Die Zukunft der Welt

Die Welt befindet sich an einem Wendepunkt: Die Menschheit besitzt heute genug Ressourcen, um eine freundliche und friedliche Welt zu schaffen - oder um sich selbst gründlich zu zerstören. Doch auf alle Fälle wird nichts bleiben, wie es ist. Wenn wir als Menschheit gleich weiter machen wie bisher, wird das früher oder später einen ökologischen Kollaps zur Folge haben, oder vielleicht auch die Auslöschung der Menschheit durch Atomwaffen. Die aktuelle (2009) Finanz- und Wirtschaftskrise hat deutlich gezeigt, wie fragil unser System ist und wie leicht es gekippt werden kann - von nur wenigen Menschen, die am richtigen - oder falschen - Ort sitzen.

Die Probleme sind bekannt: In den westlichen Industriestaaten vergrössert sich die Kluft zwischen Arm und Reich - einige wenige Top-Leute sind superreich, die meisten andern müssen sich nach der Decke strecken und schauen, dass sie zumindest ihren Lebensunterhalt einigermassen verdienen können.

Die Kosten für die medizinische Behandlungen steigen beständig, nicht so aber die Lebenserwartung und Lebensqualität. Immer mehr Kinder bekommen Krankheiten , die vor nicht allzu langer Zeit als Alterskrankheiten galten, zum Beispiel Diabetes Typ 2. Immer mehr Menschen erhalten eine staatliche Rente, sei es, weil sie sehr alt oder sehr jung sind, oder weil sie krank, verunfallt, behindert oder arbeitslos sind - und diese Renten schrumpfen, da es immer weniger erwerbstätige Steuerzahlende gibt im Vergleich zu den nicht Erwerbstätigen, die staatliche Unterstützung erhalten.

Die Folgen sind absehbar: immer mehr Arme bedeutet auch, dass es immer mehr Obdachlose, Bettler und Kriminelle geben wird und die öffentlichen Räume unsicher werden. Wer immer es sich leisten kann, wird sein Haus und seine Familie hinter hohen Mauern verstecken und durch private Armeen und Sicherheitsdienste bewachen lassen. Es werden Staaten im Staat entstehen und die Trennung zwischen den sozialen Schichten wird sich vergrössern.

Wer es sich leisten kann, wird sich das Beste vom Besten leisten und privat bezahlen - Nahrung , Bildung, therapeutische Betreuung, Wohngegend und Haus, Kleidung, Fortbewegungsmittel... und die andern werden draussen bleiben. Einige werden sich selbst organisieren; einige werden resignieren; doch bestimmt wird es Menschen geben, und nicht wenige, die sich mit Gewalt holen werden, wozu sie keinen Zugang haben.

Diese Tendenz wird verstärkt werden, sollte es zu einer weltweiten Hungersnot kommen. Dies ist heute noch nicht der Fall, doch die Erosion landwirtschaftlicher Flächen ist ein Problem, die weit verbreiteten Monokulturen laugen den Boden aus, und ehemals fruchtbare Böden benötigen einen immer grösseren Aufwand an Dünger und anderen Hilfmitteln.

Doch glücklicherweise gibt es auch andere Tendenzen, die mit vielversprechenden Modellen experimentieren - Modellen, die sehr wohl früher oder später weite Verbreitung finden können. Dazu gehören

individuelle, unabhängige Energieversorgung

Die zentrale Energieversorgung von grossen Regionen durch grosse Stromerzeuger wie Atomkraftwerke hat sich nicht bewährt, was die Stromausfälle in den USA während der letzten Jahre gezeigt haben. Zentrale Anlagen sind verletzlich, anfällig für Störungen und attraktive Ziele für terroristische Anschläge. Und wenn eine dieser Anlagen ausfällt, sind Hunderttausende von der Stromversorgung abgeschnitten, ohne die ein Leben kaum mehr möglich ist, da auch keine Alternativen zur Verfügung stehen: wer kann schon bei sich zuhause ein Feuerchen anzünden, um sich zu wärmen?

In der Zukunft wird jeder Haushalt seine eigene Energie produzieren mit Hilfe von verschiedenen kleinen Anlagen, zum Beispiel für Holzfeuerungen, Solarenergie, Windenergie, Wasserenergie... oder durch ganz neue Technologien, die entwickelt werden.

Das schafft Unabhängigkeit und die Sicherheit, jederzeit Energie zur Verfügung zu haben. Auch wenn eines oder zwei Systeme ausfallen sollten, es gibt immer Möglichkeiten, die eine Grundversorgung gewährleisten.

Ernährung

Die heutige Tendenz, industriell hergestellte und stark verarbeitete Nahrung zu essen , wird sich umkehren zugunsten des eigenen Gemüsegartens, frischen Produkten und biologischer Landwirtschaft. Auch in der Ernährung werden die Haushalte unabhängiger werden als sie es heute sind.

Industriell hergestellte Nahrung ist in der Regel teuer, aber wenig nahrhaft. Die Wirkung der zahlreichen Zusatzsstoffe, die färben, konservieren und den Geschmack verstärken, ist unklar, doch es darf vermutet werden, dass sie durchaus etwas zu tun haben mit den zahlreichen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Allergien und Unverträglichkeiten.

Die Zukunft wird sein - wie in der Vergangenheit üblich -  dass jeder Haushalt, ein Stück Land besitzt und darauf zumindest einen Teil seines Bedarfs an Getreide und Gemüsen anbaut, vielleicht auch einige Tiere wie Hühner oder Ziegen hält, um Eier und Milch zu gewinnen. Frucht tragende Bäume, die mehr Ertrag bringen, als eine einzige Familie nutzen kann, werden durch grössere Einheiten wie Dorf- oder Quartiergemeinschaften gepflegt werden, und die Früchte werden allen Mitarbeitenden zugute kommen.

Der Fleischkonsum wird zurück gehen, und damit die heutigen Tierfabriken, die nicht nur eine Qual für die Tiere sind, sondern deren Fleisch auch langfristig schädlich für die menschlichen KonsumentInnen ist. Schon heute gibt es immer mehr Menschen, die sich bewusst für fleischlose Nahrung entscheiden, oder gar für Nahrung völlig ohne tierische Komponenten; diese Tendenz wird sich noch verstärken, auch wenn das Fleischessen kaum völlig aufgegeben werden wird.

Gesundheit und Krankheit

Hier wird es zwei Hauptströmungen geben: neu wird der Fokus auf die Prävention gelegt werden, wozu viele Methoden hervorragend geeignet sind, die heute "alternativ" oder "komplementär" genannt werden. Dies beinhaltet Ernährungslehre, Bewegung, Stressmanagement, psychologisches Wohlbefinden, Meditation und wird unterstützt durch Kräutermedizin, Heilsteine, Musik und Klänge, Massagen und Körperarbeit und dem Streben nach liebevollen Beziehungen zu sich selbst und anderen Wesen.

Auf der anderen Seite wird die westliche Medizin beibehalten werden, aber viel seltener angewendet werden, als es heute der Fall ist. Es wird durch bessere Prävention weniger oft notwendig sein. Die medizinische Forschung wird weiter entwickelt werden und auch in den nächsten Jahren noch ausgefeiltere und raffiniertere Techniken und Operationsmethoden finden, die schonender und effektiver sind als die heutigen Methoden.

Grosse Spitäler, wie sie heute üblich sind, wird es nicht mehr geben; dafür lokale Gesundheitscenter, die die Menschen in ihrer Umgebung betreuen. Spezialisierte Ärtze und ihre Teams, die ein grosses Einzugsgebiet haben, werden dann mobil sein und zu ihren Patienten gehen, und nicht mehr umgekehrt, wie es heute üblich ist.

Bildung

Auch die Bildung wird sich verändern. Der Fokus wird sich weg schieben vom Wissenserwerb, hin zum Erwerb von sozialen und emotionalen Kompetenzen. Dies wird geschehen durch einen Unterricht, der alle Sinneskanäle berücksichtigt und anregt, der praxisorientiert ist und der mehr Wert auf bewusstes Erleben legt, als auf intellektuelles Erfassen, zumindest in der Grundschule.

Schule wird wieder zu einem "Ort der Musse" werden, wo junge und alte Menschen in Freiheit neue Erfahrungen machen können, neue Sachen lernen können. Der intellektuelle Aspekt wird nicht verschwinden, aber er wird unwichtiger werden. Bildung wird ganzheitlicher verstanden werden und wird nach dem Ansatz von Pestalozzi "Kopf, Herz und Hand" gleichermassen berücksichtigen. 

Dieses Bildungsmodell beruht auf der Tatsache, dass alle Menschen gern lernen. Gerade Kinder sind regelrecht süchtig danach, Neues zu lernen und fähig zu werden, mit der gleichen Kompetenz zu handeln wie "die Grossen". Diese Freude am Lernen setzt sich auch bis in das hohe Alter fort, wenn sie nicht durch ungeeignete Schulformen gebrochen wird, die mehr Wert auf Disziplin, Leistung und Dressur legen wie es heute leider immer noch der Fall ist.

Die Universität mit ihrer sehr mentalen-intellektuellen Orientierung wird zwar bestehen bleiben, aber an Bedeutung verlieren gegenüber anderen Ausbildungsgängen auf dieser Stufe, die die praktische Seite mehr betonen.

Beziehung und Familie

Die Kleinfamilie ist unbrauchbar. Sie hat zur Folge, dass Menschen isoliert und einsam sind, überfordert mit sich selbst und den Aufgaben, die ihnen aufgebürdet werden; der soziale Halt kommt nicht mehr von der Grossfamilie, wo enge persönliche Beziehungen bestanden, sondern von unpersönlichen staatlichen Stellen, die allzu oft nicht als unterstützend, sondern als Feindbild gesehen werden und zum Betrug geradezu einladen. Der Ehrliche ist oft der Dumme, wenns um den Verkehr mit Ämtern geht, leider.

In der nächsten Zukunft werden sich neue Formen entwickeln, die an der traditionellen Grossfamilie angelehnt sind: Haushalte mit zehn bis zwanzig Personen, deren Mitglieder in den verschiedensten Lebenssituationen stehen, Kinder und alte Menschen, Alleinstehende und Paare, SchülerInnen, StudentInnen, Berufstätige und Pensionierte, deren Talente sich ergänzen und die sich so eine freiwillige Familie erschaffen, deren Mitglieder sich gegenseitig unterstützen. Dies kreiert ein starkes soziales Netz und eine Fülle und Vielfalt im Leben aller beteiligten Personen.

Die Zukunft kann kommen!

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© Barbara Seiler 2008 - www.spiriforum.net
Dieser Text darf unter Hinzufügung dieser Fussnote gerne weitergegeben werden.

Weblinks

Literaturhinweise

Christopher Alexander entwirft in diesen Büchern ein Konzept für menschliches Bauen, das sich kompromisslos an den Bedürfnissen der Seele orientiert - nur auf diese Weise kann grosse Baukunst entstehen, die das Herz berührt:

Marco Bischof fasst in "Biophotonen" den Stand der Forschung (1995) zusammen und entwirft fasziniernde Ausblicke in eine mögliche Medizin des Lichts:

Hoffnung wagen! lautet die Botschaft von Barack Obama - der heute in der besten Position ist, um viele seiner Träume wahr machen zu dürfen. Ich wünsche ihm viel Erfolg dabei!