Hier finden Sie, nach Autor geordnet, die die schönsten, bewegendsten und spannendsten Romane - eine Garantie für viele Stunden Lesevergnügen!
Michael Ende wurde vor allem als Kinderbuchautor bekannt, doch seine zauberhaften, fantasievollen, versponnenen und weisen Romane sind auch für Erwachsene ein Gewinn und Inspiration. Es git viel zu lernen und nachzudenken in seinen Büchern - und das ganz ohne erhobenen Zeigefingern, aber mit einer Fülle verschiedenster Fabelwesen, Menschen, Figuren, Tieren und Träumen.
Momo ist ein modernes Märchen, das die Geschichte eines kleinen Mädchens, einer Schildkröte und einer Stadt erzählt, die von eiskalten, grauen Herren beherrscht wird - eine Geschichte über unseren Umgang mit der Zeit, dem Leben und der Schönheit.
Die unendliche Geschichte ist die Geschichte eines dicken, ungeschickten und unbeliebten Knaben, der durch ein Buch in eine andere Welt findet und nach vielen Abenteuern und Irrwegen zu sich selbst zurück kommt - immer noch derselbe wie vorher, doch völlig verändert. Es ist eine Geschichte über die Kraft der Liebe und das grosse Motto, das sowohl der Kirchenvater Augustinus wie auch der Magier Aleister Crowley empfohlen haben: "tu, was du willst".
Bissig, klug und satirisch schreibt Erich Kästner, aber dennoch mit viel Liebe für die Schwächen des menschlichen Geschlechts - auch er nicht nur für Kindern, sondern auch für Erwachsene. An seinen Kinderbüchern schätze ich, dass in ihnen die Realitäten des Lebens nicht ausgeblendet werden - da wird von Kindern erzählt, die arm sind, deren Eltern geschieden sind, von Krankheit, von Angst, von verlorenen und gewonnenen Freunden... und es sind Bücher, die Mut machen, sich dem Leben zu stellen, was auch mmer passiert.
Das fliegende Klassenzimmer ist eine Internatsgeschichte. Weihnachten steht kurz vor der Tür, eine Gruppe von Schülern probt für ein Theaterstück, gegnerische Banden bekämpfen sich und nehmen Gefangene, ein Feigling wird mutig und der Primus weint heimlich, da seine Eltern nicht genug Geld haben, um ihm das Zugbillett für die Weihnachtsferien zu bezahlen. Für moderne PädagogInnen mag interessant sein zu lesen, wie sich die Vorstellungen verändert haben, was an Gewalt unter Jugendlichen normal ist und was nicht
In Fabian - die Geschichte eines Moralisten, schreibt Kästner über das Berlin der Zwischenkriegszeit. Der Reklamemann Fabian eiert im Chaos herum, verliert seine Arbeit als Reklamefachmann, treibt sich in Spelunken zweifelhaften Charakters mit Menschen zweifelhaften Geschlechts herum wo er zweifelhafte Substanzen konsumiert... Parallelen zu heute sind nicht beabsichtigt, leider dennoch vorhanden. Heute auch in der ungekürzten Ausgabe zu erhalten, da sich die Vorstellungen von Moral und Sittlichkeit, und was in Büchern gesagt werden darf, sich in der Zwischenzeit doch etwas verändert haben.
Thomas Mann ist ein sprachgewaltiger Klassiker - hier vertreten mit seinem grossen Roman Buddenbrooks, der den Aufstieg und das Untergehenl einer reichen Kaufmannsfamilie schildert. Es ist eine reiche Welt voller Traditionen und Konventionen, alles gehüllt in standesgemässe Samt und Seide, doch nach und nach fehlt es an dem Geschäftsgeist; tragisch das Schicksal der Frauen zu jener Zeit, die ihre Talente nicht anders einsetzen konnten, als in bedeutungslosen Dingen, mit so gut wie keinem Einfluss auf die geschäftlichen Dinge; ebenso tragisch das Schicksal der Männer, denen die ganze Last aufgeladen wird, und die damit nicht immer zurecht kommen. Ein Buch, wo wieder einmal klar wird, wie schön Emanzipation doch ist - und ein Lesegenuss für lange Winterabende.
Johann Wolfgang von Goethe ist ohne Zweifel einer der grossen Klassiker der deutschsprachigen Literatur, und kaum ein/e Gymnasiast/in kommt um seine Lektüre herum. Doch nur weil er ein Klassiker ist, heisst das noch lange nicht, dass die Lektüre mühsam und anstrengend sein muss - im Gegenteil, Goethe kann jede Menge Spass machen!
Ganz besonders Spass macht der Faust I, sein grosses Gedicht über die Midlife-Crisis des umfassend gelahrten Herrn Doctoren, der dem legendären Arzt und Mystiker Paracelsus nachempfunden ist. Genial ist der böse Geist Mephistopheles, der Faust in allerlei verzwickte Situationen führt - und dabei hemmungslos satirisch ist auf alles, was ihm unter die Finger (oder Pfoten?) kommt. Der zweite Teil des Werks, Faust II, entbehrt leider etwas von diesem Humor und ist höchst philosophisch und sehr verwirrend ob der Fülle an Fabelwesen, die darin auftauchen, das Lesen wird zu einem anspruchsvollen Puzzle - was auch seinen Gewinn in sich trägt.
Für Romantiker und Romantikerinnen ist immer noch das Jugendwerk Goethes, die Leiden des jungen Werther zu empfehlen, ein Briefroman, der damals einiges Aufsehen erregt hat. Empfindsam, stürmisch-drängen, verliebt und mit gebrochenem Herzen, hat er zu seiner Zeit unglücklich Verliebte zum Selbstmord inspiriert - ein Schwelgen in Goethe'scher Sprachgewalt.
Jeremias Gotthelf, Pseudonym des Landpfarrers Albert Bitzius, ist einer der grossen Schweizer Autoren. Sein Werk ist episch, von einem langen Atem getragen und detailverliebt. Er beobachtete die Menschen seiner Umgebung, die reichen Bauern und Bäuerinnen, die Knechte und Mägde, die Schulmeister, die Pfarrer... und brachte ihre Geschichten aufs Papier. Pfarrer ist er selbst, das merkt man - das Moralisieren und Predigen kann er kaum sein lassen. Die vielen Dialektausdrücke können die Lektüre etwas erschweren, doch es lohnt sich - immer dann, wenn das Bedürfnis nach Verlangsamung und Behäbigkeit besteht.
Uli der Knecht beschreibt den Weg eines Knechtleins, das mehr schlecht als recht mit seiner Situation zurecht kommt zu einem verantwortungsbewussten Menschen. Viel Folklore ist dabei: das Leben auf dem Bauernhof, die Märkte, das Hornussen werden lebendig geschildert, natürlich inklusive einer zarten Liebesgeschichte und den Hindernissen der jungen Liebe.
Die Käserei auf der Vehfreude portraitiert ein ganzes Dorf, das sich in den Kopf setzte, eine Käserei zu bauen. Es ist die Zeit, als die Exportwirtschaft zu blühen begann, Käsereien Mode wurden und sich viele eine goldene Nase damit zu verdienen erhofften - jene Zeit, als "Emmentaler Käse" zu einer europäischen Marke zu werden begann. Das Buch ist nicht nur reich an Beschreibungen des Alltags, sondern ebenfalls ein Lehrstück zum Thema Demokratie, exemplarische an der Vehfreude gezeigt.
Martin Suter wurde bekannt durch seine Kolumne "Business Class" in grossen Schweizer Zeitungen, in denen er mit scharfem Blick für die Absurdität des Seins die Moden und Verhaltensweisen der Manager-Klasse aufs Korn nahm. Seit einigen Jahren schreibt er grössere Texte - Romane, bei denen man mit Lesen einfach nicht aufhören kann, wenn man erst einmal angefangen hat.
Small World ist ein Roman, der zugleich Krimi ist und die Geschichte eines Mannes, der an Alzheimer zu leiden beginnt - behutsam erzählt, sorgfältig recherchiert, der Roman entfaltet sich langsam wie eine blaue Blume... mit einem überraschenden Ende.
Auch in ein perfekter Freund wird ein medizinisches Problem mit einem Krimi verstrickt - was wäre, wenn du eines Tages im Spital aufwachst, und merkst, dass du keine Erinnerungen mehr an die letzten paar Monate hast? Und dich offenbar in dieser Zeit total seltsam verhalten hast, die Stelle verloren hast, die Freundin...? Auch hier: das Buch will verschlungen werden, ganz egal, wie tief die Nacht schon ist.
© Barbara Seiler 2009 - www.spiriforum.net