600 - 640 - Erde des Feuers
Erleuchtung

Ab der Ebene 600 tritt man in die Ebene des Feuers ein - in die Ebene des Heiligen Geistes. Als Lebensphase entspricht diese Ebene dem Alter mit seiner Weisheit, und der Tätigkeit des Lehrens.

Die Erde des Feuers stellt die Fragen: und was jetzt? Was tun, mit all dem, was in den bisherigen Ebenen erarbeitet und erreicht wurde? Was sind meine Sehnsüchte, meine Ziele, meine Visionen jetzt? Es kristallisieren sich Lebensziele heraus – oft jene Ziele, von denen wir schon seit unserer Kindheit träumen, jene Ziele, die von unserer Umgebung und uns selbst allzu oft als utopische Spinnereien definiert wurden, nicht erreichbar, nicht anstrebenswert. Man muss doch "etwas Richtiges" lernen, was soll da der Traum von der Kunst, von einer besseren Welt, der Musik, der Freude? - diese Träume stehen nun wieder da und fordern Aufmerksamkeit.

Eine neue Erd-Ebene – ein neuer Anfang

David Hawkins definiert den Anfang der 600er – also die Feuerebene – als Moment der Erleuchtung, das bedeutet, dass das persönliche Ego zurück tritt und der Seele den Vorrang lässt.

Feuer hat eine leichte und intensive Energie Das Feuer hat eine leichte und intensive Energie

Die üblichen Aktivitäten in der Welt verlieren an Bedeutung. Alles, was „man tun muss“ wird hinterfragt. Erde-Ebenen sind selten angenehme Ebenen, da alles hinterfragt wird, was vorher sicher und fest schien. Verwirrung, Lustlosigkeit, Apathie und ein Gefühl von Sinnlosigkeit sind normale Symptome während solchen Zeiten.

Es kann ratsam sein, sich für eine gewisse Zeit aus der Welt zurückzuziehen, den bisherigen Beruf zu verlassen, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Ruhe, Kontemplation und viel Zeit mit sich selbst sind wichtig in dieser Ebene. Es geht darum, sich selbst zu sortieren, und sich in zunehmendem Mass auf die Seelenqualitäten einzulassen - immer mehr auch bei den wichtigen und grossen Themen des Lebens. Für die meisten Menschen ist es relativ einfach, sich einen Parkplatz zu manifestieren, oder dass man im Supermarkt gleich bedient wird... aber wie sieht es aus mit dem Geld, der Arbeit, der Liebesbeziehung, dem Haus? Hier ist es deutlich herausfordernder, die gleiche Gelassenheit und Annahme aufzubringen wie beim Parkplatz.

sich auf die Seele einlassen

Dadurch, dass sich ein Mensch wieder einen Schritt mehr auf seine Seele einlässt, werden Prozesse in einer Tiefe möglich, die vorher nicht möglich waren. Es können (aber müssen nicht), auch auf der körperlichen Ebene, Heilungen geschehen, die als Wunder gelten. Synchronizitäten werden häufiger.

Die andere Seite der Medaille ist, dass auch bisher verborgene Themen an die Oberfläche kommen und bewusst werden. Alte, tiefe Ängste und Zweifel, die sich zeigen: die Arbeit geht verloren, das Geld fehlt, da scheint gar nichts mehr zu klappen, was früher selbstverständlich und ganz einfach war. Es ist schwierig, Wertschätzung für sich selbst zu leben, sich selbst zu bejahen. Die inneren kritischen Stimmen - manchmal auch äussere - melden sich und zerfetzen alles, mit harten Worten und ohne Erbarmen. Das ist auch ein Grund, warum es sinnvoll ist, sich während dieser Zeit zurückzuziehen und nur mit sehr wenigen, sorgfältig ausgewählten Menschen über die neuen Pläne und das neue Leben zu sprechen - mit den eigenen kritischen inneren Stimmen, den eigenen Teufeln gibt es mehr als genug zu tun, da braucht es diese Stimmen nicht auch noch im Äusseren. Da ist es wichtig, liebevolle Unterstützung zu erhalten, wo immer es nur geht. Gute Freunde zu haben, die ohne Vorurteile annehmen, was ist, ist etwas vom Wertvollsten in dieser Zeit.

körperliche Symptome

Da es ein Erde-Bereich ist, ist es häufig der Körper, der signalisiert, ob alles in Ordnung ist oder nicht. Wo Entscheidungen aus Angst getroffen werden, wo nach materieller Sicherheit gesucht wird und die Bedürfnisse der Seele ignoriert werden, meldet sich der Körper, und das oft rasant schnell, mit Symptomen wie Schmerzen, plötzliche "wie angeworfene" Krankheiten, Müdigkeit, Widerwillen, Ekel...

Es ist viel weniger möglich, sich gegen Seelenwünsche zu stellen, als es in den tieferen Stufen war. In der Erde des Feuers ist der Mensch doch immer noch sehr stark den Gewohnheiten des Egos verhaftet, das diese gerne behalten möchte. Es kann eine sehr unangenehme Zeit sein! Körperübungen können dabei helfen, die eigene Mitte zu finden und zu behalten, aber auch Körperarbeit wie Massagen, Akupressur, Sport, körperliche Arbeit... der Körper hat seine eigene Weisheit, und bewusstes Bewegen und Arbeiten hilft, mit Leichtigkeit und Grazie durch diese meist schwierige Zeit hindurch zu gehen.

Diese körperlichen Symptome verschwinden aber häufig von einem Moment auf den anderen, sobald es gelingt, sich der Führung der Seele zu überlassen - und darin Dinge zu tun, die dem Ego oft völlig unvernünftig erscheinen. Es ist eine Wanderung ins Unbekannte, oft ist nicht mehr sichtbar als der nächste Schritt... Kontrolle funktioniert da nicht mehr.

Jesus hat diese Einstellung laut dem Frohbotschafter Matthäus (Mat 6, 31-34) so formuliert:

Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiss, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Lebe im Moment, geniesse den Moment, wie immer er ist – tu das, was jetzt gerade getan werden muss! Nicht immer ist es klar oder offensichtlich, wohin der Weg führen wird – oft sind nur gerade die nächsten ein, zwei Schritte sichtbar, und in weiter Ferne das Ziel – geh heute die Schritte, die heute zu gehen sind. Und gehe sie furchtlos und mit ganzem Herzen.

über das Richten und Aus-Richten

Aber Achtung: sei nicht leichtsinnig! Es geht nicht darum, das Geld mit vollen Händen herauszuwerfen oder sich zu verschulden. Es geht nicht darum, Dinge zu tun, für die man nicht die Verantwortung übernehmen will oder kann - denn nach dem Gesetz von Saat und Ernte müssen wir früher oder später für alles gerade stehen, auf die eine oder andere Weise. Besser, wir richten uns selbst (aus), als dass wir (aus)gerichtet werden - es selbst zu tun ist meist deutlich angenehmer und weniger schmerzhaft.

Es geht in der Erde des Feuers darum, sich auf die Botschaft des Innersten einzulassen und darauf zu hören - und immer wieder den Mut zu finden, dieser Stimme zu folgen. Die Ehrlichkeit zu haben, auch genau zuzuhören, worum es genau geht. Zu unterscheiden, was kommt von mir, was kommt von anderen? Was ist eine Angst des Egos, was ist ein Bedürfnis der Seele? In der Erde des Feuers werden alle diese Fragen mit Klarheit und oft mit sehr grosser praktischer Anschaulichkeit aufgeworfen – und indem wir die Ebene des Feuers durchschreiten, werden sich Schritt für Schritt die Antworten zeigen.

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© Barbara Seiler 2008 - www.spiriforum.net
Dieser Text darf unter Hinzufügung dieser Fussnote gerne weitergegeben werden.