Roadrunnerfn
08.10.2008, 00:33
wir hatten in einem anderen Thread die Aussage stehen, dass eine gewisse Ethik im System der spirituellen Wahrheit stecken könnte, oder dass dieselbe eine solche Ethik gar nicht braucht.
Nun beklagen wir ständig fehlende Ethik und Moral, und wenn wir denken, einen Weg dorthin gefunden zu haben, kommt einer und sagt: vielleicht brauchen wir das gar nicht!
Es ist genauso verrückt und paradox wie all diese Betrachtungen. Nur scheint am Ende halt doch eine gewisse Wahrheit zu finden zu sein.
Im Zentrum der Diskussion dürfte wiedermal die Tatsache stehen, dass unterschiedliche Anwendungen unterschiedliches Werkzeug benötigen.
So auch hier.
Wir sind hier in dieser Welt gewohnt, den Lebensraum mit anderen Menschen und Lebenwesen zu teilen. Um bestehen zu können, müssen wir uns auf Kompromisse einlassen, andere beobachten, sie einschätzen und mit ihnen kommunizieren. Wir leben in einer Gesellschaft, eine Vereinigung von Individuen. Sie stellt in sich eine Einheit dar, im Inneren jedoch leben Individuen.
Um die Wünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse von individuellen Wesen unter einen Hut bringen zu können, braucht es Regeln und Gesetze. Wir entwickeln Beziehungen, emotionale Bindungen zu anderen Menschen und lernen so zusammen mit den Regeln, was für das Miteinander "gut" und was "schlecht" ist.
Wir fühlen, etwas richtig oder falsch zu machen, wir spüren in uns den Drang, "gut" zu sein, Dinge richtig zu machen. Daraus erwächst auch eine Moral. Gut sein zu wollen, richtig handeln zu wollen, a priori.
Aus diesem Gedankengut heraus sind wir nun verleitet, unsere Moral und unsere Ethik in ein System zu binden, das Gemeinschaft fördert, Emotionen schafft, Nähe vermitteln will. Religionen.
Dieses System assoziieren wir mit "gut", wir folgen den Regeln und haben in unserer Geschichte so Millionen von "gut"-motivierten Morden begangen.
Moral und Ethik sind relativ, sie hängen von der Gemeinschaft und deren Werten an sich ab.
Soll das heissen, wir reden uns Ethik nur ein?--Ja.
Nehmen wir die Natur als Beispiel: ein jagender Leopard kennt keine Genfer Konventionen. Er tötet um zu leben.
Das meinen wir auch zu tun, wenn wir Feinde töten.
Moral und Ethik sind relativ..und subjektiv!
Dabei hatten wir uns so darauf verlassen, dass wir diese Werte genau auf dem spirituellen Weg finden können....
..können wir auch!
Ich denke, dass diese Werte auf diesem Weg auffindbar sind, nur haben sie eine völlig andere Qualität. Sie kommt nicht aus unseren regeln, sondern sie kommt aus uns.
Diese Qualität aus einer inneren Quelle führt zu einem ganz anderen Bild der Ethik:
Sie ist nicht durch ein Regelwerk erzwungen, sondern sie ist einfach da. Man tut nicht "gutes", man tut "richtiges", weil authentisches.
So wie der Leopard. Wenn er tötet, egal wie grausam, ist er authentisch. Weil er viel weniger Raum für ein sich ausbreitendes Ego hat, weil er viel direkter am "Lebenstropf" der Natur hängt.
Das führt selbstverständlich auch -wenn wir wieder auf die menschliche Ebene zurückkehren- zu einem völlig anderen Menschenbild: Mörder, Vergewaltiger, Räuber...sie alle sind nicht "böse". Sie sind zum einen ein Teil unseres Bewusstseins, ein Teil von uns...zum anderen tun sie genau das, was unser Schicksal ist: Sie tun in einem bestimmten Moment unter bestimmten Bedingungen genau nur das, was sie hier und jetzt tun können.
oder wie sagt man:
Menschen können nicht anders, als sie tun....sie sind dazu verdammt.
(gehört auch in die Sparte: gibt es einen freien Willen??)
Je näher wir dem Zentrum, dem Kern eines Menschen kommen, desto klarer und direkter können wir ihn einschätzen, ihn verstehen.
Wenn wir zu einer "Seelenebene" vorstossen, dann offenbaren sich uns immer mehr Zustände, die irgendwie wertfrei sind. Nicht mehr gut und böse. Sondern Wahr oder unwahr. Es bewertet sich nur noch eine Wirklichkeit, die eigene Wertung entfällt. Der Leopard ist nicht mehr gut oder böse, grausam oder majestätisch, sonder er ist LEOPARD (in Grossbuchstaben), seine Wirklichkeit ist es, genau SO zu sein.
Würden wir das als Menschen umzusetzen versuchen, es ginge auf der Welt zu wie bei Hempels unterm Sofa.
Unser wollendes, neidendes, hassendes Ego ist viel zu dominant, als dass man uns in unserer Unbewusstheit ohne Regel aufeinander loslassen könnte.
Aber wenn wir zu unserer inneren Wahrheit vordringen, wenn sie (emotional gesprochen) in uns fliesst, dann löst sich (zumindest in mir) dieses Wertende, dieser Zustand von gut oder böse auf.
Es breitet sich ein raumfüllendes Gefühl des Wohlbefindens aus, und dieses töten jeden Gedanken , der gebraucht würde, um ethische Regeln rechtfertigen zu können.
Es stellt sich die Frage, ob in dieser spirituellen Ebene (die durch Meditation erreichbar ist) eine Ethik eingebaut ist (Friede durch Wohlbefinden), oder ob es eine solche Ethik gar nicht braucht.
Weil dieses Wohlbefinden einer Quelle entspringt, in der nicht "guter Friede" oder "böser Hass" ist, sondern Wahrheit.
Wahrheit, die ohne Regel für sich selbst spricht. Ohne Wert.
hmmm..
ich kann nur hoffen, dass mir irgendjemand auf diesem Ausflug folgen kann....ich find wieder mal nicht die richtigen Worte.
Grüssle
Frank
Nun beklagen wir ständig fehlende Ethik und Moral, und wenn wir denken, einen Weg dorthin gefunden zu haben, kommt einer und sagt: vielleicht brauchen wir das gar nicht!
Es ist genauso verrückt und paradox wie all diese Betrachtungen. Nur scheint am Ende halt doch eine gewisse Wahrheit zu finden zu sein.
Im Zentrum der Diskussion dürfte wiedermal die Tatsache stehen, dass unterschiedliche Anwendungen unterschiedliches Werkzeug benötigen.
So auch hier.
Wir sind hier in dieser Welt gewohnt, den Lebensraum mit anderen Menschen und Lebenwesen zu teilen. Um bestehen zu können, müssen wir uns auf Kompromisse einlassen, andere beobachten, sie einschätzen und mit ihnen kommunizieren. Wir leben in einer Gesellschaft, eine Vereinigung von Individuen. Sie stellt in sich eine Einheit dar, im Inneren jedoch leben Individuen.
Um die Wünsche, Vorstellungen und Bedürfnisse von individuellen Wesen unter einen Hut bringen zu können, braucht es Regeln und Gesetze. Wir entwickeln Beziehungen, emotionale Bindungen zu anderen Menschen und lernen so zusammen mit den Regeln, was für das Miteinander "gut" und was "schlecht" ist.
Wir fühlen, etwas richtig oder falsch zu machen, wir spüren in uns den Drang, "gut" zu sein, Dinge richtig zu machen. Daraus erwächst auch eine Moral. Gut sein zu wollen, richtig handeln zu wollen, a priori.
Aus diesem Gedankengut heraus sind wir nun verleitet, unsere Moral und unsere Ethik in ein System zu binden, das Gemeinschaft fördert, Emotionen schafft, Nähe vermitteln will. Religionen.
Dieses System assoziieren wir mit "gut", wir folgen den Regeln und haben in unserer Geschichte so Millionen von "gut"-motivierten Morden begangen.
Moral und Ethik sind relativ, sie hängen von der Gemeinschaft und deren Werten an sich ab.
Soll das heissen, wir reden uns Ethik nur ein?--Ja.
Nehmen wir die Natur als Beispiel: ein jagender Leopard kennt keine Genfer Konventionen. Er tötet um zu leben.
Das meinen wir auch zu tun, wenn wir Feinde töten.
Moral und Ethik sind relativ..und subjektiv!
Dabei hatten wir uns so darauf verlassen, dass wir diese Werte genau auf dem spirituellen Weg finden können....
..können wir auch!
Ich denke, dass diese Werte auf diesem Weg auffindbar sind, nur haben sie eine völlig andere Qualität. Sie kommt nicht aus unseren regeln, sondern sie kommt aus uns.
Diese Qualität aus einer inneren Quelle führt zu einem ganz anderen Bild der Ethik:
Sie ist nicht durch ein Regelwerk erzwungen, sondern sie ist einfach da. Man tut nicht "gutes", man tut "richtiges", weil authentisches.
So wie der Leopard. Wenn er tötet, egal wie grausam, ist er authentisch. Weil er viel weniger Raum für ein sich ausbreitendes Ego hat, weil er viel direkter am "Lebenstropf" der Natur hängt.
Das führt selbstverständlich auch -wenn wir wieder auf die menschliche Ebene zurückkehren- zu einem völlig anderen Menschenbild: Mörder, Vergewaltiger, Räuber...sie alle sind nicht "böse". Sie sind zum einen ein Teil unseres Bewusstseins, ein Teil von uns...zum anderen tun sie genau das, was unser Schicksal ist: Sie tun in einem bestimmten Moment unter bestimmten Bedingungen genau nur das, was sie hier und jetzt tun können.
oder wie sagt man:
Menschen können nicht anders, als sie tun....sie sind dazu verdammt.
(gehört auch in die Sparte: gibt es einen freien Willen??)
Je näher wir dem Zentrum, dem Kern eines Menschen kommen, desto klarer und direkter können wir ihn einschätzen, ihn verstehen.
Wenn wir zu einer "Seelenebene" vorstossen, dann offenbaren sich uns immer mehr Zustände, die irgendwie wertfrei sind. Nicht mehr gut und böse. Sondern Wahr oder unwahr. Es bewertet sich nur noch eine Wirklichkeit, die eigene Wertung entfällt. Der Leopard ist nicht mehr gut oder böse, grausam oder majestätisch, sonder er ist LEOPARD (in Grossbuchstaben), seine Wirklichkeit ist es, genau SO zu sein.
Würden wir das als Menschen umzusetzen versuchen, es ginge auf der Welt zu wie bei Hempels unterm Sofa.
Unser wollendes, neidendes, hassendes Ego ist viel zu dominant, als dass man uns in unserer Unbewusstheit ohne Regel aufeinander loslassen könnte.
Aber wenn wir zu unserer inneren Wahrheit vordringen, wenn sie (emotional gesprochen) in uns fliesst, dann löst sich (zumindest in mir) dieses Wertende, dieser Zustand von gut oder böse auf.
Es breitet sich ein raumfüllendes Gefühl des Wohlbefindens aus, und dieses töten jeden Gedanken , der gebraucht würde, um ethische Regeln rechtfertigen zu können.
Es stellt sich die Frage, ob in dieser spirituellen Ebene (die durch Meditation erreichbar ist) eine Ethik eingebaut ist (Friede durch Wohlbefinden), oder ob es eine solche Ethik gar nicht braucht.
Weil dieses Wohlbefinden einer Quelle entspringt, in der nicht "guter Friede" oder "böser Hass" ist, sondern Wahrheit.
Wahrheit, die ohne Regel für sich selbst spricht. Ohne Wert.
hmmm..
ich kann nur hoffen, dass mir irgendjemand auf diesem Ausflug folgen kann....ich find wieder mal nicht die richtigen Worte.
Grüssle
Frank