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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Über den Gedanken


Roadrunnerfn
11.06.2008, 21:42
Hallo Leute,

Vielleicht wisst Ihr mir jemanden, der meine Gedanken zum Gedanken schon mal (möglicherweise in Buchform) formuliert hat.

Je mehr und je tiefer ich über Ego, SEIN und das ganze neue Weltbild nachdenke, desto dringlicher meldet sich ein Verdacht.
So sehr ich mich bemühe...ich kann nicht "Nichtkausal" denken, so sehr ich versuche, alte Werte abzulegen, es gelingt mir nicht, mich vom Schema von GUT und BÖSE zu lösen.
BÖSE kann ich noch auflösen...die Abwesenheit von Gut.
Aber auch die Dualität ist mit zu sehr eigen, mein Kopf kann sie nicht entscheidend weit genug ablegen, daß ich meinen dürfte, spirituell fortzuschreiten.
Aber vielleicht KÖNNEN Gedanken gar nicht anders, als SO zu denken.
Ist es nicht der Gedanke, der im Augenblick mein Universum schafft?
Diese Welt wäre das Abbild dessen, was die Gedanken denken.
Sie scheinen kausal und dual zu sein.

Und dann kam mir dieser EINE Gedanke.
Wir verlassen unsere gemütliche und behagliche Ursuppe, um Mensch zu werden, in dem Augenblick, in dem es einen Gedanken gibt.
Dieser "Urknallgedanke" ist kausal und dual, zumindest trägt er die Eigenschaften in sich.
Es entsteht ein EGO. ICH bin ursprünglich die Konsequenz aus der vergleichsweisen Unvollkommenheit des Gedankens.
Der Gedanke als "Ausrutscher" der Reinheit des SEINS.
Der Gedanke als ICH, als Schöpfer, als Leben, als Urknall.
Der Gedanke als Basis für die biblische Schöpfungsgeschichte und widerum als Metapher die Verteibung aus dem Paradies zur Beschreibung des Vorganges:
Wir naschen vom Baum der Erkenntnis und erschaffen in dieser Erkenntnis den unreinen Gedanken, der UNS Ego macht. Wir werden Mensch und betreten die Welt, und die Welt wird.

In der Konsequenz stirbt meine Welt, wenn mein Denken endet.
Warum sterben Menschen und die Welt bleibt?
Weil es nicht deren Welt ist, die bleibt, sondern meine.

*grübel...ist das zu abgehoben? Mir scheint es so schlüssig.
Habt Ihr schon was gelesen in dieser Richtung?


Grüssle

Frank

Celestine
12.06.2008, 13:26
Lieber Frank,

das Buch, das Du suchst, ist der Kurs in Wundern.

Ich lese seit geraumer Zeit nun im Textbuch und es ist Balsam für mein Denken.

Ich hatte die von Dir beschriebene Gedanken-Grenze erreicht, mit dem Resultat, das jeglicher Input und Output plötzlich unmöglich erschien.
Es fällt mir schwer das zu formulieren. Es stellte sich so dar, dass alles, was ich las, „sinnlos“ schien, und von meinem Gehirn nicht mehr zur Verarbeitung angenommen wurde. Gleichzeitig war es mir unmöglich irgendetwas logisch und zusammenhängend zu formulieren. Ein sehr merkwürdiger Zustand! Er ist noch nicht gänzlich überwunden, aber es wird langsam besser :rolleyes:

Der Kurs erklärt den Unterschied zwischen dem, was der Mensch (der sich für einen Körper hält) "erschafft" und dem, was wirkliche Schöpfung ist mit dem Wortunterschied:

Das Ego macht
Gott – Der heilige Geist – Der Sohn erschafft

So ist alles, was das Ego macht, nicht wirklich erschaffen. Es ist eine Illusion und in Wahrheit nicht da.

In der Konsequenz stirbt meine Welt, wenn mein Denken endet.
Warum sterben Menschen und die Welt bleibt?
Weil es nicht deren Welt ist, die bleibt, sondern meine.


JA

Herzliche Grüße,
Celestine

Celestine
13.06.2008, 12:26
Lieber Frank und ALLE http://www.smilies.4-user.de/include/Liebe/smilie_love_364.gif

soeben habe ich diesen Thread im Merliners-Forum entdeckt:

http://energy.siteboard.eu/f13t698-wissenschftl-spiritualitaet-negative-kraefte-positive-kraefte.html?st=0&sk=t&sd=a

Möglicherweise hilft er ein paar Denk-Knoten zu lösen...

Herzliche Grüße,
Celestine

mikeg
09.07.2008, 18:37
Vielleicht wisst Ihr mir jemanden, der meine Gedanken zum Gedanken schon mal (möglicherweise in Buchform) formuliert hat.
Hallo Frank,
Denkst Du Dir diese Weisheiten eigentlich selber aus? Sie sind nicht so klar und deutlich wie sie die Philosophen formuliern, aber wenn das Deine Gedanken sind, dann mus ich ganz ohne Neid oder Misgunst sagen: "Hut ab!"

"cogito, ergo sum"
Ich denke, also bin ich. Das ist von Descartes und wirde zu so etwas wie ein Leitspruch der Franzosen für rund hundert Jahre.

Descartes hat auch gedacht Körper und Seele seien getrennt (der cartesianische Dulaismus). Das Problem dass er nie wirklich gelöst hat, war das "Wie". Wie empfängt die Seele Körperliche Signale, und wie steuert sie die Handlungen und das Verhalten des Körpers? Er konnte die Antwort nur raten und meinte der Sitz der Seele im Körper sei die Zwirbeldrüse im Stammhirn. Er hat sich die Seele als kleines Männchen vorgestellt der an so etwas wie einem Steuerrad mit Hebeln usw sass (im Wiki gbts eine schöne Zeichnung davon).

Der andere Gedanke, dass Böses von Gutem nicht zu trennen ist, ist das was die Kirchenväter "privatio boni" nannten: Böses entsteht überall dort wo es an Gutem mangelt, so wie die Dunkelheit dort entsteht, wo kein Licht hinkommt. Gottfried Wilhem Leibniz nannte es das Theodizee Problem, aber der Gedanke wurde bereits viel früher in der Bibel erwähnt.

Roadrunnerfn
09.07.2008, 19:09
Hi Mike,

ich bin (und jetzt bitte nicht lachen...) ein Pragmatiker. Ich löse Probleme gerne durch "Tun" und mit meinen Händen.
Was ich nicht bin ist ein Akademiker. Mir fehlt die Ausdrucksweise, um meine Aussagen in einen Vergleich zu den Philosophen stellen zu können.
Aber ich bin fest davon überzeugt, daß die Ausdrucksweise nicht relevant ist.
Sie beschreibt nur, und es ist oft schwer, die passenden Worte zu finden.

Dein Lob -als solches fasse ich es auf- nehme ich entgegen und sage:
ich strenge mich auch wirklich an.
Und wie Du an der Länge meiner Beiträge siehst, finde ich grosse Motivation in der Diskussion mit Dir als "Skeptiker". (Das istjetzt auch ein Lob....man sagt mir nach, ich könnte das nicht so gut...)

Vielleicht ist Descartes an eine Grenze gestossen, die viele nicht annähernd erreichen, geschweige denn zu überschreiten in der Lage sind:
"Es muss etwas so sein, weil etwas anderes darauf hinweist."
Kausalität.
Sie gedanklich aufzulösen dürfte mE eine der schwersten Aufgaben sein, die ein Mensch anpacken kann.
Die wenigen Momente, in denen es mir bisher gelungen ist, sind deshalb auch nicht beschreibbar.
Kausalität aufzulösen bedeutet jedoch, eine Sperre zu durchbrechen, die Welten eröffnet.

Du bist nicht, weil Du Eltern hast und es eine evolutionäre Welt seit xxxmill. Jahren gibt....
sondern Du BIST.

Und es ist gut so.

Zu sehen, daß SEIN einfach nur IST, nicht WEIL, sondern einfach nur SO, ist nicht erklärbar. Es ist nur erlebbar.
Es ist nicht empirisch belegbar und folgt keiner logischen Regel.

SEIN wird seiner Art ganz einfach gerecht: indem es IST.
Ich kanns Dir nur empfehlen.
Es ist befreiend.


Grüssle


Frank

mikeg
10.07.2008, 05:59
Du bist nicht, weil Du Eltern hast und es eine evolutionäre Welt seit xxxmill. Jahren gibt....
sondern Du BIST.
Ich denke nicht wie Descartes. Seine Gedanken interessieren mich nur im historischen Zusammenhang und sind längst überholt von den Worten anderer Philosophen die nach ihm kamen.

Du BIST... das Produkt einer zufälligen, sinnlosen, blinden Evolution [Punkt, Ende, Aus!]

Richard Dawkins hat einmal gesagt: "Es gibt mehr Möglichkeiten tot als lebendig zu sein."
Dabei denke ich an die vielen Menschen die bereits gestorben sind aber auch die die niemals geboren sein werden. Ich meine, wir sollten alle dem Glück (Zufall?) danken, dass es uns beschert hat auf dieser Welt sein zu dürfen. Das Leben ist wie ein Scheinwerfer, der immer weiter auf der risigen schier endlosen Skala der Zeit weiterzieht. Und gerade in diesem kurzen Augenblick scheint er auf uns herab.

Aber Du, ich, wir Alle sind daneben, jeder für sich einzigartig und besonders, weil wir leben und Gedanken und ein Bewusstsein des Ich haben. Geniessen wir diesen kurzen Moment im Rampenlicht.

Hier noch eine kleine Weisheit [von Ashleigh Brilliant] die sehr schön umschreibt wie ich denke:
Es ist besser das Leben hat keinen Sinn, als einen Sinn dem ich nicht zustimmen kann.

Das war ein kurzer Blick in meine ganz persönliche Philosophie, die wie Du siehst stark von physikalischen Gedanken geprägt ist. Wie sollte es anders sein, aus meiner wissenschaftlichen Weltanschauung heraus?