Das Kopftuch der islamischen Frauen wird heiss diskutiert, mit vielen Argumenten dafür und dawider - und die Diskussion ist noch längst nicht entschieden, das Thema keineswegs abschliessend behandelt, die Pros und Contras sind nicht einfach abzuwiegen, besonders nicht im Hinsicht auf die Situation islamischer Frauen:
Nehmen wir an, das Kopftuch werde in öffentlichen Gebäuden verboten, wird das dann wirklich dazu beitragen, die islamischen Frauen zu befreien? Ist es richtig, wenn die Gebote des islamischen Kulturkreises von Verboten des westlichen Kulturkreises überstimmt werden? Und wo bleibt dann, bitte schön, die Selbstbestimmung der Frauen, sich zu kleiden, wie immer sie es wollen? Mit Verlaub, ich bin skeptisch.
Ein längerer Winterspaziergang bei minus mehreren Grad Celsius hat mich dazu gebracht, meinen grossen dreieckigen Schal, den ich üblicherweise um den Hals trage, ähnlich wie das Kopftuch der islamischen Frauen mir um den Kopf zu wickeln. Mit gutem Effekt, denn dieses feine Stück Stoff, das den ganzen Kopf umhüllt und nur das Gesicht freilässt, gibt schön warm, und trotz der kalten Umgebungstemperatur fror ich nicht.
Wenn ich nun allerdings daran denke, dass muslimische Frauen ein ähnliches Tuch nicht nur im Winter tragen, wo es sehr angenehm ist, sondern auch im Sommer, teilweise mit sehr hohen Temperaturen - wie können sie da je den kühlen Kopf bekommen, der für klares Denken erforderlich ist?
Ein Kopftuchobligatorium erfüllt auf alle Fälle den Zweck, die Frauen so zu behalten, wie die patriarchalischen Männer behaupten, wie Frauen seien: unklar, unlogisch, nicht kühl rational, sondern emotional, launisch, zickig. Nun, auch den Männern würde dieses Schicksal kaum erspart bleiben, trügen sie ständig ein solches Tuch!
© Barbara
Seiler
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