Ebenen 40 - 80 - Apathie und Trauer - das Wasser der Erde

Das Allernotwendigste ist gesichert, eine winzige Basis steht zur Verfügung, ein kleiner fester Punkt. Das gibt gerade genug Kraft für die nächste Aufgabe: ein erstes Erden und bewusstes Wahrnehmen von Emotionen. Hawkins benennt in "Power vs. Force" zwei sehr eng mit Emotionen verbundene Themen auf dieser Ebene: die Apathie - also das Fehlen von Emotionen - auf Ebene 50, und danach, auf einem etwas energiereicheren Level bei 70 die Trauer, das Aufbrechen der Emotionen. Und, mit der Trauer, natürlich auch die Tränen, das wässrige Element.

Es geht auf dieser Stufe darum, Emotionen erst zu lernen. Diese Stufe ist der Ausdruck bitterer Armut – nicht nur materieller Armut, sondern auch geistiger Armut. Es ist eine Ebene von tiefster Depression und Hoffnungslosigkeit.

Diese Hoffnungslosigkeit erscheint noch nicht in der Erde der Erde, also in den Bereichen von  Schuld und Scham, da dort Emotionen noch gar nicht wahrgenommen werden können. 

50 - Apathie

Auf der Ebene 50 – Apathie wird der Körper als Tatsache angenommen und nicht aktiv bekämpft. Dies geschieht allerdings mit Gleichgültigkeit. Einem apathischen Menschen fehlt die Kraft und die Energie, selbst auf jene Ressourcen zurückzugreifen, die ihm ohne weiteres erreichbar wären. Das Leben erscheint sinnlos und nicht erhaltenswert. Diese Gleichgültigkeit kann so stark sein, dass körperliche Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken ignoriert werden, was bis zum Tod führen kann. Das Leben erscheint nicht lebenswert, und es fehlt die Kraft, um aktiv zu werden. Es ist eine Ebene der tiefsten Depression.

Apathische Menschen erscheinen anderen Menschen als schwer und werden als Energiefresser wahrgenommen; ein apathischer Mensch kann sein ganzes Umfeld herunterziehen. Da ist keine Freude, keine Leichtigkeit, kein Vergnügen. Der Blick erscheint tot und abgelöscht, es fehlt ihm das Feuer, das begeisterte Menschen haben. Typische Aussagen dieser Ebene sind:

- oder auch: gar keine Reaktion auf Fragen und Anregungen.

Hawkins nennt in seinen Kalibrationen den Bewusstseinswert von Reptilien und Schlangen, der bei 40-45 liegt, auf dieser Ebene. Auf Tiere bezogen bedeutet das allerdings nicht, wie bei den Menschen, dass sie sich auf einer Ebene befinden, die sich schlecht anfühlt, sondern beschreibt lediglich ihr Potenzial. Gerade Schlangen können sich stundenlang apathisch verhalten und nicht bewegen; es ist aber ihre Natur, es ist nicht der Ausdruck von Unwohlsein oder Krankheit.  Auch auf der neurologischen Ebene haben Reptilien nur einen Bruchteil dessen zur Verfügung, was Menschen erreichen können; ihr Gehirn ist viel einfacher gebaut und besteht vor allem aus jenen Anteilen, die für das Überleben notwendig sind. 

An menschlichen Themen liegt das betrunkene Autofahren bei 55 und drückt die Gleichgültigkeit aus, die ein betrunkener Fahrer für sich selbst und seine Mitmenschen hegt. Diverse Verbrecherorganisationen wie die Mafia, die Al Qaida oder das Dritte Reich liegen laut Hawkins zwischen 40 und 70.

75 - Trauer

Trauer ist die nächsthöhere Ebene: Emotionen kommen zum Vorschein und brechen auf. Die Tränen fliessen. Das Wasser manifestiert sich.

Es ist die Geschichte vom Sündenfall, von Adam dem Menschen, Eva der Lebensspendenden und dem Essen der Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen: was in der Trauer erinnert und beweint wird, ist das verlorene Paradies, dem die Erde mit ihrer Vergänglichkeit so gar nicht gleicht. 

Es ist das Gefühl des Getrennt-Seins von allem, was gut und schön und wertvoll erscheint. Und es ist die Illusion da, dass es nicht möglich sei, dieses Paradies je wieder zu erleben. Die ganze Welt erscheint grau, traurig und freudlos.

trauriger Abschied

Trauer ist ein ständiger Abschied
© barbara seiler

Dieser Zustand blockiert jede Handlungsfähigkeit; sei es in der Hoffnungslosigkeit der Apathie, in der alles unwichtig erscheint, sogar das eigene Sterben, oder in der Trauer, wo das Gefühl eines unwiederbringlichen Verlustes so schmerzlich ist, dass es jede neue Handlung, und jede weitere Bindung an Irdisches verhindert. 

Besser ist es, so sagt der oder die Trauernde, gar nichts zu haben, als sich der Illusion einer Liebe hinzugeben, die ja doch vergänglich ist, verloren gehen wird und neuen Schmerz erzeugen wird. Die Trauer richtet sich in die Verganenheit. Wenn zu der Trauer noch die Angst vor dem Schmerz dazu käme, was alles in Zukunft geschehen könnte, so handelt es schon wieder eine höhere Ebene, nämlich 100/Angst in der Luft der Erde, wo der mentale Bereich erstmals in Erscheinung tritt.

Einfacher ist es, mit Trauernden und ihren Tränen Mitgefühl zu haben als mit apathischen Menschen, die gar nicht mehr reagieren. Tränen, Weinen, Schreien sind einfacher zu verstehen - auch weil sie dramatischer sind - als ein dumpfes, passives Vegetieren. Doch auch hier kennt unsere westliche Gesellschaft enge Grenzen; die Trauer wird selten über längere Zeit respektiert, und es wird erwartet, dass Trauernde sich bald wieder einfügen und im Alltag funktionieren. 

Körperlich ist Trauer ein Reinigungsprozess und ein Loslassen: die Tränen schwemmen Altes fort, um so nach und nach Platz für Neues zu schaffen. Dies ist ein Schritt zur Heilung.

Glaubenssätze im Bereich der Trauer können lauten:

Hawkins kalibriert den Film "A Clockwork Orange" von Antony Burgess, in der Filmversion von Stanley Kubrick auf der Ebene 70 - der Film transportiert eine intensive, aber auch drückende und alptraumartige Energie.

Arbeit zur Erweiterung des Bewusstseins

Wenn die Armut und Verzweiflung in erster Linie auf den äusseren Umständen beruht, so kann die Ebene von Apathie und Trauer überwunden werden, indem ein Umfeld von Wohlstand und Fülle kreiert wird. Dies bedingt allerdings, dass die betroffenen Personen selbst schon eine höhere Ebene des Bewusstseins erreicht haben, die ihnen die notwendige Energie gibt, um sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien. 

Wer die sich in der Mentalität von Trauer oder Apathie befindet, und das nicht als ein Prozess, der durchgearbeitet wird und vorbei geht, sondern als dauerhaftes Lebensgefühl, hat  es sehr schwer, sich mit eigener Kraft daraus zu befreien. 

Apathie und Trauer als Grundstimmung sind tückisch, da sie dem Menschen die Werkzeuge wegnehmen, mit deren Hilfe er möglicherweise zu einem höheren Niveau an Energie streben könnte.  So benötigt es oft Impulse von aussen - und oft Impulse, die während langer Zeit regelmässig kommen - bis ein apathischer oder trauernder Mensch bereit ist, dieses Energiefeld zu verlassen.

Für Angehörige ist dies eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, wo sie sehr auf sich achten müssen, um nicht selbst herunter gezogen zu werden und bei Kräften zu bleiben, sodass sie fähig sind, ein energiereicheres Feld als Plattform zur Verfügung zu stellen, das als Basis für andere Menschen dienen kann.

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© Barbara Seiler 2007 - www.spiriforum.net 
Dieser Text darf unter Hinzufügung dieser Fussnote gerne weitergegeben werden.

Literatur