weißt nicht mehr weiter, dann wird gar nix mehr gehen und da muss man dann durch, obwohl das schier unmöglich scheint.:gocrazy:
Roadrunnerfn
06.01.2011, 17:55
Hallo Theo,
hör nicht auf.....ich habs noch nicht kapiert:
Mein Bewusstsein steht mitten im meiner Welt.
Meine Weltanschauung KANN gar nicht anders, als Egozentrisch zu sein.
Solange das so ist (und nichts ausser Deinen Andeutungen spricht im Moment dagegen...) werde ich auf meiner Scholle treiben.
Nicht alleine. Ich teile "meine" Scholle mit anderen, die bei mir angedockt haben. IM LEBEN sind wir ein Schollencluster.
Im ER-LEBEN bin ich auf einer Scholle alleine. Kalte Philosophie. Karge Wirklichkeit.
Wie geht ANDERS???
Grüssle
Frank
barbara seiler
06.01.2011, 20:02
Egal, wie dies wirklich ist, muss es nicht zumindest nach aussen hin arrogant und uninteressiert wirken???
Hallo Frank
höflich nicken und lächeln halte ich in den meisten Fällen für eine gute Option. Und ich kann ja in den meisten Fällen durchaus nachvollziehen, warum für jemanden anders ein Thema wichtig ist, auch wenn es mich selbst nicht im Geringsten interessiert.
Wenn wir dort für "nicht wichtig" befinden, was IST dann noch wichtig???Ich bin zur Auffassung gelangt, dass für mich genau jene Dinge wichtig sind, denen ich Wichtigkeit gebe. Wichtigkeit ist immer abhängig von einem Bewusstsein und nicht "einfach so" wichtig.
Und was dazu kommt: ich DARF Wichtigkeiten so verteilen, wie ich grad lustig bin. Ich brauche dazu keinen besseren Grund als "weil ich es gerade jetzt so will", ganz egal, worum es sich handelt, um Banales oder Ehrwürdiges oder Lächerliches. Ganz egal, dass ich gestern noch ganz anderer Meinung war.
Leben bedeutet für mich hinzustehen und zu sagen: ich wähle Schönheit. Ich wähle Freiheit. Ich wähle Reichtum. Ich wähle (nach eigenem Gutdünken einsetzen)
grüsse, barbara
barbara seiler
06.01.2011, 20:07
Im ER-LEBEN bin ich auf einer Scholle alleine. Kalte Philosophie. Karge Wirklichkeit.
Wie geht ANDERS???
Kannst du dir vorstellen, nicht nur Scholle zu sein, sondern auch das Meer, in dem sie treibt - das Universum, in dem sie eingebettet ist?
Scholle - bzw Ego, Persönlichkeit - ist tatsächlich nur die Spitze des Eisbergs. Du bist aber viel mehr als das. Kannst du dir vorstellen, ein Universum zu sein, das träumt, eine Scholle zu sein?
grüsse, barbara
Roadrunnerfn
06.01.2011, 20:53
Nein, Barbara, das kann ich nicht.
Weil in meinem Verständnis die Bedeutung von "kann ICH mir vorstellen..." bereits jenes ALL-SEIn verlassen hat und individuell geworden ist. ICH geworden ist.
Diese Hervorhebung, dieses ICH, dieses EGO, was mich zum individuellen Menschen macht, das ist es, was mich auf meine Scholle verbannt.
Das Meer zu sein ist ein Teil von mir. Jener Teil, der mir vielzuoft so unzugänglich scheint. Meine Wurzeln, der Nährboden, aus dem das Ego individull hervorgeht.
Diesen Bezug hab ich zum Meer um meine Scholle herum.
Zu glauben, dass man ein träumendes Universum wäre.....das ist eine Religion!
Oder mit anderen Worten: wenns so wäre, würde das meinem individuellen EGO-Dasein keine Veränderung, keine Verbesserung und keine Aussicht bringen.
genauso als würde ich an einen Gott glauben oder an die einzige Wahrheit der Naturwissenschaften:
Egal, welchem Glauben ich anhänge: es bleibt GLAUBE.
Zugegeben: das Höllenfeuer der christlichen Teufelsverdammtheit scheint mir weniger wohlig zu sein als ein "floating Dream".
So gesehen gibt es schlechtere Ansichten. :o
Aber egal was ich glaube:
Dieses ICH, welches MICH ausmacht....wer will das aus seiner Egozentrik holen?
Holen wollen...können?
Und mit welchen Mitteln?
Und dann: was erwartet (mich) dann?
Es ist eine Jonglage mit Begriffen. keiner soll mir das falsch verstehen! ich halte mich nicht für einen zurückgezogenen, wortkargen Eremiten, der die Welt nicht an sich lässt.
Es geht um glasklare Bestimmungen und um Logik:
KÖNNEN "WIR" (wir: Egos, individuelle ICHS) anders als egozentrisch wahrnehmen?
Ich sage: nein.
Mit einer Ausnahme:
es könnte sein, dass wir in unserem Werden einige Wurzeln bewahren, die von Ego unberührt bleiben. Was wir hier an unerforschten Kommunikationskanälen und Erfahrungsschätzen haben, die wir unbewusst nutzen (z.B. indem wir SIND), das steht vorerst mal in den Sternen.
Aber das bewusste Ego ist ein egozentrischer Wahrnehmer.
Ich lasse mich dazu ZU gerne vom Gegenteil überzeugen.
Sehe aber keinen Ansatz.
Grüssle
Frank
barbara seiler
06.01.2011, 21:14
Hi Frank :)
Weil in meinem Verständnis die Bedeutung von "kann ICH mir vorstellen..." bereits jenes ALL-SEIn verlassen hat und individuell geworden ist. ICH geworden ist.
Wenn ich sage "Ego" dann meine ich damit nicht: dass da eine Entität ist, die sich selbst als sich selbst wahrnimmt.
Mit Ego meine ich: ein Bewusstein, das den Glauben hat, auf diesen menschlichen Körper begrenzt zu sein. Die identifikation: ich = Mensch. Ich = das, was in der Identitätskarte drin steht.
Diese Identifikation von ich=Körper kann aber recht leicht ausgehebelt werden. Zum Beispiel durch Entzug von Sinnesreizen in einem Isolationstank (würde ich gern ausprobieren): im Grund genommen eine Badewanne mit körperwarmem Wasser, die Augen bedeckt, die Ohren verschlossen, keine Gerüche, kein Fühlen, keine Bewegung, da gibt es keine Nerven die mit "aussen" interagieren und Signale senden - dies soll die Identifikation mti dem Körper, und folglich das Ego, in recht kurzer Zeit total auflösen. Da fühlt sich jemand auf einmal gross wie ein Universum oder klein wie ein Atom, oder wie auch immer - es gibt ja keine Referenzen durch die Umgebung mehr. Ego ist weg. Aber "ich" ist immer noch da.
Ein anderes, alltägliches Beispiel ist der Orgasmus: da ist Ego für diese kurze Zeit auch weg - aber dennoch ein "ich", das wahrnimmt und geniesst.
"ich" kann sehr wohl erkennen, dass ich keine Scholle bin - dass es ein Irrtum ist zu glauben, eine Scholle zu sein. Ich bin im Grund das Meer. Ich bin im Grunde die Erde, die Galaxis, das Universum, Gott. Ich bin die ich bin...
Zu glauben, dass man ein träumendes Universum wäre.....das ist eine Religion!
ja und wenn schon. Etiketten sind unwichtig. Inhalte sind wichtig.
Dieses ICH, welches MICH ausmacht....wer will das aus seiner Egozentrik holen?
hoffentlich niemand, denn das ICH, das dICH ausmacht, ist Gott. die Urquelle. Der Ursprung. Diese Art von Egozentrik soll bitte niemand aufgeben!
Und dann: was erwartet (mich) dann?
ein Gefühl wie ein Orgasmus - nur besser. behaupte ich mal ganz frech. ;)
Aber das bewusste Ego ist ein egozentrischer Wahrnehmer.
korrekt, das muss auch so sein. Wenn ich irgendwo stehe und in den Himmel hinauf schaue, scheint der höchste Punkt der Himmelkuppel sich immer genau über meinem Kopf zu befinden...
aber wir können ja daran denken, dass dies für andere Menschen genau so gilt.
grüsse, barbara
Och - jedem sein Ego.
Mir isses zuviel - aber es ist ja auch nicht mein Text. Versuche aber bitte trotzdem bei Eigendarstellungen die Spitze zum anderen wegzulassen - dass wirkt dann ehrlicher
Ich brauche den Widerstand, das Gefühlt der Entfaltung und der Sinnhaftigkeit. Für mich ist alles sinnvoll und letztendlich eine Aufgabe die es zu bewältigen gilt.
Mich Zurückzuziehen habe ich in meiner Jugend oft getan - und irgendwann (für mich!) begriffen, dass meine Lebenseinstellung handlungsorientiert sein muss. Und seitdem (dass sind schon Jahrzehnte) geht es mir besser.
lg
hör nicht auf.....ich habs noch nicht kapiert:
Mein Bewusstsein steht mitten im meiner Welt.
Meine Weltanschauung KANN gar nicht anders, als Egozentrisch zu sein.
Solange das so ist (und nichts ausser Deinen Andeutungen spricht im Moment dagegen...) werde ich auf meiner Scholle treiben.
Nicht alleine. Ich teile "meine" Scholle mit anderen, die bei mir angedockt haben. IM LEBEN sind wir ein Schollencluster.
Im ER-LEBEN bin ich auf einer Scholle alleine. Kalte Philosophie. Karge Wirklichkeit.
Wie geht ANDERS???
Grüssle
Frank
Hey Frank,
Na klar steht Dein Bewusstsein mitten in der Welt. Aber doch nicht in Deiner, sondern in unserer. Genauso steht Barbaras Bewusstsein mitten in der Welt. Und von Frank Holger. Und Astrid. Und Dieter Bohlen.
Warum muss man das abgrenzen von anderen? Selbstschutz? Sinnlos. Du musst das gar nicht abgrenzen.
Mehr als Andeutungen zu schreiben ist ganz schön schwierig, weil die konkrete Beschreibung unmöglich scheint. Frag doch mal, wie blau riecht. Oder wie Meeresrauschen aussieht. Oder wie sich der Tau auf den Blättern an einem kalten Sommermorgen anhört
Du fragst: wie geht ANDERS???
Meinst Du mit ANDERS, dass Du Deine Umwelt nicht mehr egozentrisch war nimmst?
Das ist einfach: Indem Du Dieses Dein Ego mal für einen Moment zur Seite stellst und dich auf das „einlässt“ was um Dich herum ist. Dann stellst Du nämlich fest: Du bist mitnichten auf einer Scholle alleine. Und es ist auch nicht Dein Bewusstsein, dass da steht. Das ist zu ER-LEBEN.
Wie Dein Weg dahin ist? Gute Frage, auf die es bestimmt mehr eintausend Antworten gibt. Finden musst Du ihn selber. Für viele ist es die Religion, der „Glaube“, egal welche Richtung. Aber es GIBT einen Weg, und der ist nicht lang und steinig. Am Ende wird dann Glaube durch Wissen ersetzt.
Was daran dann karge Wirklichkeit ist, oder kalte Philosophie, kannst Du Dir in dem Moment selbst beantworten.
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