Die Bewusstseinsskala nach Hawkins
~ worum es geht ~

Es gibt Menschen, die sich eine Bombe und den Bauch binden und dann sich selbst und andere in die Luft jagen. Es gibt einige, die retten unter Lebensgefahr eine Katze aus einem brennenden Haus. Es gibt einige, die reich sind und alles haben, was ein Mensch sich nur wünschen kann – und Selbstmord begehen. Und dann gibt es jene, die viele schwierige Situationen erleben, Krieg, Tod, Krankheit und Armut, und trotzdem sind sie glücklich und zufrieden mit ihrem Leben.

Mit Verstand und Logik kann nicht erfasst werden, warum Menschen so sind, wie sie sind. Viele Handlungen erscheinen irrational und unlogisch, viele Phänomene lassen uns ratlos. Es ist nicht logisch, sich zu verlieben, zu trauern, Schmerz oder Freude zu empfinden. Doch wenn es nicht logisch ist, was ist es dann?

Der US-amerikanische Arzt und Psychiater David R. Hawkins hat es unternommen, das menschliche Bewusstsein in einem hierarchisches System zu klassifizieren. Mit Hilfe kinesiologischer Tests haben er und seine MitarbeiterInnen den gesamten Bereich der menschlichen Erfahrung erfasst und innerhalb einer logarithmischen Skala von 1 – 1000 dargestellt.

Die Ebenen des menschlichen Bewusstseins

William Blake: Jakobs Himmelsleiter. Die spiralförmig aufsteigende
Himmelsleiter ist ein Symbol für die Ebenen des Bewusstseins. William Blake: Himmelsleiter

Diese Skala der Ebenen des Bewusstseins ist ein nützliches Werkzeug. Sie kann uns helfen zu verstehen, warum Menschen so handeln, wie sie handeln – und warum sie oft nicht anders handeln können. Die Skala, kann uns dabei unterstützen, die Wirkung und Bedeutung eines beliebigen Themas zu verstehen – eines Kunstwerks, einer Verhaltensweise, einer Philosophie, einer Religion, eines Gedankengebäudes, aber auch eines einzelnen Satzes oder Wortes, eines Gesichts, einer Farbe, einer Form, eines Musikstückes, eines Gebäudes, einer Firma, einer Investition... die Möglichkeiten sind unbegrenzt.

Darstellungen von Bewusstseinsebenen sind nichts Neues; Aus dem alten Testamten überliefert ist Jakobs Traum von der Himmelsleiter, an der die Engel herauf- und heruntersteigen - hier von William Blake um 1800 gemalt in Form einer zum Himmel aufsteigenden Spirale.

Hawkins und sein Team bestimmten die Werte der Skala und einzelner Aussagen mit Hilfe von kinesiologischen Tests. Das ist eine Möglichkeit von mehreren - man kann genauso gut pendeln, mit Tarotkarten arbeiten, Münzen werfen oder auch einfach hinein fühlen, das hängt in erster Linie von der persönlichen Neigung ab. 

Was für einen Menschen funktioniert, funktioniert nicht notwendigerweise für jemand andern. Man kann auch darauf verzichten, die Werte rein intuitiv zu kalibrieren, sondern mit den Werkzeugen der rationalen Ebene arbeiten, mit Systemen, die sich an objektiven Kriterien orientieren - auch wenn es nicht ganz einfach ist, diese Kriterien auszuarbeiten (hier kommt notwendigerweise wieder ein Teil Intuition hinein) und dann den Massstab korrekt anzuwenden.

Auf alle Fälle ist die persönliche Bereitschaft notwendig, die Wahrheit zu erfahren. Als Folge davon wird ein Zustand der Egolosigkeit zugelassen, während eine Aussage getestet wird. Das ist anspruchsvoll, vor allem dann, wenn emotional beladene Themen kalibriert werden. Die Arbeit mit der Skala verlangt persönliche Integrität und Authentizität; sie kann auf diese Weise aber ein wertvolles Werkzeug der persönlichen Entwicklung werden.

Eckdaten der Skala des Bewusstseins

David R. Hawkins und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen messen mit Hilfe der kinesiologischen Tests das menschliche Bewusstsein selbst in seinen verschiedenen Ausdrucksformen. Hawkins beschreibt das menschliche Bewusstsein als unsichtbares Energiefeld, innerhalb dessen sich die gesamte menschliche Erfahrung abspielt. Dieses grosse Energiefeld besitzt verschiedene Qualitäten und Ausdrucksformen. Die jeweils an einem Ort oder in einem Menschen vorherrschende Qualität und deren Interaktionen bestimmen die Erfahrung, und seine Interpretationen des Erlebens. Was ein Mensch als wirklich akzeptiert, oder auch nicht, wird wesentlich von seinem Bewusstseinszustand definiert. Jeder Mensch hat aufgrund von Vererbung, Erziehung und Erfahrungen Zugang zu einigen Aspekten dieses Feldes, und zu anderen nicht. Dies wirkt wie ein Filter, der alle unsere neuen Erfahrungen bewertet und in einen Rahmen einordnet.

Die Skala ist logarithmisch aufgebaut und umfasst den Bereich von 1, was der tiefsten Ebene des Bewusstseins nahe am Tod entspricht, bis 1000, der höchsten Ebene des Bewusstseins, die uns Menschen zugänglich ist. Oberhalb des Wertes 1000 ist ein Leben auf der Erde nicht mehr möglich, da die Materie zu hoch zu schwingen beginnt und zu reiner Energie wird. Der logarithmische Aufbau bedeutet, dass eine Erhöhung des Bewusstseins um einen Punkt auf der Skala einer Erhöhung um den Faktor 10 entspricht. Auch eine Erhöhung um nur wenige Punkte entspricht also einem grossen Fortschritt; so bedeutet eine Erhöhung um vier Punkte, zum Beispiel von 201 zu 205, eine Verzehntausendfachung (10^4) des verfügbaren Bewusstseins eines Menschen.

Es sind verschiedene Unterteilungen der Skala möglich, so zum Beispiel eine Unterteilung in 200-er-Schritte, was fünf wesentliche Bereich ergibt, die den vier Elementen Erde, Wasser, Luft, Feuer plus dem fünften Element, der Quintessenz entsprechen.

Bewusstseinsfelder

Dieses Konzept des Bewusstseinsfeldes und dessen Charakteristik ist nicht neu; so prägte Carl Gustav Jung den Begriff des «kollektiven Unbewussten», in das jeder Mensch eingebettet ist und das mit seinen organisierenden Mustern namens «Archetypen» die menschliche Erfahrung prägt.

Im Bereich der Biologie, aber auch der Verhaltenskunde hat Rupert Sheldrake mit dem Konzept der «morphogenetischen Felder» gearbeitet. David R. Hawkins hat dieses Konzept erweitert auf die Gesamtheit der menschlichen Erfahrung und diese systematisiert, so dass jedes Thema menschlichen Lebens seinen Platz innerhalb seiner Skala findet; und er hat mit seiner Skala ermöglicht, jedes Thema in Bezug auf ein anderes Thema relativ zu bewerten und einzuordnen.

In Anlehnung an die Chaotheorie hat Hawkins diese verschiedenen Bewusstseinsqualitäten «Attraktoren» oder «Attraktorfelder» genannt. Ein Attraktor ist ein unsichtbares Muster oder Energiefeld, das den Rahmen vorgibt für alle Verhaltensweisen und Handlungen, die innerhalb dieses Bereiches möglich sind. Man kann es vergleichen mit einem Magnetfeld; das unsichtbare Magnetfeld bewirkt, dass Eisenspäne sich notwendigerweise entlang der Feldlinien anordnen. Aus der Nähe betrachtet mögen die Späne chaotisch und willkürlich angeordnet sein, doch aus etwas grösserer Distanz kann man klar das Muster erkennen, dem die Anordnung der Späne folgt. Es ist nicht möglich, präzise vorauszusagen, wo genau ein Span sich positionieren wird, aber es ist möglich, das Muster als Ganzes zu berechnen und für jeden Punkt Wahrscheinlichkeiten zu bestimmen, ob sich dort Metallspäne aufhalten werden oder nicht.

Ebenso ist es bei Bewusstseinsfeldern nicht möglich, präzise Vorhersagen über das Verhalten einzelner Menschen zu treffen – zum Beispiel, ob und wann genau eine Revolution ausbrechen wird, oder ob und wann ein Mensch eine Nervenkrise erlebt – doch es ist möglich, genau den Rahmen zu bestimmen, welche Optionen einem Menschen offen stehen und welche nicht. Wahrscheinlichkeiten können berechnet werden, und oft sogar sehr genau berechnet werden; konkrete Ereignisse aber nicht. Ebenso bestimmt das Attraktorfeld, welche Ideen und Konzepte einem Menschen zugänglich sind; Konzepte, die ein deutlich höheres Level haben als der betroffene Mensch selbst, werden nicht verstanden. Es können nur jene Konzepte verstanden werden, die ziemlich nahe dem eigenen Level eines Menschen liegen.

Perspektiven

Je höher der Bewusstseinswert eines Menschen ist, desto weiter ist seine Perspektive. Der Bereich unter 200 ist der Herrschaftsbereich des Ego oder «kleinen Selbst». In diesem Bereich wird das «ich» mit dem physischen Körper gleichgesetzt, und der Fokus liegt darauf, das Wohlbefinden und Wohlergehen des eigenen Körpers zu fördern und unterstützen. Themen wie Armut/Reichtum, Erfolg/Misserfolg oder Gesundheit/Krankheit haben höchste Bedeutung auf diesen Ebenen. Das Ego versucht, ein Maximum an materiellen Gütern (Ebene der Erde) und sozialem Status (Ebene des Wassers) zu besitzen; dennoch vermittelt diese Art von Besitz keine Sicherheit und kann jederzeit verloren gehen. Eine grosse innere Unsicherheit zeichnet diese Ebenen aus, und daraus folgend der Versuch, die Welt mit Zwang zu kontrollieren.

Wenn wir in den Bereich über 200 gelangen, werden Liebe und Wertschätzung immer mehr möglich und in zunehmendem Mass gelebt. Der Mensch erkennt, dass Glück und Zufriedenheit nicht von aussen kommen, sondern innere Zustände sind und unabhängig von materiellem Besitz oder sozialer Anerkennung. Auch wenn das Ego immer noch wirksam ist, besonders in Extremsituationen, so verliert es doch immer mehr an Einfluss, je höher der Bewusstseinswert eines Menschen steigt. Es verschwindet nicht - aber es hört auf zu dominieren. Anstelle des Egos übernimmt die Seele oder das «grosse Selbst» immer mehr die Führung; das Ego wird aber nicht vernichtet, sondern es wird zu jener Instanz, die im Auftrag des höheren Selbst dafür sorgt, dass wir uns sicher in der Welt bewegen.

Im Bereich über 600 ist die Herrschaft des Egos überwunden. Der Körper wird nicht mehr als «ich» betrachtet, sondern als Mittel, das es erlaubt, die irdische Erfahrung zu machen, auf der Erde zu sein und zu kommunizieren. Alle Handlungen sind geprägt von Mitgefühl und bedingungsloser Liebe, und Lehren auf dieser Stufe haben eine grosse transformatiorische Macht, ohne dass sie sich jemandem aufzwingen.

Die einzelnen Attraktorfelder haben folgende Qualitäten:

0 - 200 - die Ebenen der Erde

Jene Phänomene, die in den Ebenen der Erde beschrieben werden, gehören zu jenen, die in der christlichen Tradition als die sieben Todsünden bekannt sind, denn sie halten einen Menschen in den Ebenen des Egos und des Tieres gefangen.

20 - Scham

20 - Scham ist sehr nahe dem Tod (Tod = Null). Wer sich schämt, möchte am liebsten im Boden versinken und unsichtbar sein. Scham äussert sich bei vielen Menschen in Schüchternheit und Introvertiertheit, oder aber in äusserst rigiden Moralvorstellungen, oder sie kann Psychosen, Paranoia und bizarre Verbrechen zur Folge haben. Das eigene Selbst wird als unwürdig und schlecht betrachtet, und man spricht sich selbst das Lebensrecht ab. Je nach Temperament wird dieses Gefühl von totaler Auslöschung introvertiert oder extrovertiert gelebt.

In vielen Kulturen war die schrecklichste Strafe jene der Verbannung, denn Menschen, die von der Gemeinschaft ausgeschlossen wurden, hatten fast keine Chance zu überleben. Heute manifestiert sich diese Ebene zum Beispiel im Namen der französischen Vorstädte, den «Banlieus», Bannmeilen, wo jene Menschen leben, deren der Staat sich schämt und die er jahrelang vernachlässigt und aus dem Bewusstsein verdrängt hat.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Scham und Schuld

40 - Schuld

Die Ebene der Schuld hat ein wenig mehr Energie als die Ebene der Scham. Wo Scham die Ausrottung und Vernichtung sucht, legt das Lebensgefühl der Schuld den Fokus auf Bestrafung. Zu diesem Thema gehören Masochismus, (Selbst-) Beschuldigungen und Gewissensbisse. Religiöse Gemeinschaften, die sehr stark den Aspekt der Sünde und der Verdorbenheit des Menschen betonen, laufen auf dieser Ebene. Auf der staatlichen Ebene ist die Todesstrafe für Verbrecher ein Ausdruck von Schuld.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Scham und Schuld

50 - Apathie

Dies ist die Ebene der Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Armut und tiefster Depression. Ein apathischer Mensch hat so wenig Energie, dass er nicht einmal jene Ressourcen nutzen kann, die ihm eigentlich zur Verfügung stünden und die mit geringem Aufwand an Energie genutzt werden könnten. Für ihre Umgebung fühlen sich apathische Menschen «schwer» an, und sie werden als Energiefresser wahrgenommen und daher in der Regel gemieden.

Apathie liegt ein wenig höher als Schuld und Scham, auch wenn ihr Ausdruck reine Passivität ist, während Menschen in den Bereichen Schuld und Scham durchaus aktiv sein können – doch in der Apathie ist ein kleines Bewusstsein dafür vorhanden, dass es das Gute grundsätzlich gäbe, auch wenn man selbst es nicht in Anspruch nehmen kann. Dieses Bewusstsein fehlt den unteren Ebenen, die ein durch und durch negatives Menschenbild haben.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Apathie und Trauer

75 - Trauer

Das ist die Ebene von Schmerz und Verlust. Vergangenes wird beweint und bedauert, was zu einer depressiven Grundstimmung führt. Trauer als vorübergehendes Phänomen beim Verlust eines geliebten Menschen oder beim Verlust geliebter Illusionen ist ein normaler und gesunder Vorgang; problematisch ist erst, wenn Trauer zum dauerhaften Lebensgefühl wird. Es kann keine Freude und Fröhlichkeit wahrgenommen werden. Wer trauert, hat den Schwerpunkt seiner Wahrnehmung in der Vergangenheit, und oft wird der Verlust eines geliebten Menschen mit dem Verlust der Liebe an sich gleichgesetzt, und Liebe und Freude werden als für immer verloren betrachtet. In Beziehung zu Apathie ist Trauer dennoch energetisch höher, da dem Trauernden im Gegensatz zum Apathischen Gefühle zugänglich sind; wenn ein apathischer Mensch zu weinen beginnt, so ist das ein Fortschritt, und es ist ein erster Schritt zu einer möglicherweise dauerhaften Besserung und zur weiteren Erhöhung der persönlichen Bewusstseinsstufe.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Apathie und Trauer

100 - Angst

Im Bereich der Angst ist schon deutlich mehr Energie verfügbar. Angst ist eine gesunde Reaktion des Körpers auf Bedrohungen und stellt die Energie zum Kampf oder zur Flucht zur Verfügung. Doch wenn Angst zum dauerhaften Lebensgefühl wird, wirkt sie äusserst blockierend. Überall werden Bedrohungen und Gefahren gesehen, und ein Mensch wird sein Leben sehr einschränken, um diesen realen oder eingebildeten Bedrohungen zu entgehen, und viel Energie in Schutzmassnahmen stecken, auch wenn diese Massnahmen nicht in allen Fällen die gewünschte Wirkung haben.

Auf der gesellschaftlichen Ebene ist Angst weit verbreitet. Diktatorische Regimes arbeiten sehr direkt mit der Angst und Drohungen, um ihre Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Bei uns in Westeuropa ist das Arbeiten mit der Angst etwas subtiler, doch nicht weniger präsent. Themen wie die Angst vor Krankheiten, die Angst vor Terrorismus, die Angst vor Arbeitslosigkeit, die Angst vor der Zerstörung der Umwelt oder die Angst vor fremden Menschen sind weit verbreitet. Angstvolle Menschen tendieren dazu, sich starke Führer zu suchen, die diese Angst (scheinbar) überwunden haben; viele Politiker nutzen folglich gern die Energie der Angst, um sich als Retter und Beschützer wählen zu lassen.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Angst

125 - Gier und Begehren

Die nächste Ebene ist jene des Begehrens. Hier ist zum ersten Mal genug Energie verfügbar, dass Menschen bewusst auf ein Ziel hin arbeiten. Ebenso wie Angst ist Begehren ein mächtiger Motor unserer Gesellschaft. Ein grosser Teil der Werbung arbeitet auf dieser Ebene, indem die Boschaft verbreitet wird: wenn du unser Produkt kaufst, dann bist du glücklich und es geht dir gut. Das Thema Sucht gehört ebenso zu dieser Ebene, seien es die Süchte nach Substanzen wie Alkohol, Heroin, Marihuana, Nikotin oder Kaffee, wie auch die nichtstofflichen Süchte, wie jene nach Anerkennung, die Sucht, geliebt zu werden, die Sucht nach Geld, nach Ablenkung, nach Arbeit, nach Einkaufen, nach Stehlen, nach Aufmerksamkeit, nach Sex. Diese Ebene kann so bestimmend sein, dass ein Mensch sogar sein Leben vernachlässigt, um das Gewünschte zu erhalten. Für viele Süchtige wird ihre Droge zum bestimmenden Lebensinhalt, und daneben zählt gar nichts mehr. Freundschaft, Familie, Arbeit und Gesundheit werden ohne zögern aufgegeben, nur um das Begehren zu befriedigen.

Begehren befindet sich immer noch im destruktiven Bereich, denn Glück wird hier durch den Besitz eines bestimmten Dinges definiert, und es kommt nicht aus sich selbst heraus. Begehren bezieht sich auf materiellen Besitz oder Anerkennung durch andere Menschen und gehört damit zu jenen Dingen, die vergänglich sind und verloren gehen können.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Gier und Wut

150 - Wut und Zorn

Wenn das Begehren nicht erfüllt wird, ensteht Frustration, und daraus Zorn. Zorn kann ein sehr mächtiger Antrieb sein und unter Umständen dabei helfen, einen Menschen auf die nächsthöheren Ebenen zu katapultieren, wenn er konstruktiv genutzt wird.Oft äussert sich Zorn allerdings lediglich in zerstörerischem Verhalten und in der Einstellung «was ich nicht haben kann, sollen andere auch nicht haben». Zorn als dauerhaftes Lebensgefühl macht Menschen reizbar, nörglerisch, cholerisch und verbittert. Wer zornig ist, ist oft nicht in der Lage, auf konstruktive Weise seine Bedürfnisse zu formulieren. Oft ist aber der Schritt von Scham, Schuld oder Apathie zu Zorn ein enormer Fortschritt und fühlt sich für die Betroffenen sehr gut und machtvoll an, so wie sich grundsätzlich jede Ebene gut anfühlt im Vergleich zu den niedrigeren Ebenen.

Viele Menschen schaffen den Sprung von Angst zu Zorn, wenn ihnen das Wenige genommen wird, das sie noch hatten. Angst haben kann nur, wer etwas zu verlieren hat, und sei dieses Etwas noch so gering; geht es verloren, so gibt es einerseits Menschen, die weiter herunter sinken in Apathie und Hoffnungslosigkeit, andererseits können Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, manchmal ihre Angst überwinden und im Zorn beachtliche Energien aufbringen. Viele Revolutionen begannen durch Frauen, die daheim nicht einmal mehr das Nötigste hatten, um ihre Kinder zu ernähren, und die dann zu den Palästen der Reichen zogen, die in grossem Luxus lebten, um Brot zu fordern.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Gier und Wut

175 - Stolz und Arroganz

Dies ist das erste Level, das sich wirklich gut anfühlt und wo Menschen gerne bleiben – auch wenn dieses Wohlbefinden nur im Vergleich zu den niedrigeren Ebenen empfunden werden kann. Stolz ist, wer etwas erreicht hat, und wer mehr hat als andere, sei es mehr Ruhm, mehr Erfolg, ein grösseres Haus, mehr Prestige oder mehr Macht. Ein erfülltes Begehren kann zu Stolz führen und viel Energie vermitteln. Allerdings befindet sich auch Stolz immer noch im nicht integren Bereich. Stolz basiert auf dem, was man hat und auf seiner sozialen Position; wenn dieses Eigentum oder diese Position verloren gehen, ist es schnell möglich, auf die Ebene der Scham abzustürzen, was ein sehr tiefes Niveau ist. Problematisch am Stolz ist auch die Trennung, die er schafft zwischen «wir» und «den Andern». Nationalisitische und rassisitische Strömungen arbeiten oft auf diesen Ebenen – neben der Ebene der Angst vor dem Fremden – und schaffen so ein Klima der gegenseitigen Missachtung und der Unterteilung der Menschen in Herrenrassen und Untermenschen.

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200 - 400 - die Ebenen des Wassers

200 - Mut und Ermächtigung

Auf dieser Ebene verändert sich die Qualität grundlegend. Alle Ebenen aus den Bereichen unter 200 zeichneten sich dadurch aus, dass sie nicht integer sind, lebenfeindlich sind und mit Zwang operieren; Bereiche unter 200 testen kinesiologisch schwach. Wer aber die Grenze von 200 überschreitet und höher kommt, tritt ein in den lebensfreundlichen, konstruktiven Bereich, wo ein Mensch die Gesellschaft als Ganzes bereichert und ihr Energie zuführt.

Im Bereich unter 200 wird die Welt als traurig, hoffnungslos, bedrohlich und frustrierend gesehen; wenn wir die Grenze von 200 überschreiten, erscheint die Welt anregend, herausfordernd und stimulierend. Wer im Bereich von Mut ist, beginnt Selbstvertrauen und Wertschätzung zu entwickeln; Ängste müssen nicht mehr wie vorher zu Blockaden führen, sondern sie können überwunden werden. Es ist die Stufe der Ermächtigung.

Firmen, die über 200 kalibrieren, erfüllen den Anspruch, dass sie solide Produkte herstellen, die ihren Zweck korrekt und zuverlässig erfüllen.

Weltweit betrug der Bewusstseinswert während langer Zeit 190 Punkte; erst vor relativ kurzer Zeit, bei der harmonischen Konvergenz 1986, hat die Menschheit als Ganzes einen Sprung auf 207 gemacht und ist somit in den konstruktiven, integren Bereich der Macht eingetreten.

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250 - Neutralität

Die nächsthöhere Stufe der Neutralität zeichnet sich dadurch aus, dass die Menschen im Grossen und Ganzen fähig sind, ihr Leben mit all seinen Herausforderungenzu meistern. Wer die Stufe der Neutralität erreicht hat, ist in der Lage, verschiedene Optionen zu erkennen und als gleichwertig zu betrachten – bekommt man die eine Stelle nicht, so bekommt man eben eine andere – gibt es kein Vollkornbrot beim Bäcker, so ist auch Weissbrot in Ordnung. Menschen auf dieser Stufe haben wenig Interesse an Konflikten und wenig Bedürfnis, sich nach aussen zu beweisen. Sie leisten im allgemeinen korrekte Arbeit, legen Wert auf Gemütlichkeit und Wohlbefinden, und sie sind schwer von aussen zu steuern, da ihnen ihre Unabhängigkeit wichtig ist. In Gesellschaft von Menschen, die sich auf dieser Stufe bewegen, ist man grundsätzlich in Sicherheit.

Neutralität in der Kommunikation äussert sich in der Fähigkeit, verschiedene Meinungen und Positionen nebeneinander stehen zu lassen und als gleich gültig zu respektieren. Der Missionierungsdrang, der im nicht integren Bereich in einigen Stufen zu finden ist, fällt somit weg.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Neutralität

310 - Bereitwilligkeit

Auf dieser Ebene findet eine grosse Öffnung statt, die Menschen befähigen kann, ihre Ebene des Bewusstseins selbständig weiter zu erhöhen. Menschen auf dieser Stufe machen eine Arbeit nicht nur korrekt, sondern sie machen sie gut; Erfolg bei allen ihren Unternehmungen ist die Regel. Sie lernen schnell und sind sehr gute Schüler und Schülerinnen, und es ist ihnen wichtig, sich in der Gemeinschaft und für die Gemeinschaft zu engagieren. Ab dieser Stufe beginnt die Bereitschaft, auch innere Themen anzuschauen und zu bearbeiten, und die Menschen sind fähig, sich selbst zu kritisieren und sich selbst zu korrigieren. Ab hier kann die Erhöhung des Bewusstseins eine Eigendynamik bekommen und ist nicht mehr auf bestimmende Einflüsse von aussen angewiesen.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Bereitwilligkeit

350 - Akzeptanz

Ein grosses Thema dieser Ebene ist die Angemessenheit und Verhältnismässigkeit. Es wird verstanden, dass Gleichheit im Wert und vor dem Gesetz individuelle Verschiedenheit nicht ausschliesst, sondern dass individuelle Verschiedenheit eine Bereicherung ist; andere, fremde Lebensstile können akzeptiert werden. Das ist eine Erhöhung gegenüber der Ebene 250 - Neutralität, wo Unterschiede zwar toleriert werden, aber nicht unbedingt akzeptiert.

Bei allen Problemen wird nicht in erster Linie Schuld zugewiesen, sondern es werden Lösungen gesucht. Langfristige Lösungen erhalten den Vorzug vor kurzfristigen Lösungen.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Akzeptanz und Gemeinschaft

400 - 600 - die Ebenen der Luft

400 - Ratio, Verstand, Intellekt

Die Vierhunderter sind die Ebene der Wissenschaft. Auf dieser Ebene sind die Menschen fähig, komplexe Symbole und grosse Datenmengen zu handhaben. Entscheidungen werden nicht mehr aus der Emotionalität heraus gefällt, sondern aufgrund von logischer Analyse. Wissen und Bildung sind auf dieser Ebene sehr wichtig und werden intensiv gefördert und gesucht. Viele grosse Wissenschaftler und Nobelpreisträger haben den maximalen Wert von 499 erreicht; die rationale Art, die Welt zu betrachten und zu manipulieren, hat in den letzten Jahrhunderten in allen Bereichen des Lebens erstaunliche Dinge geleistet.

Allerdings ist die Ratio nicht in der Lage, die Essenz der Dinge zu erkennen; sie hat die Tendenz, vor lauter Daten das Ganze nicht mehr zu sehen, und die symbolischen Darstellungen mit der Wirklichkeit selbst zu verwechseln. Sie hat auch nicht die Möglichkeit, ethische und moralische Sätze zu formulieren oder zu bewerten. So sehr sie ein Fortschritt ist im Vergleich zu den unteren Bereichen, so sehr kann sich rationales Denken selbst blockieren und zu einem grossen Hindernis zur nächsten Stufe, der Liebe, werden.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Verstand und intellektuelle Exzellenz

500 - Liebe

Hier beginnt der erste Kontakt mit dem Bereich der Nicht-Dualität und Nicht-Linearität.

Liebe ist nicht, was in der Regel unter Liebe verstanden wird; sie hat nichts zu tun mit einer explosiven Mischung aus körperlicher Anziehung, Besitzdenken, romantischen Ideen, Sucht, Abhängigkeit, Erotik und Neuheit. Hinter einem solchen Komplex verbirgt sich nicht Liebe, sondern Zorn, Eifersucht, Besitzdenken und Abhängigkeit; diese non-integren Qualitäten aus dem Bereich unter 200 treten hervor, sobald eine solche «Liebe» enttäuscht wird.

Echte bedingungslose Liebe ist weniger ein Gefühl als ein Zustand zu sein, eine vergebende, nährende, respektvolle, aufmerksame und unterstützende Art, mit der Welt in Beziehung zu treten. Liebe kommt aus dem Herzen, nicht aus dem Intellekt; Liebe hat die Fähigkeit, die Essenz eines Gedankens oder eines Menschen zu erkennen, ohne dass sie dabei auf Worte angewiesen ist; Liebe geht einher mit einer starken und zuverlässigen Intuition, die ein direktes Verstehen ermöglicht. Liebe verbindet und trennt nicht, und Liebe hat ihren Fokus beständig auf dem Guten in der Welt.

In diesem Bereich sind Menschen fähig, gegenüber bestimmten Menschen oder anderen Wesen wie Tieren und Pflanzen bedingungslose Liebe zu empfinden und im Leben umzusetzen.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Liebe

540 - Freude

Wie die Liebe ist auch mit dieser Freude nicht ein emotionaler Ausbruch von Glück gemeint, sondern eine dauerhafte Grundstimmung, die unabhängig von allen Ereignissen bestehen bleibt. Dies ist die Ebene der Heilung, und Menschen mit einem Bewusstseinswert von 540 oder mehr werden von ihrer Umgebung oft als Heilende oder Heilige wahrgenommen. Zu dieser Ebene gehört ein grosses Mitgefühl für alle Wesen und allem Leben, viel Geduld und eine positive Ausrichtung auch bei anhaltenden Schwierigkeiten. Die Liebe auf dieser Ebene wird ausnahmslos gegenüber allen anderen Wesen, gegenüber der ganzen Erde und sogar dem ganzen Universum erlebt und empfunden, im Gegensatz zum Bereich 500 – Liebe, wo Menschen nicht fähig sind, ihre Liebe universal zu leben, sondern nur gegenüber bestimmten Wesen, gegenüber andern aber noch nicht.

Das Auftreten von Synchronizitäten wird immer häufiger und auf dieser Ebene normal. Die ganze Welt scheint dem freudvollen Menschen ein Ausdruck von Liebe und Göttlichkeit zu sein. Liebe ist überall, und man entdeckt, dass da umso mehr Liebe ist, je mehr man liebt.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Freude und Schönheit - die Quintessenz der Luft

600 - 800 - die Ebenen des Feuers

600 - Friede

Diese Ebene wird nur sehr selten von Menschen als dauerhafter Zustand erreicht, auch wenn viele hin und wieder diese Ebene erleben – zum Beispiel wenn sie ein Musikstück hören, das in diesem Bereich kalibriert. Ab diesem Bereich wird es sehr schwierig, angemessene Worte zu finden für die Erfahrung, die ein Mensch macht. Es ist der Übergang zur Non-Dualität – die Trennung in «ich» und «Welt» wird als Illusion erkannt, alles ist eins und Ausdruck des Einen Göttlichen Bewusstseins. Das direkte Erleben des Göttlichen löst formale Religionen ab; es ist die Ebene der Mystiker. Es ist ist nicht mehr ein «ich», ein Ego, das handelt, sondern eher ein göttliches «es», dessen Kanal ein Mensch ist, wodurch „es“ sich in der physischen Welt ausdrückt.

Wer sich unter der Ebene von 600 bewegt, sucht einen Erlöser; wer sich auf der Ebene über 600 bewegt, ist erlöst und selbst ein Erlöser, eine Erlöserin. Ein Erlöser ist eine Person, die allein durch ihre Präsenz die tiefe Wahrheit vermittelt: alles ist gut. 

Ab 700 aufwärts treten wir ein in den Bereich der grossen MenschheitslehrerInnen, die auf der Erde äusserst mächtige Energiefelder installiert haben, die lange und nachhaltig wirken: es sind Texte wie die Lehren des neuen Testamentes, Gebäude wie die Kathedrale von Chartres oder Menschen wie Mahatma Ghandi.

Hier geht es zum auführlichen Artikel zum Thema Frieden

800 - 1000 - die Ebenen der Quintessenz

800 - 1000 - Erleuchtung

Das Ego wird auf dieser Ebene vollständig transzendiert und der Mensch stellt sich als vollkommener Kanal des göttlichen Willens zur Verfügung, bis hinein in den Körper. Dies geschieht nicht nur für wenige Augenblicke - viele Menschen erleben diese - sondern besteht als dauerhaufter Zustand. Menschen wie Buddha und Jesus haben die höchst mögliche Stufe überhaupt erreicht, die einem Wesen innerhalb eines menschlichen Körpers möglich ist mit einem Bewusstseinswert von 1000, und die Wirkungen ihrer Lehren sind auch noch zweitausend Jahre nach ihrer Präsenz auf der Erde enorm.

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© Barbara Seiler 2006 - www.spiriforum.net
Dieser Text darf unter Hinzufügung dieser Fussnote gerne weitergegeben werden.

Literatur

Die grundlegenden Werke von David R. Hawkins zu den Ebenen des Bewusstseins, ihrer Interpretation, und der praktischen Arbeit mit ihnen. Die Lektüre ist nicht immer einfach, aber auf alle Fälle lohnenswert:

Weblinks