Die Spielwiese des Seins:
die vier Ebenen der menschlichen Erfahrung

Die menschliche Erfahrung spielt sich auf vier verschiedenen Ebenen ab: dem Körper, den Emotionen, den Gedanken und dem Sinn.

Jede Erfahrung findet in allen vier Ebenen statt, auch wenn oft eine dieser Ebenen überwiegt. Sich ein Bein zu brechen, ist in erster Linie eine Erfahrung des Körpers. Doch immer wird sie begleitet von Emotionen – von Angst und Schmerz – von Gedanken «wie dumm, jetzt kann ich keinen Sport mehr treiben» - und von der Frage nach dem Sinn: «Warum musste das ausgerechnet jetzt passieren?»

die körperliche/materielle Ebene

Der Körper ist die materielle Basis – die dichteste und langsamste Ebene von allen. Veränderungen auf der körperlichen Ebene benötigen Zeit und Geduld – sowohl im positiven wie im negativen Sinn. Chronische Krankheiten entstehen meist nur langsam, allerdings ist auch ihre eventuelle Heilung ein Prozess, der viel Arbeit und Engagement benötigt. Es ist unsere Körperlichkeit, die es möglich macht, uns selbst als Wesen in menschlicher Form zu erfahren.

Viele Traditionen verachten den Körper und die Materie. Gerade im Christentum als Religion ist dies tief verankert. Der Körper muss überwunden werden, seine Bedürfnisse müssen kontrolliert werden, wenn nötig mit harten Mitteln. Dies scheint mir aber nicht all den Schönheiten des Körpers, seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten gerecht zu werden. Sinnliche Erfahrung macht Freude – Gerüche, Farben, Klänge, Berührungen berühren Menschen tief und grundlegend. Auch durch die Materie ist es möglich, das Göttliche zu erfahren und erleben, und das auf eine Art und Weise, die intimer und näher ist als auf den anderen Ebenen.

Im Gehirn entspricht das Stammhirn der körperlichen Ebene – jene Struktur, die gut geschützt und tief im Kopf eingebettet ist, wo die lebenswichtigen Funktionen gesteuert werden: die Regelung der Temperatur, der Atem, das Hungergefühl... Gehirnverletzungen in anderen Bereichen des Gehirns sind nicht notwendigerweise tödlich – Verletzungen im Stammhirn führen sofort zum Tod.

In den Elementen entspricht die körperliche Ebene dem Bereich der Erde, im Aurafeld dem Ätherkörper und in der Skala von Hawkins den Stufen 0 – 200 mit ihren Überlebensthemen.

die emotionale Ebene

Emotion ist Ausdruck unserer Befindlichkeit, aus dem Lateinischen ex-motio: Heraus-Bewegung. Emotion ist nicht zu verwechseln mit Gefühl; Ein Gefühl - was man fühlt - ist das, was wahrgenommen wird, was durch die Sinne in den Körper hinein tritt. Eine Emotion ist die Bewertung des Fühlens und dessen Ausdruck: Ist etwas sympathisch, unsympathisch, erfreulich, Zorn erregend, traurig machend...?

Das Spektrum der Emotionalität ist sehr weit gestreut bei verschiedenen Menschen: es gibt jene, deren Emotionen immer zuvorderst sind und überschäumen, es gibt im anderen Extrem jene, die so gut wie keine Emotionen zeigen... das Ideal ist, wie überall, die goldene Mitte zu finden. Sowohl von den Emotionen beherrscht zu werden, wie auch ein vollständiges Abklemmen sind auf Dauer krank machend.

Die emotionale Ebene entspricht dem Element Wasser und im Aurafeld dem Emotionalkörper, der als einziger der vier Bestandteile des Aurafeldes eine höchst variable Ausdehung haben kann, von winzig klein bis zu einem Durchmesser von mehreren Metern.

In der Skala von Hawkins entspricht die emotionale Ebene den Stufen 200 – 400mit ihren Themen, die sich in erster Linie um die Gemeinschaft und das Einfügen in eine Sozialstruktur drehen.

die mentale Ebene

Die mentale Ebene ist jene der Gedanken, der Schlussfolgerungen, der Logik. Sie ist mit der emotionalen Ebene eng verbunden, denn die Emotionen werden in den meisten Fällen von Gedanken begleitet und auch mit Worten kommuniziert. Hier unterscheiden sich die Menschen von den Tieren, die zwar auch mit Emotionen begabt sind und diese mit Gesten und Geräuschen ausdrücken, aber nicht die Fähigkeit haben, sie in Form von Worten zu formulieren.

Es ist die mentale Ebene, die in den heutigen Schulen und Universitäten vorherrschend ist. Wissenschaft bedeutet in den meisten Fällen das Hantieren und Manipulieren von abstrakten Symbolen und Konzepten, und um darin erfolgreich zu sein, benötigt mensch ein starkes Mental. Leider werden dabei manchmal die anderen Komponenten, also die körperliche, emotionale und spirituelle Ebene vernachlässigt, was zu Einseitigkeit und Unausgewogenheit führt, wunderbar dargestellt in der Karikatur des zerstreuten Professors, der zwar höchst bedeutende Forschungen durchführt, aber nicht fähig ist, sich ein weiches Ei zu kochen.

Die mentale Ebene entspricht dem Element Luft, und im Aurafeld dem Mentalkörper, in dem das Denken stattfindet. Das Gehirn ist nicht das Organ, das das Denken erzeugt, sondern eine Art Antenne, die das Gedachte auf die körperliche Ebene übersetzt.

In der Skala nach Hawkins entspricht die mentale Ebene den Stufen 400 – 600

die spirituelle Ebene

In der spirituellen Ebene geht es um den Sinn: den Sinn von Tätigkeiten, aber auch den Sinn des Lebens selbst. Sie ist äusserst wichtig, denn es ist der Sinn, der Menschen motiviert.

Das Fehlen von Sinn beeinflusst alle anderen Ebenen: Körperliche Trägheit und "nicht in dei Gänge kommen", emotional entweder ständiges Unwohlsein, schlechte Laune oder gleich eine vollständige Unterdrückung, mental in Form von negativen, destruktiven Gedanken, die sich im Kopf drehen und drehen... Die Depression ist die Krankheit der Sinnlosigkeit, und sie ist eine der heimtückischsten Krankheiten, weil sie den Überlebenswillen und Menschen den Überlebenswillen nimmt.

Wenn hingegen ein Leben als sinnvoll empfunden wird, so ist da Freude, Motivation und Begeisterung, daraus entsteht Handlung und Wirkung... mit positiven Auswirkungen auf alle anderen Ebenen.

Die spirituelle Ebene entspricht dem Element Feuer, und im Aurafeld dem spirituellen Körper, der über alle anderen Körper hinaus reicht und der den Menschen ungefähr wie ein auf der Spitze stehendes Ei umschliesst.

In der Skala nach Hawkins entspricht die spirituelle Ebene den Stufen 600 - 800, wo die Seele zum wichtigsten Thema wird.

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© Barbara Seiler 2008 - www.spiriforum.net
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