R.Daneel
10.11.2008, 22:54
Zur Erkenntnistheorie:
bitte gern, ich bin gespannt!
Eigentlich meinte ich nur, ich lese das später, aber da nun so eine Spannung im (virtuellen Forums-)Raum liegt - mal sehen.
Wobei ich erstmal vorsichtshaber vorausschicken will, dass das Folgende meine privat-persönliche Meinung ist, und man das auch anders sehen kann. Mit der Vorbedingung muss ich nicht immer "Meiner Meinung nach" einfügen :)
Nun denn - eigentlich müsste ich den ganzen Artikel zitieren, ich versuche es nach Möglichkeit zu beschränken, mal sehen wie weit das geht.
Ist es berechtigt, zu sagen, dass die Wahrnehmung nur subjektiv sei? Nein, denn wir bringen sie nicht hervor.
Wichtiger Punkt, den wir in unseren Betrachtungen von Subjektivität und Wahrnehmung geflissentlich übersehen haben: Auch wenn Wahrnehmung subjektiv ist, so nehmen wir doch etwas war. Was wir wahnehmen, ist unvollständig und wird aus den Sinneseindrücken "zusammen-interpretiert": wenn man das weiß, ist klar, dass das was wir wahrnehmen, nur ein Teil der Wahrheit sein kann, und wir können nicht wissen, wieviel fehlt - aber immerhin, in dem was wir wahrnehmen ist ein wenig Wahrheit.
Es ist nicht möglich, willkürlich die wahrgenommene Welt zu verändern. Nur deshalb kann es überhaupt ein Erkenntnisstreben geben,Nun, ich glaube, schon den ersten Satz sehen wir hier nicht ganz so hart. Noch sind wir dazu nicht imstande - aber da wir es letztendlich jetzt nicht können, mag das als Grund ausreichen, um der Welt auf andere Weise "beizukommen" - und deswegen lohnt sich ein Erkenntnisstreben durchaus. Aber :
denn würden wir die Welt selbst erzeugen, würden wir ihren Inhalt schon vollkommen kennen und müssten sie nicht erst kennen lernen, um sie zu verstehen.
hier glaube ich wirklich nicht, dass man das so pauschal sehen kann: Es ist durchaus möglich, etwas zu "erzeugen", ohne es vollständig zu verstehen. Ein einfaches Beispiel: Wir "erzeugen" Schallwellen, die wir Sprache oder Gesang nennen, ohne uns darum zu kümmern, welche Muskeln die Stimmbänder anspannen müssen. Wir könnten dieses Verständnis erlangen, helfen würde es aber nichts.
Dabei spielt keine Rolle, ob unsere Organisation die Welt in Wahrnehmungen übersetzt. Ob Ton jetzt ursächlich Ton ist oder Schwingung oder eine göttliche Eingebung, ändert gar nichts an seiner Realität - der Ton entsteht außerhalb unserer selbst, er kommt an uns als objektiv Gegebenes heran. Das würde ich unterschreiben!
"Die Sinnestäuschung ist kein Irrtum. Ein Fehler in der Erkenntnis entstünde erst, wenn wir bei der Kombination der gegebenen Wahrnehmungen im Denken [die Erscheinung] unrichtig deuteten."
Nun, aber vorsätzliche Sinnestäuschungen zielen üblicherweise darauf ab, "unrichtige" :D Deutungen hervorzurufen. Kann sich noch jemand an den "Magier" David Copperfield erinnern? Oder an Uri Geller und Konsorten? Streng genommen ist die Sinnestäuschung selbst zwar kein Irrtum (sondern eine Täuschung), aber sie bewirkt den Irrtum, da der Wahrnehmende etwas anderes als das Erlebt gewohnt ist. Wollte ich nur mal drauf hinweisen :)
Will man nun erklären, wie Erkenntnis möglich ist, muss man den Bereich der Erfahrungswelt aufsuchen, der erst durch den Erkenntnisakt entsteht. Das ist aber äußerst ungünstig! Kann man Erkenntnis also nur jemandem erklären, der bereits Erfahrungen damit hat? Dann wäre es ja unnötig.
Bei Begriffen und Ideen wissen wir unmittelbar, dass diese nur durch den Erkenntnisakt in den Bereich des Gegebenen eintreten. Bestenfalls eintreten können! Denn woher wissen wir z.B., dass der Himmel blau ist? Weil uns gesagt wurde, dass diese Farbe "blau" heißt. Sie könnte auch anders heißen, z.B. "nila" (<- zufällig weiß ich, dass das das indische Wort für "blau" ist). Begriffe sind Definitionen. Das, was hinter dem Begriff steht, kann man erleben (aber z.B. für einen Blinden ist es bedeutungslos zu "wissen", dass der Himmel blau ist: Er muss es glauben - oder auch nicht), ich würde aber nicht sagen, dass durch das Erleben der Begriff in den Bereich des Gegebenen tritt.
Das, was dem Rest der Welt, außerhalb der Begriffe und Ideen, die wir tatsächlich selbst hervorbringen, fehlt, nämlich der gesetzliche Zusammenhang, ist in den Begriffen und Ideen schon enthalten. Denn wir bringen sie selbst hervor.
Und da hebt es vollends ab. Wir bringen also Begriffe und Ideen hervor. In diesen sind die Zusammenhänge zwischen ihnen bereits vorhanden, und nur diese Zusammenhänge fehlten der Welt (außerhalb der Begriffe) noch. Wie klingt das? Da steht doch, verschnörkelt und verklausuliert: "Wir und niemand anderes bringen die Welt hervor!" Erschaffen sie also. Das Einzige was wir (wie oben behauptet) nicht hervorbringen, ist die Wahrnehmung :D Unglaublich, oder? Ich glaube das jedenfalls nicht.
Der nächste Abschnitt ist so selbst-widersprüchlich, dass ich nicht daraus zitieren mag: Nur weil ein Meta-Denken "nicht denkbar" sei, kann man nicht sagen, dass Denken objektiv ist: 1. kann es ein Meta-Denken trotzdem geben, denn was für ein Subjekt undenkbar ist, muss es für ein anderes nicht unbedingt sein, 2. ist die Möglichkeit objektiven Denkens keinesfalls die Voraussetzung für subjektives Denken - allerdings ist die Möglichkeit objektiven Denkens eine zwingende Voraussetzung für objektives Denken - klar, oder? :D
Und damit möchte ich für den Moment aufhören. :D Sonst kriege ich einen Lachanfall - diese Denker, also wirklich: Denken die eigentlich, oder denken die nur sie würden denken :grins:
Grüßleins
R.
bitte gern, ich bin gespannt!
Eigentlich meinte ich nur, ich lese das später, aber da nun so eine Spannung im (virtuellen Forums-)Raum liegt - mal sehen.
Wobei ich erstmal vorsichtshaber vorausschicken will, dass das Folgende meine privat-persönliche Meinung ist, und man das auch anders sehen kann. Mit der Vorbedingung muss ich nicht immer "Meiner Meinung nach" einfügen :)
Nun denn - eigentlich müsste ich den ganzen Artikel zitieren, ich versuche es nach Möglichkeit zu beschränken, mal sehen wie weit das geht.
Ist es berechtigt, zu sagen, dass die Wahrnehmung nur subjektiv sei? Nein, denn wir bringen sie nicht hervor.
Wichtiger Punkt, den wir in unseren Betrachtungen von Subjektivität und Wahrnehmung geflissentlich übersehen haben: Auch wenn Wahrnehmung subjektiv ist, so nehmen wir doch etwas war. Was wir wahnehmen, ist unvollständig und wird aus den Sinneseindrücken "zusammen-interpretiert": wenn man das weiß, ist klar, dass das was wir wahrnehmen, nur ein Teil der Wahrheit sein kann, und wir können nicht wissen, wieviel fehlt - aber immerhin, in dem was wir wahrnehmen ist ein wenig Wahrheit.
Es ist nicht möglich, willkürlich die wahrgenommene Welt zu verändern. Nur deshalb kann es überhaupt ein Erkenntnisstreben geben,Nun, ich glaube, schon den ersten Satz sehen wir hier nicht ganz so hart. Noch sind wir dazu nicht imstande - aber da wir es letztendlich jetzt nicht können, mag das als Grund ausreichen, um der Welt auf andere Weise "beizukommen" - und deswegen lohnt sich ein Erkenntnisstreben durchaus. Aber :
denn würden wir die Welt selbst erzeugen, würden wir ihren Inhalt schon vollkommen kennen und müssten sie nicht erst kennen lernen, um sie zu verstehen.
hier glaube ich wirklich nicht, dass man das so pauschal sehen kann: Es ist durchaus möglich, etwas zu "erzeugen", ohne es vollständig zu verstehen. Ein einfaches Beispiel: Wir "erzeugen" Schallwellen, die wir Sprache oder Gesang nennen, ohne uns darum zu kümmern, welche Muskeln die Stimmbänder anspannen müssen. Wir könnten dieses Verständnis erlangen, helfen würde es aber nichts.
Dabei spielt keine Rolle, ob unsere Organisation die Welt in Wahrnehmungen übersetzt. Ob Ton jetzt ursächlich Ton ist oder Schwingung oder eine göttliche Eingebung, ändert gar nichts an seiner Realität - der Ton entsteht außerhalb unserer selbst, er kommt an uns als objektiv Gegebenes heran. Das würde ich unterschreiben!
"Die Sinnestäuschung ist kein Irrtum. Ein Fehler in der Erkenntnis entstünde erst, wenn wir bei der Kombination der gegebenen Wahrnehmungen im Denken [die Erscheinung] unrichtig deuteten."
Nun, aber vorsätzliche Sinnestäuschungen zielen üblicherweise darauf ab, "unrichtige" :D Deutungen hervorzurufen. Kann sich noch jemand an den "Magier" David Copperfield erinnern? Oder an Uri Geller und Konsorten? Streng genommen ist die Sinnestäuschung selbst zwar kein Irrtum (sondern eine Täuschung), aber sie bewirkt den Irrtum, da der Wahrnehmende etwas anderes als das Erlebt gewohnt ist. Wollte ich nur mal drauf hinweisen :)
Will man nun erklären, wie Erkenntnis möglich ist, muss man den Bereich der Erfahrungswelt aufsuchen, der erst durch den Erkenntnisakt entsteht. Das ist aber äußerst ungünstig! Kann man Erkenntnis also nur jemandem erklären, der bereits Erfahrungen damit hat? Dann wäre es ja unnötig.
Bei Begriffen und Ideen wissen wir unmittelbar, dass diese nur durch den Erkenntnisakt in den Bereich des Gegebenen eintreten. Bestenfalls eintreten können! Denn woher wissen wir z.B., dass der Himmel blau ist? Weil uns gesagt wurde, dass diese Farbe "blau" heißt. Sie könnte auch anders heißen, z.B. "nila" (<- zufällig weiß ich, dass das das indische Wort für "blau" ist). Begriffe sind Definitionen. Das, was hinter dem Begriff steht, kann man erleben (aber z.B. für einen Blinden ist es bedeutungslos zu "wissen", dass der Himmel blau ist: Er muss es glauben - oder auch nicht), ich würde aber nicht sagen, dass durch das Erleben der Begriff in den Bereich des Gegebenen tritt.
Das, was dem Rest der Welt, außerhalb der Begriffe und Ideen, die wir tatsächlich selbst hervorbringen, fehlt, nämlich der gesetzliche Zusammenhang, ist in den Begriffen und Ideen schon enthalten. Denn wir bringen sie selbst hervor.
Und da hebt es vollends ab. Wir bringen also Begriffe und Ideen hervor. In diesen sind die Zusammenhänge zwischen ihnen bereits vorhanden, und nur diese Zusammenhänge fehlten der Welt (außerhalb der Begriffe) noch. Wie klingt das? Da steht doch, verschnörkelt und verklausuliert: "Wir und niemand anderes bringen die Welt hervor!" Erschaffen sie also. Das Einzige was wir (wie oben behauptet) nicht hervorbringen, ist die Wahrnehmung :D Unglaublich, oder? Ich glaube das jedenfalls nicht.
Der nächste Abschnitt ist so selbst-widersprüchlich, dass ich nicht daraus zitieren mag: Nur weil ein Meta-Denken "nicht denkbar" sei, kann man nicht sagen, dass Denken objektiv ist: 1. kann es ein Meta-Denken trotzdem geben, denn was für ein Subjekt undenkbar ist, muss es für ein anderes nicht unbedingt sein, 2. ist die Möglichkeit objektiven Denkens keinesfalls die Voraussetzung für subjektives Denken - allerdings ist die Möglichkeit objektiven Denkens eine zwingende Voraussetzung für objektives Denken - klar, oder? :D
Und damit möchte ich für den Moment aufhören. :D Sonst kriege ich einen Lachanfall - diese Denker, also wirklich: Denken die eigentlich, oder denken die nur sie würden denken :grins:
Grüßleins
R.